Der ultimative Heimatkrimi - Roman von Verbrechern wider Willen

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Pentzw
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16. Die Befragung

Beitragvon Pentzw » 10.09.2021, 20:45

Der Arzt wurde ins Büro des Untersuchungsbeamten von einer Polizistin geführt.
„Wie geht es der Familie?“
Die Angesprochene streckt ihren Ehefinger mit Goldring nach vorne gestreckt, als wollte sie jemanden verhexen oder abwehren.
„Gut, gut, wie immer. Und selber? Die Gemahlin schon übern Berg?“
„Ja, mittlerweile schon. Bei der exzellenten Betreuung!" Damit meinte sich der Kriminaler selbst.
Die Polizistin zeigte ein aasiges Lächeln, bevor sie schnell verschwand.
Der Arzt ist daraufhin noch deprimierter als sonst. Er mußte an seine eigen Ehe denken. Seine Gemahlin würde so schnell nicht über den Berg sein, egal, wie sehr er anschob, was er in den letzten Tagen unermüdlich getan hatte. Die verkorktesten Entschuldigungen brandeten an einer schweigenden Mauer oder einem aufschreiendem Schwall von Gezeter ab.
Der Kollege begann damit: „Wir stehen vor einem Rätsel. Es sind so viele Fragen offen, daß wir gar nicht wissen, wo anfangen? Wüßten wir nur das Motiv?“
Der Arzt schaut verschämt in eine Ecke.
Ja, die Suche nach dem Motiv zur Entführung – nur zu gerne würde er helfen, das Rätsel zu lösen. Damit müßte er von dem Schwarzgeld erzählen. „Es befanden sich 1000 Euro in meiner Tasche. Diese entdeckten die Ganoven. Daraufhin wurden sie zur Erpressung verführt. Sie gingen davon aus, daß bei mir mehr herauszuholen war, mehr, viel mehr. Woher die 1000 Euro kommen? Das ist unversteuertes Mietgeld unseres vierten Hauses. Darin wohnt ein Grieche. Der hat durch sein Restaurant immer schön Schwarzgeld. Das hat er mir ein paar Tage vorher wieder einmal gegeben.“
Nein, das ging nicht!
Er saß ganz schön in der Zwickmühle!
Wovon der Arzt ausging: der Kriminaler wußte nur von dem Videomitschnitt der sexuellen Handlung zwischen ihm und der Krankenschwester, die auf eine Internetseite geladen worden ist. Daß war insofern richtig, als weder er noch der Hauptkommissar wußten, daß Blondy nicht nur dieses Szenario, sondern. weil der Camcorder weitergelaufen ist, das anschließende Gespräch zudem aufgezeichnet hatte, das offenbarte, daß 1000 Euro Schwarzgeld im Spiel waren. Bislang war der Computer Blondys noch nicht ausgewertet worden, worauf sich die Videoaufzeichnung in ihrer ganzen Länge befand.
Zum Glück des Arzt freilich.
Des Kommissars haarsträubende Gedanken und Vermutungen zeigten sein Tappen im Dunkeln von Sackgassen. 'Stecken Arzt, Polizist und dieser Ernst unter einer Decke? Ein Familienkomplott sozusagen. - Oder wollte der Arzt allein seine Familie erpressen, indem er sich entführen ließ von zwei gedungenen Gaunern? Diese haben ja die Dienstpistole von des Polizisten-Neffe gehabt, die ihnen in diesem Fall der Arzt hat zukommen lassen, weil der Polizist sie ihn entweder geliehen hat oder vom Arzt beklaut worden ist? Wo? Bei ihm Zuhause? Der Arzt ist davon ausgegangen, daß er die Pistole nach der Entführung wieder klammheimlich zurücklegen kann. Hm... Oder steckt auch der Polizist mit dahinter?'

Der Polizist schaut verschämt in eine Ecke – nachdem ihn der Ermittler noch kollegial begrüßt hat. Zwar ist dieser von der Kripo und er bei der Verkehrspolizei, und persönlich kennen tun sie sich auch nicht, aber es verbindet sie der Umstand, daß sie in der gleichen Gesellschaft, beim Staat und zudem privilegierte Beamte sind, die aber besondere Pflichten besitzen.
Das befeuert eben das Problem. Der Polizisten kriegt das Gefühl nicht los, er habe die Berechtigung zum Kollegiatentum verspielt, was ihn um so mehr schmerzt, als er sich bislang immer als mit Haut und Haaren ehrbarer Polizist gesehen hat.
„Du weißt Kollege, ich muß Dir unangenehme Fragen stellen!“, kommt es zunächst im vertraulichen Tonfall. Er nickt schweigend dazu. Als ob er nicht wußte, was auf ihn zukäme. Aber er weiß nur zu gut und hält es sich stets vor Augen: Familie ist das eine, Beruf das andere.
Ein lächerliches Licht würde auf ihn fallen zu berichten, er habe sich den Cabrio einen Tag vor der Geldübergabe auf eigene Faust angeschaut und so unvorsichtig dämlich verhalten, daß er eine über die Birne gekriegt und ein Niemand von Kleinkrimineller ihm mir nichts dir nichts die Dienstpolizei entwendet hat.
Schlimmer aber noch war eben diese Verheimlichung. So fühlte er es immer mehr. Er schaute verloren in des Hauptkommissar Gesicht, wandte wieder den Blick schnell woandershin, zum Fenster hinaus.
Durch diesen sieht er eine Taubenschar auf dem Dach des gegenüberliegenden Haus. Sie verschissen dort die Balkone, daß es zur wahren Landplage geworden war. Der Hygiene wegen hatten die Mieter ihre Balkone mit Eisendraht vernetzen müssen, was zwar die Kacke abhielt, aber die Sicht mit einem Gitternetz verunzierte. Von daher mussten sich die Mieter wie eingesperrt vorkommen – wie im Gefängnis.
Seine Brust fühlte sich an wie ein Zentner Betonsack. Wer weiß, was die Ermittler nicht alles im Hintergrund hatten oder noch herausfinden würden? Aber noch wichtiger war ihm die Aussicht, ob er sich wie im Gefängnis vorkommen will, verwoben und verstrickt in Lügen, Halbwahrheiten und Vertuschen.
„Wie kommt es nur, daß die Gauner Deine Dienstpistole hatten, als man sie aus dem Autoblech zerren mußte?“
Er zuckt die Schultern. Noch kann er Widerstand leisten, ein Trotz gegen die Preisgabe der Lächerlichkeit. Andererseits denkt er aber, wenn ich nicht das Übel an der Wurzel packe, packt es mich.
„Kann es vielleicht sein, daß...“
Es war doch idiotisch, sich Gitternetze vor das Fenster zu hängen, um sich selbst einzusperren. In solch einem Fall hilft nur eins, meint der Polizist-mit-Haut-und-Haaren: Reduktion der Überzahl, sprich Tauben vom Dach schießen oder seinethalben auf eine andere, etwas humanere Weise, jedenfalls gab's nur eins: Eliminierung einiger Tauben.
So beisst er schließlich in den sauren Apfel.
„Am Sonntag, vor dem Tag der Geldübernahme, die war ja am Montag...“
Der Kriminaler schwieg, um den Polizisten Zeit zu lassen, reinen Wein einzuschenken.
„Als ich also am Sonntag zu dem Fahrzeug gefahren bin, um die Umstände der Geldübergabe noch einmal abzuchecken...“
„Natürlich!“ Das ist aber eine schwere Geburt.
„Na, da hat mich einer der Ganoven hinterrücks...., also, solch ein Schmalspurganoven, meine Dienstpistole entwendet.“
"Entwendet, so, so!"
Schlimm, schlimm das erzählen zu müssen. Der Kriminaler konnte beim besten Willen aber nicht ernst, verständnisvoll und jovial reagieren, dazu war der Hammer zu groß.
„Warum aber hast Du nicht alles der zuständigen Stelle gemeldet?“
„Die Familie...“
Der Kriminaler zuckt nervös mit den Augenbrauen.
Was glaubt denn der Kriminaler überhaupt, Mensch. So einfach ist die Sache auch wieder nicht gewesen!
Der Polizisten-Neffe sitzt da mit dem Gefühl, nicht Ernst genommen zu werden.

Ernst schaute hier nicht verschämt in die Ecke, denn er war in seinem Element, wie ein Politiker, der voll im Rampenlicht der Gesellschaft steht. Er blickte dem Kriminaler direkt und unverwandt, auf Augenhöhe und quasi Face-to-Face ins Gesicht.
Und der Kriminaler ist zunächst geblendet von Ernst. Von dem, was jener sehr gut konnte im ersten Augenblick einer neuen Situation, nämlich sonor, solide und strait aufzutreten, als ein Macher, Einer-der-die-Dinge-anpackt, ein Strippenzieher, dem nichts entgeht. Voll kompetent eben! Mochten die Tabletten ihren Anteil daran haben, daß sie ihn aufrechterhielten, aufbauten und geradezu stählern erscheinen ließen.
Nun, etwas Merkwürdiges wurde doch allmählich in seinem Ansehen deutlich. Seine Augen.
Diese fielen wegen der dichten, buschigen, nicht geschnittenen, struppigen Brauen zunächst deshalb nicht sofort auf, weil Ernst ein blonder Typ war und auch diese Haare weiß, aber auch schon grau waren.
Es ist irritierend, kann man jemanden nicht in die Augen blicken. Unsicherheit macht sich breit.
Deswegen macht der Kriminaler einen taktischen Fehler: er beginnt sofort mit dem Verhör.
„Wie kommen eigentlich die Verbrecher in den Unfallwagen? In den Wagen, den Sie dienstlich gefahren haben? Stecken Sie mit Ihnen unter einer Decke? War am Strandparkplatz die Übergabestelle, wo sie das Fahrzeug den Fliehenden zur Verfügung gestellt haben? Sie haben mit diesen kooperiert, da sie sich im Transporter befanden, als sie nach dem Verkehrsunfall aus dem verbeulten Fahrzeug gezogen worden sind?“
Ein kühner Zusammenhang, der sehr plausibel klang, dachte Ernst. Aber total daneben. Er konnte dem Polizisten nicht erzählen, was wirklich hinter all dem steckte. Daß er den Helden spielen wollte und gescheitert war, sonst wäre seine politische Karriere frühzeitig, noch vor seinem Einzug in Berlin, gestoppt. Übrigens hatte Ernst noch nicht die Zeitung gelesen heute.
„Wenn ich nur erst in Berlin wäre...“, murmelte Ernst dabei. Sein Gegenüber schaut auf.
Was hatte der da gesagt und was hatte es zu bedeuten, wenn er erst in Berlin war?
Zufällig liegt die örtliche Presse aufgeschlagen auf dem Tisch: Ernst, ein Held. Seine Partei konnte auf einen solch couragierten, jungen Mann stolz sein. Berlin wartet auf Dich, Ernst!
Aha, jetzt, wo er in aller Munde als Held dastand, würde er nach Berlin kommen... und?
Das bestätigte hinwiederum des Kriminaler Vermutung der Entführung als familiäre Verschwörung!
„Was würde dann sein, wenn Sie erst in Berlin sind?“
Ernst zögert, vermutet eine Falle und schweigt.
Killerinstinkt! Politikerroutine: sagen, ohne etwas auszusagen. Aber das heißt nicht nichts zu sagen!
Leichter gesagt als getan.
'Mensch, was sag ich jetzt?'
Er überlegte krampfhaft, wie aus dieser Sackgasse herauskommen? Banales, Plausibles, aber Unwahres entging ihm. Aber das war's doch, was Politiker so sehr konnten.
Er merkte, das hier war seine Taufprobe, Feuerprobe als Politiker, jetzt und hier nahm seine Politikerkarriere den Anfang oder das Ende.
Inzwischen rotierte der Polizistenschädel.
Mensch, von woher wehte der Wind?
Ihm wurde gesteckt, daß Ernst das schwarze Schaf der Familie sei und jahrelang arbeitslos gewesen war und mit einem Schmunzeln hatte dieser Kollege noch angedeutet, daß er bei der Firma des Freundes seines Bruders als Mädchen-für-Alles untergekommen war. Die Familie empfand Ernst insgesamt als Klotz am Bein.
Ging man von einem abgekartetem Spiel aus, Bruder und Polizistenneffe wußten Bescheid, dann war alles inszeniert, um Ernst in die Schlagzeilen zu bringen und ihn somit nach Berlin zu katapultieren. Der Bruder der Lockvogel, der Polizistenneffe der Steigbügelhalter und Ernst der Held. Klang logisch.
Aber das war auch wieder irritierend.
Betrachtet man nur mal die Entführer.
Was, wenn die Entführer nicht eingeweiht gewesen waren?
Wenn es sich um einen Zufall handelte, daß die Entführer an dem Abend, während sich Arzt und Krankenschwester im Cabrio liebten, vorbeikamen und sie filmten? Und daraus dann die Erpressung sich ergab?
Nein, das war zu unwahrscheinlich.
Dann waren vielleicht alle eingeweiht? Entführer, Krankenschwester, Arzt, Polizist und Ernst – zum Zweck? Um Ernst einen Aufwind für seine politische Karriere und berlinerische Kandidatur zu vermitteln? Dafür sprach auch, daß nur sie involviert waren und die Polizei außen vorgelassen worden ist; sie waren unter sich und konnten es so hinstellen, daß alles so aussah, als ob die zwei jetzt toten Drogenabhängigen zur Entführung verleitet worden sind.
Der Polizist rümpfte die Nase.
Da blieb nur die Krankenschwester übrig. Sie konnte doch keinen Vorteil aus dem Komplott ziehen. Ihr konnte es außerdem egal sein, ob Karl nach Berlin verschwand oder weiterhin so herumwurschtelte wie bisher.
„Schaun ma mal, was sie zu sagen hat!“

Pentzw
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17. Die Kronzeugin

Beitragvon Pentzw » 22.09.2021, 19:41

Vor dem Kriminaler sitzt ein Häufchen Elend.
Sie hat ein paar Kratzer an der rechten Stirnseite, die wohl von dem Autounfall herrühren mögen. Die Hände, die gefesselt waren, sind an den Pulsadern stark aufgeschürft, so daß das Fleisch rosa-rot schimmert. Die Haare stehen ihr zu Berg, sie wirkt ungepflegt und verwirrt, da sie nicht weiß, wohin mit den Händen. Violette Krähenfüße leuchten unter ihren Augen. Stirnrunzelnd verschränkt sie ihre Finger zu einer einzigen Hand wie zum Gebet und legt die Hände auf den Tisch.
Sie ist diejenige Person von den Beteiligten, die am stärksten von der Entführung mitgenommen worden ist. Das sprach für seine Theorie der Familienverschwörung, denn die eigentlich Betroffenen, nämlich diese Familienmitglieder, Arzt, Polizist und Bruder zeigten kaum, daß die letzten Tagen an ihnen genagt hätten. Nein, wirklich, daß sie dies alles wirklich bis ins Mark und Bein hinein getroffen hätte, wirkten die nicht.
Aber bei dieser Frau schon. Zeichen der totalen Erschöpfung zeigte sie, wie Menschen nach einer schweren Anspannung, die von einer depressiven Leistungshemmung und Antriebslosigkeit gekennzeichnet sind.
Er fragt zuerst, ob sie einen Kaffee wolle, um zu vermeiden, mit der Tür ins Haus zu fallen.
Nach dem ersten Schluck hat der Kriminaler den Eindruck, daß er jetzt die Katze aus dem Sack ziehen müsse, sonst würde das Hinauszögern das hervorrufen, was er gerade vermeiden wollte.
„ Ich komme jetzt nicht umhin, ihnen einige Fragen zur Entführung zu stellen.“ Vorsichtiger geht's kaum.
Sie reagiert nicht. Als ob sie eine Mauer umgeben würde. Sind diese Fragen überhaupt bis zu ihr vorgedrungen? Ihre Finger umklammern krampfhaft den Tassenhenkel und sind schweißnass. Ihr Kopf wankt leicht? Gleichgewichtsstörung? Wahrscheinlich von den Tabletten her, Beruhigungs- oder Schmerzmitteln.
Der Polizist überlegt, wie seine vorher schon angedachte Redewendung ändern, um damit ihre Trance zu durchbrechen. Aber das geht ihr offensichtlich nicht.
„Ich kann ja verstehen, daß sie bestimmt noch nicht in der Verfassung sind, auf meine Fragen zu antworten, nachdem, was sie durchgemacht haben, aber leider muß ich, um die Ermittlungen fortzusetzen, sie verstehen schon...“ Der Kriminaler aber wußte fast überhaupt nichts, geschweige denn, in welche Richtung seine Fragen gehen sollten.
Er wird von einer schüchternen Stimme unterbrochen, die ihn piepsend leise nach dem Stand fragt: „Wovon geht die Polizei aus?“
„Wir tappen noch ziemlich im Dunkeln, muß ich gestehen.“
Was nur genau sagen? Immerhin deutete er aber die Vermutungen einer Verschwörung an, eine geplante Tat, ein ausgeheckter Komplott der Brüder und Verwandten des Chefarztes.
Zweifel bleiben zurück, ob dies richtig gewesen ist, zu sagen. Zu spät.
Die Krankenschwester schaut starr aus dem Fenster. Als ob sie nicht anwesend wäre. Man konnte aus dem Blick kaum etwas herauslesen, nicht, ob sie nachdachte, ob etwas hängenblieb von dem Gesagten und was überhaupt in ihr vorging. Man spürte nur daran, daß sie angestrengt nachdachte, zumal ihre Augen nur aus schmalen Lidern blickten.

Nachdenken tat sie in der Tat: 'Kann ich mich rächen?' - darum drehten sich diese ihr Gedanken. Nur darum.
Es fällt schließlich ihr Blick auf ihren Gegenüber.
„Ja!“, sagt sie. „Dies könnte durchaus ein abgekartetes Spiel gewesen sein. Dieser, dieser Ernst hat sich so merkwürdig benommen.“
Der Polizist lehnt sich nach vorne.
„Wie?“
Zunächst kommt nichts. Er muß sie noch einmal anstoßen, indem er aufmunternd mit dem Kopf nickt, will heißen: wie, wie, wie!
„Als wäre er ein Held, ein Erlöser, Lebensretter, wenn Sie wissen, was ich...“
Etwas verzögert, obwohl's ihm längst auf der Zunge lag, antwortet er: „Aber das könne unter den gegebenen Umständen durchaus normal gewesen sein.“
Wieder verzögert kommt die langsam ausgesprochene Antwort, die aber sehr bestimmt klingt: „Nein wirklich nicht. - Der ist nicht ganz normal! Größenwahnsinnig, wenn sie wissen, wie ich das meine...“
Sie hat dies gesagt, obwohl sie sich nach dem Umfall um Ernst krankenpflegerisch gekümmert hat, der durch Aufprall auf Blech, Kanten und Ecken von starken Schürfwunden schwer angeschlagen und gezeichnet gewesen war. Man kann durchaus sagen, sie haben sich danach auch sehr gut verstanden und es ist sogar so etwas wie eine kleine Verbundenheit entstanden. Er hat nach dem Unfall aus dem Krankenhausbett heraus ein paar Mal nach ihr gefragt und sie ist gekommen. Warum sie es getan hat, weiß sie eigentlich gar nicht. Bestimmt wieder ihr Helfersyndrom. Denn schlecht ging es ihr ja auch. - Trotzdem, egal wie, er gehört zu dieser Familie des Mannes, der ihr so übel mitgespielt hatte, zu diesem Chefarzt, der sich gleichgültig, gefühllos und indolent verhalten hat gegenüber den bestialischen Vergewaltigern, Entführern und Erpressern, denen sie so dermaßen hilflos ausgeliefert gewesen war, daß es ihr ihm nachhinein noch die Sprache verschlägt. - Und für all das mußte er büßen – und traf es seinen Bruder, diesen Ernst, dann traf es auch ihn, diesen Arzt.
Der Polizist lehnt sich zurück.
Er denkt, das passt gut zu meiner Variante: alles geplant. Ernst ist euphorisiert, weil er weiß, daß er bald nach Berlin kommen wird, so daß alles deswegen aus dem Ruder gelaufen ist am Schluß?
Hm?

Es kommt ein Telefongespräch ins Büro des Kriminaler.
„Entschuldigen Sie!“, und er hebt ab. Während er spricht, blickt er direkt in die Augen der Krankenschwester, die diesem Blick begegnet. Wahrscheinlich geht es um sie, sie glaubt zu wissen, worüber die Telefonierer sprechen. Sie ist empört, sehr, sehr empört jetzt. Der Kriminaler schaut ein paarmal recht scheu in die ein oder andere Ecke, was ihre Vermutung bestärkt. Ihre Wut, ihr Haß, ihr Rachedurst wächst damit ins Unermessliche.
Der Kriminaler legt auf, die Krankenschwester sagt: „Ich glaube zu wissen, worüber Sie gesprochen haben.“
Er schaut sie einen Moment fragend an, antwortet jedoch nicht. Nun hat sie Sicherheit.
„Liege ich richtig?“
„Wie meinen?“
Noch verärgerter ist sie, daß der Kriminaler, obwohl er genau weiß, was sie andeutet, so tut und spielt Mein-Name-ist-Hase-ich-weiß-von-nichts.
„Sie haben sich über ein Video unterhalten.“
Zögerlich stimmt er zu. Es ist ihm hochnotpeinlich einerseits, andererseits weiß er an dieser Stelle noch nicht, wie er dies einschätzen soll, daß er dieses sein Wissen der Krankenschwester gegenüber so freimütig einräumt.
„Ja, leider!“
„Ich verstehe!“
Damit ist es sicher. Sie barst vor Ärger und Wut. Die Finger ihrer Hand pressen sich in das Fleisch der Handinnenfläche und ihre Handknochen sind leichenblaß weiß. "Ich muss mich rächen, rächen..."

Pentzw
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18. Angepißt

Beitragvon Pentzw » 30.09.2021, 20:53

Sie erinnerte sich, daß der Blonde das Video auf eine Website hochgeladen hatte, ließ sich dessen Namen vom Kriminaler geben und suchte im Internet nach der Website. Sie war pass erstaunt, daß ihr Gesicht nicht auf diesem Video erkennbar war. Rechtzeitig hatte sie sich schnell zurückgezogen und war aus dem Kameraausschnitt gewichen, ohne daß ihr Gesicht erkennbar gewesen wäre.
Das war gut.
Ihr Plan war klar.
In der Folgezeit heftete sie innerhalb des Krankenhaus auf schwarze Bretter Flyer mit dem Link dieser Seite. Desgleichen schickte sie Briefe mit diesen an die zwei Zeitungen vor Ort. Einen anderen an den Pfarrer der Gemeinde, war der Arzt und seine Familie doch tief verwurzelt in der dortigen religiösen Gemeinde. An die örtlichen Wohlfahrtsverbände, deshalb, weil sie vermutete, einige seiner Verwandten dürften dort in einem Seniorenheim untergebracht sein und der Klatsch und Tratsch war der beste Brandbeschleuniger. Sie bedachte auch das ein oder andere Geschäft in der Kleinstadt des Arztes.
Sie fürchtete sich natürlich vor der Reaktion des Arztes.
Sich ihm zu entziehen, war leicht gewesen zum Beispiel Mittags in der Kantine, wo stets viele Menschen zugegen waren. Sie mußte nur darauf achten, sich nur nicht allein an einen Tisch zu setzen, mochten es auch Fremde sein, aber so tun als ob man zu ihnen gehörte, war gut und genügte schon, höchstens zwei Stühle Abstand zu halten, Hauptsache von fern als zu einer Gruppe gehörig erscheinend, das hieß auch stets lächeln, nicken und den Kopf und Rumpf zu ihnen geneigt halten.
Bislang konnte sie sich ihm auch anderwärts stets entziehen, ausweichen, dünnmachen, indem sie sich schnell zu anderen gesellte, sofern sie ihn kommen sah, oder sich bewußt ins Gespräch mit den Umstehenden stürzen, nicken, gestikulieren und bejahen, auch wo es unnötig erscheinen mochte, egal, nur um nach außen zu signalisieren, ich habe zu tun, ich bin umringt, es gibt Zeugen.
Er erwischte sie jedoch just in einer Ruheecke.
Sie wurde von hinten schmerzhaft an ihrem Arm gefaßt : „Hör auf damit!“ „Womit?“ Sie entriss sich dem Klammergriff, indem sie sich schnell herumdrehte.
„Du weißt ganz genau womit! Du bist es doch, die diese Schmutzkampagne macht. Mensch – ich hab schon genug mir allem anderen zu tun und als ob ich nicht genug Ärger hätte, kommst Du daher.“
„Oh, so ein Pech! Deine Frau lässt Dich wohl gar nicht mehr drauf, war sie sonst schon so etetepete im Bett gewesen!“
Ein Moment fürchtet sie seine Reaktion, aber gleichzeitig spürt sie Erleichterung, es endlich geschafft zu haben, ihn anzufahren.
„Das ist geringste Problem, aber schon schlimm genug, kann ich Dir sagen. Aber die Behörden, Steuer...“
Er so von sich dermaßen eingenommen, daß er nicht einmal ihre ironische Bemerkung erfasst. Mittelpunkt der Welt, kreist um sich selbst, sieht nur seine eigenen Wunden, während andere vor seinen Augen verbluten.
Nur kein Verständnis aufbringen, kein Mitgefühl für Sorgen, kein Mitleiden für Wehwechen des kleinen Jungen, endlich Schluß damit. Jetzt stand sie im Mittelpunkt, ihre Rache im Fokus, ja R a c h e!
Warum?
Ausgeliefert worden diesen Brutalos. Gedemütigt worden bis Mark und Bein hinein, geschändet und mißbraucht und er schaut weg, dieses Aas!
Ein langer Blick in ihr Gesicht, bis sich seine Miene plötzlich aufhellt, erfasste er doch plötzlich ihre Lage: „Du bist sauer! Du fühlst Dich angepisst – das ist es!“
Das war es nicht alles, aber typisch, er erfasste es nicht.
Aber dieses-Wort „angepisst“ schlug ihr ins Gesicht, weil es so wahr war dadurch, daß es ausgesprochen worden ist, noch wahrer und brutaler als alles gewesen war.
Ja, man hatte sie angepisst, und er sie obendrein auch, das ist es letztlich!
Das Wort „angepißt!“ stand jetzt im Raum, schwebte über sie, ein Damoklesschwert, daß jetzt auf ihre Häupter heruntergesaust kam.
In diesem Moment war die Trennung perfekt!
„Wie würdest Du das sonst bezeichnen?“ Keine Sekunde gab sie ihm Zeit zu antworten, geistesgegenwärtig redete sie weiter: „Aber Dir war und ist das gleichgültig, scheißegal, wurscht – ach, vergiß es!“
Er lange demonstrativ an seinen Hals. Als ob Abschürfungen von der Krause her sein Martyrium ihrem gleichstellen könnte.
War aber nichts, nichts war am Hals zu sehen.
„Du weißt, mir wurde auch ganz schön übel mitgespielt!“, untermalte er seine wirkungslose Geste. „Da sieht man nichts!“
Das war's: sein Lamentieren stand ihm nicht zu. Zudem auch, weil er der Mann war, der Gebieter, ihr Chefarzt!
Alles passte einfach nicht mehr zusammen.
Hilflos wütend und ziellos empört stand er da.

Außerdem und wenn schon. Ha, alle hatten Federn lassen müssen, zweifelslos. Der Punkt war nur der, wie man mit diesem Leiden umging. Und da hatte er in seiner feigen Art, Du gehst mich nichts an, von mir aus können sie Dich Tag und Nacht mißbrauchen und notzüchtigen, alles zerstört und zerbrochen zwischen ihnen...
Dafür forderte sie Genugtuung, Widergutmachung, Bezahlung, aber nur in ihrer Währung. Mit Blut würde er bezahlen müssen, ihretwegen auch bis in den gesellschaftlichen, existentiellen Ruin und Zerstörung hinein, dieser Egoist. Nicht mehr war sie dessen dumme, kleine Krankenschwester mit Aufblick zum großen Gott Chefarzt, die sich Hoffnungen machte wie diese dummen Gören in diesen Groschenromanen.
„Du hast mir längst nichts mehr zu sagen,“, schrie sie ihn ins Gesicht. „Die Zeiten sind vorbei, daß ich Dich respektierte!“
„Was, was sagst Du da Dummes!“, und er stieß sie hinter ihr auf das Möbelstück in der Nische, auf dieses quaterförmige Sitzpolster. Die Nische war von Vorbeigehenden wegen großer exotischer Topfpflanzen nicht einsehbar, zumindest nicht, wenn man nicht senkrecht davor stand. Ein ideales kleines Versteck, um sehr privat und intim zu werden oder wie jetzt, Tacheles zu reden. Er setzte seine Knie auf ihren Bauch, die quer über das Polster lag, die Arme in die Taille gestemmt und schaute von oben herab auf sie hinunter: „Wie, was welche Zeiten? Als ob Du nichts davon gehabt hättest vom Bumsen, Du!“
Er merkte doch, er war zu laut geworden, senkte die Stimme und setzte damit fort, was es nur noch dringlich zu sagen gab, aber eindringlich und leise. „Wenn Du nicht Ruhe gibst, wirst Du mich kennenlernen!“
Plötzlich hörte man ein Quietschen. Es war die sich öffnende Tür der Sakristei anbei, der kleinen Kapelle des Krankenhauses. Wie von Geisterhand kamen ein Sarg herausgeschoben, hinterher ein zweiter und die wurden in den sich verflüchtigenden, schallenden Korridor zur Pathologie hin geschoben. Aus dem Hohlraum des Korridors kamen Fahrgeräusche echogleich und zweiversetzt zurück.
Sie warteten und lauschten diesem Geräusch, bis, was sie kaum sehen konnten, die Särge hinter braunen Schiebetüren verschwanden, die zusammengeschlagen wurden, als es das schaurige Schauspiel beendete. Mit diesem sehr dunklen Schlag, als wär es ein Startsignal, wandten sich beide wieder einander zu, wie zwei Ochsen, die den Kopf zum Kampf senkten.
„Du hast doch Deine Rache gehabt. Die Gauner sind tot. Was willst Du noch?“
„Dich! Dich will ich treffen!“, schrie sie ihn keine Sekunde zögernd an.
Erschrocken tat der Arzt seine Knie herunter, sie sprang auf, lief an ihn vorbei, um die Flucht zu ergreifen. Inzwischen hatte er sich wieder gefangen und brüllte ihr nach: „Du wirst ja sehen. Ich habe Dich gewarnt!“
Sofort machte sie eine Kehrtwendung und erwiderte im gleichen Tonfall: „Ja, das werden wir ja sehen!“
Der Arzt stand allein gelassen da und schäumte, fauchte und dampfte sprichwörtlich vor Wut, wobei seine Arme an seinem Körper als Zeichen der Hilflosigkeit herunterhingen, aber seine Hand, als Zeichen seiner Entschlossenheit, zu einer Faust geballt.
„Damit wirst Du nicht durchkommen!“, schrie er sich selbst zu. Sie war schon um die nächste Ecke verschwunden. Aus der Kapelle kam der Priester im schwarzen Talar und schaute ihm mit einem entgeisterten Blick an.
Er drehte sich rasch um und starrte aus dem Panoramafenster.
Ein großer, hutförmige Hügel. Auf dem Plateau lugten verdeckt hinter Bäumen Burgmauern hervor. Auf den Abhängen sah man große dürre, kahlgeschorene Bäume des Herbstes, die ihre große Schatten auf den sie eskortierten Schotterweg warfen.
Über allem stand der goldene Vollmond in einer seltenen Schärfe. Er schaute lange auf ihn, erkannte dessen Konturen glasklar und scharf, fühle sich sehr allein, mit einem Mal wurde ihm klipp und klar, was zu tun war.

Pentzw
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19. Der perfide Plan

Beitragvon Pentzw » 07.10.2021, 19:44

Dem Arzt wurde von hinten ins Ohr geflüstert: „An Deiner Stelle wäre ich gerne gewesen!“
Er befand sich sonntags vormittags in der Kirche. Neben ihn saß seine Frau, danach die beiden Kinder. Bevor er der Gottesdienstzeremonie gemäß dabei sein mußte, sich zu erheben, wandte er automatisch den Kopf nach hinten, sah einen alten Bekannten, einen Einheimischen, sozusagen Spielkameraden, einem der wie er in dieser Stadt geboren worden war und sagte erstaunt: „Wobei?“
„Na, Du weißt schon!“, kam es prompt mit übertriebenen Augengeklimpere und einem recht übermäßig süffisanten Lächeln, das nahezu verschämt wirkte, denn das Gesicht zog, wie wenn es einen Drall hätte, dabei nach links hinten in die Halsbeuge.
Nun mußte er sich zum Gotteslob erheben, was ihm gerade recht war, denn er wußte im Moment gar nicht, was er mit dieser Aussage anfangen sollte. Im Chor betete man das Vaterunser und je länger es dauerte, desto mulmiger wurde es ihm.
'Kann das sein, daß der Porno allmählich die Runde machte?“ Die rufschädigenden Machenschaften der Krankenschwester zeigten mittlerweile ihre Wirkung. Gut, andererseits war er, er konnte es nicht leugnen, auch sehr geschmeichelt. Es war schon ein Ding, das seinesgleichen suchte, einen Porno zu drehen, der so viel Furore machte. Sein Bekanntheitsgrad stieg damit und das schmeichelte ihn nun einmal.
Er schaute um sich. Dort sah er einen Bekannten. Er sah zu ihm her. Schaute er nicht etwas scheel, den Kopf schräg haltend, denkend, von dieser perversen Seite her kenne ich ihn gar nicht, den ich mein Leben lang schon kenne; hätte ihm gar nicht zugetraut, aber...
War es Bewunderung, ein gewisser Respekt? Aber Mann, was denkst Du Dir, sagte er sich. Bist Du verrückt, darüber Dich zu freuen und zu denken, andere beneideten Dich. Vielleicht der Idiot hinter dir tut es, aber er wird entschieden in der Minderzahl sein. Die meisten werden nur eins Denken: von wegen, selbst in den Ehrbarsten – wie du giltst – schlummern mitunter die schlimmsten Dinge, die man nicht vermutet hätte.
Das wurde gedacht, Mann, wach endlich auf! Gefahr droht unendlich!
Plötzlich wandelte sich der Grund der Schmeichelei urplötzlich in das gerade Gegenteil, denn dieser hinter ihm intendierte Aussage mit seiner zweifelhaften Schmeichelei überschritt den Rubikon: : „Hoppla, da inszeniert sich einer?“
Mochte es dieser Idiot noch von der heiteren, hinnehmbaren Seite neben. Wer aber mochte das Allerschlimmste denken: Ist unser Chefarzt vom Ort jetzt größenwahnsinnig geworden und schert sich einen Dreck darum, welchen Leumund er mittlerweile hatte oder bekäme, so unangreifbar und hochgehoben fühlt er sich jetzt.
Dies konnte überhaupt nicht angehen!
Das war die höchste Alarmstufe!
Die Gewissheit breitete sich aus, die meinte, das eins hinfällig geworden ist, wovon er bislang ausgegangen war, daß sich vielleicht nur jeder Zehnte die Mühe machte, den verbreiteten Link aufzurufen und sowie der Pornostar überhaupt zu erkennen und zuzuordnen war, war nicht gesagt, ob sich derjenige welche weiter darum scherte und stattdessen dachte. „Wer so etwas verbreitet, ist ein Schwein!“, ein böser Scherz, dieses ganze Unterfangen, jemanden so zu kompromittieren – und er würde es vergessen.
Diese Reaktion des Kirchganggängers hinter sich verwies eine andere Dimension, zeigte, sein Verhalten wurde allmählich ruchbar, sprang mittlerweile wie ein Buschfeuer von einem zum anderen. Wen wundert es, war er doch Mitglied in jedem Klickerleins-Verein vor Ort. Zudem hier geboren. Auch seine Frau.
Hätte er doch nur eine Auswärtige geheiratet, die Auswahl hatte er gehabt!
Es mußte etwas unternommen werden, nur was, nur wie?
Wie?
Natürlich Ernst!
Ernst könnte da, wie immer, als der Mann fürs Grobe, der Spezialist für Beseitigung von Unrat und Sperrigem jeglicher Form, Abhilfe leisten. Der wird bestimmt auch mit der Krankenschwester fertig.
Nur wie?
Perfide Gedanken kamen ihn durchs Gehirn. Oder auch nicht so perfide. Jedenfalls für einen Arzt naheliegend.
Nichtsdestotrotz würde es schwierig werden.
Ernst war vielleicht gaga, sprich hörte hin und wieder Stimmen, aber deswegen war er noch lange nicht schwachsinnig. Im Gegenteil. Er wußte immer sehr wohl, was Sache war.
Aber er war beeinflußbar.
Unter normalen Umständen wenigstens.
Der Arzt hatte jedenfalls Hoffnung und nahm mit ihm Kontakt auf.
„Du weißt, was für Bilder im Internet kursieren?“
„Wie?“
„Du weißt schon, was ich meine!“
Ernst wußte zwar im ersten Moment nicht, worauf sein Bruder anspielte, aber blöd dastehen wollte er auch nicht und nickte ergeben.
„Nun, damit dies ein für allemal ein Ende hat, müssen wir der Verbreiterin dieses Video ihr Handwerk legen, findest Du nicht auch?“
„Aber natürlich!“ Immer noch nicht genau wußte er, worum's ging.
„Also, dieses Video können wir nicht mehr löschen, aber Derjenigen an den Kraken gehen.“
„Ja!“
„Und wenn ein schlechtes Licht auf Deinen Bruder fällt, Ernst, dann fällt auch ein schlechtes Licht auf unsere Familie und auf Dich und Deine Karriere, das weißt Du doch!“
„Ja, schon!“ Er verstand in Wahrheit immer noch nichts anderes als Bahnhof.
„Okay, da müssen wir handeln!“
„Ja, klar!“
„Also, ich habe mit dieser Person schon gesprochen, sie lässt sich unmöglich von ihren perfiden Handlungen abbringen – wir müssen ihr deswegen das Maul stopfen!“ Der letzte Halbsatz war im Crescendo ausgesprochen worden und Ernst, der bei der Bundeswehr war, schlug instinktiv unterm Tisch die Hacken zusammen.
„Jawohl! Das Maul stopfen!“
„Zudem ist Gefahr im Verzug!“
„Da müssen wir uns aber beeilen!“
„Du sagst es!“
Klar, Ernst verstand, zumal da sein Bundespräsidenten-Amt in Gefahr war. In spätestens einem halben Jahr stand dieses zur Disposition, worauf er sich gut vorbereiten und bestens positionieren musste. Die Presse würde natürlich alle Kandidaten abchecken, schmutzige Wäsche waschen, in den familiären Hintergrund rumstochern und sollte ein Bruder darin auftauchen, dem was auch immer Schlechtes nachgesagt wurde, warf es einen Schatten auf den Kandidaten.
Ernst atmete schwer durch.
Dass das gleich so schnell ging, wenn man hoch hinaus will in der Politik, daß man hart durchgreifen, zuschlagen, sich verbittert wehren mußte - damit hatte er nicht gerechnet, vermutet, daß dies eher irgend einmal der dann der Fall sein wird, wenn er mittendrin im Politsumpf steckte, also frühestens mit seiner Ära Berlin. Die auf dem Spiel stand.
So ist es! Also, keine Zeit für Kopfschütteln, Sich-Wundern und Zögern und Zaudern. Zuschlagen! Zurückschlagen!
Nur was wurde von ihm verlangt?
„Soll ich mit dieser Person ein ernstes Wort wechseln!“
Der Chefarzt schaute diesen Naivling von Bruder mitleidig an. In welcher Welt mußte man leben, um so naiv zu sein?
„Da braucht es ein bißchen mehr, Brüderchen!“
„Hm! Was sollte das sein, das Bißchen-Mehr?“
Steckte da Widerspruch drinnen? Daß es gar so nuschelig kam, ist schon Zeichen dafür.
„Lall nicht rum, Ernst! Gib klare Antwort. Deutliche Worte, Kleiner.“
Ernst war der Ältere, aber so hatte ihn sein jüngerer Bruder immer behandelt, von oben herab.
Ernst kam ins Stottern. Er machte einen neuen halblauten Anlauf. Wieder äußerte er sich wenig inhaltlich und zumal ausdrücklich klar. Das brachte den Arztbruder völlig auf die Palme. Leider mußte man seinem Bruder manchmal mit einem gehörigen Dämpfer zur Minna machen, bevor er ansprang.
„Verstehst, diese Person will und will unter keinen Umständen mit ihrer Schmutzkampagne aufhören, auf Teufel komm raus nicht. Ich habe es auch schon versucht, mehrmals. Vergeblich! Die braucht härtere Bandagen, knallharte. Da müssen wir leider sehr brutal zuschlagen.“
Das klang richtig gefährlich. Als Jugendliche war das kein Problem gewesen, wenn es darum ging, einen aus einer verfeindeten Gang mal zu zeigen, wo der Bartel den Most holte, was eine Harke war und null problema etwas physische Gewalt anzuwenden, wenngleich es Ernst sehr verhaßt war. Aber heute, in ihrem Alter - sie waren ja schließlich, Familienväter, Gesellschaftsmenschen – das war denn doch nicht so einfach.
Der Arzt merkte, dies würde so nicht hinhauen, Ernst hatte immer noch nicht kapiert. Brüderchen mußte eindringlich rübergebracht werden, was auf dem Spiel stand.
„Weißt, Karl, mein Freund, Dein Chef, er sieht sich nicht mehr länger in der Lage, einen aus unserer Familie bei sich zu beschäftigen, wenn das herauskommt, was unseren Familien-Ruf ruiniert.“
Ernst war zwar immer noch nicht klar, was eigentlich der Gegenstand dessen war, was ihren Familienruf so sehr zusetzte, aber wenn es der Bruder sagte, wird es schon seine Wahrheit haben. Er weiß, wann er die Alarmglocken anschlagen muß.
Ernst hatte bei Karl den Mädchen-für-alles-Job in dessen mittelständisch-großen Firma bekommen. Ein Minimum an Zugeständnissen für den Arbeitsmarkt, den Ernst bewältigen konnte bei dessen labiler psychischer Konstitution. Schwer genug war es gewesen, Ernst hier unterzubringen, eben nur bei einem befreundeten Unternehmer, der hin und wieder fünf gerade lassen konnte bei einem solchen Beschäftigten. Und noch einmal auf der Straße zu stehen, hätte für Ernst das Ende bedeutet. Das Ende seiner bürgerlichen Existenz. Die Aussicht, noch einmal etwas ihn zu finden, wo er nicht gelegentlicher Gast der Psychiatrie, Dauergast der Straße, permanente Zielschiebe der Behörden wäre – war gleich Null.
Dies wußte Ernst. Das kam unter keinen Umständen mehr in Frage!
Wenn notwendig, folgte er blind, damit dies nicht mehr eintrat. Mochte es auch seinen endgültigen Absturz bedeuten. Dessen war er sich gar nicht richtig bewußt. Er war wütig und aufgestiert wie von der Tarantel gestochen, kurzum bereit, alles dafür zu tun, um nicht wieder in der Gosse zu landen.
„Du bist mit der Krankenschwester mittlerweile vertraut?“
„Ja, wir sind uns nach dem Unfall nähergekommen. Sie hat mich notdürftig behandelt, bis die Sanitäter gekommen sind. Dann habe ich sie im Krankenhaus getroffen, äh, sie hat mich ein paar Mal in meinem Zimmer besucht!“
Der Arzt wird ungeduldig, es interessiert ihn sonst nicht weiter, was ein Fehler ist, aber ob die sich nun näher gekommen sind oder nicht, es sprach für seinen Plan.
„Gut, dann kannst Du Dich mit ihr ohne weiteres in Verbindung setzen, wenn Du willst!“
„Klar!“
„Wir machen hiermit Nägel mit Köpfen!“
Er legte vor Ernst auf den Tisch: eine Tinktur, eine Flüssigkeit, nämlich Gift in einem Fläschchen und eine Spritze.
„Weißt Du, wie Du damit umgehen musst?“
„Ich glaube schon!“
„Schau her, ich zeig's Dir.“
„Sauge aus der geöffneten Flasche Flüssigkeit mit der Spritze. Dann halte die Spritze senkrecht und drücke so lange auf diese, bis Bläschen herauskommen. Sobald Flüssigkeit kommt, ist genug. Dann spritzen.“
„Aber ich hab das noch nicht gemacht. In die Vene spritzen, ist das nicht kompliziert, eine richtige, dicke Vene zu erwischen?“
„Hier ist das egal. Spritz es irgendwohin unter die Haut, ganz einfach, in den Bauch, in den Rücken, in den Hintern, egal. Die wirkt so auch. Okay?“
„Okay!“
„Na, dann nicht daneben kleckern!“
„Ja, ich tu mein Bestes!“
„Hoffentlich ist es genug.“
„Ja, hoffen wir mal!“
„Also, ran an den Speck!“
„An welchen Speck?“ Ernst stand mal wieder auf dem Schlauch.
Der Bruder verdrehte die Augen, so daß Ernst Bescheid wußte, daß er sich dumm anstellte und den Mund hielt, in der Hoffnung, daß ihm später noch ein Licht aufgehen möge.

Pentzw
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20. Liebe ist nur ein Wort. Gift die Lösung.

Beitragvon Pentzw » 19.10.2021, 19:51

Der Vollmond stand immer noch und wieder überm Hügel. Das bleiche, goldene Licht fiel ins Schwesternzimmer, eine kleine Suite im Schwesternheim des Krankenhaus. Im Bett, ein Konfektionsbett, schlicht, einfach, funktional, an der Wand mit einem Regal abschließend und für zwei Personen zu schmal, liegen Ernst und die Krankenschwester, beide halb ausgezogen, sie im Schlüpfer und BH, er in Unterhosen und Unterhemd.
Weiter kamen sie nicht. Einer war blockiert. Und das war Ernst.
Er schaute auf seine Zehe, auf die große links und rechts, er schaute auch auf ihre. Es war beschämend, was er sah und fühlte. Er roch seinen beißenden Schweiß, er roch ihren zudem. Es roch widerlich und abstoßend.
Er hatte es noch niemals mit einer Frau gemacht und war von daher zickig, ängstlich und gehemmt wie eine Jungfrau. Kann man dies so sagen? Nein! Es war mehr, es war wie eine Welt, die auf der Kippe stand und zusammenbrechen drohte. Es war eine Weltweisheit, die aus den Fugen geriet.
Er war im Bewußtsein aufgewachsen, ein Solitär zu bleiben, im Zölibat zu leben, als katholischer Pfarrer eben, keusch und unbefleckt.
Aber hier nun war dessen Ende abzusehen. Ein kritischer Punkt.
Die Krankenschwester zögerte, überlegte, ob sie einen Mann gegen seinen „Willen“ oder was immer es war, entjungfern sollte? Für eine Frau ein schwerwiegender Entschluß.
In Ernst brodelte ein Vulkan.
Einerseits wünschte er, es hinter sich zu bringen, andererseits empfand er dies als Sünde. Sicher, geblasen hatte sie ihm schon ein paar Mal einen, aber die Vereinigung zwischen Mann und Frau fand auf einer anderen Ebene statt. Man schaute sich Angesicht zu Angesicht an, man war sich so verdammt nahe, wie es nur ging.
Und dann der Druck seines Bruders.
Eigentlich wußte er gar nicht genau, weswegen er der Krankenschwester, die er eigentlich mochte und die er sehr sympathisch fand, ein Leid antun sollte, aber es war nun einmal der Bruder. Was sagte man? Blut war dicker als Wasser.
Die Waage schlug mal in diese, mal in jene Richtung aus. Meist war sie unentschieden. Aber ja mehr er darüber nachdachet, was er hier machte und wozu er eindeutig von der Krankenschwester gedrängt wurde, welches in die Kategorie Sünde einzuordnen ist, desto mehr schlug es in die andere Richtung aus, die da sagte: Nägel mit Köpfen machen! So schmerzhaft es auch sei. Und so blutig!
Sie lagen in horizontaler Lage nebeneinander, atmeten beide schwer und Ernst schaute sie von der Seite an. Wie eine heruntergekommene Hure sah er sie, die personifizierte Sünde, Verdammnis und Klarheit mit dem Kainszeichen auf der Stirn, das sagte, was sie vorhatte: dieses schmutzige Hin- und Hergevögle, wie er es von Pornos her kannte. Wie sie es auch schon mit ihrem Bruder getrieben hatte. Angeblich.
Wollte er das?
Nein!
Auch die Krankenschwester stand vor einer schweren Entscheidung und einem Wendepunkt. Ihre Hin- und Herüberlegung, ob sie als Frau einen Mann entjungfern sollte, hatte sie die letzten Tage schier zerrissen. Schließlich war sie zum Entschluß gekommen, es wenigstens zu versuchen. Hier nun aber, kurz davor, merkte sie, daß sie es einfach nicht konnte.
Also war es Zeit, mit der Wahrheit ans Tageslicht zu kommen. Sie hatte sich vorbereitet, für den Fall der Fälle, der jetzt eintrat, hatte ihren fahrbaren Schreibtisch nahe ans Bett gefahren, auf dem der Computer stand, der bereits eingeschaltet war, als Ernst kam. Die entsprechende Web-Seite war auch online. Sie brauchte nur auf ihre Fernbedienung drücken und der Computer fing an zu laufen, die Seite sich aufzubauen und es lief ab, was sie eingestellt hatte, und was sie jetzt tat.
„Schau mal!“
Ernst schaute sich schier Bauklötze aus den Augen.
Ein Kopf, der sich in Exstase hin- und herbewegte über den Fahrersitz eines Autos, darunter ein dickhaarige Frau, deren Kopf sich auch bewegte, aber anstatt von links nach rechts, von oben nach unten. Dann bewegte sich die Frau weg, bis sie vollends aus dem Video-Blickwinkel ist und man nur noch einen aufrecht dastehenden, stark vibrierenden Penis des Mannes gewahrt. Der Kopf des Manes dreht sich um direkt in den Blick des Zuschauers und erstarkt. Sein Bruder.
Ernst ist entsetzt. Aber noch mehr verwirrt.
Aber als die Krankenschwester sagte: „Ja, das ist Dein Bruder. Und rate Mal, wer die Frau ist?“
„Hm!“
„Schwer zu erkennen. Schau es Dir noch einmal an. Schau auf die Haare. Kommen die Dir nicht bekannt vor?“ Und sie zupfte an ihren und zog sie immer wieder in Locken lang und kurz, kraus und gerade.
Ernst dämmerte allmählich, wer die Frau war.
Das war zu viel. Er war zunächst in einem starken Impuls eifersüchtig auf seinen Bruder, dass er es mit seiner Liebe trieb, dann wütend auf die Geliebte neben sich und in einem Kurzhandlung stand er auf und sagte: „Moment mal!“, kramte in seinem Rucksack nach der Kulturtasche und ging ins Bad. Im Täschchen befanden sich merkwürdige Utensilien. Er öffnete das kleine Serums-Fläschchen, zerriß das Einwickelpapier der Spritze und zog mit dieser aus jenem Teil eine Flüssigkeit heraus. Aufrecht haltend, drückte er die Spritze so lange, daß sich auf der Spitze Bläschen bildeten. Dann war er so weit.
Er drehte sich um, verbarg die Spritze hinter seinem Rücken mit einer Hand, mit der anderen öffnete er die Badtür.
Sie lag in perfekter Stellung auf dem Bett, nämlich auf dem Bauch und blätterte in irgendwelchen Illustrierten. Er näherte sich ihr. „Bleib ruhig liegen, ich habe meine Medikamente genommen, ich kann jetzt nicht gleich. Eine halbe Stunde müssen wir noch warten.“
„Gut!“, sagte sie, ohne sich umzuwenden oder auf ihn zu schauen.
Sowie er sich aufs Bett legte, spritze er ihr tatsächlich mit der Kanüle dort in die Bauchflanke. Sie drehte sich abrupt um. „Was hast Du gemacht?“ Er warf sich einfach auf sie, um sie mit seinem Gewicht zu unterdrücken und unten zu halten, so daß sie nicht fliehen konnte, um Hilfe zu holen oder irgend etwas in dieser Richtung.
„Du hast meinem Bruder schwer beleidigt, was Böses angetan, ich weiß zwar nicht, was, aber von ihm habe ich diese Spritze bekommen.“
„Dein Bruder, dein Bruder, ich war jahrelang seine Hure. Er hat mich dauernd gefickt“, schrie sie laut und verdruckst, da sie kaum atmen konnte unter seinem schweren Gewicht.
„Was sagst Du da? Das stimmt doch nicht. Er ist verheiratet!“
„Aber ja, warum sollte ich lügen? Er ist ein Lügner, Betrüger, Ehebrecher. Jetzt hat er Angst mit den Ermittlungen zu der Erpressung, daß alles ans Tageslicht kommt. Deswegen hat er Dich dazu angestiftet, mich aus dem Weg zu räumen, damit er nicht in schlechtes Licht gerät und seine Ehe und Ehre einen Kratzer bekommt.“
„Was?“
Ernst ließ etwas nach, lockerte die Umklammerung.
„Siehst Du dort den rosa Zettel an der Pin-Wand?“
„Ja!“
„Darauf steht ein Internetlink, eine Portaladresse, das Video, das ich Dir gerade gezeigt habe. Schau es Dir genau an. Da siehst Du mich und Deinen Bruder, dann weißt Du, dass alles wahr ist, was ich gesagt habe.“
Freilich erkannte er nur den Bruder, nicht aber die Frau, mit der es dieser trieb. Na, aber die Evi, die Ehefrau konnte es kaum sein, die hatte dunkle Haare.
Ernst wurde es mulmig. Vielleicht hatte er falsch gehandelt? Aber es wurde mit jeder Sekunde weniger wichtig, weil die Krankenschwester sich bereits in heftigen Schmerzen krümmte und jetzt wohl bald hinüber sein würde.
Panik kam in ihn trotzdem: „Was habe ich getan? Was habe ich getan? Was habe ich getan!?“
Er ging ans Fenster, schaute in die weite Schlucht des sechsten Stockwerkes hinunter, schaute in den Himmel, es war Abend, der Mond, obwohl noch heller Tag war, zeigte sich bereits, der Mond in seiner verschwommenen, silbernen Gestalt vorerst.
Als er sich umwendete, lag der Körper der Krankenschwester bereits tot auf dem Bett.
Hatte er recht getan?
Sie lag da auf dem Bett verbogen und verkrümmt wie ein Embro und, wie es sich gehörte und wie man es machen mußte, spannte er nun ein Betttuch über sie. Er tat wieder seinen Kulturbeutel zurück in seinen Rucksack, zog ihn sich um über und riss zuletzt den Zettel mit dem Link von der Pinnwand herunter. Ein letzter Blick auf die Krankenschwester, die er eigentlich sehr gemocht hatte, niemals nicht jemals eine Frau mehr gemocht hatte – vielleicht Liebe? Was immer das sein mag.
Dann verließ er das Zimmer. Er hatte den unbedingten Drang, eine Antwort zu bekommen, ob er recht getan hatte, denn das wußte er überhaupt nicht. Er meinte, sein Bruder, müßte ihm die Antwort geben können, er war es ihm schuldig, er wußte die Antwort, ja.
Aber irgendetwas stimmte nicht, fühlte er wage.
Er hatte einen Anspruch auf Rechenschaft, Aufklärung, Klarheit.
Und nur sein jüngerer Bruder konnte sie ihm geben. Das wußte er, wenn, dann nur dieser...


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