Eine Bettgeschichte
Es ist ein heller Herbsttag. Die Sonne scheint in mein Appartment und taucht es in warmes Licht. Ich sitze in dem einzigen Sessel im Zimmer und starre das Bett an. Das Zimmer ist klein und nur spartanisch eingerichtet. Ein Sessel, ein Fernseher auf dem Boden, daneben eine Stereoanlage, ein kleiner Runder Tisch mit zwei Stühlen und ein selbstgebastelter Computertisch in der Ecke am Fenster. Keine Bilder, keine Regale. Und links in einer Nische das Bett. Schliesslich will ich hier nicht lange bleiben. Das wollte ich von Anfang an nicht. Nur ein paar Monate, bis ich mich entschieden habe, wie es in meinem Leben weitergehen soll. Mein ganzes Zeug ist in Kartons verpackt, und im Keller meiner Eltern eingelagert. Ich starre das Bett an. Normalerweise bin ich kein ängstlicher Mensch. Ich glaube nicht an Geister und Quatsch in der Art. Trotzdem habe ich Angst davor, mich abends in dieses Bett zu legen. Es ist mir unheimlich. Es wärmt und schützt nicht. Es ist kalt. Da kann man noch so viele Decken nehmen. Es bleibt kalt. Wenn ich mich hinlege, dann liege ich mit dem Gesicht zum Zimmer. Nicht zur Wand. Bloss nicht zur Wand! Letzte Nacht wäre es mir fast gelungen, mich nicht mit dem Gesicht zur Wand zu drehen. Mein Schlaf war nervös. Irgendwann habe ich mich heftig erschrocken, als ich schläfrig durch meine Lider blinzelte und jemanden im Sessel sitzen sah. Ich riss die Augen auf und stellte fest, dass es nur mein grosser Teddy war, der tagsüber auf dem Bett sitzt. Irgendwann muss ich mich dann im Schlaf doch zur Wand gedreht haben. Ein Kopf sank hinter meinem in die Kissen. Daran merke ich immer zuerst, dass mir jemand Gesellschaft leistet. Ich spüre keinen Atem. Nur einen Körper ohne Wärme, der sich hinter mich schmiegt. Dann bin ich unfähig, mich zu rühren. Mit aller Kraft versuche ich mich herumzudrehen. Mit dem Gesicht zum Zimmer. Zum Zimmer. Doch es geht dann nicht mehr. Ich liege da. In einem Zustand zwischen Schlafen und Wachen und spüre das Gewicht des anderen. „Wer bist Du?“ habe ich letzte Nacht endlich gefragt, doch meine Frage blieb unbeantwortet. Noch einmal unternahm ich den Versuch mich zu drehen. Vergeblich. Dann irgendwann gelang es mir, einen Arm zu bewegen. Unter Aufwendung all meiner Kraft schaffte ich es schliesslich, den Arm hinter meinen Rücken zu bringen. Ich ertastete eine eiskalte Hand – mehr weiss ich heute nicht mehr. Nun sitze ich hier und starre das Bett an. Ich denke nicht, dass ich es schaffe, mich heute Abend wieder hinein zu legen. Nichtmals mit dem Gesicht zum Zimmer.
Eine Bettgeschichte
Re: Eine Bettgeschichte
Schön. Es gruselt. Sehr schön!
Eine kleine Meckerei:
Spartanisch?
Aber das ist wirklich kleinkariert. Sonst nur Lob.
Eine kleine Meckerei:
Ein Sessel, ein Fernseher auf dem Boden, daneben eine Stereoanlage, ein kleiner Runder Tisch mit zwei Stühlen und ein selbstgebastelter Computertisch in der Ecke am Fenster.
Spartanisch?
Aber das ist wirklich kleinkariert. Sonst nur Lob.
O You who turn the wheel and look to windward,
Consider Phlebas, who was once handsome and tall as You
Consider Phlebas, who was once handsome and tall as You
Re: Eine Bettgeschichte
:jumper:
Yippie, yeah! Es gruselt Dich. Da freu ich mich.
Yippie, yeah! Es gruselt Dich. Da freu ich mich.
Re: Eine Bettgeschichte
Schließe mich razor an. Es gruselt angemessen.
Vielleicht: Nichtmals? Gibt's das Wort tatsächlich?
Vielleicht: Nichtmals? Gibt's das Wort tatsächlich?
I would go to the Dark Side in a heartbeat if I thought they had better dialog over there.
- Ursula Vernon
- Ursula Vernon
Re: Eine Bettgeschichte
Vielleicht: Nichtmals? Gibt's das Wort tatsächlich?
Ööhhhh - da, wo ich herkomme schon. :-&
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