Ein Traum

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
Tintolino
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Ein Traum

Beitragvon Tintolino » 26.03.2010, 11:43

Heut Nacht weh' ich durch graue Straßen
Das Kleid wie Rauch, die Taschen leer.
Mein Mund spricht fremde raue Sprachen
und dumpfer Nebel quillt vom Meer.
In meinen Haaren krallen Krähen ihre Nester
ich suche Vater, Mutter, Schwester
vergebens, ich bin ganz verlassen …

Da fächert lichtes, zartes Strahlen
Vergessen in den Raum
Und heilend hebt der Morgen
der Dunkelheiten Saum.

geänderte Version ( 7.5.210):
Heut Nacht weh ich durch graue Straßen,
Das Kleid wie Rauch, die Taschen leer.
mein Mund spricht fremde raue Sprachen
und dumpfer Nebel quillt vom Meer.
In meine Haare krallen Krähen ihre Nester,
bin Baum und Sturmes wüste Schwester.
Über mir der Mond,
sein Leuchten wird verblassen
er steht wie ich allein im Schwarz,
verlassen
Da fächert lichtes zartes Strahlen
Vergessen in den Raum
Und heilend hebt der Morgen
der Dunkelheiten Saum.

espressonist
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Re: Ein Traum

Beitragvon espressonist » 28.03.2010, 21:27

die letzten vier zeilen sind wunderschön- :)

Tintolino
Medusa
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Re: Ein Traum

Beitragvon Tintolino » 30.03.2010, 10:27

Hallo expressionist,
danke für die wohlwollenden Worte.
Mich würde interessieren, welche Version besser gefällt :-&
LG
Tinto

espressonist
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Re: Ein Traum

Beitragvon espressonist » 30.03.2010, 16:28

ich habe ja, wie das so ist, von oben nach unten gelesen- folglich die erste version zuerst gelesen- und daher empfand ich die zweite als ""erzwungen"- oder wenigstens eine abart davon....wenn ich jetzt allerdings nur die zweite lese und mir vorstelle nicht die erste gelesen zu haben, ist die zweite eindeutig schöner....und die letzten vier verse sind ja bei beiden gleich- also schön- so oder so :)

Princess_Clary
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Re: Ein Traum

Beitragvon Princess_Clary » 06.04.2010, 11:38

Hey,
diese Gedicht ist echt...WoW
wirklich toll ;-) ,gelungen.

Tintolino
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Re: Ein Traum

Beitragvon Tintolino » 22.04.2010, 11:54

@expressionist , danke für deine Meinung, ich finde die 2. Version auch schöner, obwohl die Verlorenheit in der 1. Version drastischer herauskommmt :-)

@ Princess_Clary, danke für dein Lob

LG
Tinto

shuya
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Re: Ein Traum

Beitragvon shuya » 23.04.2010, 18:49

mir gefällt die erste version ehrlich gesagt besser.
es sind schöne bilder, aber an einigen worten ecke ich an.
das musst du nicht ändern, ich dachte nur es wäre für dich vielleicht interessant, worüber man so stolpern könnte.

"Heut Nacht weh' ich durch graue Straßen"
(personen die wehen finde ich schwierig.)

"Das Kleid wie Rauch, die Taschen leer."
(ein kleid wie rauch -> mit taschen. die beiden bilder heben sich irgendwie auf, das wirkt leicht wahllos)

"Mein wilder Mund spricht fremde raue Sprachen"
(wild weg. oder fremd weg. beides ist zu viel. eher das wild, finde ich. der muss nicht wild sein für das bild und im traum brabbelt man ja eh oft mehr)

"In meinen Haaren krallen Krähen ihre Nester"
(in meinen haaren krallen [oder doch bauen wie in v2? krallen ist eigentlich nett.] krähen nester, klingt besser, finde ich.)

"ich suche Vater, Mutter, Schwester
vergebens, ich bin ganz verlassen …"
(ich bin alleine hier. verlassen ist so ein starkes wort, das lässt man besser nicht so einsam da stehen.)

wie besagt das sind denkanstöße
am besten liest du das gedicht mal mit betonung vor, vielleicht sind meine vorgeschlagenen änderungen dann ein wenig einfacher zu verstehen.

Tintolino
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Re: Ein Traum

Beitragvon Tintolino » 24.04.2010, 08:36

Hallo shuya, ich " wehe" oft durch meine Träume, d.h. ich habe keine sichtbaren/ spürbaren Beine, und in diesem Falle soll das Bild der fast körperlosen, rauchartigen Gestalt verstärkt werden. Im Traum gibt es diese Widersprüche, die leeren Taschen stehen für mich dafür, dass ich nichts habe , um mich an etwas zu halten, zu identifizieren... Das wild nehme ich weg, hast recht. Danke für deine konstruktive Kritik.
Das " verlassen " am Ende ist gerade in seiner starken Aussage gerade richtig ( wir haben ja im Traum oft überwältigende Gefühle), außerdem reimt es sich wieder auf "Straßen".
LG
Tinto

Kato
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Re: Ein Traum

Beitragvon Kato » 30.04.2010, 02:06

Hmm ... mag ich, dieses Gedicht.

Aber warum in der Neufassung diese zwar sehr
deutschkorrekt aber auf mich auch überaus öde wirkende
Zeile:

"In meinen Haaren bauen Krähen ihre Nester"?

Da fände ich die Erstfassung - mit ganz minimaler
Änderung - um Längen schöner:

"In meine Haare krallen Krähen ihre Nester"


Gruß, Kato

Tintolino
Medusa
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Re: Ein Traum

Beitragvon Tintolino » 08.05.2010, 12:23

danke Kato ( und auch Shuya), auch mich hat diese Zeile im nachhinein gestört.... und mir die erste Version mit deiner kleiner Änderung stimmiger.
LG Luna


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