Hölle
Re: Hölle
Und schreib nicht gleich zu Anfang, dass sie tot ist
.
O You who turn the wheel and look to windward,
Consider Phlebas, who was once handsome and tall as You
Consider Phlebas, who was once handsome and tall as You
Re: Hölle
Auch wahr. (Ich kümmer mich aber nacher drum, weil ich grad mit dem besch... blöden Weihnachtsmanndings zu kämpfen hab)
I would go to the Dark Side in a heartbeat if I thought they had better dialog over there.
- Ursula Vernon
- Ursula Vernon
Re: Hölle
Geht's so ehrer?
Warterei [die zweite]
Ich warte jetzt seit zwei Stunden und beschließe, dass ich Wartezimmer hasse.
Ein Ficus Benjamin verstaubt in einer Ecke, ein Tischchen mit Zeitschriften, plastikgelbe Plastiksessel. Zwei Damen (Schminke: Körpergewicht = 1:3) verhandeln die Herbstmode. Eine alte Lady strickt. Ein Herr mit Hut döst und gibt dabei eine Mischung aus Pfeifen, Todesröcheln und Schnarchen von sich.
Ich warte seit vier Stunden, dreißig Minuten. Womit ich das verdient hab, ist mir nicht ganz klar. Sonntags in die Kirche, Dienstags für einen Wohltätigen Zweck gespendet, Freitags einen Leserbrief an die Lokalpresse im Dienste des Allgemeinwohls geschrieben. Habe wilde Katzen gefüttert, Tauben gefüttert, Enten gefüttert. Zuckerl an Kleinkinder verteilt.
Was soll das hier sein? Das Wartezimmer der Hölle?
Ich warte seit sieben Stunden. Die Lippenstiftweiber reden nicht mehr über Herbstmode, sondern über Urlaubsziele, der Schal der alten Lady hat den Boden erreicht, das Schnarchen des Herrn mit Hut gewinnt langsam an Routine und wird melodischer. Mein Kreuz tut weh und mein Kopf auch. Schon von Anfang an habe ich Kopfschmerzen. Ich habe sämtliche Zeitschriften durchgelesen. Sie enthalten nur einen einzigen Artikel, in hundertfacher Ausführung und verschiedenen Stadien der Zerlesenheit. Es geht darin um das Verhältnis eines Dubliner Kakteenzüchter zur Königin von Saba. Die Tür zur Anmeldung bleibt geschlossen.
Ich warte seit zehn Stunden. Die Kopfschmerzen zerbröckeln mein Gehirn, mir ist schwindlig. Längs an meinen Handgelenken habe ich zwei weißliche Narben entdeckt. Sie sehen aus, als hätte ich sie schon ewig. Ich erinnere mich nicht an sie. Längs, nicht quer. Der Ficus Benjamin ist aus Plastik. Wenn man quer schneidet, durchtrennt man nur die Beugesehnen, sechs Wochen Gips. Die Stricknadeln klappern. Um die Pulsadern richtig zu öffnen, schneidet man längs. Hinter der Tür mit Milchglasscheibe telefoniert jemand.
Ich warte seit zwei Tagen und stelle mich einer beschissenen Erkenntnis:
Das ist kein Wartezimmer.
Warterei [die zweite]
Ich warte jetzt seit zwei Stunden und beschließe, dass ich Wartezimmer hasse.
Ein Ficus Benjamin verstaubt in einer Ecke, ein Tischchen mit Zeitschriften, plastikgelbe Plastiksessel. Zwei Damen (Schminke: Körpergewicht = 1:3) verhandeln die Herbstmode. Eine alte Lady strickt. Ein Herr mit Hut döst und gibt dabei eine Mischung aus Pfeifen, Todesröcheln und Schnarchen von sich.
Ich warte seit vier Stunden, dreißig Minuten. Womit ich das verdient hab, ist mir nicht ganz klar. Sonntags in die Kirche, Dienstags für einen Wohltätigen Zweck gespendet, Freitags einen Leserbrief an die Lokalpresse im Dienste des Allgemeinwohls geschrieben. Habe wilde Katzen gefüttert, Tauben gefüttert, Enten gefüttert. Zuckerl an Kleinkinder verteilt.
Was soll das hier sein? Das Wartezimmer der Hölle?
Ich warte seit sieben Stunden. Die Lippenstiftweiber reden nicht mehr über Herbstmode, sondern über Urlaubsziele, der Schal der alten Lady hat den Boden erreicht, das Schnarchen des Herrn mit Hut gewinnt langsam an Routine und wird melodischer. Mein Kreuz tut weh und mein Kopf auch. Schon von Anfang an habe ich Kopfschmerzen. Ich habe sämtliche Zeitschriften durchgelesen. Sie enthalten nur einen einzigen Artikel, in hundertfacher Ausführung und verschiedenen Stadien der Zerlesenheit. Es geht darin um das Verhältnis eines Dubliner Kakteenzüchter zur Königin von Saba. Die Tür zur Anmeldung bleibt geschlossen.
Ich warte seit zehn Stunden. Die Kopfschmerzen zerbröckeln mein Gehirn, mir ist schwindlig. Längs an meinen Handgelenken habe ich zwei weißliche Narben entdeckt. Sie sehen aus, als hätte ich sie schon ewig. Ich erinnere mich nicht an sie. Längs, nicht quer. Der Ficus Benjamin ist aus Plastik. Wenn man quer schneidet, durchtrennt man nur die Beugesehnen, sechs Wochen Gips. Die Stricknadeln klappern. Um die Pulsadern richtig zu öffnen, schneidet man längs. Hinter der Tür mit Milchglasscheibe telefoniert jemand.
Ich warte seit zwei Tagen und stelle mich einer beschissenen Erkenntnis:
Das ist kein Wartezimmer.
I would go to the Dark Side in a heartbeat if I thought they had better dialog over there.
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