Schreibwerkstatt

Warum schreiben wir? Wie werde ich reich und berühmt durch meine Bücher? Was macht die besondere Schönheit des Adjektivs aus?
Justine A T
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Schreibwerkstatt

Beitragvon Justine A T » 07.12.2010, 18:48

Bei mir in der Nachbarschaft gibt es so eine Schreibwerkstatt. Dort werden Schreibkurse, Textcoaching und Seminare, wie man ein Buchprojekt verwirklicht (oder so ähnliche Sachen eben) angeboten.

Was haltet ihr von so etwas? Sollte ein Schriftsteller nicht ohne Coaching dazu in der Lage sein, zu schreiben?

lg
Justine
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Näherungsweise
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Re: Schreibwerkstatt

Beitragvon Näherungsweise » 07.12.2010, 22:11

Es kommt auf die Schreibwerkstatt an; es gibt gute und es gibt solche, an denen sich die Veranstalter gut tun.

Grundsätzlich sollte ein Schriftsteller jedes handwerkliche Wissen nutzen, dessen er habhaft werden kann: Bücher, Workshops, andere Autoren, Workshops im Internet usw.

Echte Autodidakten sind selten -- und ich denke, das gilt auch für's Schreiben.

Ich würde dir empfehlen einfach mal reinzuschnuppern in die Textwerkstatt und herauszufinden, ob das was für dich ist... ich meine, jeder ist anders gestrickt. Mir persönlich haben Bücher immer mehr gebracht, aber über Textwerkstätten habe ich andere Autoren kennen gelernt, andere Genres, andere Blickwinkel. Das ist immer interessant.

Klar, Schreiben ist eine One-man-show bzw. eine One-woman-show. Aber, warum muss Schreiben-Lernen das auch sein?

Gruß,
nw.
Besuch mich mal... in meinem kleinen Blog-Haus

Sabrina22
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Re: Schreibwerkstatt

Beitragvon Sabrina22 » 28.07.2011, 12:19

Da muss ich zu stimmen, Autodidakten gibt es nicht viele, man muss aus Allem mit dem man in Kontakt kommt (Seminare, Workshops, usw) etwas lernen. Es gibt viele Schriftsteller die nur deswegen schreiben weil sie ihre Werke verkaufen möchten, aber es gibt ein Paar die auch nur für sich, für Freunde und Familie schreiben. Ich bevorzuge die zweite Kategorie, aber nur in manchen Fälle ...

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Re: Schreibwerkstatt

Beitragvon Turmrot » 28.07.2011, 17:57

Ich würde sagen, eine(n) Schriftsteller(in) zeichnet aus, dass er/sie überhaupt nicht für irgendwen bestimmten schreibt. Mit der Frage "kann ich das gut verkaufen" im Hinterkopf schreibt es sich ebenso schlecht wie mit "was sagen meine Freunde dazu" oder "kann ich das Mama vorlegen". ;-) Letztlich ist unsere Profession doch uralt - wir setzen uns ans Feuer und erzählen unsere Geschichten. Und wenn nur Zwei sich dazusetzen um zuzuhören, gut. Eine gute Band spielt ja auch vor drei Leuten. Aber wenn Tausend sich dazu setzen, und danach geht der Hut rum und kommt prall gefüllt zurück, dann ergreife ich jedenfalls NICHT die Flucht oder kreische "Weiche von mir, ekler Mammon!" :-D

Was die Werkstätten angeht, vielleicht ein anderer Tipp: Ein kleiner Schritt vom Weg kann sehr hilfreich sein. Ich habe das Drehbuchschreiben gelernt, um Drehbücher zu schreiben (surprise). Aber ich habe dann festgestellt, dass das, was ich jetzt über dramturgischen Aufbau, Szenenstruktur und Dialog weiss, mir auch immens bei meiner Prosa hilft. Trifft sicher auch auf viele andere Workshops und Seminare etwas außerhalb des eigenen Tellerrands zu.

Krambambuli
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Re: Schreibwerkstatt

Beitragvon Krambambuli » 30.07.2011, 14:51

Zur Ausgangsfrage: Schreibwerkstätten sind dann gut, wenn deren Leiter Erfahrung haben und wenn man sonst nur wenig professionelle Rückmeldungen zu den eigenen Texte bekommt.

Zum "Schreiben zum Verkaufen ist böse"-Argument: Letztendlich verkauft sich nur etwas dauerhaft erfolgreich, wenn Käufer das Produkt auch wertschätzen. Bei Literatur ist das, bis auf wenige Ausnahmen, auch nicht anders. Wer Bücher schreibt, um sie zu verkaufen, schreibt gleichzeitig Bücher, die gelesen werden sollen.

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Re: Schreibwerkstatt

Beitragvon visualitera » 30.04.2013, 10:49

Solche Kurse sind doch toll (wenn die Kursleiter Ahnung haben natürlich ;-) )...manches da wusste man vielleicht auch schon ein bisschen, aber es war einem noch nicht so richtig bewusst und man hat es nur zufällig angewendet, aber nicht bewusst eingesetzt um kontinuierlich gut zu schreiben statt nur ab und zu ein paar zufällig gut klingende Zeilen.

...PS: Wo gibt's solche Kurse in München? ...am Besten für Satiere, falls es das Spezialkurse gibt... ich freu mich über Tipps.

Exlibris
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Re: Schreibwerkstatt

Beitragvon Exlibris » 10.04.2017, 16:39

In der Lage ist man sicher auch ohne Schreibwerkstatt, aber es schadet doch nie sich mit anderen gleichinteressierten auszutauschen.
Halte solche Treffen für eine gute Möglichkeit neue Menschen und neue Ideen kennenzulernen.
Umso besser wenn der Leiter dann auch noch Erfahrung einbringen kann und es nicht gerade seit letzter Woche macht.
Finde schon, dass man da die ein oder andere Idee mitnehmen kann/sollte.


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