Hm, ja, die Publikumsbeschimpfung, ja... ganz nett. Aber auch nicht wesentlich mehr als nett, find ich.
Ich hab das Stück mal auf der Bühne gesehen, eingebetet in ein Tanztheaterstück eines hochkarätigen, israelischen Ensembles und, weil das wirklich sehr gut war, assoziiere ich den Text wahrscheinlich auch besser als du. Und auch, weil es Israelis waren, die es performt und gesprochen haben und ich, der Beschimpfte, ein Deutscher bin, bekam es gleich noch mal eine ganz andere - und wie ich fand interessante! - Bedeutungsdimension.
Ich glaube, die meisten dieser Sprechstücke wirken nicht, wenn man sie (nur) liest, eben weil sie immer schon die Interaktion/Relation/Beziehung zum Publikum voraussetzen.
Ich würde Handke auch nicht als Topautor bezeichnen und über die Motive seiner Serbophilie zu urteilen, fehlt mir einfach der Background, wobei ich davon ausgehe, dass da auch in der Presse - wie immer - viel aus dem Zusammenhang gerissen und reduziert wird. Das war ja beispielsweise auch bei Walsers Paulskirchenrede so. Das sind Skandale aus der Retorte. Aber, ich denke doch, dass Handke ein ziemlich guter Erzähler ist, ich kann nicht sagen, dass ich die wenigen Texte, die ich von ihm gelesen habe, als fad empfunden hätte.
*davonträumdiegehrerabzuschieben*
*ineinseeeehrunangenehmesland*
Und was, wenn sich die Gehrer daraufhin an ai wendet?
Gute Nacht.
"du trittst da fast in die fußstapfen des unseligen dr goebbels und seiner zensur und verdammungsmaschine." (Ralfchen)