Honore Balzac: Die menschliche Komödie

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Joachim Stiller
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Honore Balzac: Die menschliche Komödie

Beitragvon Joachim Stiller » 29.09.2013, 16:38

„Die menschliche Komödie“ von Honore Balzac

„Die menschliche Komödie“ ist der Titel einer ganzen Romansammlung aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie umfasst zuletzt 91 Romane und Erzählungen. Ursprünglich waren 137 Werke geplant, was Balzac, trotzdem er von seiner Genialität überzeugt war, und trotz seines immensen Fleißes, nicht geschafft hat.

Der Titel der menschlichen Komödie ist eine Anspielung an Dantes göttlicher Komödie, was Balzac mit dem unerhörten Aufwand seines Vorhabens rechtfertigt. Er wollte ein Sittengemälde des 19. Jahrhunderts schreiben und darin eine ganze Welt erschaffen.

In seinen Werken kommen an die 3000 Personen vor, Menschen zumeist aus der mittleren oder gehobenen Oberschicht, fast alle Berufe werden typisiert. Das Werk ist als ein reines Unterhaltungswerk geschrieben und in seinen konkreten Beschreibungen der Lebensverhältnisse im postrevolutionären Frankreich (die Romane spielen zumeist in Paris) von einer betörenden Sinnlichkeit. Balzac ist ein Meister der Überraschungen. Lange vorbereitete Handlungen kulminieren oft in völlig unerwarteten Wendungen.

Die besten Romane aus der menschlichen Komödie sind vielleicht „Verlorene Illusionen“ und „Glanz und Elend der Kurtisanen“ aus dem Werkteilen „Iliade de Korruption“ und „Eugenie Grandet“. Erfolgreich war auch „Das Changrinleder“, das durchaus das historische Vorbild abgeben könnte für den „Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien. Aber darüber lässt sich sicherlich streiten. Balzac ist ein absolutes „Muss“ für alle Freunde der großen Literatur. H. P. Blavatsky, die Begründerin der Theosophie, nannte Balzac einmal einen „Okkultisten des Unterbewusstseins“. Balzac gehört neben Flaubert, Maupassant, Emile Zola und Victor Hugo zu den fünf größten französischen Schriftstellern des 19. Jahrhunderts. Die Franzosen selber nennen sie die besten „aller Zeiten“.

Gruß Joachim Stiller Münster

Joachim Stiller
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Re: Honore Balzac: Die menschliche Komödie

Beitragvon Joachim Stiller » 29.09.2013, 17:12

Als ich mit 26 Jahren anfing, Romane zu lesen - ich bin ein ziemlicher Spätentwickler - las ich zunächst Proust, Balzac und Dostojewski, in genau dieser Reihenfolge. Und es war das Schönste, was ich in meinem Leben gemacht habe. Alles andere könnt ihr vergessen... Das kann man natürlich nur verstehen, wenn man diese Autoren tatsächlih komplett gelesen hat. Danach weiß man einfach, dass man ein Gott ist, denn von nun an hat man am Göttlichen teil...

Gruß Joachim Stiller Münster


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