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riemsche
Dionysos
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im Verhältnis

Beitragvon riemsche » 10.10.2021, 21:54

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Sowohl Tiere als auch Menschen
erstellen im Kopf Karten
die ihnen helfen s Geschehen
in der Welt um sich herum
zu verstehen und richtig einzuordnen
Dieses innere Modell wird gefestigt indem
s Gehirn in Ruhezeiten s aktuell Regelwerk
wiederholt im Zeitraffer durchspielt
Neurowissenschaftler nennen s Neural_Replay

Bei an Schizophrenie Erkrankten scheint
beschrieben Vorgang ein veränderter zu sein
Verglichen mit für gesund Befundenen
haben sie mehrheitlich Schwierigkeiten
die in Folge logischen Schlüsse zu ziehen
Zugleich zeigen Messungen
dass in verordnet Pausen in ihrem Gehirn
weniger neuronale Wiederholungen
ab jetzt gültiger Gegebenheiten stattfinden
Aufgrund dessen ne verzerrte Wahrnehmung haben
logisch Folge oder Trugschluss Außenstehender
Fragezeichen

Kortikale Säulen verarbeiten Input parallel
allerdings aus jeweils einem etwas anderen
Blickwinkel_ zum Beispiel s Fingerspitzengefühl
ein integriert Koordinatensystem berücksichtigt
die relative Zeitverschiebung_ in jeder Säule
läuft nun eine Vorhersage darüber ab
wie sich der nächst folgend Sinneseindruck anfühlt
Miteinander verbunden bilden s dann ne Art Konsens
Ein globales Modell der Welt entsteht

Das ähnelt in etwa einer GLOM-Theorie
des Deep-Learning-Urgesteins Geoffrey Hinton
Für beide Denkansätze gibt s bis dato so gut
wie keine experimentellen Belege
(...)Wie kann ich dann so sicher sein
dass meine Theorie richtig ist? (...)
zweifelt in anderem Zusammenhang selbst Hawkins
(...) Das ist wie bei nem Kreuzworträtsel_ es gibt
mehrere Wörter die nur auf einen Hinweis passen
Wenn s Wort, das Sie im Auge haben
auf alle bereits vorhandenen Buchstaben passt
ist die Chance dass es falsch ist minimal (...)

Bis auf d imaginär Dunkelziffer
zu einem Prozent aller Menschen erkranken
im Lauf ihres Lebens an Schizophrenie
Symptome dafür sind komplex machen individuell
unterschiedlich auf sich aufmerksam
In psychotischen Phasen
entwickeln Betroffene Halluzinationen
Wahn_und Wahrnehmungsstörungen
Auch ihr Denken in Stimmung sein und s
Bewegungsmuster können beeinträchtigt sein

Behandlung beschränkt sich normalerweise
auf die Verabreichung von Antipsychotika
dosiert Tendenz gleichbleibend
Schätzungen legen nahe
dass die Krankheit bei etwa einem Drittel
dank entsprechend Pflege Anstalt
nach einer psychotischen Episode ausheilt
bei einem Drittel immer wieder auftritt und
bei einem weiteren Drittel der Fälle
nen chronisch schweren Verlauf nimmt
Besseres Verständnis wird _so hoffen Forscher
dazu beitragen künftig effektiver zu gesunden
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riemsche
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über.informiert

Beitragvon riemsche » 15.10.2021, 12:22

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Sind Teenager offline am Grübeln, wessen Behauptungen sie vertrauen oder anzweifeln sollten, orientieren sie sich in aller Regel an ihrem sozialen Umfeld. Jahrelange gemeinsame Erfahrungen prägen Entscheidungen_ auf welche Familienmitglieder, Freunde und Kameraden ist beim Bild dir deine Meinung Verlass? Wie gilt es aktuelle Informationen zu bewerten? Das kollektive Wissen einer Gemeinschaft trägt offline womöglich mehr zur Beurteilung bei, welchen Aussagen man vertrauen kann, als die Person, die besagt Behauptung aufstellt. Sich _obwohl zuweilen aus Zusammenhang gerissen_ unbedingt mit ihr zu identifizieren, ist verlockend.

Soziale Medien begünstigen, dass man eher Solisten traut. Dadurch gewinnen Influencer an Autorität. Allein, weil sie wie ihre Follower aussehen und sprechen, vertraut man ihren Aussagen auch bei Themen, von denen sie wenig oder keine Ahnung haben. Laut ner Umfrage von Common Sense Media führen sich sechzig Prozent der Teenager, um aktuelle Ereignisse zu verfolgen, auf YouTube eher passend Influencer als tagtäglich Nachrichten zu Gemüte. So werden Behauptungen von selfmade Meinungsmachern zu Fakten, während Leute vom Fach und waschecht Experten ihre liebe Mühe haben, gehört zu werden.

Da d heutig Jugend immer häufiger online an politischen Diskussionen teilnimmt, ist davon auszugehen, dass Personen öffentlichen Interesses, die ihr Profil auf diese Weise mundgerecht kultiviert haben, de facto zu Anführern einer Glaubensgemeinschaft werden. Sie ziehen Gleichgesinnte an, lenken gezielt deren Konversation. Randgruppen jubeln_ Verstärkung naht – und mit ihr Gefahr, dass sich Fehlinformationen verbreiten. Menschen, die Ihresgleichen suchen, sind anfällig für Gerüchte. Besonders dann, wenn diese gruppiert Zusammenhalt aufs Korn nehmen.

Welche Möglichkeiten gibt es, dem entgegenzusteuern? Plattformen könnten Algorithmen implementieren, die Beiträge mit größerer Meinungsvielfalt empfehlen, zum Beispiel, indem sie Diskurs über Clickbaiting stellen. Journalisten müssen akzeptieren, dass viele Leser ihre Nachrichten aus Social-Media-Beiträgen beziehen und sich dabei gerne mit dem jeweilig Überbringer identifizieren, Informationen dem entsprechend weiterverbreiten. Politische Entscheidungsträger sollten ihre Versprechungen, gegen Hetze Hass Rassismus und FakeNews vorzugehen, endlich in Gesetze gießen. Bereits in der Grundschule lernen, wie man die Glaubwürdigkeit von Quellen und deren Behauptungen hinterfragt, wäre förderlich.

Es wird nicht einfach werden, die Dynamik des Online-Dialogs auf d Positive zu verändern. Aber mannigfach Gefahren, die durch Falschinformationen drohen und die Hoffnung auf wieder bessere Diskurse zwingen uns, es zu versuchen.
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riemsche
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aware parenting

Beitragvon riemsche » 19.10.2021, 20:18

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Erziehungstipps für wohlgefälliges Benehmen
no way_ brav sein ist keine Kategorie
heißt üblicherweise ja nur dass sich s Kind
gemäß unseren Erwartungen verhält
eigene Bedürfnisse und Gefühle unterdrückt
Darum geht es nicht _betont Hanna
ebenso verhält es sich mit dem vielzitierten
konsequent sein_ einer im Grunde
verniedlicht Form von Bestrafung
Eine völlig neue Einstellung
gegenüber starken Gefühlsausbrüchen
wie dem Schreien und Wüten war angesagt
der liebevolle Blick
hinter s vordergründig Unliebsame

in Büchern wie auch im Gespräch mit anderen
primär widersprüchliche Ratschläge
der klassische Weg wie man mit Kindern umgeht
war nicht stimmig für mich
und meinen Partner_ dieses vorgefertigte Bild
dass sie nach unseren Vorstellungen
erzogen werden hat uns nicht gefallen
viel zu viel Methode
statt ner Haltung_ gilt es doch so einiges
auszuhalten und gleichzeitig
für gewisse Rahmenbedingungen zu sorgen
Kinder in der Bewältigung von Stress
zu unterstützen_ sie also einen Anfall
von Tobsucht ausleben zu lassen
ihrem Weinen zuzuhören gleichzeitig präsent
einfach für sie da zu sein
und nicht auf schnelle Erfolgsrezepte
wie Belohnung und Bestrafung zurückzugreifen

Aber verstärken wir damit nicht eher
jenes aufreibende Gebaren
das wir doch eigentlich verhindern wollen
Hanna winkt entschieden ab
Kinder haben die Fähigkeit sich durch Weinen
Trotzen und Spielen zu entlasten
sich selbst von Traumata zu heilen
wenn wir Erwachsene dies zulassen
unterstützen wir sie dabei sich angenommen
und sicher verbunden zu fühlen
mein Sohn hat dankbar darauf reagiert
sich spürbar entspannt
sodass ich meine zwei Töchter von Anfang an
in dieser Haltung begleitet habe
der Unterschied war ein unglaublicher
wenn sich Kinder von Geburt an
von Stress lösen können
entlastet das die familiäre Grundstimmung

sinnvolle Unterstützung ist gefragt
beim Weinen erst mal unterscheiden lernen
ob s Ausdruck eines Grundbedürfnisses
wie Durst Hunger Müdigkeit ist
oder sich s Kind von Stress Überreizung
zu befreien versucht_ trifft letzteres zu
setzt Weinen Eltern unter Druck
weil partout nichts fruchtet was wir tun
um s Kind zu beruhigen_ in Hausaufgaben
wie diese gilt s langsam hineinzuwachsen
Gefühle zu akzeptieren
statt s Weinen stoppen wollen
für ein Baby immerhin die einzig Sprache
um Gefühle authentisch auszudrücken
gleiches gilt im Prinzip auch für jene
die bereits der Sprache mächtig sind

In solchen Situationen s Kind
bitte nicht alleine lassen es halten
mit ganzem Herzen präsent sein
sich selbst mittels Atmung und Körperübung
beruhigen_ dem Weinen seine Zeit geben
natürlich triggert uns das
aber je öfter man sich darauf einlässt
desto größer das Vertrauen dass es klappt
wieder Weinen lernen
wird gesellschaftlich gesehen s Wüten
ja noch immer tabuisiert
Eltern nur zu schnell unterstellt
ihre Kinder nicht im Griff zu haben
wenn sie sich tobend Luft verschaffen

oft zeigt schon Quengeln an
dass etwas Grundsätzliches nicht passt
das mögen für unsereins Lappalien sein
der Becher hat die falsche Farbe
die Lieblingshose ist in der Wäsche
das Kind bestellt ne Limonade und will
dann demonstrativ was anderes_ alles Zeichen
dass es sich bereits im Stressmodus befindet
wie ein Gefäß das bis obenhin voll ist
ein Tropfen mehr und es läuft über
der:die Kleine flippt aus_ ist offline
verbale Besänftigung kommt nimmer an

statt großer Worte ist nun physische
und seelische Verbundenheit vonnöten
wenn s wie wild wütet_ Sparring_ Schläge
mittels Polster absorbieren und keine Angst
dass der Sprössling diese Verhaltensweise
auch über das Kindesalter hinaus beibehält
Wenn der geschützte Rahmen gegeben ist
s Kind lernt dass seine Gefühle okay sind
es sie auf diese Weise rauslassen
zum Ausdruck bringen darf
dann nimmt s Bedürfnis auf Dauer ab
Schlagen und Treten hat in dem Zusammenhang
nichts mit Aggression zu tun
sondern mit der fehlenden Erfahrung
wie solche Gefühle ausgelebt werden können
zur Erinnerung_ echtes Lachen hat in etwa
denselben Effekt wie s Weinen und Wüten

wichtig dabei_ das Kind gibt den Impuls
wir kitzeln es zum Beispiel nicht
um s reflexartig in Laune zu versetzen
lernen seine Einladung erkennen dem Lachen
zu folgen wenn es sich spielerisch ergibt
ein Turm umfällt und s Kind lacht
dann sorgst dafür dass er erneut purzelt
verstärkst damit was es lustig findet
Kissenschlachten oder s Fangen
und Versteckspiel sind weiterhin der Renner
eigentlich laden Kinder uns unermüdlich ein
zu spielen_ übrigens auch für Erwachsende
eine nährend und heilsam Beschäftigung
Spiel als verbindend Therapeutikum
straffrei friedlich Konflikte lösen
sich dabei nicht vergessen
und im besten Fall selber jemanden haben
dem man seine Gefühle zeigen darf
Hanna lächelt_ Herz was willst du mehr
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