Kugeln

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Edekire
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Kugeln

Beitragvon Edekire » 07.11.2005, 11:15

Hallo, ich sitze gerade in einem Seminar das sich schreibwerkstatt nennt und mir einen schein bescheren soll. wir machen gerade textkritik. Das ist mein prodeukt der letzten 25 min. und ich nutze gerade die vorzüge des W-Lans :-D

In seinen Händen: Kugeln. Es sind vier, sie spielen, leicht, silbern, im Kreis. Im Innern klingen die Glöckechen, die Kugeln, umspielen einandern. Die Hand ist nach außen gebogen, die Finger leicht gekrallt, in den Kuhlen zwischen den Fingern das Metall, nur eines auf der Handfläche. Sie wechseln, gleichmäßig, er sitzt in der S-Bahn. Er sieht nicht auf seine Finger, bestimmt hat er das Wechselspiel schon genug betrachtet, jetzt sieht er aus dem Fenster, wo Büsche stehen, dahinter Häuser. Er weiß, dass jemand auf seine Finger schaut, das ist hypnose, er lächelt ein wenig, aus dem Fenster hinaus. Es ist schon dämmrig und in der Glasscheibe überlagert sich das Innen und Außen, er kann in seine Augen sehen, sogar schwach sein eigene Hand, und den Menschen gegenüber der zusieht.
Draußen: Büsche, die verschwimmen in der Geschwindigkeit und es dunkelt. Die Kugeln wechseln die Richtung, er sieht auf, in den Zug hinein, der nicht voll ist, Normalverteilte Abendmenschen. Gegenüber: augen. streift sie die seinen nur kurz. Die Kugeln stolpern ein wenig, es klingt leise als sie aneinanderstoßen. Er setzt sich auf und wechselt die Hand, sieht wieder zum Fenster, es sind kaum noch Büsche zu sehen, Gegenüber sieht ihm gespiegelt zu. Ein zweiter Hand-blick, am Glas gebrochen und gedunkelt. Die Kugeln stoßen aneinander, er wechselt die Richtung, dann teilt er sie, sieht gradeaus. Sie ist stur, sieht auch geradeaus, das ist nicht üblich unter Abendmenschen, die aus dem Fenster sehen. Er beugt sich vor und gibt ihr zwei Kugeln, sie liegen klein in ihren händen, die groß sind. Sie sieht ihn an und bewegt das Metall vorsichtig in den Händen, es klickert, als sie gegeneinander stoßen, wie Murmeln. Sie lächelt, der Zug hält, Station, sie sagt: „Ich muss austeigen“ beugt sich vor, gibt ihm die Kugeln, sie klingeln, sie nimmt ihre Tasche steht auf. Er hält die Hand geöffnet, sieht ihr nach, die Türen schließen und sie ist nur schwach im S-Bahnhoflicht zu sehen. Der Zug fährt an, er hält die Hand geöffnet, sieht aus dem Fenster, die Kugeln sind still, er sieht aus dem Fenster, da rollt eine Kugel von seiner Handfläche, fällt zu Boden: Aufprall.
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Re: Kugeln

Beitragvon Flocke » 07.11.2005, 16:54

Hi, Ede.

Darf ich mal eben verbessern?

In seinen Händen: Kugeln. Es sind vier, sie spielen, leicht, silbern, im Kreis. Im Innern klingen die Glöckchen, die Kugeln umspielen einander. Die Hand ist nach außen gebogen, die Finger leicht gekrallt, in den Kuhlen zwischen den Fingern das Metall, nur eines auf der Handfläche. Sie wechseln, gleichmäßig, er sitzt in der S-Bahn. Er sieht nicht auf seine Finger, bestimmt hat er das Wechselspiel schon genug betrachtet, jetzt sieht er aus dem Fenster, wo Büsche stehen, dahinter Häuser. Er weiß, dass jemand auf seine Finger schaut, das ist Hypnose, er lächelt ein wenig, aus dem Fenster hinaus. Es ist schon dämmrig und in der Glasscheibe überlagert sich das Innen und Außen, er kann in seine Augen sehen, sogar schwach seine eigene Hand, und den Menschen gegenüber, der zusieht.
Draußen: Büsche, die verschwimmen in der Geschwindigkeit, und es dunkelt. Die Kugeln wechseln die Richtung, er sieht auf, in den Zug hinein, der nicht voll ist, normalverteilte Abendmenschen. Gegenüber: Augen. streift (Ausdruck?) sie die seinen nur kurz. Die Kugeln stolpern ein wenig, es klingt leise, als sie aneinanderstoßen. Er setzt sich auf und wechselt die Hand, sieht wieder zum Fenster, es sind kaum noch Büsche zu sehen, Gegenüber sieht ihm gespiegelt zu. Ein zweiter Handblick, am Glas gebrochen und gedunkelt. Die Kugeln stoßen aneinander, er wechselt die Richtung, dann teilt er sie, sieht gradeaus. Sie ist stur, sieht auch geradeaus, das ist nicht üblich unter Abendmenschen, die aus dem Fenster sehen. Er beugt sich vor und gibt ihr zwei Kugeln, sie liegen klein in ihren Händen, die groß sind. Sie sieht ihn an und bewegt das Metall vorsichtig in den Händen, es klickert, als sie gegeneinander stoßen, wie Murmeln. Sie lächelt, der Zug hält, Station, sie sagt: „Ich muss austeigen“ beugt sich vor, gibt ihm die Kugeln, sie klingeln (Ausdruck?), sie nimmt ihre Tasche steht auf. Er hält die Hand geöffnet, sieht ihr nach, die Türen schließen und sie ist nur schwach im S-Bahnhoflicht zu sehen. Der Zug fährt an, er hält die Hand geöffnet, sieht aus dem Fenster, die Kugeln sind still, er sieht aus dem Fenster, da rollt eine Kugel von seiner Handfläche, fällt zu Boden: Aufprall.


Zum Text:

So ganz spontan finde ich die Situation gut beschrieben, wahrscheinlich ein ganz alltägliches Bild in einer S-/U-Bahn.

Sag mal, er spielt doch mit Quigong-Kugeln, oder? War zumindest meine Assoziation. Dann muß er aber riesige Hände haben, wenn er vier auf einmal in einer Hand hat. Diese Kugeln sind m.E. zu groß, um mit vieren gleichzeitig in einer Hand zu spielen. Oder hab ich mal wieder was falsch verstanden?

Gegenüber: augen. streift sie die seinen nur kurz.


Da finde ich den Ausdruck eigenartig, irgendwie fehlt mir da noch der Bezug, wer wen mit welchen Augen streift.

...gibt ihm die Kugeln, sie klingeln...


Ich weiß nicht, ob klingeln die richtige Beschreibung für den Klang dieser Kugeln ist. Ist doch eher leise und sphärisch, klingeln ist laut und gebieterisch für meine Ohren...

Lieber Gruß
Flocke
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Re: Kugeln

Beitragvon Edekire » 08.11.2005, 08:41

Liebe Flocke,

Vielen DAnk für die Korrekturen :-) Über den Ausdruck klingeln denke ich nach, auch wenn ich keine richtige alternative kenne, man könnte es nur mit den adjektiven bestücken hm...
Ja, du hast recht ich meine eben diese Kugeln. ich wusste zwar nicht das die so heißen, aber wir meinen vermutlich das gleiche. Wir haben auch nur so große das kann man sicherlich nicht 4 in der Hand halten.

Aber vorgestern habe ich in der S-Bahn einen Typen getroffen, der hatte 4 so kleine Kugeln. Das ist aber seeeehhhhhr schwierig. Außerdem hat er mir erklärt, dass der zweck der Kugeln ist die Nervenenden der Organe, die in den Fingern enden zu massieren und dadurch die Gesundheit zu fördern, oder so etwas....

Liebe GRrüße

Frl.EDe
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Re: Kugeln

Beitragvon Flocke » 08.11.2005, 13:36

Hallo, Ede.

Aber vorgestern habe ich in der S-Bahn einen Typen getroffen, der hatte 4 so kleine Kugeln. Das ist aber seeeehhhhhr schwierig.


Na, sieh an, wieder was gelernt. Wußte nicht, dass es die auch in klein gibt. Dumm sterben wir in diesem Forum bestimmt nicht. :-D

Hm, vielleicht können sie tönen? Klingen hast du ja schon verwendet.

Lieber Gruß
Flocke
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