Laura
Durch ihre Zimmertür hörte sie ihn toben. Wieder einmal ist Laura während einer Diskussion mit ihm einfach abgehauen. Sie konnte ihn einfach nicht mehr sehen und ertragen. Tränen laufen ihr die Wange herunter, sie stellt ihre Stereoanlage an, legt die gewohnte CD ein, schließt die Kopfhörer an, setzt sie auf und drückt auf Play. Die gewohnte Stimme des Sängers Löwenherz dringt in ihr Ohr.
„Asche zu Asche und Staub zu Staub, die Herren mit Zigarren kommen grau in grau und ich lauf und lauf durch die Straßen von Haus zu Haus. Warum hört dieser Traum nicht auf? – Weil er echt is. Ich kenn keinen Film, der so schlecht is, wie die Realität und hier ist mein Vermächtnis: Wir haben Technik und mächtig Luxus zur Lebenszeit, doch Gold und Silber sind nur lästig in der Ewigkeit. Cash, Sex und Action – wo ist die Connection? Sag mir, wo der Sinn ist, des Lebens – wer bin ich? Höre auf die Stimme, die innen in dir drin ist. Komm zur Besinnung, finde die Bestimmung...
Die Schere, die sie in der rechten Hand hat, schneidet langsam in ihr Fleisch. Der Druck in ihr läßt nach, das Blut fließt ihren Arm runter, doch sie fühlt keinerlei Schmerzen, nein, sie fühlt sich befreit. Sie sieht dem Blut hinterher, wie es aus ihrem Arm herunter tropft auf den Teppich. Ja, sie lebt noch, sie hatte stark daran gezweifelt. Der Kerl kann ihr so was von am Arsch vorbei gehen! Wut steigt in ihr auf. Wieso nur ist er so, wieso nur muss er immer alles ausdiskutieren und wieso ist sie hier? Wütend schneidet sie sich direkt neben die eben entstandene Wunde. Ja, das tut gut. Und auf diese Weise kommen noch zwei bis drei neue Wunden hinzu und nachdem sie das Lied zum zwanzigsten Mal gehört hat, stellt sie ihre Stereoanlage wieder aus und geht zu ihrem Wellensittich herüber, der wie immer fröhlich erzählend auf seiner Stange sitzt und sie anschaut. Sie weiß genau, dass er merkt, dass es ihr nicht schlecht geht. Sie nimmt ihn heraus, er fliegt sofort auf ihre Schulter und fängt an sanft an ihrem Ohrläppchen zu knabbern. Sie weiß, dass er sie gern hat und es tut ihr gut. Langsam setzt sie sich auf den Fußboden, zieht ihre Knie an sich heran und denkt, wieder mal, über ihr Leben nach.
Sie jetzt 16 Jahre alt und wohnt nun seit 5 Jahren in dieser Hölle und sie war noch selbst daran Schuld, denn anfangs mochte sie ihn, was ihr jetzt völlig logisch erscheint, denn er kann Menschen geschickt manipulieren, genauso macht er es auch mit ihrer Mutter. Er hat sie auch schon so weit gebracht, dass ihre Mutter mehrmals mit ihr geschimpft und sie beleidigt hat, obwohl sie nichts unrechtes getan hatte, doch sie gibt ihm die Schuld, denn sie weiß, dass ihre Mutter sie liebt und eines Tages würden sie wieder glücklich miteinander werden, oder?
Laura hat einen Freund namens Mathias, der auch ein Auto hat und sie öfters hier raus holt, doch er ist eben nicht immer da. Meistens darf sie auch gar nicht zu ihm, denn sie hat immer viel Arbeit zu erledigen. Angefangen vom Abwaschen, über die komplette Hausarbeit dieses beschissenen Hauses und kochen bis hin zur Gartenarbeit eines Gartens, der nicht mal Ansatzweise schön aussieht, egal wie viel Mühe sie sich auch gibt. Natürlich darf sie ihre Hausaufgaben nicht vergessen, die sie aber eh nie macht, denn sie soll ja gut in der Schule sein, aber das ist sie nicht. Sie hat keine Lust. Das einzige Fach, was ihr Spaß macht ist Deutsch und da ist sie gut und auf Abi hat sie erst recht keine Lust, denn das würde bedeuten, dass sie noch länger von ihm abhängig ist, denn ohne Arbeit verdient sie kein Geld und ohne Geld kann sie hier nicht raus. Wie immer in solchen Momenten faßt sie den Entschluß, dass sie, egal wie, mit 18 von hier verschwindet, denn dann kann ihr niemand mehr was sagen. Wie sehr sehnt sie sich diesen Tag herbei. Ihr Wellensittich hat inzwischen wieder angefangen ihr etwas in ihr Ohr zu erzählen, sie ist so froh, dass sie ihn seit nun mehr 6 Jahren hat. Sie steht auf und geht ans Fenster. Da unten im Garten steht er und raucht eine Zigarette, während ihre Mutter Unkraut in einem verkommenen Beet hakt. Sie schüttelt den Kopf. Es ist unglaublich. Wie kann ein Mensch nur so sein? Er schmeißt seine Zigarette weg und geht zum Nachbarn, um ein Schwätzchen zu halten. Laura setzt ihren Wellensittich auf seinen Käfig. Sie kann ihre Mutter nicht alleine da unten arbeiten lassen, dazu hat sie sie viel zu sehr lieb. Sie zieht sich einen Pullover an, obwohl es Sommer ist und auch warm draußen, aber ihre Mutter darf nicht erfahren, was sie mit ihrem Arm anstellt. Es würde sie tot unglücklich machen. Als sie die blutigen Schnitte das letzte Mal gesehen hat, hat Laura ihr erzählt, sie wären von ihrer Katze, die gerade Junge hat und deshalb etwas kratzbürstig ist. Sie hat ihr geglaubt, zum Glück.
Sie geht zu ihrer Mutter und nimmt wortlos eine Hacke und fängt an ihr zu helfen. Heike, Lauras Mutter, schaut auf und lächelt schwach. „Danke, meine Püppi.“ sagt sie. Laura wird seitdem sie klein ist von Heike so genannt und es macht ihr auch nichts aus, auch in der Öffentlichkeit nicht. „Ich kann dir schließlich nicht beim arbeiten zu sehen, wie es andere tun“, flüstert sie, denn er darf es nicht hören. Sie schaut auf, war ja klar, seine Mutter liegt faul in der Sonne, ihre speckige Haut hängt an ihren Beinen herunter. „Wieso muss die denn noch einen Bikini anziehen?“ fragt sich Laura und schaut angeekelt wieder weg und widmet sich dem störrischen Unkraut unter ihrem Füßen. Sie muss dabei an den gestrigen Tag denken. Gestern hatte sie erst den kompletten, schätzungsweise 500 m² großen Rasen gemäht, natürlich hatte der Mäher kein Fangkorb, der ist irgendwann kaputt gegangen und es ist ja zu teuer einen neuen zu kaufen, was bedeutete, dass Laura noch das Gras zusammen rechen mußte, außerdem mußte sie jeden Abend die bescheuerten Beete gießen, sie hatte jedes Mal das Gefühl, ihre Arme wären danach Gummi. Zudem hatte sie noch drei Maschinen Wäsche gewaschen und einen Anraunzer kassiert, warum sich so viel Wäsche angesammelt hätte. Die einzige Arbeit gestern, die schön war, aber wo sie eigentlich kaum noch Kraft für aufbringen konnte, war mit dem Hund Arco spazieren zu gehen, denn bei jedem Spaziergang konnte sie die Schönheit dieses Tals bewundern und dabei nachdenken, während Arco fröhlich vor ihr herum tollte.
„Da ist noch ein Löwenzahn“, die Stimme der Alten, wie Laura und ihre Heike die Mutter von ihm insgeheim nannten, riss sie aus ihren Gedanken. Laura sieht zu ihr auf. „Ja doch, hexen hab ich noch nicht gelernt“, gibt sie patzig zur Antwort und die Alte trollte sich. Froh darüber arbeitet Laura weiter und sieht dabei in das lächelnde Gesicht ihrer Mutter. Zu wissen, dass sie auf ihrer Seite steht, macht das Ganze etwas erträglicher und die Tatsache, dass sie Schnittwunden unter ihrem Pullover anfangen zu brennen. Er taucht erst nach Stunden wieder vom Nachbarn auf und begutachtet das Beet, welches sie gerade fertig gejätet haben, rümpft die Nase und geht ins Haus. „Er legt sich sicher auf die Couch und klagt wehleidig über irgend welche Schmerzen, die nicht wirklich da sind“, denkt sich Laura als sie ihm nachsieht.
Einige Stunden später kommt Laura frisch geduscht und umgezogen aus ihrem Zimmer, Mathias sitzt schon seit geraumer Zeit auf dem Sofa und muss sich vom ihm anhören wie frech und böse Laura in Wirklichkeit ist. Sie hätte es ihm gern erspart, doch sie ist nicht eher fertig geworden, denn bis vor einer halben Stunde stand sie noch im Garten und hat irgendwelche Arbeit erledigen müssen. „Wir können los“, sagt sie zu Mathias und er will sich erheben. „Nicht so schnell“, ertönt seine tiefe Stimme. „Wo wollt ihr hin?“ Mathias antwortet sofort und schaut zu ihm. „Ins Kino.“ Er sieht ihn schon fast drohend an. „Wann seid ihr wieder da?“ Schnell und doch vorsichtig sagt Laura. „Mama hat gesagt um 11.“ Er sieht sie fragend an und ruft: „Heike?“ Diese kommt genervt zur Tür herein. „Jaaaa?“ fragt sie mindestens ebenso genervt wie sie aussieht. „Laura soll um 10 zurück sein, oder?“ Laura schaut ihre Mutter flehend an und diese antwortet: „Nein, ich hab gesagt um 11, denn um 10 ist der Film noch nicht vorbei und dann müssen sie ja auch wieder hierher fahren.“ Damit hatte sie ihm jegliche Einwände sofort genommen und Laura freut sich insgeheim. „Na schön, dann haut ab“, sagt er dann, schon fast freundlich.
Mathias erhebt sich sofort und er und Laura gehen raus auf den Parkplatz zu seinem Auto, welches er gleich aufschließt und beide sich hinein setzen. „Puh“, atmet Laura aus, sieht zu ihrem Freund und beugt sich zu ihm, um ihn mit einem Kuß zu begrüßen. Er startet den Motor und gemeinsam verlassen sie diesen schrecklichen Ort.
Laura
Re: Laura
Hallo dreene!
Ich mach's kurz: der Text hat drei Hauptprobleme.
1. Die story? Mädchen hat unguten Stiefvater, fühlt sich geknechtet und ist froh, mit ihrem Freund abhauen zu können. So ähnlich gab's das schon bei Schnewittchen und Aschenputtel. Keine Neuheit. Das wäre noch kein Problem, aber du lieferst auch keinen neuen Gesichtspunkt, nichts, was anders an das Thema heranginge als Generationen von Stiefvater (-mutter)texten zuvor, nichts, was es für den Leser interessant machen würde. Der Selbstverletzungsaspekt gehört auch dazu: als Stilmittel ausgelaugt und verbraucht, als Bestandteil der Geschichte zu effekthascherisch.
2. Du kündigst die ganze Zeit lang einen Konflikt an, sagts, der Bösewicht manipulitert und dann...
verläuft alles im Sand und der Pseudowiderling gibt ohne weiteres Kleinbei. Es gibt keine Explosion, es gibt keine Auseinandersetzung, die Handlung führt nirgendwohin, nur ins leere.
3. Du sagts oft Dinge, die unnötig sind oder dem Leser nichts bedeuten.
Zweimal "gewohnt" in zwei zeilen, noch dazu: wenn klar ist, dass sie die CD schon mehrmals gehört hat, dann ist das "gewohnt" sowieso überflüssig.
Außerdem tät ich nur einen Kürzeren Ausschnitt aus dem Liedtext bringen- er lenkt vom eigentlichen Text ab.
Nein, sie ist froh, das sie ihn überhaupt hat. Wenn sie ihn erst seit einem Jahr oder schon seit zehn hätte, sie wäre ebenso froh über ihn. Für ihr frohsein ist die dauer wurscht.
Wenn sie genervt aussieht und das im zweiten Satz klar wird, musst du es nicht schon im ersten sagen.
Nachdem sie schon gemeinsam die diskussion ausgestanden haben, ist es komisch, wenn der Kuss jetzt begrüßung ist. Sie gibt ihm einfach einen Kuss.
Soweit also die Schwächen.
Dafür gab's auch zwei Dinge, die mir wirklich gefallen haben: Der fehlende Grassammelkorb beim Rasenmäher - ein hübsches Detail- und die alte Frau im Bikini. Das ist nämlich wirklich böse!
Sorry für den beinah-ganz-verriss, Silentium
Ich mach's kurz: der Text hat drei Hauptprobleme.
1. Die story? Mädchen hat unguten Stiefvater, fühlt sich geknechtet und ist froh, mit ihrem Freund abhauen zu können. So ähnlich gab's das schon bei Schnewittchen und Aschenputtel. Keine Neuheit. Das wäre noch kein Problem, aber du lieferst auch keinen neuen Gesichtspunkt, nichts, was anders an das Thema heranginge als Generationen von Stiefvater (-mutter)texten zuvor, nichts, was es für den Leser interessant machen würde. Der Selbstverletzungsaspekt gehört auch dazu: als Stilmittel ausgelaugt und verbraucht, als Bestandteil der Geschichte zu effekthascherisch.
2. Du kündigst die ganze Zeit lang einen Konflikt an, sagts, der Bösewicht manipulitert und dann...
„Ins Kino.“ Er sieht ihn schon fast drohend an. „Wann seid ihr wieder da?“ Schnell und doch vorsichtig sagt Laura. „Mama hat gesagt um 11.“ Er sieht sie fragend an und ruft: „Heike?“ Diese kommt genervt zur Tür herein. „Jaaaa?“ fragt sie mindestens ebenso genervt wie sie aussieht. „Laura soll um 10 zurück sein, oder?“ Laura schaut ihre Mutter flehend an und diese antwortet: „Nein, ich hab gesagt um 11, denn um 10 ist der Film noch nicht vorbei und dann müssen sie ja auch wieder hierher fahren.“ Damit hatte sie ihm jegliche Einwände sofort genommen und Laura freut sich insgeheim. „Na schön, dann haut ab“, sagt er dann, schon fast freundlich.
verläuft alles im Sand und der Pseudowiderling gibt ohne weiteres Kleinbei. Es gibt keine Explosion, es gibt keine Auseinandersetzung, die Handlung führt nirgendwohin, nur ins leere.
3. Du sagts oft Dinge, die unnötig sind oder dem Leser nichts bedeuten.
gewohnte CD ein, schließt die Kopfhörer an, setzt sie auf und drückt auf Play. Die gewohnte Stimme des Sängers Löwenherz dringt in ihr Ohr
Zweimal "gewohnt" in zwei zeilen, noch dazu: wenn klar ist, dass sie die CD schon mehrmals gehört hat, dann ist das "gewohnt" sowieso überflüssig.
Außerdem tät ich nur einen Kürzeren Ausschnitt aus dem Liedtext bringen- er lenkt vom eigentlichen Text ab.
sie ist so froh, dass sie ihn seit nun mehr 6 Jahren hat.
Nein, sie ist froh, das sie ihn überhaupt hat. Wenn sie ihn erst seit einem Jahr oder schon seit zehn hätte, sie wäre ebenso froh über ihn. Für ihr frohsein ist die dauer wurscht.
Diese kommt genervt zur Tür herein. „Jaaaa?“ fragt sie mindestens ebenso genervt wie sie aussieht
Wenn sie genervt aussieht und das im zweiten Satz klar wird, musst du es nicht schon im ersten sagen.
beugt sich zu ihm, um ihn mit einem Kuß zu begrüßen.
Nachdem sie schon gemeinsam die diskussion ausgestanden haben, ist es komisch, wenn der Kuss jetzt begrüßung ist. Sie gibt ihm einfach einen Kuss.
Soweit also die Schwächen.
Dafür gab's auch zwei Dinge, die mir wirklich gefallen haben: Der fehlende Grassammelkorb beim Rasenmäher - ein hübsches Detail- und die alte Frau im Bikini. Das ist nämlich wirklich böse!
Sorry für den beinah-ganz-verriss, Silentium
I would go to the Dark Side in a heartbeat if I thought they had better dialog over there.
- Ursula Vernon
- Ursula Vernon
Re: Laura
Hallo Dreene!
Mein Urteil fällt positiver aus. Also kommen wir erstmal zu dem, was mir NICHT gefallen hat:
1.) Viele kleine, sprachliche Mängel, die mir aber nicht für einen Mangel an Talent zu sprechen scheinen, sondern eher für einen Mangel an Schliff und Übung. Ich habe mir erlaubt, mal in Dein Profil zu schauen - mit gerade mal über 20 halte ich das für keine grössere Katastrophe. Jugendliche Ausnahmetalente wie unsere Silly hier mögen das anders sehen
. Ich will gar nicht groß auf einzelne Wendungen und Wiederholungen eingehen, dass hat Silentium schon getan. Harte Kritik von dieser Sorte ist hilfreich. Erwähnen will ich nur die verzweifelten Fragen ("Wieso nur"), die ich besonders scheusslich finde. Brrr...
2.) Das ausführliche Zitat stört mich hier auch, ja. Ich habe keine Ahnung (sorry) ob es Löwenherz gibt, oder ob Du den Text selbst erfunden hast. Wenn Letzteres stimmt, solltest Du es kenntlicher machen (in dem Du beispielsweise eine persönliche Beziehung Lauras zu einem Mitglied der Band einbaust, was deutlich machen würde, dass sie fiktiv ist). Wenn nicht - was hat dann so ein langes Fremdzitat in Deinem Text zu suchen? Keine rethorische Frage! Es schwächt ihn.
Kein Problem dagegen habe ich mit dem Schluß. Im Gegenteil - er ist originell. Normalerweise fallen bei diesen Gelegenheiten alle Figuren der armen Protagonistin in den Rücken und die Verratene macht irgendetwas Heroisches oder Sinnloses oder Schreckliches, wie auch immer. Hier hingegen passiert - genau, Silly - gar nichts. Und dadurch wirkt das Gelesene weitaus interessanter. Die ganze Frustration, die Schlitzerei, der Zorn - und dann ist der Feind plötzlich wehrlos und die erwartete Verräterin eine Verbündete. Sieh an. Doch, finde ich gut. Die Geschichte wäre mit einem anderen Schluß viel nichtssagender und langweiliger gewesen.
Besonders gefällt mir außerdem ein bestimmter Aspekt Deines Stils: Der Einsatz von Kettensätzen.
oder
Das machst Du wirklich gut, solltest Du pflegen!
Eine inhaltliche Frage: Wieso bemerkt der Freund die Schnittwunden nicht? Und wenn er sie bemerkt - warum hat er keine Meinung dazu?
Gut, Fazit: Auf jeden Fall überarbeitungswürdig, und über das Lied solltest Du dringend noch einmal nachdenken. Aber alles in allem überwiegen für mich die positiven Aspekte. :beatnicker:
Mein Urteil fällt positiver aus. Also kommen wir erstmal zu dem, was mir NICHT gefallen hat:
1.) Viele kleine, sprachliche Mängel, die mir aber nicht für einen Mangel an Talent zu sprechen scheinen, sondern eher für einen Mangel an Schliff und Übung. Ich habe mir erlaubt, mal in Dein Profil zu schauen - mit gerade mal über 20 halte ich das für keine grössere Katastrophe. Jugendliche Ausnahmetalente wie unsere Silly hier mögen das anders sehen
2.) Das ausführliche Zitat stört mich hier auch, ja. Ich habe keine Ahnung (sorry) ob es Löwenherz gibt, oder ob Du den Text selbst erfunden hast. Wenn Letzteres stimmt, solltest Du es kenntlicher machen (in dem Du beispielsweise eine persönliche Beziehung Lauras zu einem Mitglied der Band einbaust, was deutlich machen würde, dass sie fiktiv ist). Wenn nicht - was hat dann so ein langes Fremdzitat in Deinem Text zu suchen? Keine rethorische Frage! Es schwächt ihn.
Kein Problem dagegen habe ich mit dem Schluß. Im Gegenteil - er ist originell. Normalerweise fallen bei diesen Gelegenheiten alle Figuren der armen Protagonistin in den Rücken und die Verratene macht irgendetwas Heroisches oder Sinnloses oder Schreckliches, wie auch immer. Hier hingegen passiert - genau, Silly - gar nichts. Und dadurch wirkt das Gelesene weitaus interessanter. Die ganze Frustration, die Schlitzerei, der Zorn - und dann ist der Feind plötzlich wehrlos und die erwartete Verräterin eine Verbündete. Sieh an. Doch, finde ich gut. Die Geschichte wäre mit einem anderen Schluß viel nichtssagender und langweiliger gewesen.
Besonders gefällt mir außerdem ein bestimmter Aspekt Deines Stils: Der Einsatz von Kettensätzen.
Das einzige Fach, was ihr Spaß macht ist Deutsch und da ist sie gut und auf Abi hat sie erst recht keine Lust, denn das würde bedeuten, dass sie noch länger von ihm abhängig ist, denn ohne Arbeit verdient sie kein Geld und ohne Geld kann sie hier nicht raus.
oder
Gestern hatte sie erst den kompletten, schätzungsweise 500 m² großen Rasen gemäht, natürlich hatte der Mäher kein Fangkorb, der ist irgendwann kaputt gegangen und es ist ja zu teuer einen neuen zu kaufen, was bedeutete, dass Laura noch das Gras zusammen rechen mußte, außerdem mußte sie jeden Abend die bescheuerten Beete gießen, sie hatte jedes Mal das Gefühl, ihre Arme wären danach Gummi.
Das machst Du wirklich gut, solltest Du pflegen!
Eine inhaltliche Frage: Wieso bemerkt der Freund die Schnittwunden nicht? Und wenn er sie bemerkt - warum hat er keine Meinung dazu?
Gut, Fazit: Auf jeden Fall überarbeitungswürdig, und über das Lied solltest Du dringend noch einmal nachdenken. Aber alles in allem überwiegen für mich die positiven Aspekte. :beatnicker:
O You who turn the wheel and look to windward,
Consider Phlebas, who was once handsome and tall as You
Consider Phlebas, who was once handsome and tall as You
Re: Laura
Hallo ihr zwei!
Danke für eure interessanten Kritiken! Meine Antwort wird sicher nicht so ausführlich ausfallen, zumal ich sie gerade das zweite Mal schreibe...
(
Also, zuerst sei einaml gesagt, dass es eine Gruppe namens Löwenherz gibt/gab und sie haben 1999 das Lied "Bis in die Ewigkeit" heraus gebracht. Und ich habe die Textstelle genommen, weil die nun mal genau auf die Gedankenwelt von Laura zutrifft. Ich hab auch gemerkt, dass es ein bissi zu lang ist, aber ich konnte irgendwie nichts kürzen.
Und das ich mich oft wiederhole, das weiß ich selbst, ich versuch dran zu arbeiten, aber irgendwie klappt es nicht so recht...
Silentium
Das du die Story abgekaut findest, tut mir leid, aber sie ist autobiografisch und deshalb ist sie nun mal so wie sie ist und nicht anders. Der Charakter des vermeintlichen Stiefvaters ist nun mal nicht anders und deshalb auch nicht anders zu beschreiben.
razorback
Um auf deine Frage zu kommen: Doch, der Junge weiß von der Schnitzerei und er hat auch eine Meinung dazu. Aber erstens reden sie nie darüber, wenn er bei ihr ist oder ihre Eltern mit im Raum sind und zweitens hat sie ja was langärmliches an, so das er die Wunden nicht sofort sieht.
Ich hab mir überlegt, dass ich so eine Szene vielleicht als eine Art Fortsetzung schreibe und dann mehr darauf eingehe, was ihr Freund dazu sagt... Mal sehen.
Gruß dreene
Danke für eure interessanten Kritiken! Meine Antwort wird sicher nicht so ausführlich ausfallen, zumal ich sie gerade das zweite Mal schreibe...
Also, zuerst sei einaml gesagt, dass es eine Gruppe namens Löwenherz gibt/gab und sie haben 1999 das Lied "Bis in die Ewigkeit" heraus gebracht. Und ich habe die Textstelle genommen, weil die nun mal genau auf die Gedankenwelt von Laura zutrifft. Ich hab auch gemerkt, dass es ein bissi zu lang ist, aber ich konnte irgendwie nichts kürzen.
Und das ich mich oft wiederhole, das weiß ich selbst, ich versuch dran zu arbeiten, aber irgendwie klappt es nicht so recht...
Silentium
Das du die Story abgekaut findest, tut mir leid, aber sie ist autobiografisch und deshalb ist sie nun mal so wie sie ist und nicht anders. Der Charakter des vermeintlichen Stiefvaters ist nun mal nicht anders und deshalb auch nicht anders zu beschreiben.
razorback
Um auf deine Frage zu kommen: Doch, der Junge weiß von der Schnitzerei und er hat auch eine Meinung dazu. Aber erstens reden sie nie darüber, wenn er bei ihr ist oder ihre Eltern mit im Raum sind und zweitens hat sie ja was langärmliches an, so das er die Wunden nicht sofort sieht.
Ich hab mir überlegt, dass ich so eine Szene vielleicht als eine Art Fortsetzung schreibe und dann mehr darauf eingehe, was ihr Freund dazu sagt... Mal sehen.
Gruß dreene
-
Chandler Buffay
- Erinye
- Beiträge: 24
- Registriert: 28.11.2004, 22:03
- Wohnort: Leverkusen
Re: Laura
Ich glaube, dass ich dir schon alles gesagt habe, was es zu sagen gibt, Süße.
Und halte dich an Razorback.
) Mein Ziehvater. Der Mann, der mir alles beigebracht hat [Auch wenn er's nicht gerne hört] 
Und halte dich an Razorback.
Re: Laura
Hmhm... also, wenn razor sagt, dass das ende so passt, dann hast du eine 99% chance dass es stimmt. Ziehe gerne vor seinem Urteil zurück.
I would go to the Dark Side in a heartbeat if I thought they had better dialog over there.
- Ursula Vernon
- Ursula Vernon
Re: Laura
Äh... Leute, würdet Ihr mal bitte den Schwachsinn lassen? Alles, was ich hier äussere ist Meinung. Ich verkünde keine Wahrheiten und bin zum Guru völlig ungeignet.
O You who turn the wheel and look to windward,
Consider Phlebas, who was once handsome and tall as You
Consider Phlebas, who was once handsome and tall as You
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: Baidu [Spider] und 3 Gäste