maunzer grübler rippenstessa

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riemsche
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Re: maunzer grübler rippenstessa

Beitragvon riemsche » 23.12.2023, 13:20

_____

Kontakte knüpfen
mag zuweilen aufgrund von Scham
oder der Angst vor Ablehnung
herausfordernd sein doch alleine schon
s Gespräch_ sich über gemeinsame
öffentliche Feiern und Aktivitäten
zu informieren kann oft Erleichterung
und zudem die Erkenntnis bringen
bin nicht allein
bereits ein Spaziergang trägt dazu bei
dass man sich unter Menschen befindet

Traditionen beschwören s Vergangene
prägen die Gegenwart vermitteln ne Art
Stabilität und Sicherheit man erahnt
Bevorstehendes verbindet s in der Regel
mit einem angenehmen Gefühl
dekoriere infolgedessen mein Zuhause
nach meinen Vorstellungen beschäftige
mich dort mit Dingen die mir gefallen
steh auf und schlafe wann ich will
bin dran vor Ort zu helfen wo ich kann
Dank den man erhält ist unbeschreiblich
_____
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Re: maunzer grübler rippenstessa

Beitragvon riemsche » 24.12.2023, 22:33

Zu den Wundern des digitalen Zeitalters gehört die erstaunliche Tatsache, dass sich das elektronische Buch nicht durchsetzen konnte. Sein Anteil am Gesamtvolumen publizierter Texte ist seit Jahren konstant niedrig - anders als im Bereich der Musik und tagesaktuellen Medien scheint die Literatur davor gefeit, gesichtslos im Datenmeer zu versinken. Ein Buch ist mehr als eine Datei, durch Design und Gewicht ein sinnlich erfahrbarer, individueller Gegenstand – selbst dann, wenn er massenhaft produziert wird. Es hat ein Aussehen und eine Gestalt, entwickelt im jeweiligen Gebrauch eine Unverwechselbarkeit, hat Charakter. Kein Wunder, dass Bücher zu den beliebtesten Geschenktipps zählen, erlauben sie doch in besonderer Weise, dem Akt des Schenkens den Ausdruck persönlicher Verbundenheit zu verleihen. Infolgedessen Empfehlungen von Feuilletonisten und Influencern Folge zu leisten oder Werke zu verschenken, die Bestsellerlisten zieren und deren Autoren von Talkshow zu Talkshow gereicht werden, mag die Auswahl erleichtern – daran ist nichts Ehrenrühriges. Und dennoch liegt ein besonderer Reiz darin, auf literarische Entdeckungsreise zu gehen und Entlegenes zu schenken, kaum bekannte oder vernachlässigte Autoren, Gattungen, die jenseits von Spannungs- und Beziehungsliteratur angesiedelt sind – Lyrik zum Beispiel.

Das Gedicht ist in seiner unprätentiösen Art groß, es nimmt nicht viel Raum ein, ein Gedichtband zwingt niemanden dazu, ihn sofort von der ersten bis zur letzten Seite zu lesen. Das Lyrische hat Charisma, strahlt eine Intimität und Subjektivität aus, die es dazu prädestiniert, als persönliche Botschaft zu fungieren. Ob man diese akzeptiert, ist möglicherweise weniger eine Geschmacks- als vielmehr Charaktersache. Ein Gedicht erfordert zwar ein gewisses Maß an Konzentration, dafür offenbart es, was in und mit der Sprache an Kraft und Schönheit, Sensibilität und Wagnis, Klang und Rhythmus, Form und Gehalt möglich ist. Also auf ins Unbekannte, Fremde, Fremdsprachige.

Seit Jahren erscheinen _von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt_ bei Löcker in einer Edition des österreichischen PEN-Clubs außergewöhnliche Texte amerikanischer, französischer, vor allem aber italienischer Autoren. Verantwortlich für diese Reihe zeichnen Franziska und Hans Raimund, die zudem als virtuose und sensible Übersetzer wirken. Gerade bei Gedichten, wo es auf jede Nuance ankommt, zeigt sich, dass die Translation eine Kunst ist, die man nicht leichtfertig Maschinen überlassen sollte. Die geschmackvoll gestalteten, schmalen Bände überraschen in vielerlei Hinsicht. Dass Attilio Bertolucci, der Vater des berühmten Filmregisseurs, ein formidabler Lyriker war, mag ebenso erstaunen wie die sinnliche Klarheit der Gedichte von Mario Andrea Rigoni, dem Herausgeber der Schriften von Giacomo Leopardi. Eindringlich auch die berührenden Verse der Literaturwissenschaftlerin Elena Salibra. Angesichts aktueller Debatten über den alten und neuen Antisemitismus lohnt sich ein nachdenklicher Blick in die Aufzeichnungen von Dario Calimani, des Präsidenten der jüdischen Gemeinde von Venedig: Der Jude auf der Kippe. Der Titel einer Gedichtsammlung des einstigen Partisanen und späteren Parade-Intellektuellen Franco Fortini könnte als Motto über diesem ambitioniert, mit selbstlosem Engagement betriebenen Übersetzungsprojekt stehen_ »Nichts ist sicher, aber schreibe.« Dies gilt auch für das Lesen.
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Re: maunzer grübler rippenstessa

Beitragvon riemsche » 25.12.2023, 22:07

_____

Geht es um die Dimension und
Komplexität einer sagenhaften Pleite
sind Superlative angesagt und das
durchaus zu Recht wie s derzeit laufende
Insolvenzverfahren vor Augen führt

Milliardensummen die sich in hunderten
untereinander verästelten Gesellschaften
einer Gruppe verstecken kein Wunder
dass ein in allen Belangen geforderter
Masseverwalter zur sprichwörtlichen
Heckenschere greift um sich in diesem
Dickicht einen Überblick zu verschaffen

so wird nun auch das raffinierte Geflecht
an Beteiligungen und Prestigeobjekten
durchforstet der Privatjet soll weg
an raschem Erfolg partizipierende Medien
und s Chrysler Building in New York
ebenfalls die Liste mutet jetzt bereits
glamourös an lässt jedoch kaum
Zweifel daran dass dieser Abverkauf
erst der Anfang ist im Rahmen
der jüngsten Gläubigerversammlung
beschreibt ein Satz das sich ihr bietende
Gesamtbild wohl am eindrücklichsten

das Organigramm besagter Firmengruppe
umfasste zuletzt insgesamt 46 Seiten
im A-3 Format! Womit wir wieder
bei den Superlativen wären_ angesichts
temporärem Output meinerseits mag das
in Relation gesehen bedingt beruhigen
_____
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Re: maunzer grübler rippenstessa

Beitragvon riemsche » 28.12.2023, 23:50

_____

mehr als 500 Jahre lang hielten sowohl die Kirche
als auch der Adel Sklaven mitten im Herzen Europas
bis heute setzen sich starke Kräfte dafür ein
dass die Geschichte nicht erzählt wird aber die Zahl derer
die darüber sprechen wollen nimmt stetig zu

in der Tat ist uns die Sklaverei auf europäischem Boden
zeitlich ebenso nahe wie deren Auswüchse in Nordamerika
Menschen die in die Sklaverei hineingeboren wurden
als Vermögen gekauft und verkauft werden konnten
wie auf der anderen Seite des Atlantiks hat derart Erbe
in Europa das Leben der Nachkommen über Generationen
hinweg geprägt und dennoch ist dieses dunkle Kapitel
unserer jüngsten Geschichte weder in den Schulbüchern
noch im kollektiven Bewusstsein in Wahrheit präsent

In Rumänien wurden die Roma als Tsigani bezeichnet
ein abwertender Begriff für Zigeuner und später Synonym
die sprachliche Wurzel ist vermutlich das griechische Wort
atsingani das die Unberührbaren oder Gottlosen bedeutet
sie solchermaßen als Feinde Gottes zu brandmarken
legalisierte infolgedessen europaweit ihre Verfolgung

noch ist man sich nicht im Klaren wie und warum die Roma
ins heutige Rumänien gelangten einig aber dahingehend
dass sie um das Jahr 1000 n.Chr. aus der nordindischen
Pun-jab-Region auswanderten mögliche Gründe dafür
sind schlechtes Wetter Katastrophen oder die Tatsache
dass sie als gedungene Soldaten und Handwerker
in der Ferne Arbeit suchen mussten auf jeden Fall
versklavten Herrscher von Herzogtümern wie die Walachei
Moldawien und Transsylvanien die dringend neue
Arbeitskräfte brauchten viele von ihnen in sehr kurzer Zeit
die mehr als 500 Jahre andauernde Knechtschaft der Roma
zog schwerwiegende und anhaltende Folgen nach sich

wenn Familien ein halbes Jahrtausend in Unfreiheit leben
wird eine bestimmte Mentalität von einer Generation
zur nächsten weitergegeben hat man beispielsweise
ständig das Gefühl weniger wert zu sein als andere
noch heute werden Roma primär als Parasiten angesehen
leben in ständiger Armut am Rande der Gesellschaft
haben keinen gleichberechtigten Zugang zu Bildung
oder Gesundheitsversorgung während die rumänische
ethnische Mehrheit selbstverständlich als die Guten gilt

Mihail Kogalniceanu ein rumänischer Politiker des 19.Jh.
beschrieb die Situation der Sklaven in dem Dorf
in dem er aufwuchs_ sie waren an Händen und Füßen
gefesselt einige hatten Eisenbänder um die Stirn
und andere um den Hals neben Auspeitschungen
gehörte auch das Aufhängen an den Beinen über Feuer
das nackte Stehen im Schnee oder eiskalten Fluss
und der Hungertod zu den Strafen offizielle Dokumente
schweigen sich über die Härten denen Roma
ausgesetzt waren aus aber sie geben Aufschluss
über die Mentalität der orthodoxen Kirche und des Adels

aus den Kaufverträgen der Sklavenmärkte geht hervor
dass ein kräftiger Roma-Sklave 1600 anno Domini so viel
wert war wie ein Pferd 1760 drei Roma so viel wie
ein Haus kosteten und 1814 _dem Jahr in dem Norwegen
eine freie Nation wurde_ für ein rumänisches Kloster
ein Sklave zum Preis von drei Büffel zu Buche schlug
die damalige und heutige Haltung der Kirche dazu
äußerst sich nicht nur in mangelndem Faktenwissen
sondern neuerdings zudem in brandaktuellen Berichten
glaubwürdiger Insider und Informanten dass sich an derlei
Verhalten bis dato nichts Wesentliches geändert hat

in Siebenbürgen wurde erst neulich eine Roma-Siedlung
mit Bulldozern platt gemacht um Platz für eine neue
Kirche zu schaffen die Bewohner auf eine Giftmülldeponie
am Rande der Stadt umgesiedelt entsprechende Beispiele
dafür dass Priester den Roma den Zugang verweigern
oder ihnen bis heute nicht erlauben ihre Muttersprache
zu sprechen sind dort immer noch grausame Realität

die Sklaverei wurde in Rumänien 1856 abgeschafft
die Klöster waren die letzten die diese Praxis aufgaben
etwa 250.000 Sklaven waren nun nicht mehr Eigentum
eines anderen erhielten aber keinerlei Entschädigung
kein Land oder andere Formen der Unterstützung
während ehemalige Sklavenhalter für verlorene Arbeit
seitens Regierung finanziell bei Laune gehalten wurden
wie im Süden Amerikas überlebte das rassistische Bild
das die Sklavenhalter von Menschen die sie einst
besaßen gezeichnet hatten noch lange nachdem keine
Ketten mehr zu sehen waren wurde zur Volksweisheit
dass man Romani nicht trauen könne sie notorische
Kriminelle mit geringer Intelligenz seien und ihre Frauen
eine animalische Sexualität besäßen die des Teufels sei

vor allem das Vorurteil sie seien Lügner ist so populär
dass man es kaum als rassistische Denkweise wahrnimmt
dem Glauben frönt dass Antiziganismus_ also Angst
und Hass auf Roma-Minderheiten die am meisten
akzeptierte Form des Rassismus ist _auch hier im Westen
einerseits wird behauptet die Roma würden lügen
wenn sie sagen sie seien arm auf der anderen Seite
heißt es sie würden von diversen finsteren Gestalten
im Hintergrund ausgebeutet wäre dies tatsächlich der Fall
ist es doch erstaunlich wie wenige Bereitschaft zeigen
den Opfern aus etwas zu helfen was sie vorab für moderne
Sklaverei halten und das Hauptinteresse darin besteht
diese möglichst schnell aus gängig Blickfeld zu entfernen

es gibt unzählige Gesetze die den Weg für die Deportation
und Verfolgung der Roma in Skandinavien ebneten
in Schweden wurde die Tötung von Roma 1637 legalisiert
im norwegischen Ausländergesetz von 1927 heißt es
Zigeunern und Landstreichern die nicht nachweisen können
dass sie die norwegische Staatsbürgerschaft besitzen
ist die Einreise in das Königreich zu verweigern
diese so genannte Zigeunerklausel wurde erst 1956 wieder
aufgehoben die genaue Zahl der während des Krieges
getöteten Roma mit 500.000 als Referenzpunkt beziffert

die Tatsache dass der Holocaust auch Roma betraf
ist weitaus bekannter als die Geschichte ihrer Sklaverei
dennoch dauerte es lange bis auch ihre systematische
Vernichtung als das vor Augen geführt wurde was sie war
ein Völkermord_ erst ab 1963 konnten traumatisiert
Betroffene eine zumindest materielle Entschädigung
durch die Bundesrepublik Deutschland beantragen und
obwohl es jetzt fast 170 Jahre her ist dass die Roma-Sklaven
befreit wurden sind wir von einer ähnlichen Aufarbeitung
dieses Teils unserer Geschichte meilenweit entfernt

Rassismus der auf Sklaverei beruht ist tief verwurzelt
findet Wirt und Mittel sich in jedes Kollektiv zu schleichen
Instrumente Richtlinien und Gesetze zu dessen Bekämpfung
lassen angesichts beschämender Grundsatzdiskussionen
bei Glühwein und Punsch nach wie vor zu wünschen übrig
_____
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Re: maunzer grübler rippenstessa

Beitragvon riemsche » 04.01.2024, 22:33

_____

Erna Grete und Mariedl
zwei Mindestpensionistinnen
und ne Fachfrau in Sachen Abort
sitzen in einer Art Wohnküche
schwadronieren über ihr Leben
bitterböse derb spannend
zynisch und komisch zugleich

Erna hat sich der Religion und
Sparsamkeit verschrieben filtert
ihren Kaffee mit Toilettenpapier
sorgt sich um ihren Sohn
der lieber dem Alkohol zuspricht
als ihr Enkelkinder zu schenken
die immer lüsterne Grete
von ihrem Mann für eine 18Jährige
verlassen hat sich ihren Dackel
Lydia zur neuen Partnerin erkoren
und Mariedl_ Klofrau
von Beruf und aus Berufung
enthusiastisch in ihrer Leidenschaft
s verstopft Bedürfnis zu putzen

zwei der Frauenrollen
von Männern spielen lassen
entlarvt das Konstrukt
ne Sozial- als Radikalkomödie
nimmt ein wenig an Betroffenheit
die Ausstattung dezent braun s Karo
schleicht sich vehement ins Bild
vom ursprünglichen Text wurde
in etwa die Hälfte gestrichen
hört sich nach viel an trotzdem gilt s
immer noch gewaltige sprachliche
Blöcke mit Bravour zu meistern

vor über dreißig Jahren wurde sehr
viel mehr Konversation betrieben
in Kürze aufs Wesentliche reduziert
kommt der Kern zum Vorschein
zudem sei das Stück so gut gebaut
dass es sich lohnt es anzuschauen
was meiner Ansicht nach stimmt
_____

eins der Fäkaliendramen von Werner Schwab
Die Präsidentinnen
mit Robert Kahr Helga Pedross Wolfgang Pevestorf
Regie: Stephan Kasimir

_____
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Re: maunzer grübler rippenstessa

Beitragvon riemsche » 05.01.2024, 22:56

_____

manch fittem Jungspund fehlt das
was vielen Wunderkindern fehlt
sowohl die Gabe als auch der Drang
hart an seinem Talent zu arbeiten

liegt s womöglich an der Angst
den Zauber einer Begabung
zu zerstören wenn man so fleißig
und diszipliniert wird wie jene
die eigener Auffassung nach ohnehin
mit weniger Talent bedacht ergo
dazu verdonnert sind nur dann
Erfolg zu haben wenn sie s Bestreben
auf die harte Tour in d Mangel nimmt

oder bedarf es immer der Tragödie
die eine derartige Einstellung
von Grund auf ändert infolgedessen
für alles was nimmer wie erwünscht
vonstatten geht den Ansporn liefert
_____
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Re: maunzer grübler rippenstessa

Beitragvon riemsche » 07.01.2024, 15:36

_____

Seen Gipfel Brauchtum Historismus und
Kultur locken jährlich Hunderttausende

die positiven und die negativen Seiten
einer ganzen Region auszuleuchten
und daraus kein Feuerwerk kein Festival
zu machen stellt Kuratoren 2024
auf die Probe eint unter dem Motto
Arts of Survival_ Überlebenskünste
und einer eigens komponierten
Tartu-Hymne namens Young Blood City
mit Massenküssen Saunadebatten
und Stücken wie die nackte Wahrheit
Künstler und Künstlerinnen im Rahmen
von über tausend Veranstaltungen und
dreihundert Projekten für eine Vorstellung
davon was auf d Kreative machbar ist

und wenn die Tage wieder dunkler werden
strahlen in Nordland Lichter um die Wette
_____
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Re: maunzer grübler rippenstessa

Beitragvon riemsche » 18.01.2024, 22:29

_____

fingern Smartphone-Jünger auf Kollisionskurs
wie Besessene am Display herum ähnelt
deren Gangart zunehmend der von Cowboys
werden die Schritte von Homo Digitalis
kürzer und breiter böse Zungen behaupten
das schaut aus als hätt wer in d Hosn gschissn
damit sinkt zwar das Sturzrisiko s könnt
allerdings auf Dauer die Knie überstrapazieren
wird ja auch Zeit dass sich Nutzer laufend
an die Technik anpassen und nicht umgekehrt
somit empfiehlt sich zum entspannt die Beine
baumeln lassen im Anschluss der Besuch
einer intelligenten Toilette die in medias res
den mentalen und physischen Zustand
ihrer User misst und Optimierungsvorschläge
liefert ja auch das zutiefst Menschliche kommt
künstlicher Intelligenz äußerst gelegen endlich
ein Kumpel auf m Häusl wobei n Autor vor Ort
auf derart Gesellschaft locker verzichten kann
_____
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Re: maunzer grübler rippenstessa

Beitragvon riemsche » 19.01.2024, 23:58

____

na? haben Sie auch die ersten drei Wochen
von Zweinullvierundzwanzig im bummvollen
Fitnesscenter mit Gleichgesinnten geschwitzt
Gesundes gelöffelt und sich fürs Ungesunde
Stinkfaule und Letscherte mit dem Download
Kauf von Keto-Diäten Achtsamkeit-Apps oder
Wandpilates-Programmen fürs reifere Gestell
Non-Figurbetonte und Nichtstun entschuldigt
rein präventiv versteht sich probier s derzeit
mit alternativen Strategien kontaktiere statt
am Bahö der Umgebung teilzunehmen lieber
ne ex-Bekanntschaft manch Ärgernis enthält
und sei es nur in Gedanken ein Schimpfwort
das es zu retten gilt_ Kanaille! Zwiderwurzn!
jeden Tag mindestens einen Grantscherben
durch gezieltes Anlächeln zu ner Mundwinkel
Korrektur nach oben zu bewegen macht was
mit einem zudem Spaß ad hoc beschwingter
und das wiederum verbrennt massig Kalorien
_____
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Re: maunzer grübler rippenstessa

Beitragvon riemsche » 26.01.2024, 20:27

_____

ständig auf der Flucht
vertrieben vom NS-Regime
zog eine kleine Künstlergruppe
durch die Lande stets die Ereignisse
im Auge erarbeitet sie gemeinsam die wohl
geläufigsten politischen Theaterstücke der Welt
immer kritisch die Verhältnisse betrachtend
immer warnend vor dem Schlimmsten
immer gegen Machtmissbrauch
zurück in Deutschland nach
dem Krieg blieb davon

ein einziger Dichtername übrig_ Bert Brecht
was war dran an diesem Mann
dass ihm scharenweise die Frauen verfallen waren
sich von ihm beruflich ausnutzen ließen
und nie darüber beklagten
viele Bücher wurden zu dem Thema verfasst
wilde Spekulationen angestellt
in der Satire »Kein Groschen, Brecht«
kommen weder die Frauen noch der Meister zu kurz

basierend auf den literarischen Porträts »Brechts Frauen«
von Hiltrud Häntzschel entwickelte der Autor und Regisseur
E. K. Weigel zusammen mit der Schauspielerin Tamara Stern
das dramaturgische Grundgerüst und die Textgrundlage
aus der Perspektive der Unbekannten_ einer fiktiven Figur
die die Schicksale aller Brecht-Frauen auf sich vereint

erzählt wird wie sie einst in den unwiderstehlichen Bann
des großen Genies geriet ne Zeit mit ihm lebte
sich aber auch von ihm lösen konnte
zudem gibt s ins Stück verflochten die berühmtesten
Gassenhauer der Dreigroschenoper versehen mit
zeitgenössischen Klanglandschaften der Elektronik-
Musiker und Komponisten Imre LB und Moritz Wallmüller
hab Samstag Abend noch nichts vor_ mal schauen
_____
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Re: maunzer grübler rippenstessa

Beitragvon riemsche » 27.01.2024, 23:18

_____

wir_ Kathi Ali und ich
cruisen nach Schetteregg
parken den Turbo-Skoda
Nähe Schilift und wandern
auf den Bullerschkopf weiter
den Grat entlang Richtung
Winterstaude dann kommt s
drauf an wie spät es ist
stehen je nach Kondi Wasser
und Verpflegung deren drei
Finali zur Auswahl um auf
Schusters Rappen für n Foto
shooting gen mildWest pünktlich
in den Sonnenuntergang zu reiten

soweit der Plan und hätte man
dessen Realisierung früher
in Angriff genommen wer weiß
ob s Unterfangen derart lebhaft
in Erinnerung geblieben wäre
so bot_ von Anfang an auf
nen bildhübschen Gipfelsturm
fixiert _die erste Hügelkette
bereits Gelegenheit anzutesten
ob s auf die Direkte nicht noch
den Tick effektiver bergauf geht

wie wir zwischen frischen Fladen
über d Buckelpiste tänzelten
muss fürs hier heimisch Nutzvieh
ein kurioser Anblick gewesen sein
so wurd manch Move mit Muh
quittiert stand im Anschluss
wiederholt auf m Güterweg so
alle hundert Meter ein gehörnt
Vertreter lokaler Milchwirtschaft
parat um Durchlaufposten wie
unsereins genau in Augenschein
zu nehmen in Folge unbeeindruckt
bis zum nächstgelegen Gatter
zu begleiten um dort höher
angesiedelt Artgenossen zum Teil
lautstark kurz und bündig Bescheid
zu geben dass da wer im Anmarsch
als unbedenklich einzustufen ist
die Herde_ was für s absolut Gehör
jed Glöcklein ein Ohrenschmaus
zusammen tönt s vorübergehend
Augen zu als wärst wo in Nepal
auf geweihtem Boden unterwegs

willkommen Waldstück Wellness
Tempel verwunschen Schatten
Spender säumen die Säulenhalle
so intensiv wie jetzt hast schon
ne Weile nichts an Kerngesundem
inhaliert dem Fräulein wachsen
Flügel Einzelne über sich hinaus weil s
wen einzuholen gilt die Mischung
Erdreich Blattwerk Moos und Nadel
Teppich macht s möglich leg nen
Gang zu Zwischenzeiten
an den Tag_ still waiting for a friend
Pausen ein nehme mit Handkuss
die rot Laterne in Empfang im Wissen
dass da wer schneller könnt wenn
er wollt und kein Problem damit hat
wenn s mal wegen toller Aussicht
bildlich gesprochen abiz länger dauert
weit is nimma_ die Meldung hört man
s wiederholte Mal und ja Kopf hoch
schaut s öfter aus als kämen wir
dem Grund warum wir hier sind näher

waren s bisher bescheiden Blümchen
Schmetterlinge die durch d Kuppel
gaukelten ist edemisch Pflanzenwelt
nun ne robuste legen dicke Stängel
dicht Behaarung sich lichtend Baum
bestand der je nach Neigung Stamm
Platz Wurzelwerk nach Bodenhaftung
vor Wind und Wetter Deckung sucht
Menschen vorübergehend nahe
dass überraschend Wetterumschwung
dem der da glaubt er könnt sich naiv
unter m potentiellen Blitzableiter
verstecken fix eines Besseren belehrt

der Pfad folgt einem halbwegs
trocken Bachbett zig pechschwarze
Schnecken s weiß linierte Eigen
Heim am Rücken sorgen dafür dass
vorab jeder Tritt n wohl überlegter ist
man aufs Paralleluniversum unter
einem konzentriert ohne s zu merken
der Nase nach sukzessive Meter macht

während von Weitem ein Ziel vor Augen
gescheckt Pastell zu Fels Formation
angedacht Nordhang Begehung passte
stellt sich s bei näherer Betrachtung als
potentieller Eislaufplatz für jene heraus
die da meinen s Gramm zu viel wäre an
und für sich kein Problem und hätte sich
oben angekommen von allein erledigt
der Rest an weißer Pracht spielt s
Zünglein an der Waage und während Ali
manchen Umweg dank Wunschgewicht
und Stehvermögen kürzt macht sich
unsereiner weil s knirscht und bröckelt
primär ums Darunterliegende Gedanken

zudem scheiden sich bezüglich wie wer
n Höhepunkt ins Auge fasst angesichts
Risiko und Nebenwirkungen die Geister
mein Freund und definiert Kollege turnt
wo ihm Herr Winter gar zu arg in An_und
Vortrieb funkt zum Teil auf allen Vieren
durchs Mittelgebirge umgeht nur da wo s
nach Huidihui Rutschpartie und hier
kommst nie vorbei ausschaut denkt sich
womöglich was ich zuwege bring spornt
Follower wie Riemsche an es ihm in Kürze
gleichzutun s gnä_Fräulein hinter mir
biegt plötzlich ab sucht am Steilhang
ne Traverse s fotogene Sonnenfenster
halblautem Kommentar entnehme ich
dass sich d Querung verlockend Parcours
tendenziell als Sonderetappe herausstellt

was soll s_ sie äugt winkt Mann möchte
ihr doch Folge leisten was wem hinter m
nächsten Buckel droht ist momentan
kein Thema auch wenn sich rundum alles
an Peilung als pures Gegenteil von dem
entpuppt was ich bei aller Abenteuerlust
als Spaß an der Freud bezeichnen würde
aber solang d angedacht Streckenführung
in Echt zumindest teilweise wie besichtigt
Realität wird übst dich in Optimismus

spontane Idee einen gewissen Vorsprung
wie dereinst in Kindertagen über Firn
am Hosenboden zu egalisieren stellt sich
als naturbelassen Mausefalle berechnet
Bremsweg als Selbstüberschätzung heraus
verliere ohne es zu merken die Kontrolle
ruf mir nach ner Rolle seit_und nem Salto
vorwärts ins Gedächtnis was im Vorbeiflug
nach brich mir alle Knochen roch
umarme wegen schlüpfrigem Geläuf
jeden Busch in meiner Reichweite
vorsichtshalber auch gleich den oder die
direkt daneben ringe nach Luft und die
wird s brauchen Madame legt vor n sattes
Tempo an den Tag hab zu kämpfen
nehme knurrend zur Kenntnis_ statt nix wie
hinterher gibt s ab sofort kein Halten mehr

der vorab den Tick höher gelegen Einstieg
lädt zur Aufholjagd ein Geschwindigkeit
ist keine Hexerei s Balance halten schon
zum Teil bedenkliche Schräglage führt
automatisch dazu dir jeden Schritt zwei
Mal zu überlegen während s dich trotz
aller Vorsicht wiederholt aufs Kreuz legt
wo unsereins nicht latschen sollt gedeihen
zum Glück entsprechende Subjekte
krallst dich an allem fest was dir d Natur
an rettend Tool entgegenstreckt bist
drauf und dran dich auf n verschärftes
Hanteltraining einzulassen wo d Griffart
Technik zählt auch ob die Hornhaut dick
genug man selbst noch bei Trost ist
Zickzackkurs und Schleudergang in etwa
da ein Ende nehmen wo jemand der ne
Auszeit braucht zum Stillstand kommen will

sich ändernd Aggregatzustand von Wasser
wurd _mein Fehler_ gewaltig unterschätzt
was zig Höhenmeter weiter oben
den Anschein machte_ geht schon irgendwie
sorgt in Sachen Stehvermögen für manch
böse Überraschung sich über s Outfit
von wegen krieg ich das später sauber hin
den Kopf zu zerbrechen ist _ansonsten
unverletzt_ kein Thema mehr im Gegenteil
jeder Reinfall so gesehen ein Härtetest

augenblicklich zeigt sich ob
Stoff den man am Leibe trägt
hält was ich mir unter Unverwüstlich
vorstelle und irgendwann ist dir schnurz
egal wie oft du mit m Boden
der Tatsachen Bekanntschaft machst
wann s dich das nächste Mal
volle Kanne in die Pampe würfelt nur ne
Frage der Zeit und die verfliegt
so schnell kannst gar nicht schauen
apropos Blickfeld_ so verbissen
hast noch nie im Leben Halt gesucht
die fiese Gleitschicht aus Niederschlag
plus weiß nicht was macht mir Feuer
unterm Hintern kratzt an Übermut
schau zwar aus wie d Sau aber noch
alle Knochen heil hurra s wird schattig
was noch bevorsteht nicht ums Eizerl
angenehmer wär ich alleine unterwegs
bekäm ich s längst mit der Angst zu tun
leg nach mich zwischenzeitlich nieder
nen Zahn zu wäre doch gelacht wenn_

sich beschwichtigend gut zureden
lenkt betroffen nur bedingt davon ab
dass die Lage ne prekäre ist vereinzelt
Zuruf hält leise Hoffnung am Köcheln
dass d Vorhut mittlerweile überrissen hat
dass Gefährten abhanden kamen weiß
der Kuckuck wo durch d Gegend irren
und dies weiterhin der Meinung es wäre
in Ordnung wenn d Begleitung meutert
aus Leichtsinn ohne wem Bescheid
zu sagen ihrer Wege geht und glaubt
du kannst unterwegs Gedanken lesen
wäre entfernt Anhaltspunkt bei mir
dazu imstande_ sie wäre wohl nicht gut
auf mich zu sprechen hat wie es sich
von Weitem anhört auch ihre Probleme
Hauptsache kein Follower kriegt mit
wie s betont locker vom Hocker runter
stiefeln zunehmend arg in d Hose geht

Ali legt derweil ne Gratwanderung hin
gibt unermüdlich vor wo s lang geht
s passend Muskelpaket erinnert sich
an d entsprechend Trainingseinheit
Beschützerinstinkt meldet sich zu Wort
und seiner ist zum Glück ein ausgeprägter
mitten drin und nimmer wissen wohin hat
auch was bin gefühlt schon ne Ewigkeit
keiner mehr so hinterhergelaufen ergo
why not Murphy s wird schon schiefgehen

s wird finster_ fehlend Übersicht veranlasst
dazu s Gewicht nach hinten zu verlagern
pflanze mich mit nem eh schon niedrigen
Schwerpunkt lieber mitten ins Eingemachte
bevor s mich garantiert ins Unglück stürzt
halt mit allem was nach halbwegs fest
verwurzelt ausschaut krampfhaft Händchen
weil mich der Schattenriss vom braunen
Band aus Schneematsch vor mir verdächtig
an_ Hoit do is a Spoit pass auf dass kana
einifoit _erinnert Versuch dem Motto
zu entsprechen macht Beschleunigung
nen Strich durch die Rechnung drum führt
der Weg vorbei geradewegs in d verkehrte
Richtung weißt schon im Anflug_ uiiH
das geht sich nie und nimmer aus

stecke fest schreie was das Zeug hält
um Hilfe hab ne Position inne
die sich laut mündlicher Nacherzählung
mit meiner Wahrnehmung deckt und
in etwa folgendermaßen beschreiben lässt
aussichtslos
zusammengeklappt wie n Taschenfeitel
s Gepäck auf m Bauch vor der Nase
fällt s Atmen zunehmend schwer
eisig Hohl_ mit gerade so viel Spielraum
um beide Arme anzuwinkeln das Kinn
auf der Brust den Fels im Genick s Guckloch
himmelwärts jed hastige Bewegung eine
zu viel weil sich d Lage nur verschlimmert
wenn mich mein Tastsinn nicht täuscht
geht s rechts nen Stock tiefer links ist n
massiver Eisklotz gnadenlos im Weg somit
hat sich s von wegen Selbstbefreiung

für n Retter der wie ich endlich höre von
irgendwo im Anmarsch ein Rätselraten
s einzige an Referenz was_ aber bloß
wenn du weißt um wen sich s handelt
aus dem Boden ragt ist ramponiertes
Schuhwerk der Rest von mir steckt
oberflächlich irgendwo darunter mächtig
in der Klemme wär s nicht todernst dann
zum halb Totlachen hallo Galgenhumor
Schutzengel naht hat Schwierigkeiten
sich über m Höhleneingang zu platzieren
nimmt mir Ballast ab ist wie ich erleichtert
verwundert dass nicht mehr passiert
und weil mich sonst nichts schmerzt
ist s primär Dummheit verletzter Stolz der
dermaßen unter Adrenalin zu kauen gibt
ein kräftig Händedruck hau_ruck
wie neu geboren vertraut Bezugsperson
sichtlich fassungslos dass man sich spät
aber doch auf diese Weise wiedersieht

unendlich dankbar wird mir schwindlig
warm ums Herz zum Glück ist es fast
dunkel kein Spiegel vorhanden
wo dich wenn du reinschaust
aktuell der Schlag trifft weit und breit
niemand der mir n Vorwurf macht
erledige das selbst Schuldzuweisungen
wären im Affekt unangebracht zudem
ist der betreffend Kratzbaum noch
außer Reichweite der Weg beschwerlich
Gewissheit dass mir ein wahrer Freund
zur Seite steht den Heimweg sichert
auch ohne Lampe leuchtend Vorbild ist
und stehen bleibt wenn ich_ weil
mir zig Dinge durch den Kopf schwirren
nicht recht in die Gänge komme
beinah auf Anschlag schießt s Laktat
dermaßen vehement ins Muskuläre
dass es die extra Pausen braucht
dennoch_ ein Schluck Wasser genügt
und entsprechend Haushalt am Limit
hält mit verschwitzt Außenhülle Schritt
noch ne Weile fernab jeder Siedlung
fühlt sich s langsam aber doch wie n
dosierter Home Run und nimmer nach
Flucht vor eigenem Unvermögen an

wir wollen nie mehr auseinander gehen
zum Singen ist mir zwar nicht zumute
aber das mit dem immer zueinander
stehen macht endlich wieder zu dritt
sicher auf einem Fleck versammelt Sinn
für n Vortrag was man alles besser
weil anders machen hätte können
reicht es später auch noch momentan
Resümee_ ein paar Kratzer Schrammen
keiner humpelt oder kann nicht mehr
wer ab jetzt strauchelt ist soweit sicher
da man dicht an dicht das Weite sucht
diesmal ohne Ausreißer einfach nur
den Pfad entlang der s Risiko auf ein
erträglich Minimum reduziert laufend
Unterhaltung Blickkontakt mobilisiert
Reserven setzt Kräfte frei komm_
bilde ich mir zumindest ein _langsam
runter bin erstaunt wie schnell
sich d Körpersprache ändert Haltung
obwohl im Grunde fix und fertig festigt
statt Schadenfreude s ermunternd
Lächeln Schulterschluss es geht voran
und das gemeinsam um einiges besser

s Ambiente gleicht ner Mondscheinkarte
aus m späten achtzehnten Jahrhundert
die Sichel in der funkelnd schwarzblau
Wiese spannt den Bogen ins benachbart
In-und Ausland wer aus m fernen Osten
würd womöglich lächelnd salutieren
rundum herrscht Stille Mutter Natur
hat sich _so nehm ich an_ s Theater
lang genug angeschaut s Happy End
verschlafen während jene die gerade
noch glimpflich davongekommen sind
mit künftig mehr Respekt vor solchen
Bedingungen in Demut geläutert
von dannen ziehen geordnet Rückzug
braucht seine Zeit statt_ siehe Einstieg
ab durch die Mitte nimmt man s nicht
mehr mit allem was persönlicher Bestzeit
im Weg steht automatisch auf geht um
nen Zaun herum bleibt exakt auf Kurs
nimmt den Verlauf so wie ihn wer
der sich weiß wann die Mühe machte
Du da geht s weiter dachte 1:1 in Kauf

endlich_ exponiert Behausung Brunnen
ein Grad weniger wäre wegen Eiseskälte
ritueller Waschung nimmer dienlich
gute Lust mir s so wie derzeit schmutzig
beieinander im Trog gemütlich zu machen
hält sich daher in Grenzen s bleibt beim
sich die Hände in Unschuld waschen
was n Rest von mir betrifft_ Dreck isoliert
und hallelu_ ja könnt urplötzlich vor
mich hin marschieren bis ich umfalle
von der Hüfte abwärts geht s wie
geschmiert alle darüber liegenden
Bereiche biegst dir im Kopf dank stetem
Begleitschutz Schritt für Schritt zurecht

s Klingeln gewachster Reißverschlüsse
Zirpen imprägnierter Jacken pendelnd
Armbewegung die dem erweiterten
Bewusstsein inklusive Grenzerfahrung
bei nächtlicher Geräuschkulisse
s gewisse Taktgefühl vermittelt dank
Naturbelag Abmarsch vom Feinsten
sind s Trio in Bewegung_ harmonisieren
und während ich den übersehen Hinweis
wo wir hier oben nichts verloren haben
suche holt Ali nach ner Pinkelpause auf
und Kathi pfeift sich eins zwirbelt uns
ab heute um eine Erfahrung reicher
in aller Ruhe nen Incense Stick to Go

Parkplatz in Sicht entsprechend Fest
Beleuchtung enthüllt auf d Gnadenlose
s Ausmaß an Schlamassel welches
uns stundenlang beschäftigt auf Trab
gehalten und sich nun in blauen Dunst
und _je nachdem was beim Striptease
an Schmutzigem in den Kofferraum
wandert_ Selbstgesprächen äußert eitel
Wonne Jubel Trubel Heiterkeit wäre so
bedient wie wir aus der Wäsche gucken
zur Zeit völlig unangebracht Bestreben
infolgedessen unverzüglich Gas zu geben
stellt sich angesichts schmerzverzerrter
Miene wegen Fußkrampf hinterm Steuer
als nicht förderlich heraus demnach
geht s im Stop & Go-Modus weiter
Musik erwünscht aber welche_ finden
Sender folglich Untertitel um was war
so alle drei bis fünf Minuten neu zu
bewerten Songs wie Road to Nowhere
oder Going up the Country wandeln
Verhalten Groll bemüht in gute Laune

wida z Dorabira_ puh geschafft und
das im wahrsten Sinn des Wortes
s Badezimmer_ multipel Waschsalon
Kleiderbörse falls wem d Unterwäsche
s einzige dünkt was nem noch alles
in trockenen Tüchern nahe kommt
weil wer Sorgen auch Likör hat geht
ne Runde Alte.Haselnuss aufs Haus
Tee Spaziergang an den Mühlebach
alles fließt ist wie es ist im Nachhinein
in Ordnung musste wohl so kommen
Gespräche kreisen nach wie vor um
d künftig Vorgangsweise und wie
was zu verhindern gewesen wäre
wenn_ wir lassen s bleiben
stehen noch ne Weile wie bestellt und
nicht abgeholt schwer am Grübeln still
Ali genießt Heimvorteil Kathi fallen
eh schon fast die Augen zu und bevor s
bei mir der Fall ist oder ich mir s
anders überlege Umarmung gute Nacht
starte meinen Donnerfrosch schalte
auf Autopilot und ab ins Unterland

ein Glück_ s liegt keiner auf der Lauer
der mich zur Geisterstunde wegen
seltsam Erscheinungsbild beiseite winkt
aus dem Sattel holt und wissen will
von welcher Leine ich mir unterwegs
Klamotten klaute gebe in geborgt Flanell
Jogginghose und Schlabber-Shirt
zu komplett verschlammten Boots
und zerkratzt verkrustet abgewetztem
Handgepäck auf m blitzblank Motorrad
ein Bild für Götter ab_ Endstation
streichle dem verlässlich Untersatz
in der Tiefgarage über n wie bei mir fast
leeren Tank und nehme das letzte Stück
des Weges auf d Meditative in Angriff
sprich statt dem Lift die Außentreppe
_____
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Re: maunzer grübler rippenstessa

Beitragvon riemsche » 02.02.2024, 22:27

_____

seit eh und je haben sie einem
besonders in gehobener Gastronomie
mit ihren riesigen Pfeffermühlen
vor m Gesicht herumgewedelt
so lange bis auch im eigenen Haushalt
gemahlen Piperin verpönt war
nur mehr frisch gerieben Korn
wurde gutgeheißen_ nun gibt s für alle
denen dieses Gehabe schon immer
affig vorkam interessante Nachrichten
deutsche Forscher haben herausgefunden
dass Plastik-Mahlwerke noch mehr Mikro
Kunststoff in d Mahlzeit rieseln lassen
als im Essen ohnehin schon vorhanden ist
vor allem Mühlen aus Polyoxymethylen
teilkristallin farblosen Polymeren
mahlen demnach tausende Kleinstpartikel
hinzu_ Bobos die sich mit Metall in Mühlen
auf der sicheren Seite wähnen sei gesagt
dass sie sich von wegen guter Geschmack
in bester Absicht kulinarisch längst
ins Out gekurbelt haben_ wer die Aromen
von Pfeffer wirklich zur Entfaltung bringen
möchte darf ihn überhaupt nicht mahlen
sondern muss zum Mörser greifen
_____
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Re: maunzer grübler rippenstessa

Beitragvon riemsche » 04.02.2024, 20:36

Wir werden von Generation zu Generation älter, altern jedoch nicht gesund_ im Gegenteil. Männer haben heute eine durchschnittliche Lebenserwartung von knapp achtzig Jahren, Frauen sogar von über vierundachtzig_ Tendenz von Erhebung zu Erhebung steigend. Das letzte Viertel unseres Lebens verbringen wir leider vornehmlich in miserabler gesundheitlicher Verfassung. So ungefähr ab Sechzig, demnach noch vor dem Pensionsalter, beginnen jene chronischen Beschwerden, die wir uns durch eine entsprechende Lebensführung selbst zuzuschreiben haben, machen uns zunehmend zu schaffen, mindern unsere Lebensqualität, werfen Schatten aufs Privileg, ein zur Zeit hohes Alter erreichen zu können. Von klein auf steht uns _abgesehen von unkalkulierbaren Krankheiten und Unfällen_ an sich die Möglichkeit offen, ein langes Leben in akzeptabel körperlicher Verfassung zu führen. Das Wissen, Können sowie die nutritiven und medizinischen Voraussetzungen dafür stehen uns mittlerweile zur Verfügung. Doch die Lebensweise, die der Großteil von uns pflegt und die vielen bereits in der Kindheit antrainiert wird, macht derlei rosige Aussichten _ob sich dessen bewusst oder nicht_ zunichte.

In der Edo-Zeit (1603 – 1868), der längsten ununterbrochenen Friedensperiode der japanischen Geschichte_ einer Epoche, die kulturell wie intellektuell als Blütezeit Japans gilt, bildeten sich die vier Grundpfeiler des Ikigai. Die erfolgreiche Bewältigung unseres Daseins wird demnach als möglichst harmonisches Zusammenspiel der Komponenten Leidenschaft, Beruf, Berufung und Lebensfreude beschrieben. Vier Bestrebungen, die es in einem ausgewogenen Verhältnis in unser Leben zu integrieren und immer wieder auf ihre Relation, in der sie zueinander stehen, zu hinterfragen gilt. Beruf ist das, für dessen Ausübung ich entlohnt werde_ Berufung das, was ich als Individuum zur Gesellschaft beitragen kann, also sozusagen mein ehrenamtliches Tun. Leidenschaft beschreibt jene Hingabe, mit der ich mich Dingen zuwende, die mir Freude machen. Und die Lebensfreude ergibt sich schließlich als Folge jener Tätigkeit, die ich _sei s auf diese oder jene Art und Weise_ zu meistern gelernt habe.

Gepflegte Langeweile_ und damit die Möglichkeit zu uns selbst zu finden _sowie überlieferte Kulturtechniken wie Kochen, Lesen oder auch einfach das entspannte, auf kein Leistungsziel ausgerichtete Flanieren gehen in einer von Stress, Gier und Ersatzbefriedigungen geprägten Konsumgesellschaft verloren. Seit ein großer Teil der sozialen Kontakte ins Internet ausgelagert wurde, gleicht auch diese zwischenmenschliche Kommunikation einem Wettbewerb, in dem es darum geht, sich möglichst schnell und unentwegt als etwas Interessantes darzustellen. Wir bewegen uns zu wenig, verbringen viel zu viel Zeit vor Bildschirmen_ lassen uns von Anforderungen, die ausschließlich dem Gelderwerb dienen, in den BurnOut treiben und hecheln Scheinbedürfnissen hinterher. Während weltweit alle zehn Sekunden ein Kind an Unterernährung stirbt, vertilgen wir im jeweiligen Schlaraffenland in Rekordzeit Rekordmengen an nicht ausgewogener Ernährung, entsorgen was davon übrig_ indem s an Ort und Stelle liegen bleibt oder klopfen s in die adäquate Tonne.

Das Ikigai umfasst unsere Eingliederung in die Gesellschaft, unser Zusammenleben mit der Natur und individuelles Fortkommen_ legt eine Art Vertrag fest, den ich mit meiner Umwelt eingehe. Es beschreibt die Symbiose mit allen mich umgebenden Geschöpfen, die ihres dazu beitragen, mein Dasein mit Sinn zu erfüllen. Wer wertschätzt und im Gegenzug wertgeschätzt wird, schlägt Vereinsamung ein Schnippchen. Will doch jeder Mensch geliebt werden und lieben können, sein Leben möglichst dauerhaft glücklich und bei guter Gesundheit verbringen. Aller Anfang ist schwer_ Selbstreflexion: Was ist mir wirklich wichtig? Wo liegen meine Talente? In welchen Situationen fühle ich mich wohl, in welchen nicht? Welche Tätigkeiten erfüllen mich mit größter Freude und welchen Nutzen kann die Allgemeinheit aus meinen Fähigkeiten ziehen? Es nimmt Zeit in Anspruch, sich mit derartigen Fragen zu beschäftigen und die derzeit gültigen Antworten regelmäßig auf ihre Richtigkeit zu prüfen. Wie s Leben selbst ist auch Ikigai kein fixer Wert, befindet sich in steter Bewegung_ Veränderung. Weil s ne Suche nach Einklang mit mir selbst und meiner Umgebung ist, immer wieder adaptiert und aufs Neue unternommen werden muss, eine Philosophie, die mir _gern guter Hoffnung_ besonders zusagt.
_____
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Re: maunzer grübler rippenstessa

Beitragvon riemsche » 10.02.2024, 21:01

_____

ASAP_ as soon as possible
gibt den Takt vor
alles so schnell wie möglich
am besten gleich

John Cage_ Komponist & Konzeptkünstler
sein Musikstück namens ASLSP
hat vier Seiten
die Noten sollen as slow as possible_ ergo
so langsam wie möglich gespielt werden

in der St.-Burchadi-Kirche
in Halberstadt Sachsen-Anhalt nimmt man
Cages Anweisung sehr ernst läuft seit
2001 ne Aufführung die 639 Jahre dauern soll

jetzt kam ein _d_
zu den sechs Tönen hinzu
die seit deren Beginn nach und nach
auf der speziell konzipierten Orgel erklingen

dem der s Werk für nen elaborieren Witz hält
entgeht offensichtlich dass da jemand
wem wie niemand anders zeigt
dass es auch anders geht

s kommt auf die Art
und Weise an gibt demnach
doch noch Pfeifen
die zu Recht so langsam tun
wie nur irgend möglich
_____
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Re: maunzer grübler rippenstessa

Beitragvon riemsche » 14.02.2024, 22:30

_____

blüamle schoki sprüchlekärtle
fämili mitnand im gärtle
undscho legt ma gwisse faktn
wia vo söba zu die aktn
_____

https://religion.orf.at/v3/stories/2825567/

was den Link anlangt zum Glück
aufs besagte Stichwort Vogel_v
nicht das was ich befürchtete
Firma probt den Faktencheck
wer will ihr deshalb böse sein
statt missionieren_ informieren
könnt auf die Art funktionieren
_____

dass Frauen gut für sich selbst
sorgen sich selbst eine Stütze
sein und sich selber Blumen
kaufen können_ na logo Miley
dafür braucht s keinen Mann

dass sich der Equal Pay Day
mit dem Valentinstag beißt
ist mehr wie n dummer Zufall
was dem _wen verwöhnen
wollen_ keinen Abbruch tut
_____
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