Dentales Glück
Einfältig stier im Neonlichte,
ich, als der Held dieser Geschichte,
auf mein Gebiss - die Eins links oben,
scheint´s hat ein wenig sich verschoben.
Als König hier im Badeland,
nehm ich die Krone in die Hand,
ich werd´ das Stück gerade rücken,
ein wenig auch nach oben drücken.
Doch nun erkenn´ ich gleich den Mist,
die Eins mit Zwei verbunden ist,
ich kann kaum mit den Ohren wacheln,
splittern die Beißer auf den Kacheln.
Vom Spiegel bleckt mich an – ich jaul,
ein schwarzes Loch in meinem Maul!
Der Horror packt mich nun im Nu:
ich hab heut Nacht ein Raundevuu!
Mein Zahnarzt liegt grippös im Bett,
ich muss ins Uni-Lazarett.
„Ich denk´ heut´ wern´ sie kaum mehr beißen,
wir müssen erst die Wurzeln reißen!“
Das meint der junge Assistent,
als er mit mir zum Röntgen rennt.
Ich fühle mich komplett verloren,
als wär´ mein Körper tief gefroren.
Sein Blick auf´s X-Ray-Panorama,
entfaltet nun das ganze Drama:
„Mein lieba Herr, des is´ net heiter,
ihr Kiefer ist ganz unter Eiter!“
Man hat mich dann gleich ungeniert,
im OP-Vier narkotisiert.
Beim ersten Blick im Aufwachzimmer,
erkenn´ ich mich dann wirklich nimmer!
Am Kopf ein Rahmen aus Metall,
blutige Spritzer überall!
Im Mund ein Knebel dick aus Gaze,
und zwei Tampons in meiner Nase.
„Schaun´s dass er sich net zuviel rührt´
denn wir ham´ alle extrahiert!“
Den Satz hör ich nur mehr vom Fernen,
denn ich bin oben – bei den Sternen.
Dentales Glück
Dentales Glück
Ich der ich weiß, nichts zu wissen, weiß, dass ich nichts weiß. (Sokrates)
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