Erinnerungen an einsame Männer
Jelena öffnete die Tür. Es war still, sie lauschte ihrem Atem. Sonst war nichts zu hören, nirgends. Sie sah nochmals auf ihre Uhr um sich zu vergewissern, dass alles stimmte: Ort, Zeit, und ...
Sie schloss die Augen, ging zwei Schritte tief in den Raum hinein. Sie versuchte sich zu beruhigen, es war nichts schlimmes, was sie tat, was sie tun wollte. Allmählich kehrte die Erinnerung zurück, das Meer, weit draußen, ohne Ufer. Sie spürte eine zärtliche Berührung an ihrem Hals, ein leichter Luftzug. Nur mit Mühe konnte sie dem Wunsch, die Augen zu öffnen, widerstehen. Etwas legte sich auf ihre Augen, war es Stoff?
"Zeit, zu verreisen", sagte die Stimme aus ihrer Erinnerung. "Ja..", hauchte Jelena.
Und presste sich die Hände aufs Gesicht: es war eine Maske. Sie spürte, wie sich kräftige Hände auf ihre Schultern legten, sie langsam, aber bestimmt vorwärts drängten.
Eins, zwei, drei ... vier? ... wirklich vier Hände? Ein paar strich ihr durch das Haar, eine andere Hand fuhr ihr über die Schulter; wie warm sie waren.
"Und wenn das jetzt das letzte Mal ist, was sagst du dann?", sagte er, oder dachte sie das? Ohne eine Antwort zu wollen, bewegte sie ihre Hände in die Richtung, in der sie ihn vermutete, sie wollte ihn berühren. Doch im gleichen Moment knickten ihre Beine ein; grundlos, rätselhaft und grundlos. Unter ihren Knien spürte sie Sand, feinen, weichen Sand - "vom Meer?!" stieß es ihr durch den Kopf.
Auf ihren Knien rutschend wollte sie lachen, lauthals herauslachen, denn vielleicht war der Raum schon weg, hatte sich aufgelöst in dieser Erinnerung, war das möglich, begann jetzt der Traum?
"Lasst mich los", rief sie vor Aufregung, "lasst mich den Sand fühlen... diesen wunderbaren Sand."
Sie wühlte und grub, bis die ersten Tränen flossen und ihre Hände zu Fäusten wurden, die in den Sand schlugen. Nein, das konnte einfach nicht sein, nicht hier, nicht jetzt. Gleich würden die Hände sie packen, grob hochreißen, sie fortbringen, er hatte immer davon gesprochen - damals? Schon spürte sie wieder die Hände, an ihren Knöcheln, an ihren Armen, sie wurde empor gehoben.
"Mir ist heiß!" rief sie, oder es war das Echo, das in ihr rief. Sie hörte keine Antwort, nichts, niemand sagte etwas. Hing bloß in der Luft, fühlte sich nackt, ja sie war es vielleicht auch, denn jetzt wechselten die Szenen schnell, flackerten auf und verschwanden. Sie konnte nicht mehr sagen, wo sie war oder wer sie war, sie spürte manchmal etwas kaltes auf ihrem Körper, dann wieder etwas unendlich warmes, doch es ging so schnell. Nein, das war nicht mehr ihr Körper, jetzt war es seiner - er lag auf dem Rücken, etwas schaukelte ihn hin und her. Etwas metallenes zog und zerrte an ihr, es war kalt, es tat weh. Sie wollte sich wehren, aber hatte weder Kraft, noch Stimme, noch Worte. Sie war ihm ausgeliefert.
Oder er ihr?
"Nein", wimmerte sie, als sie sich aufbäumte, "Nein, das geht doch nicht. Das kann... Das darf man nicht..."
"Was geht nicht?" fragte sie eine Frauenstimme, die so vertraut klang wie ihre eigene Stimme. "Ihr dürft nicht...Wer bist du?", fragte sie in den Raum hinein, ihre Stimme hallte, wie ein Echo? Da merkte sie es selbst, etwas an ihrer Stimme war anders, sie war tiefer, männlicher...Wieder bekam sie keine Antwort, sie spürte nur, wie die Last von ihr abfiel, durfte sie sich aufsetzten? Sie wollte fragen, aber fürchtete sich vor der tiefen Stimme, das Schlimmste war diese Fremdheit im eigenen Körper. Sie setze sich hin, rutschte fast auf den Boden, die Maske fiel, Jelena öffnete die Augen.
Doch sie sah nichts. Es war finster, bedrohlich legte sich die Schwärze um sie - sie hoffte, ihre Augen würden sich schnell daran gewöhnen.
Aber es blieb wie es war, wechselte höchstens einmal den Farbton von Schwarz zu Ultramarinblau und wieder zurück.
"Möchtest du gehen?", diese Stimme zerschnitt förmlich die Stille, sie war fordernd, sie wollte eine Antwort.
"Aber du bekommst keine Antwort!" dachte sie und blieb hart - obwohl sie spürte, dass es egal war, ob sie schwieg oder sprach, man verstand jeden ihrer Gedanken, es gab kein Geheimnis mehr, nichts Privates, nichtmal in ihrem Körper war sie zu Hause - aber war das wirklich noch ihr Körper, und nicht seiner ... wünschte sie das? Ihre Füße glitten auf den Boden, er war unerbittlich kalt, sie suchte mit ihren Händen halt. Aber fand keinen, irrte weiter und fühlte sich bald wie eine nächtliche Eisgängerin, meinte mit jedem Schritt, die Haut ihrer Füße friere am Boden fest; die Kälte brannte. Wohin war der Sand verschwunden, worauf war sie denn vorhin gesessen, also war alles nur ein Traum gewesen?
Jemand lachte; lachte gehässig. Sie wandte sich um, doch sah nichts, sie beschleunigte den Schritt, sie wollte weg, fort von diesem kalten Boden, weg von den Stimmen, hin zum Ausgang. Mitten im Lauf fasste sie eine Hand im Nacken, packte zu, wie der Kiefer eines Raubtiers, hielt sie, hielt sie fest. Sie konnte nicht anders als schreien, vor Angst, vor Schmerz, sie schrie, bis sie vor Erschöpfung keine Stimme mehr hatte, sie japste nach Luft.
"Aber ... ich liebe dich!" sagte die Stimme und auch ihr Echo, sagte es immer wieder, immer wieder und immer sanfter und langsamer: "aber ... ich liebe dich!" Jelena glitt auf den Boden, sie hatte keine Kraft mehr.
"Wenn du nur endlich die Augen aufmachst!" tadelte sie eine freundliche Stimme: Lucas. Jelena stöhnte fast unhörbar, sie traute sie sich wirklich die Augen zu öffnen..?"
"Die anderen Augen, Lena!" monierte Lucas und küsste ihr die Stirn.
Sie hob die Augenbraue an und verzog leicht den Mund, sollte sie etwas erwidern?
Co-Text Nr.1: Erinnerungen an einsame Männer
Re: Co-Text Nr.1: Erinnerungen an einsame Männer
Mein Ich ist ein Pfogel aus Metall, doch Du hast ihn berührt und beschützt.
Re: Co-Text Nr.1: Erinnerungen an einsame Männer
Erinnerungen an einsame Männer
Jelena öffnete die Tür. Es war still, sie lauschte ihrem Atem. Sonst war nichts zu hören, nirgends. Sie sah nochmals auf ihre Uhr um sich zu vergewissern, dass alles stimmte: Ort, Zeit, und ...
Sie schloss die Augen, ging zwei Schritte tief in den Raum hinein. Sie versuchte sich zu beruhigen, es war nichts schlimmes, was sie tat, was sie tun wollte. Allmählich kehrte die Erinnerung zurück, das Meer, weit draußen, ohne Ufer. Sie spürte eine zärtliche Berührung an ihrem Hals, ein leichter Luftzug. Nur mit Mühe konnte sie dem Wunsch, die Augen zu öffnen, widerstehen. Etwas legte sich auf ihre Augen, war es Stoff?
"Zeit, zu verreisen", sagte die Stimme aus ihrer Erinnerung. "Ja..", hauchte Jelena.
Und presste sich die Hände aufs Gesicht: es war eine Maske. Sie spürte, wie sich kräftige Hände auf ihre Schultern legten, sie langsam, aber bestimmt vorwärts drängten.
Eins, zwei, drei ... vier? ... wirklich vier Hände? Ein paar strich ihr durch das Haar, eine andere Hand fuhr ihr über die Schulter; wie warm sie waren.
"Und wenn das jetzt das letzte Mal ist, was sagst du dann?", sagte er, oder dachte sie das? Ohne eine Antwort zu wollen, bewegte sie ihre Hände in die Richtung, in der sie ihn vermutete, sie wollte ihn berühren. Doch im gleichen Moment knickten ihre Beine ein; grundlos, rätselhaft und grundlos. Unter ihren Knien spürte sie Sand, feinen, weichen Sand - "vom Meer?!" stieß es ihr durch den Kopf.
Auf ihren Knien rutschend wollte sie lachen, lauthals herauslachen, denn vielleicht war der Raum schon weg, hatte sich aufgelöst in dieser Erinnerung, war das möglich, begann jetzt der Traum?
"Lasst mich los", rief sie vor Aufregung, "lasst mich den Sand fühlen... diesen wunderbaren Sand."
Sie wühlte und grub, bis die ersten Tränen flossen und ihre Hände zu Fäusten wurden, die in den Sand schlugen. Nein, das konnte einfach nicht sein, nicht hier, nicht jetzt. Gleich würden die Hände sie packen, grob hochreißen, sie fortbringen, er hatte immer davon gesprochen - damals? Schon spürte sie wieder die Hände, an ihren Knöcheln, an ihren Armen, sie wurde empor gehoben.
"Mir ist heiß!" rief sie, oder es war das Echo, das in ihr rief. Sie hörte keine Antwort, nichts, niemand sagte etwas. Hing bloß in der Luft, fühlte sich nackt, ja sie war es vielleicht auch, denn jetzt wechselten die Szenen schnell, flackerten auf und verschwanden. Sie konnte nicht mehr sagen, wo sie war oder wer sie war, sie spürte manchmal etwas kaltes auf ihrem Körper, dann wieder etwas unendlich warmes, doch es ging so schnell. Nein, das war nicht mehr ihr Körper, jetzt war es seiner - er lag auf dem Rücken, etwas schaukelte ihn hin und her. Etwas metallenes zog und zerrte an ihr, es war kalt, es tat weh. Sie wollte sich wehren, aber hatte weder Kraft, noch Stimme, noch Worte. Sie war ihm ausgeliefert.
Oder er ihr?
"Nein", wimmerte sie, als sie sich aufbäumte, "Nein, das geht doch nicht. Das kann... Das darf man nicht..."
"Was geht nicht?" fragte sie eine Frauenstimme, die so vertraut klang wie ihre eigene Stimme. "Ihr dürft nicht...Wer bist du?", fragte sie in den Raum hinein, ihre Stimme hallte, wie ein Echo? Da merkte sie es selbst, etwas an ihrer Stimme war anders, sie war tiefer, männlicher...Wieder bekam sie keine Antwort, sie spürte nur, wie die Last von ihr abfiel, durfte sie sich aufsetzten? Sie wollte fragen, aber fürchtete sich vor der tiefen Stimme, das Schlimmste war diese Fremdheit im eigenen Körper. Sie setze sich hin, rutschte fast auf den Boden, die Maske fiel, Jelena öffnete die Augen.
Doch sie sah nichts. Es war finster, bedrohlich legte sich die Schwärze um sie - sie hoffte, ihre Augen würden sich schnell daran gewöhnen.
Aber es blieb wie es war, wechselte höchstens einmal den Farbton von Schwarz zu Ultramarinblau und wieder zurück.
"Möchtest du gehen?", diese Stimme zerschnitt förmlich die Stille, sie war fordernd, sie wollte eine Antwort.
"Aber du bekommst keine Antwort!" dachte sie und blieb hart - obwohl sie spürte, dass es egal war, ob sie schwieg oder sprach, man verstand jeden ihrer Gedanken, es gab kein Geheimnis mehr, nichts Privates, nichtmal in ihrem Körper war sie zu Hause - aber war das wirklich noch ihr Körper, und nicht seiner ... wünschte sie das? Ihre Füße glitten auf den Boden, er war unerbittlich kalt, sie suchte mit ihren Händen halt. Aber fand keinen, irrte weiter und fühlte sich bald wie eine nächtliche Eisgängerin, meinte mit jedem Schritt, die Haut ihrer Füße friere am Boden fest; die Kälte brannte. Wohin war der Sand verschwunden, worauf war sie denn vorhin gesessen, also war alles nur ein Traum gewesen?
Jemand lachte; lachte gehässig. Sie wandte sich um, doch sah nichts, sie beschleunigte den Schritt, sie wollte weg, fort von diesem kalten Boden, weg von den Stimmen, hin zum Ausgang. Mitten im Lauf fasste sie eine Hand im Nacken, packte zu, wie der Kiefer eines Raubtiers, hielt sie, hielt sie fest. Sie konnte nicht anders als schreien, vor Angst, vor Schmerz, sie schrie, bis sie vor Erschöpfung keine Stimme mehr hatte, sie japste nach Luft.
"Aber ... ich liebe dich!" sagte die Stimme und auch ihr Echo, sagte es immer wieder, immer wieder und immer sanfter und langsamer: "aber ... ich liebe dich!" Jelena glitt auf den Boden, sie hatte keine Kraft mehr.
"Wenn du nur endlich die Augen aufmachst!" tadelte sie eine freundliche Stimme: Lucas. Jelena stöhnte fast unhörbar, sie traute sie sich wirklich die Augen zu öffnen..?"
"Die anderen Augen, Lena!" monierte Lucas und küsste ihr die Stirn.
Sie hob die Augenbraue an und verzog leicht den Mund, sollte sie etwas erwidern?
"Erinnerst du dich ...?"
Jelena öffnete die Tür. Es war still, sie lauschte ihrem Atem. Sonst war nichts zu hören, nirgends. Sie sah nochmals auf ihre Uhr um sich zu vergewissern, dass alles stimmte: Ort, Zeit, und ...
Sie schloss die Augen, ging zwei Schritte tief in den Raum hinein. Sie versuchte sich zu beruhigen, es war nichts schlimmes, was sie tat, was sie tun wollte. Allmählich kehrte die Erinnerung zurück, das Meer, weit draußen, ohne Ufer. Sie spürte eine zärtliche Berührung an ihrem Hals, ein leichter Luftzug. Nur mit Mühe konnte sie dem Wunsch, die Augen zu öffnen, widerstehen. Etwas legte sich auf ihre Augen, war es Stoff?
"Zeit, zu verreisen", sagte die Stimme aus ihrer Erinnerung. "Ja..", hauchte Jelena.
Und presste sich die Hände aufs Gesicht: es war eine Maske. Sie spürte, wie sich kräftige Hände auf ihre Schultern legten, sie langsam, aber bestimmt vorwärts drängten.
Eins, zwei, drei ... vier? ... wirklich vier Hände? Ein paar strich ihr durch das Haar, eine andere Hand fuhr ihr über die Schulter; wie warm sie waren.
"Und wenn das jetzt das letzte Mal ist, was sagst du dann?", sagte er, oder dachte sie das? Ohne eine Antwort zu wollen, bewegte sie ihre Hände in die Richtung, in der sie ihn vermutete, sie wollte ihn berühren. Doch im gleichen Moment knickten ihre Beine ein; grundlos, rätselhaft und grundlos. Unter ihren Knien spürte sie Sand, feinen, weichen Sand - "vom Meer?!" stieß es ihr durch den Kopf.
Auf ihren Knien rutschend wollte sie lachen, lauthals herauslachen, denn vielleicht war der Raum schon weg, hatte sich aufgelöst in dieser Erinnerung, war das möglich, begann jetzt der Traum?
"Lasst mich los", rief sie vor Aufregung, "lasst mich den Sand fühlen... diesen wunderbaren Sand."
Sie wühlte und grub, bis die ersten Tränen flossen und ihre Hände zu Fäusten wurden, die in den Sand schlugen. Nein, das konnte einfach nicht sein, nicht hier, nicht jetzt. Gleich würden die Hände sie packen, grob hochreißen, sie fortbringen, er hatte immer davon gesprochen - damals? Schon spürte sie wieder die Hände, an ihren Knöcheln, an ihren Armen, sie wurde empor gehoben.
"Mir ist heiß!" rief sie, oder es war das Echo, das in ihr rief. Sie hörte keine Antwort, nichts, niemand sagte etwas. Hing bloß in der Luft, fühlte sich nackt, ja sie war es vielleicht auch, denn jetzt wechselten die Szenen schnell, flackerten auf und verschwanden. Sie konnte nicht mehr sagen, wo sie war oder wer sie war, sie spürte manchmal etwas kaltes auf ihrem Körper, dann wieder etwas unendlich warmes, doch es ging so schnell. Nein, das war nicht mehr ihr Körper, jetzt war es seiner - er lag auf dem Rücken, etwas schaukelte ihn hin und her. Etwas metallenes zog und zerrte an ihr, es war kalt, es tat weh. Sie wollte sich wehren, aber hatte weder Kraft, noch Stimme, noch Worte. Sie war ihm ausgeliefert.
Oder er ihr?
"Nein", wimmerte sie, als sie sich aufbäumte, "Nein, das geht doch nicht. Das kann... Das darf man nicht..."
"Was geht nicht?" fragte sie eine Frauenstimme, die so vertraut klang wie ihre eigene Stimme. "Ihr dürft nicht...Wer bist du?", fragte sie in den Raum hinein, ihre Stimme hallte, wie ein Echo? Da merkte sie es selbst, etwas an ihrer Stimme war anders, sie war tiefer, männlicher...Wieder bekam sie keine Antwort, sie spürte nur, wie die Last von ihr abfiel, durfte sie sich aufsetzten? Sie wollte fragen, aber fürchtete sich vor der tiefen Stimme, das Schlimmste war diese Fremdheit im eigenen Körper. Sie setze sich hin, rutschte fast auf den Boden, die Maske fiel, Jelena öffnete die Augen.
Doch sie sah nichts. Es war finster, bedrohlich legte sich die Schwärze um sie - sie hoffte, ihre Augen würden sich schnell daran gewöhnen.
Aber es blieb wie es war, wechselte höchstens einmal den Farbton von Schwarz zu Ultramarinblau und wieder zurück.
"Möchtest du gehen?", diese Stimme zerschnitt förmlich die Stille, sie war fordernd, sie wollte eine Antwort.
"Aber du bekommst keine Antwort!" dachte sie und blieb hart - obwohl sie spürte, dass es egal war, ob sie schwieg oder sprach, man verstand jeden ihrer Gedanken, es gab kein Geheimnis mehr, nichts Privates, nichtmal in ihrem Körper war sie zu Hause - aber war das wirklich noch ihr Körper, und nicht seiner ... wünschte sie das? Ihre Füße glitten auf den Boden, er war unerbittlich kalt, sie suchte mit ihren Händen halt. Aber fand keinen, irrte weiter und fühlte sich bald wie eine nächtliche Eisgängerin, meinte mit jedem Schritt, die Haut ihrer Füße friere am Boden fest; die Kälte brannte. Wohin war der Sand verschwunden, worauf war sie denn vorhin gesessen, also war alles nur ein Traum gewesen?
Jemand lachte; lachte gehässig. Sie wandte sich um, doch sah nichts, sie beschleunigte den Schritt, sie wollte weg, fort von diesem kalten Boden, weg von den Stimmen, hin zum Ausgang. Mitten im Lauf fasste sie eine Hand im Nacken, packte zu, wie der Kiefer eines Raubtiers, hielt sie, hielt sie fest. Sie konnte nicht anders als schreien, vor Angst, vor Schmerz, sie schrie, bis sie vor Erschöpfung keine Stimme mehr hatte, sie japste nach Luft.
"Aber ... ich liebe dich!" sagte die Stimme und auch ihr Echo, sagte es immer wieder, immer wieder und immer sanfter und langsamer: "aber ... ich liebe dich!" Jelena glitt auf den Boden, sie hatte keine Kraft mehr.
"Wenn du nur endlich die Augen aufmachst!" tadelte sie eine freundliche Stimme: Lucas. Jelena stöhnte fast unhörbar, sie traute sie sich wirklich die Augen zu öffnen..?"
"Die anderen Augen, Lena!" monierte Lucas und küsste ihr die Stirn.
Sie hob die Augenbraue an und verzog leicht den Mund, sollte sie etwas erwidern?
"Erinnerst du dich ...?"
Re: Co-Text Nr.1: Erinnerungen an einsame Männer
Erinnerungen an einsame Männer
Jelena öffnete die Tür. Es war still, sie lauschte ihrem Atem. Sonst war nichts zu hören, nirgends. Sie sah nochmals auf ihre Uhr um sich zu vergewissern, dass alles stimmte: Ort, Zeit, und ...
Sie schloss die Augen, ging zwei Schritte tief in den Raum hinein. Sie versuchte sich zu beruhigen, es war nichts schlimmes, was sie tat, was sie tun wollte. Allmählich kehrte die Erinnerung zurück, das Meer, weit draußen, ohne Ufer. Sie spürte eine zärtliche Berührung an ihrem Hals, ein leichter Luftzug. Nur mit Mühe konnte sie dem Wunsch, die Augen zu öffnen, widerstehen. Etwas legte sich auf ihre Augen, war es Stoff?
"Zeit, zu verreisen", sagte die Stimme aus ihrer Erinnerung. "Ja..", hauchte Jelena.
Und presste sich die Hände aufs Gesicht: es war eine Maske. Sie spürte, wie sich kräftige Hände auf ihre Schultern legten, sie langsam, aber bestimmt vorwärts drängten.
Eins, zwei, drei ... vier? ... wirklich vier Hände? Ein paar strich ihr durch das Haar, eine andere Hand fuhr ihr über die Schulter; wie warm sie waren.
"Und wenn das jetzt das letzte Mal ist, was sagst du dann?", sagte er, oder dachte sie das? Ohne eine Antwort zu wollen, bewegte sie ihre Hände in die Richtung, in der sie ihn vermutete, sie wollte ihn berühren. Doch im gleichen Moment knickten ihre Beine ein; grundlos, rätselhaft und grundlos. Unter ihren Knien spürte sie Sand, feinen, weichen Sand - "vom Meer?!" stieß es ihr durch den Kopf.
Auf ihren Knien rutschend wollte sie lachen, lauthals herauslachen, denn vielleicht war der Raum schon weg, hatte sich aufgelöst in dieser Erinnerung, war das möglich, begann jetzt der Traum?
"Lasst mich los", rief sie vor Aufregung, "lasst mich den Sand fühlen... diesen wunderbaren Sand."
Sie wühlte und grub, bis die ersten Tränen flossen und ihre Hände zu Fäusten wurden, die in den Sand schlugen. Nein, das konnte einfach nicht sein, nicht hier, nicht jetzt. Gleich würden die Hände sie packen, grob hochreißen, sie fortbringen, er hatte immer davon gesprochen - damals? Schon spürte sie wieder die Hände, an ihren Knöcheln, an ihren Armen, sie wurde empor gehoben.
"Mir ist heiß!" rief sie, oder es war das Echo, das in ihr rief. Sie hörte keine Antwort, nichts, niemand sagte etwas. Hing bloß in der Luft, fühlte sich nackt, ja sie war es vielleicht auch, denn jetzt wechselten die Szenen schnell, flackerten auf und verschwanden. Sie konnte nicht mehr sagen, wo sie war oder wer sie war, sie spürte manchmal etwas kaltes auf ihrem Körper, dann wieder etwas unendlich warmes, doch es ging so schnell. Nein, das war nicht mehr ihr Körper, jetzt war es seiner - er lag auf dem Rücken, etwas schaukelte ihn hin und her. Etwas metallenes zog und zerrte an ihr, es war kalt, es tat weh. Sie wollte sich wehren, aber hatte weder Kraft, noch Stimme, noch Worte. Sie war ihm ausgeliefert.
Oder er ihr?
"Nein", wimmerte sie, als sie sich aufbäumte, "Nein, das geht doch nicht. Das kann... Das darf man nicht..."
"Was geht nicht?" fragte sie eine Frauenstimme, die so vertraut klang wie ihre eigene Stimme. "Ihr dürft nicht...Wer bist du?", fragte sie in den Raum hinein, ihre Stimme hallte, wie ein Echo? Da merkte sie es selbst, etwas an ihrer Stimme war anders, sie war tiefer, männlicher...Wieder bekam sie keine Antwort, sie spürte nur, wie die Last von ihr abfiel, durfte sie sich aufsetzten? Sie wollte fragen, aber fürchtete sich vor der tiefen Stimme, das Schlimmste war diese Fremdheit im eigenen Körper. Sie setze sich hin, rutschte fast auf den Boden, die Maske fiel, Jelena öffnete die Augen.
Doch sie sah nichts. Es war finster, bedrohlich legte sich die Schwärze um sie - sie hoffte, ihre Augen würden sich schnell daran gewöhnen.
Aber es blieb wie es war, wechselte höchstens einmal den Farbton von Schwarz zu Ultramarinblau und wieder zurück.
"Möchtest du gehen?", diese Stimme zerschnitt förmlich die Stille, sie war fordernd, sie wollte eine Antwort.
"Aber du bekommst keine Antwort!" dachte sie und blieb hart - obwohl sie spürte, dass es egal war, ob sie schwieg oder sprach, man verstand jeden ihrer Gedanken, es gab kein Geheimnis mehr, nichts Privates, nichtmal in ihrem Körper war sie zu Hause - aber war das wirklich noch ihr Körper, und nicht seiner ... wünschte sie das? Ihre Füße glitten auf den Boden, er war unerbittlich kalt, sie suchte mit ihren Händen halt. Aber fand keinen, irrte weiter und fühlte sich bald wie eine nächtliche Eisgängerin, meinte mit jedem Schritt, die Haut ihrer Füße friere am Boden fest; die Kälte brannte. Wohin war der Sand verschwunden, worauf war sie denn vorhin gesessen, also war alles nur ein Traum gewesen?
Jemand lachte; lachte gehässig. Sie wandte sich um, doch sah nichts, sie beschleunigte den Schritt, sie wollte weg, fort von diesem kalten Boden, weg von den Stimmen, hin zum Ausgang. Mitten im Lauf fasste sie eine Hand im Nacken, packte zu, wie der Kiefer eines Raubtiers, hielt sie, hielt sie fest. Sie konnte nicht anders als schreien, vor Angst, vor Schmerz, sie schrie, bis sie vor Erschöpfung keine Stimme mehr hatte, sie japste nach Luft.
"Aber ... ich liebe dich!" sagte die Stimme und auch ihr Echo, sagte es immer wieder, immer wieder und immer sanfter und langsamer: "aber ... ich liebe dich!" Jelena glitt auf den Boden, sie hatte keine Kraft mehr.
"Wenn du nur endlich die Augen aufmachst!" tadelte sie eine freundliche Stimme: Lucas. Jelena stöhnte fast unhörbar, sie traute sie sich wirklich die Augen zu öffnen..?"
"Die anderen Augen, Lena!" monierte Lucas und küsste ihr die Stirn.
Sie hob die Augenbraue an und verzog leicht den Mund, sollte sie etwas erwidern?
"Erinnerst du dich ...?"
"Was meinst du...?", sie fasste sich an die Strin, strich sich Haare aus dem Gesicht.
Jelena öffnete die Tür. Es war still, sie lauschte ihrem Atem. Sonst war nichts zu hören, nirgends. Sie sah nochmals auf ihre Uhr um sich zu vergewissern, dass alles stimmte: Ort, Zeit, und ...
Sie schloss die Augen, ging zwei Schritte tief in den Raum hinein. Sie versuchte sich zu beruhigen, es war nichts schlimmes, was sie tat, was sie tun wollte. Allmählich kehrte die Erinnerung zurück, das Meer, weit draußen, ohne Ufer. Sie spürte eine zärtliche Berührung an ihrem Hals, ein leichter Luftzug. Nur mit Mühe konnte sie dem Wunsch, die Augen zu öffnen, widerstehen. Etwas legte sich auf ihre Augen, war es Stoff?
"Zeit, zu verreisen", sagte die Stimme aus ihrer Erinnerung. "Ja..", hauchte Jelena.
Und presste sich die Hände aufs Gesicht: es war eine Maske. Sie spürte, wie sich kräftige Hände auf ihre Schultern legten, sie langsam, aber bestimmt vorwärts drängten.
Eins, zwei, drei ... vier? ... wirklich vier Hände? Ein paar strich ihr durch das Haar, eine andere Hand fuhr ihr über die Schulter; wie warm sie waren.
"Und wenn das jetzt das letzte Mal ist, was sagst du dann?", sagte er, oder dachte sie das? Ohne eine Antwort zu wollen, bewegte sie ihre Hände in die Richtung, in der sie ihn vermutete, sie wollte ihn berühren. Doch im gleichen Moment knickten ihre Beine ein; grundlos, rätselhaft und grundlos. Unter ihren Knien spürte sie Sand, feinen, weichen Sand - "vom Meer?!" stieß es ihr durch den Kopf.
Auf ihren Knien rutschend wollte sie lachen, lauthals herauslachen, denn vielleicht war der Raum schon weg, hatte sich aufgelöst in dieser Erinnerung, war das möglich, begann jetzt der Traum?
"Lasst mich los", rief sie vor Aufregung, "lasst mich den Sand fühlen... diesen wunderbaren Sand."
Sie wühlte und grub, bis die ersten Tränen flossen und ihre Hände zu Fäusten wurden, die in den Sand schlugen. Nein, das konnte einfach nicht sein, nicht hier, nicht jetzt. Gleich würden die Hände sie packen, grob hochreißen, sie fortbringen, er hatte immer davon gesprochen - damals? Schon spürte sie wieder die Hände, an ihren Knöcheln, an ihren Armen, sie wurde empor gehoben.
"Mir ist heiß!" rief sie, oder es war das Echo, das in ihr rief. Sie hörte keine Antwort, nichts, niemand sagte etwas. Hing bloß in der Luft, fühlte sich nackt, ja sie war es vielleicht auch, denn jetzt wechselten die Szenen schnell, flackerten auf und verschwanden. Sie konnte nicht mehr sagen, wo sie war oder wer sie war, sie spürte manchmal etwas kaltes auf ihrem Körper, dann wieder etwas unendlich warmes, doch es ging so schnell. Nein, das war nicht mehr ihr Körper, jetzt war es seiner - er lag auf dem Rücken, etwas schaukelte ihn hin und her. Etwas metallenes zog und zerrte an ihr, es war kalt, es tat weh. Sie wollte sich wehren, aber hatte weder Kraft, noch Stimme, noch Worte. Sie war ihm ausgeliefert.
Oder er ihr?
"Nein", wimmerte sie, als sie sich aufbäumte, "Nein, das geht doch nicht. Das kann... Das darf man nicht..."
"Was geht nicht?" fragte sie eine Frauenstimme, die so vertraut klang wie ihre eigene Stimme. "Ihr dürft nicht...Wer bist du?", fragte sie in den Raum hinein, ihre Stimme hallte, wie ein Echo? Da merkte sie es selbst, etwas an ihrer Stimme war anders, sie war tiefer, männlicher...Wieder bekam sie keine Antwort, sie spürte nur, wie die Last von ihr abfiel, durfte sie sich aufsetzten? Sie wollte fragen, aber fürchtete sich vor der tiefen Stimme, das Schlimmste war diese Fremdheit im eigenen Körper. Sie setze sich hin, rutschte fast auf den Boden, die Maske fiel, Jelena öffnete die Augen.
Doch sie sah nichts. Es war finster, bedrohlich legte sich die Schwärze um sie - sie hoffte, ihre Augen würden sich schnell daran gewöhnen.
Aber es blieb wie es war, wechselte höchstens einmal den Farbton von Schwarz zu Ultramarinblau und wieder zurück.
"Möchtest du gehen?", diese Stimme zerschnitt förmlich die Stille, sie war fordernd, sie wollte eine Antwort.
"Aber du bekommst keine Antwort!" dachte sie und blieb hart - obwohl sie spürte, dass es egal war, ob sie schwieg oder sprach, man verstand jeden ihrer Gedanken, es gab kein Geheimnis mehr, nichts Privates, nichtmal in ihrem Körper war sie zu Hause - aber war das wirklich noch ihr Körper, und nicht seiner ... wünschte sie das? Ihre Füße glitten auf den Boden, er war unerbittlich kalt, sie suchte mit ihren Händen halt. Aber fand keinen, irrte weiter und fühlte sich bald wie eine nächtliche Eisgängerin, meinte mit jedem Schritt, die Haut ihrer Füße friere am Boden fest; die Kälte brannte. Wohin war der Sand verschwunden, worauf war sie denn vorhin gesessen, also war alles nur ein Traum gewesen?
Jemand lachte; lachte gehässig. Sie wandte sich um, doch sah nichts, sie beschleunigte den Schritt, sie wollte weg, fort von diesem kalten Boden, weg von den Stimmen, hin zum Ausgang. Mitten im Lauf fasste sie eine Hand im Nacken, packte zu, wie der Kiefer eines Raubtiers, hielt sie, hielt sie fest. Sie konnte nicht anders als schreien, vor Angst, vor Schmerz, sie schrie, bis sie vor Erschöpfung keine Stimme mehr hatte, sie japste nach Luft.
"Aber ... ich liebe dich!" sagte die Stimme und auch ihr Echo, sagte es immer wieder, immer wieder und immer sanfter und langsamer: "aber ... ich liebe dich!" Jelena glitt auf den Boden, sie hatte keine Kraft mehr.
"Wenn du nur endlich die Augen aufmachst!" tadelte sie eine freundliche Stimme: Lucas. Jelena stöhnte fast unhörbar, sie traute sie sich wirklich die Augen zu öffnen..?"
"Die anderen Augen, Lena!" monierte Lucas und küsste ihr die Stirn.
Sie hob die Augenbraue an und verzog leicht den Mund, sollte sie etwas erwidern?
"Erinnerst du dich ...?"
"Was meinst du...?", sie fasste sich an die Strin, strich sich Haare aus dem Gesicht.
Mein Ich ist ein Pfogel aus Metall, doch Du hast ihn berührt und beschützt.
Re: Co-Text Nr.1: Erinnerungen an einsame Männer
Erinnerungen an einsame Männer
Jelena öffnete die Tür. Es war still, sie lauschte ihrem Atem. Sonst war nichts zu hören, nirgends. Sie sah nochmals auf ihre Uhr um sich zu vergewissern, dass alles stimmte: Ort, Zeit, und ...
Sie schloss die Augen, ging zwei Schritte tief in den Raum hinein. Sie versuchte sich zu beruhigen, es war nichts schlimmes, was sie tat, was sie tun wollte. Allmählich kehrte die Erinnerung zurück, das Meer, weit draußen, ohne Ufer. Sie spürte eine zärtliche Berührung an ihrem Hals, ein leichter Luftzug. Nur mit Mühe konnte sie dem Wunsch, die Augen zu öffnen, widerstehen. Etwas legte sich auf ihre Augen, war es Stoff?
"Zeit, zu verreisen", sagte die Stimme aus ihrer Erinnerung. "Ja..", hauchte Jelena.
Und presste sich die Hände aufs Gesicht: es war eine Maske. Sie spürte, wie sich kräftige Hände auf ihre Schultern legten, sie langsam, aber bestimmt vorwärts drängten.
Eins, zwei, drei ... vier? ... wirklich vier Hände? Ein paar strich ihr durch das Haar, eine andere Hand fuhr ihr über die Schulter; wie warm sie waren.
"Und wenn das jetzt das letzte Mal ist, was sagst du dann?", sagte er, oder dachte sie das? Ohne eine Antwort zu wollen, bewegte sie ihre Hände in die Richtung, in der sie ihn vermutete, sie wollte ihn berühren. Doch im gleichen Moment knickten ihre Beine ein; grundlos, rätselhaft und grundlos. Unter ihren Knien spürte sie Sand, feinen, weichen Sand - "vom Meer?!" stieß es ihr durch den Kopf.
Auf ihren Knien rutschend wollte sie lachen, lauthals herauslachen, denn vielleicht war der Raum schon weg, hatte sich aufgelöst in dieser Erinnerung, war das möglich, begann jetzt der Traum?
"Lasst mich los", rief sie vor Aufregung, "lasst mich den Sand fühlen... diesen wunderbaren Sand."
Sie wühlte und grub, bis die ersten Tränen flossen und ihre Hände zu Fäusten wurden, die in den Sand schlugen. Nein, das konnte einfach nicht sein, nicht hier, nicht jetzt. Gleich würden die Hände sie packen, grob hochreißen, sie fortbringen, er hatte immer davon gesprochen - damals? Schon spürte sie wieder die Hände, an ihren Knöcheln, an ihren Armen, sie wurde empor gehoben.
"Mir ist heiß!" rief sie, oder es war das Echo, das in ihr rief. Sie hörte keine Antwort, nichts, niemand sagte etwas. Hing bloß in der Luft, fühlte sich nackt, ja sie war es vielleicht auch, denn jetzt wechselten die Szenen schnell, flackerten auf und verschwanden. Sie konnte nicht mehr sagen, wo sie war oder wer sie war, sie spürte manchmal etwas kaltes auf ihrem Körper, dann wieder etwas unendlich warmes, doch es ging so schnell. Nein, das war nicht mehr ihr Körper, jetzt war es seiner - er lag auf dem Rücken, etwas schaukelte ihn hin und her. Etwas metallenes zog und zerrte an ihr, es war kalt, es tat weh. Sie wollte sich wehren, aber hatte weder Kraft, noch Stimme, noch Worte. Sie war ihm ausgeliefert.
Oder er ihr?
"Nein", wimmerte sie, als sie sich aufbäumte, "Nein, das geht doch nicht. Das kann... Das darf man nicht..."
"Was geht nicht?" fragte sie eine Frauenstimme, die so vertraut klang wie ihre eigene Stimme. "Ihr dürft nicht...Wer bist du?", fragte sie in den Raum hinein, ihre Stimme hallte, wie ein Echo? Da merkte sie es selbst, etwas an ihrer Stimme war anders, sie war tiefer, männlicher...Wieder bekam sie keine Antwort, sie spürte nur, wie die Last von ihr abfiel, durfte sie sich aufsetzten? Sie wollte fragen, aber fürchtete sich vor der tiefen Stimme, das Schlimmste war diese Fremdheit im eigenen Körper. Sie setze sich hin, rutschte fast auf den Boden, die Maske fiel, Jelena öffnete die Augen.
Doch sie sah nichts. Es war finster, bedrohlich legte sich die Schwärze um sie - sie hoffte, ihre Augen würden sich schnell daran gewöhnen.
Aber es blieb wie es war, wechselte höchstens einmal den Farbton von Schwarz zu Ultramarinblau und wieder zurück.
"Möchtest du gehen?", diese Stimme zerschnitt förmlich die Stille, sie war fordernd, sie wollte eine Antwort.
"Aber du bekommst keine Antwort!" dachte sie und blieb hart - obwohl sie spürte, dass es egal war, ob sie schwieg oder sprach, man verstand jeden ihrer Gedanken, es gab kein Geheimnis mehr, nichts Privates, nichtmal in ihrem Körper war sie zu Hause - aber war das wirklich noch ihr Körper, und nicht seiner ... wünschte sie das? Ihre Füße glitten auf den Boden, er war unerbittlich kalt, sie suchte mit ihren Händen halt. Aber fand keinen, irrte weiter und fühlte sich bald wie eine nächtliche Eisgängerin, meinte mit jedem Schritt, die Haut ihrer Füße friere am Boden fest; die Kälte brannte. Wohin war der Sand verschwunden, worauf war sie denn vorhin gesessen, also war alles nur ein Traum gewesen?
Jemand lachte; lachte gehässig. Sie wandte sich um, doch sah nichts, sie beschleunigte den Schritt, sie wollte weg, fort von diesem kalten Boden, weg von den Stimmen, hin zum Ausgang. Mitten im Lauf fasste sie eine Hand im Nacken, packte zu, wie der Kiefer eines Raubtiers, hielt sie, hielt sie fest. Sie konnte nicht anders als schreien, vor Angst, vor Schmerz, sie schrie, bis sie vor Erschöpfung keine Stimme mehr hatte, sie japste nach Luft.
"Aber ... ich liebe dich!" sagte die Stimme und auch ihr Echo, sagte es immer wieder, immer wieder und immer sanfter und langsamer: "aber ... ich liebe dich!" Jelena glitt auf den Boden, sie hatte keine Kraft mehr.
"Wenn du nur endlich die Augen aufmachst!" tadelte sie eine freundliche Stimme: Lucas. Jelena stöhnte fast unhörbar, sie traute sie sich wirklich die Augen zu öffnen..?"
"Die anderen Augen, Lena!" monierte Lucas und küsste ihr die Stirn.
Sie hob die Augenbraue an und verzog leicht den Mund, sollte sie etwas erwidern?
"Erinnerst du dich ...?"
"Was meinst du...?", sie fasste sich an die Strin, strich sich Haare aus dem Gesicht. "Ich irre herum zwischen Träumen und Wünschen und Ängsten, es ist schrecklich, denn nichts ist echt, auch du nicht, nicht wahr?
Jelena öffnete die Tür. Es war still, sie lauschte ihrem Atem. Sonst war nichts zu hören, nirgends. Sie sah nochmals auf ihre Uhr um sich zu vergewissern, dass alles stimmte: Ort, Zeit, und ...
Sie schloss die Augen, ging zwei Schritte tief in den Raum hinein. Sie versuchte sich zu beruhigen, es war nichts schlimmes, was sie tat, was sie tun wollte. Allmählich kehrte die Erinnerung zurück, das Meer, weit draußen, ohne Ufer. Sie spürte eine zärtliche Berührung an ihrem Hals, ein leichter Luftzug. Nur mit Mühe konnte sie dem Wunsch, die Augen zu öffnen, widerstehen. Etwas legte sich auf ihre Augen, war es Stoff?
"Zeit, zu verreisen", sagte die Stimme aus ihrer Erinnerung. "Ja..", hauchte Jelena.
Und presste sich die Hände aufs Gesicht: es war eine Maske. Sie spürte, wie sich kräftige Hände auf ihre Schultern legten, sie langsam, aber bestimmt vorwärts drängten.
Eins, zwei, drei ... vier? ... wirklich vier Hände? Ein paar strich ihr durch das Haar, eine andere Hand fuhr ihr über die Schulter; wie warm sie waren.
"Und wenn das jetzt das letzte Mal ist, was sagst du dann?", sagte er, oder dachte sie das? Ohne eine Antwort zu wollen, bewegte sie ihre Hände in die Richtung, in der sie ihn vermutete, sie wollte ihn berühren. Doch im gleichen Moment knickten ihre Beine ein; grundlos, rätselhaft und grundlos. Unter ihren Knien spürte sie Sand, feinen, weichen Sand - "vom Meer?!" stieß es ihr durch den Kopf.
Auf ihren Knien rutschend wollte sie lachen, lauthals herauslachen, denn vielleicht war der Raum schon weg, hatte sich aufgelöst in dieser Erinnerung, war das möglich, begann jetzt der Traum?
"Lasst mich los", rief sie vor Aufregung, "lasst mich den Sand fühlen... diesen wunderbaren Sand."
Sie wühlte und grub, bis die ersten Tränen flossen und ihre Hände zu Fäusten wurden, die in den Sand schlugen. Nein, das konnte einfach nicht sein, nicht hier, nicht jetzt. Gleich würden die Hände sie packen, grob hochreißen, sie fortbringen, er hatte immer davon gesprochen - damals? Schon spürte sie wieder die Hände, an ihren Knöcheln, an ihren Armen, sie wurde empor gehoben.
"Mir ist heiß!" rief sie, oder es war das Echo, das in ihr rief. Sie hörte keine Antwort, nichts, niemand sagte etwas. Hing bloß in der Luft, fühlte sich nackt, ja sie war es vielleicht auch, denn jetzt wechselten die Szenen schnell, flackerten auf und verschwanden. Sie konnte nicht mehr sagen, wo sie war oder wer sie war, sie spürte manchmal etwas kaltes auf ihrem Körper, dann wieder etwas unendlich warmes, doch es ging so schnell. Nein, das war nicht mehr ihr Körper, jetzt war es seiner - er lag auf dem Rücken, etwas schaukelte ihn hin und her. Etwas metallenes zog und zerrte an ihr, es war kalt, es tat weh. Sie wollte sich wehren, aber hatte weder Kraft, noch Stimme, noch Worte. Sie war ihm ausgeliefert.
Oder er ihr?
"Nein", wimmerte sie, als sie sich aufbäumte, "Nein, das geht doch nicht. Das kann... Das darf man nicht..."
"Was geht nicht?" fragte sie eine Frauenstimme, die so vertraut klang wie ihre eigene Stimme. "Ihr dürft nicht...Wer bist du?", fragte sie in den Raum hinein, ihre Stimme hallte, wie ein Echo? Da merkte sie es selbst, etwas an ihrer Stimme war anders, sie war tiefer, männlicher...Wieder bekam sie keine Antwort, sie spürte nur, wie die Last von ihr abfiel, durfte sie sich aufsetzten? Sie wollte fragen, aber fürchtete sich vor der tiefen Stimme, das Schlimmste war diese Fremdheit im eigenen Körper. Sie setze sich hin, rutschte fast auf den Boden, die Maske fiel, Jelena öffnete die Augen.
Doch sie sah nichts. Es war finster, bedrohlich legte sich die Schwärze um sie - sie hoffte, ihre Augen würden sich schnell daran gewöhnen.
Aber es blieb wie es war, wechselte höchstens einmal den Farbton von Schwarz zu Ultramarinblau und wieder zurück.
"Möchtest du gehen?", diese Stimme zerschnitt förmlich die Stille, sie war fordernd, sie wollte eine Antwort.
"Aber du bekommst keine Antwort!" dachte sie und blieb hart - obwohl sie spürte, dass es egal war, ob sie schwieg oder sprach, man verstand jeden ihrer Gedanken, es gab kein Geheimnis mehr, nichts Privates, nichtmal in ihrem Körper war sie zu Hause - aber war das wirklich noch ihr Körper, und nicht seiner ... wünschte sie das? Ihre Füße glitten auf den Boden, er war unerbittlich kalt, sie suchte mit ihren Händen halt. Aber fand keinen, irrte weiter und fühlte sich bald wie eine nächtliche Eisgängerin, meinte mit jedem Schritt, die Haut ihrer Füße friere am Boden fest; die Kälte brannte. Wohin war der Sand verschwunden, worauf war sie denn vorhin gesessen, also war alles nur ein Traum gewesen?
Jemand lachte; lachte gehässig. Sie wandte sich um, doch sah nichts, sie beschleunigte den Schritt, sie wollte weg, fort von diesem kalten Boden, weg von den Stimmen, hin zum Ausgang. Mitten im Lauf fasste sie eine Hand im Nacken, packte zu, wie der Kiefer eines Raubtiers, hielt sie, hielt sie fest. Sie konnte nicht anders als schreien, vor Angst, vor Schmerz, sie schrie, bis sie vor Erschöpfung keine Stimme mehr hatte, sie japste nach Luft.
"Aber ... ich liebe dich!" sagte die Stimme und auch ihr Echo, sagte es immer wieder, immer wieder und immer sanfter und langsamer: "aber ... ich liebe dich!" Jelena glitt auf den Boden, sie hatte keine Kraft mehr.
"Wenn du nur endlich die Augen aufmachst!" tadelte sie eine freundliche Stimme: Lucas. Jelena stöhnte fast unhörbar, sie traute sie sich wirklich die Augen zu öffnen..?"
"Die anderen Augen, Lena!" monierte Lucas und küsste ihr die Stirn.
Sie hob die Augenbraue an und verzog leicht den Mund, sollte sie etwas erwidern?
"Erinnerst du dich ...?"
"Was meinst du...?", sie fasste sich an die Strin, strich sich Haare aus dem Gesicht. "Ich irre herum zwischen Träumen und Wünschen und Ängsten, es ist schrecklich, denn nichts ist echt, auch du nicht, nicht wahr?
Re: Co-Text Nr.1: Erinnerungen an einsame Männer
Erinnerungen an einsame Männer
Jelena öffnete die Tür. Es war still, sie lauschte ihrem Atem. Sonst war nichts zu hören, nirgends. Sie sah nochmals auf ihre Uhr um sich zu vergewissern, dass alles stimmte: Ort, Zeit, und ...
Sie schloss die Augen, ging zwei Schritte tief in den Raum hinein. Sie versuchte sich zu beruhigen, es war nichts schlimmes, was sie tat, was sie tun wollte. Allmählich kehrte die Erinnerung zurück, das Meer, weit draußen, ohne Ufer. Sie spürte eine zärtliche Berührung an ihrem Hals, ein leichter Luftzug. Nur mit Mühe konnte sie dem Wunsch, die Augen zu öffnen, widerstehen. Etwas legte sich auf ihre Augen, war es Stoff?
"Zeit, zu verreisen", sagte die Stimme aus ihrer Erinnerung. "Ja..", hauchte Jelena.
Und presste sich die Hände aufs Gesicht: es war eine Maske. Sie spürte, wie sich kräftige Hände auf ihre Schultern legten, sie langsam, aber bestimmt vorwärts drängten.
Eins, zwei, drei ... vier? ... wirklich vier Hände? Ein paar strich ihr durch das Haar, eine andere Hand fuhr ihr über die Schulter; wie warm sie waren.
"Und wenn das jetzt das letzte Mal ist, was sagst du dann?", sagte er, oder dachte sie das? Ohne eine Antwort zu wollen, bewegte sie ihre Hände in die Richtung, in der sie ihn vermutete, sie wollte ihn berühren. Doch im gleichen Moment knickten ihre Beine ein; grundlos, rätselhaft und grundlos. Unter ihren Knien spürte sie Sand, feinen, weichen Sand - "vom Meer?!" stieß es ihr durch den Kopf.
Auf ihren Knien rutschend wollte sie lachen, lauthals herauslachen, denn vielleicht war der Raum schon weg, hatte sich aufgelöst in dieser Erinnerung, war das möglich, begann jetzt der Traum?
"Lasst mich los", rief sie vor Aufregung, "lasst mich den Sand fühlen... diesen wunderbaren Sand."
Sie wühlte und grub, bis die ersten Tränen flossen und ihre Hände zu Fäusten wurden, die in den Sand schlugen. Nein, das konnte einfach nicht sein, nicht hier, nicht jetzt. Gleich würden die Hände sie packen, grob hochreißen, sie fortbringen, er hatte immer davon gesprochen - damals? Schon spürte sie wieder die Hände, an ihren Knöcheln, an ihren Armen, sie wurde empor gehoben.
"Mir ist heiß!" rief sie, oder es war das Echo, das in ihr rief. Sie hörte keine Antwort, nichts, niemand sagte etwas. Hing bloß in der Luft, fühlte sich nackt, ja sie war es vielleicht auch, denn jetzt wechselten die Szenen schnell, flackerten auf und verschwanden. Sie konnte nicht mehr sagen, wo sie war oder wer sie war, sie spürte manchmal etwas kaltes auf ihrem Körper, dann wieder etwas unendlich warmes, doch es ging so schnell. Nein, das war nicht mehr ihr Körper, jetzt war es seiner - er lag auf dem Rücken, etwas schaukelte ihn hin und her. Etwas metallenes zog und zerrte an ihr, es war kalt, es tat weh. Sie wollte sich wehren, aber hatte weder Kraft, noch Stimme, noch Worte. Sie war ihm ausgeliefert.
Oder er ihr?
"Nein", wimmerte sie, als sie sich aufbäumte, "Nein, das geht doch nicht. Das kann... Das darf man nicht..."
"Was geht nicht?" fragte sie eine Frauenstimme, die so vertraut klang wie ihre eigene Stimme. "Ihr dürft nicht...Wer bist du?", fragte sie in den Raum hinein, ihre Stimme hallte, wie ein Echo? Da merkte sie es selbst, etwas an ihrer Stimme war anders, sie war tiefer, männlicher...Wieder bekam sie keine Antwort, sie spürte nur, wie die Last von ihr abfiel, durfte sie sich aufsetzten? Sie wollte fragen, aber fürchtete sich vor der tiefen Stimme, das Schlimmste war diese Fremdheit im eigenen Körper. Sie setze sich hin, rutschte fast auf den Boden, die Maske fiel, Jelena öffnete die Augen.
Doch sie sah nichts. Es war finster, bedrohlich legte sich die Schwärze um sie - sie hoffte, ihre Augen würden sich schnell daran gewöhnen.
Aber es blieb wie es war, wechselte höchstens einmal den Farbton von Schwarz zu Ultramarinblau und wieder zurück.
"Möchtest du gehen?", diese Stimme zerschnitt förmlich die Stille, sie war fordernd, sie wollte eine Antwort.
"Aber du bekommst keine Antwort!" dachte sie und blieb hart - obwohl sie spürte, dass es egal war, ob sie schwieg oder sprach, man verstand jeden ihrer Gedanken, es gab kein Geheimnis mehr, nichts Privates, nichtmal in ihrem Körper war sie zu Hause - aber war das wirklich noch ihr Körper, und nicht seiner ... wünschte sie das? Ihre Füße glitten auf den Boden, er war unerbittlich kalt, sie suchte mit ihren Händen halt. Aber fand keinen, irrte weiter und fühlte sich bald wie eine nächtliche Eisgängerin, meinte mit jedem Schritt, die Haut ihrer Füße friere am Boden fest; die Kälte brannte. Wohin war der Sand verschwunden, worauf war sie denn vorhin gesessen, also war alles nur ein Traum gewesen?
Jemand lachte; lachte gehässig. Sie wandte sich um, doch sah nichts, sie beschleunigte den Schritt, sie wollte weg, fort von diesem kalten Boden, weg von den Stimmen, hin zum Ausgang. Mitten im Lauf fasste sie eine Hand im Nacken, packte zu, wie der Kiefer eines Raubtiers, hielt sie, hielt sie fest. Sie konnte nicht anders als schreien, vor Angst, vor Schmerz, sie schrie, bis sie vor Erschöpfung keine Stimme mehr hatte, sie japste nach Luft.
"Aber ... ich liebe dich!" sagte die Stimme und auch ihr Echo, sagte es immer wieder, immer wieder und immer sanfter und langsamer: "aber ... ich liebe dich!" Jelena glitt auf den Boden, sie hatte keine Kraft mehr.
"Wenn du nur endlich die Augen aufmachst!" tadelte sie eine freundliche Stimme: Lucas. Jelena stöhnte fast unhörbar, sie traute sie sich wirklich die Augen zu öffnen..?"
"Die anderen Augen, Lena!" monierte Lucas und küsste ihr die Stirn.
Sie hob die Augenbraue an und verzog leicht den Mund, sollte sie etwas erwidern?
"Erinnerst du dich ...?"
"Was meinst du...?", sie fasste sich an die Strin, strich sich Haare aus dem Gesicht. "Ich irre herum zwischen Träumen und Wünschen und Ängsten, es ist schrecklich, denn nichts ist echt, auch du nicht, nicht wahr?" Sie war verzweifelt, alles war so unwirklich; konnte das alles nicht endlich ein Ende haben?
Jelena öffnete die Tür. Es war still, sie lauschte ihrem Atem. Sonst war nichts zu hören, nirgends. Sie sah nochmals auf ihre Uhr um sich zu vergewissern, dass alles stimmte: Ort, Zeit, und ...
Sie schloss die Augen, ging zwei Schritte tief in den Raum hinein. Sie versuchte sich zu beruhigen, es war nichts schlimmes, was sie tat, was sie tun wollte. Allmählich kehrte die Erinnerung zurück, das Meer, weit draußen, ohne Ufer. Sie spürte eine zärtliche Berührung an ihrem Hals, ein leichter Luftzug. Nur mit Mühe konnte sie dem Wunsch, die Augen zu öffnen, widerstehen. Etwas legte sich auf ihre Augen, war es Stoff?
"Zeit, zu verreisen", sagte die Stimme aus ihrer Erinnerung. "Ja..", hauchte Jelena.
Und presste sich die Hände aufs Gesicht: es war eine Maske. Sie spürte, wie sich kräftige Hände auf ihre Schultern legten, sie langsam, aber bestimmt vorwärts drängten.
Eins, zwei, drei ... vier? ... wirklich vier Hände? Ein paar strich ihr durch das Haar, eine andere Hand fuhr ihr über die Schulter; wie warm sie waren.
"Und wenn das jetzt das letzte Mal ist, was sagst du dann?", sagte er, oder dachte sie das? Ohne eine Antwort zu wollen, bewegte sie ihre Hände in die Richtung, in der sie ihn vermutete, sie wollte ihn berühren. Doch im gleichen Moment knickten ihre Beine ein; grundlos, rätselhaft und grundlos. Unter ihren Knien spürte sie Sand, feinen, weichen Sand - "vom Meer?!" stieß es ihr durch den Kopf.
Auf ihren Knien rutschend wollte sie lachen, lauthals herauslachen, denn vielleicht war der Raum schon weg, hatte sich aufgelöst in dieser Erinnerung, war das möglich, begann jetzt der Traum?
"Lasst mich los", rief sie vor Aufregung, "lasst mich den Sand fühlen... diesen wunderbaren Sand."
Sie wühlte und grub, bis die ersten Tränen flossen und ihre Hände zu Fäusten wurden, die in den Sand schlugen. Nein, das konnte einfach nicht sein, nicht hier, nicht jetzt. Gleich würden die Hände sie packen, grob hochreißen, sie fortbringen, er hatte immer davon gesprochen - damals? Schon spürte sie wieder die Hände, an ihren Knöcheln, an ihren Armen, sie wurde empor gehoben.
"Mir ist heiß!" rief sie, oder es war das Echo, das in ihr rief. Sie hörte keine Antwort, nichts, niemand sagte etwas. Hing bloß in der Luft, fühlte sich nackt, ja sie war es vielleicht auch, denn jetzt wechselten die Szenen schnell, flackerten auf und verschwanden. Sie konnte nicht mehr sagen, wo sie war oder wer sie war, sie spürte manchmal etwas kaltes auf ihrem Körper, dann wieder etwas unendlich warmes, doch es ging so schnell. Nein, das war nicht mehr ihr Körper, jetzt war es seiner - er lag auf dem Rücken, etwas schaukelte ihn hin und her. Etwas metallenes zog und zerrte an ihr, es war kalt, es tat weh. Sie wollte sich wehren, aber hatte weder Kraft, noch Stimme, noch Worte. Sie war ihm ausgeliefert.
Oder er ihr?
"Nein", wimmerte sie, als sie sich aufbäumte, "Nein, das geht doch nicht. Das kann... Das darf man nicht..."
"Was geht nicht?" fragte sie eine Frauenstimme, die so vertraut klang wie ihre eigene Stimme. "Ihr dürft nicht...Wer bist du?", fragte sie in den Raum hinein, ihre Stimme hallte, wie ein Echo? Da merkte sie es selbst, etwas an ihrer Stimme war anders, sie war tiefer, männlicher...Wieder bekam sie keine Antwort, sie spürte nur, wie die Last von ihr abfiel, durfte sie sich aufsetzten? Sie wollte fragen, aber fürchtete sich vor der tiefen Stimme, das Schlimmste war diese Fremdheit im eigenen Körper. Sie setze sich hin, rutschte fast auf den Boden, die Maske fiel, Jelena öffnete die Augen.
Doch sie sah nichts. Es war finster, bedrohlich legte sich die Schwärze um sie - sie hoffte, ihre Augen würden sich schnell daran gewöhnen.
Aber es blieb wie es war, wechselte höchstens einmal den Farbton von Schwarz zu Ultramarinblau und wieder zurück.
"Möchtest du gehen?", diese Stimme zerschnitt förmlich die Stille, sie war fordernd, sie wollte eine Antwort.
"Aber du bekommst keine Antwort!" dachte sie und blieb hart - obwohl sie spürte, dass es egal war, ob sie schwieg oder sprach, man verstand jeden ihrer Gedanken, es gab kein Geheimnis mehr, nichts Privates, nichtmal in ihrem Körper war sie zu Hause - aber war das wirklich noch ihr Körper, und nicht seiner ... wünschte sie das? Ihre Füße glitten auf den Boden, er war unerbittlich kalt, sie suchte mit ihren Händen halt. Aber fand keinen, irrte weiter und fühlte sich bald wie eine nächtliche Eisgängerin, meinte mit jedem Schritt, die Haut ihrer Füße friere am Boden fest; die Kälte brannte. Wohin war der Sand verschwunden, worauf war sie denn vorhin gesessen, also war alles nur ein Traum gewesen?
Jemand lachte; lachte gehässig. Sie wandte sich um, doch sah nichts, sie beschleunigte den Schritt, sie wollte weg, fort von diesem kalten Boden, weg von den Stimmen, hin zum Ausgang. Mitten im Lauf fasste sie eine Hand im Nacken, packte zu, wie der Kiefer eines Raubtiers, hielt sie, hielt sie fest. Sie konnte nicht anders als schreien, vor Angst, vor Schmerz, sie schrie, bis sie vor Erschöpfung keine Stimme mehr hatte, sie japste nach Luft.
"Aber ... ich liebe dich!" sagte die Stimme und auch ihr Echo, sagte es immer wieder, immer wieder und immer sanfter und langsamer: "aber ... ich liebe dich!" Jelena glitt auf den Boden, sie hatte keine Kraft mehr.
"Wenn du nur endlich die Augen aufmachst!" tadelte sie eine freundliche Stimme: Lucas. Jelena stöhnte fast unhörbar, sie traute sie sich wirklich die Augen zu öffnen..?"
"Die anderen Augen, Lena!" monierte Lucas und küsste ihr die Stirn.
Sie hob die Augenbraue an und verzog leicht den Mund, sollte sie etwas erwidern?
"Erinnerst du dich ...?"
"Was meinst du...?", sie fasste sich an die Strin, strich sich Haare aus dem Gesicht. "Ich irre herum zwischen Träumen und Wünschen und Ängsten, es ist schrecklich, denn nichts ist echt, auch du nicht, nicht wahr?" Sie war verzweifelt, alles war so unwirklich; konnte das alles nicht endlich ein Ende haben?
Mein Ich ist ein Pfogel aus Metall, doch Du hast ihn berührt und beschützt.
Re: Co-Text Nr.1: Erinnerungen an einsame Männer
Erinnerungen an einsame Männer
Jelena öffnete die Tür. Es war still, sie lauschte ihrem Atem. Sonst war nichts zu hören, nirgends. Sie sah nochmals auf ihre Uhr um sich zu vergewissern, dass alles stimmte: Ort, Zeit, und ...
Sie schloss die Augen, ging zwei Schritte tief in den Raum hinein. Sie versuchte sich zu beruhigen, es war nichts schlimmes, was sie tat, was sie tun wollte. Allmählich kehrte die Erinnerung zurück, das Meer, weit draußen, ohne Ufer. Sie spürte eine zärtliche Berührung an ihrem Hals, ein leichter Luftzug. Nur mit Mühe konnte sie dem Wunsch, die Augen zu öffnen, widerstehen. Etwas legte sich auf ihre Augen, war es Stoff?
"Zeit, zu verreisen", sagte die Stimme aus ihrer Erinnerung. "Ja..", hauchte Jelena.
Und presste sich die Hände aufs Gesicht: es war eine Maske. Sie spürte, wie sich kräftige Hände auf ihre Schultern legten, sie langsam, aber bestimmt vorwärts drängten.
Eins, zwei, drei ... vier? ... wirklich vier Hände? Ein paar strich ihr durch das Haar, eine andere Hand fuhr ihr über die Schulter; wie warm sie waren.
"Und wenn das jetzt das letzte Mal ist, was sagst du dann?", sagte er, oder dachte sie das? Ohne eine Antwort zu wollen, bewegte sie ihre Hände in die Richtung, in der sie ihn vermutete, sie wollte ihn berühren. Doch im gleichen Moment knickten ihre Beine ein; grundlos, rätselhaft und grundlos. Unter ihren Knien spürte sie Sand, feinen, weichen Sand - "vom Meer?!" stieß es ihr durch den Kopf.
Auf ihren Knien rutschend wollte sie lachen, lauthals herauslachen, denn vielleicht war der Raum schon weg, hatte sich aufgelöst in dieser Erinnerung, war das möglich, begann jetzt der Traum?
"Lasst mich los", rief sie vor Aufregung, "lasst mich den Sand fühlen... diesen wunderbaren Sand."
Sie wühlte und grub, bis die ersten Tränen flossen und ihre Hände zu Fäusten wurden, die in den Sand schlugen. Nein, das konnte einfach nicht sein, nicht hier, nicht jetzt. Gleich würden die Hände sie packen, grob hochreißen, sie fortbringen, er hatte immer davon gesprochen - damals? Schon spürte sie wieder die Hände, an ihren Knöcheln, an ihren Armen, sie wurde empor gehoben.
"Mir ist heiß!" rief sie, oder es war das Echo, das in ihr rief. Sie hörte keine Antwort, nichts, niemand sagte etwas. Hing bloß in der Luft, fühlte sich nackt, ja sie war es vielleicht auch, denn jetzt wechselten die Szenen schnell, flackerten auf und verschwanden. Sie konnte nicht mehr sagen, wo sie war oder wer sie war, sie spürte manchmal etwas kaltes auf ihrem Körper, dann wieder etwas unendlich warmes, doch es ging so schnell. Nein, das war nicht mehr ihr Körper, jetzt war es seiner - er lag auf dem Rücken, etwas schaukelte ihn hin und her. Etwas metallenes zog und zerrte an ihr, es war kalt, es tat weh. Sie wollte sich wehren, aber hatte weder Kraft, noch Stimme, noch Worte. Sie war ihm ausgeliefert.
Oder er ihr?
"Nein", wimmerte sie, als sie sich aufbäumte, "Nein, das geht doch nicht. Das kann... Das darf man nicht..."
"Was geht nicht?" fragte sie eine Frauenstimme, die so vertraut klang wie ihre eigene Stimme. "Ihr dürft nicht...Wer bist du?", fragte sie in den Raum hinein, ihre Stimme hallte, wie ein Echo? Da merkte sie es selbst, etwas an ihrer Stimme war anders, sie war tiefer, männlicher...Wieder bekam sie keine Antwort, sie spürte nur, wie die Last von ihr abfiel, durfte sie sich aufsetzten? Sie wollte fragen, aber fürchtete sich vor der tiefen Stimme, das Schlimmste war diese Fremdheit im eigenen Körper. Sie setze sich hin, rutschte fast auf den Boden, die Maske fiel, Jelena öffnete die Augen.
Doch sie sah nichts. Es war finster, bedrohlich legte sich die Schwärze um sie - sie hoffte, ihre Augen würden sich schnell daran gewöhnen.
Aber es blieb wie es war, wechselte höchstens einmal den Farbton von Schwarz zu Ultramarinblau und wieder zurück.
"Möchtest du gehen?", diese Stimme zerschnitt förmlich die Stille, sie war fordernd, sie wollte eine Antwort.
"Aber du bekommst keine Antwort!" dachte sie und blieb hart - obwohl sie spürte, dass es egal war, ob sie schwieg oder sprach, man verstand jeden ihrer Gedanken, es gab kein Geheimnis mehr, nichts Privates, nichtmal in ihrem Körper war sie zu Hause - aber war das wirklich noch ihr Körper, und nicht seiner ... wünschte sie das? Ihre Füße glitten auf den Boden, er war unerbittlich kalt, sie suchte mit ihren Händen halt. Aber fand keinen, irrte weiter und fühlte sich bald wie eine nächtliche Eisgängerin, meinte mit jedem Schritt, die Haut ihrer Füße friere am Boden fest; die Kälte brannte. Wohin war der Sand verschwunden, worauf war sie denn vorhin gesessen, also war alles nur ein Traum gewesen?
Jemand lachte; lachte gehässig. Sie wandte sich um, doch sah nichts, sie beschleunigte den Schritt, sie wollte weg, fort von diesem kalten Boden, weg von den Stimmen, hin zum Ausgang. Mitten im Lauf fasste sie eine Hand im Nacken, packte zu, wie der Kiefer eines Raubtiers, hielt sie, hielt sie fest. Sie konnte nicht anders als schreien, vor Angst, vor Schmerz, sie schrie, bis sie vor Erschöpfung keine Stimme mehr hatte, sie japste nach Luft.
"Aber ... ich liebe dich!" sagte die Stimme und auch ihr Echo, sagte es immer wieder, immer wieder und immer sanfter und langsamer: "aber ... ich liebe dich!" Jelena glitt auf den Boden, sie hatte keine Kraft mehr.
"Wenn du nur endlich die Augen aufmachst!" tadelte sie eine freundliche Stimme: Lucas. Jelena stöhnte fast unhörbar, sie traute sie sich wirklich die Augen zu öffnen..?"
"Die anderen Augen, Lena!" monierte Lucas und küsste ihr die Stirn.
Sie hob die Augenbraue an und verzog leicht den Mund, sollte sie etwas erwidern?
"Erinnerst du dich ...?"
"Was meinst du...?", sie fasste sich an die Strin, strich sich Haare aus dem Gesicht. "Ich irre herum zwischen Träumen und Wünschen und Ängsten, es ist schrecklich, denn nichts ist echt, auch du nicht, nicht wahr?" Sie war verzweifelt, alles war so unwirklich; konnte das alles nicht endlich ein Ende haben?
"Ich lese deine Gedanken, Schatz!" murmelte er.
Jelena öffnete die Tür. Es war still, sie lauschte ihrem Atem. Sonst war nichts zu hören, nirgends. Sie sah nochmals auf ihre Uhr um sich zu vergewissern, dass alles stimmte: Ort, Zeit, und ...
Sie schloss die Augen, ging zwei Schritte tief in den Raum hinein. Sie versuchte sich zu beruhigen, es war nichts schlimmes, was sie tat, was sie tun wollte. Allmählich kehrte die Erinnerung zurück, das Meer, weit draußen, ohne Ufer. Sie spürte eine zärtliche Berührung an ihrem Hals, ein leichter Luftzug. Nur mit Mühe konnte sie dem Wunsch, die Augen zu öffnen, widerstehen. Etwas legte sich auf ihre Augen, war es Stoff?
"Zeit, zu verreisen", sagte die Stimme aus ihrer Erinnerung. "Ja..", hauchte Jelena.
Und presste sich die Hände aufs Gesicht: es war eine Maske. Sie spürte, wie sich kräftige Hände auf ihre Schultern legten, sie langsam, aber bestimmt vorwärts drängten.
Eins, zwei, drei ... vier? ... wirklich vier Hände? Ein paar strich ihr durch das Haar, eine andere Hand fuhr ihr über die Schulter; wie warm sie waren.
"Und wenn das jetzt das letzte Mal ist, was sagst du dann?", sagte er, oder dachte sie das? Ohne eine Antwort zu wollen, bewegte sie ihre Hände in die Richtung, in der sie ihn vermutete, sie wollte ihn berühren. Doch im gleichen Moment knickten ihre Beine ein; grundlos, rätselhaft und grundlos. Unter ihren Knien spürte sie Sand, feinen, weichen Sand - "vom Meer?!" stieß es ihr durch den Kopf.
Auf ihren Knien rutschend wollte sie lachen, lauthals herauslachen, denn vielleicht war der Raum schon weg, hatte sich aufgelöst in dieser Erinnerung, war das möglich, begann jetzt der Traum?
"Lasst mich los", rief sie vor Aufregung, "lasst mich den Sand fühlen... diesen wunderbaren Sand."
Sie wühlte und grub, bis die ersten Tränen flossen und ihre Hände zu Fäusten wurden, die in den Sand schlugen. Nein, das konnte einfach nicht sein, nicht hier, nicht jetzt. Gleich würden die Hände sie packen, grob hochreißen, sie fortbringen, er hatte immer davon gesprochen - damals? Schon spürte sie wieder die Hände, an ihren Knöcheln, an ihren Armen, sie wurde empor gehoben.
"Mir ist heiß!" rief sie, oder es war das Echo, das in ihr rief. Sie hörte keine Antwort, nichts, niemand sagte etwas. Hing bloß in der Luft, fühlte sich nackt, ja sie war es vielleicht auch, denn jetzt wechselten die Szenen schnell, flackerten auf und verschwanden. Sie konnte nicht mehr sagen, wo sie war oder wer sie war, sie spürte manchmal etwas kaltes auf ihrem Körper, dann wieder etwas unendlich warmes, doch es ging so schnell. Nein, das war nicht mehr ihr Körper, jetzt war es seiner - er lag auf dem Rücken, etwas schaukelte ihn hin und her. Etwas metallenes zog und zerrte an ihr, es war kalt, es tat weh. Sie wollte sich wehren, aber hatte weder Kraft, noch Stimme, noch Worte. Sie war ihm ausgeliefert.
Oder er ihr?
"Nein", wimmerte sie, als sie sich aufbäumte, "Nein, das geht doch nicht. Das kann... Das darf man nicht..."
"Was geht nicht?" fragte sie eine Frauenstimme, die so vertraut klang wie ihre eigene Stimme. "Ihr dürft nicht...Wer bist du?", fragte sie in den Raum hinein, ihre Stimme hallte, wie ein Echo? Da merkte sie es selbst, etwas an ihrer Stimme war anders, sie war tiefer, männlicher...Wieder bekam sie keine Antwort, sie spürte nur, wie die Last von ihr abfiel, durfte sie sich aufsetzten? Sie wollte fragen, aber fürchtete sich vor der tiefen Stimme, das Schlimmste war diese Fremdheit im eigenen Körper. Sie setze sich hin, rutschte fast auf den Boden, die Maske fiel, Jelena öffnete die Augen.
Doch sie sah nichts. Es war finster, bedrohlich legte sich die Schwärze um sie - sie hoffte, ihre Augen würden sich schnell daran gewöhnen.
Aber es blieb wie es war, wechselte höchstens einmal den Farbton von Schwarz zu Ultramarinblau und wieder zurück.
"Möchtest du gehen?", diese Stimme zerschnitt förmlich die Stille, sie war fordernd, sie wollte eine Antwort.
"Aber du bekommst keine Antwort!" dachte sie und blieb hart - obwohl sie spürte, dass es egal war, ob sie schwieg oder sprach, man verstand jeden ihrer Gedanken, es gab kein Geheimnis mehr, nichts Privates, nichtmal in ihrem Körper war sie zu Hause - aber war das wirklich noch ihr Körper, und nicht seiner ... wünschte sie das? Ihre Füße glitten auf den Boden, er war unerbittlich kalt, sie suchte mit ihren Händen halt. Aber fand keinen, irrte weiter und fühlte sich bald wie eine nächtliche Eisgängerin, meinte mit jedem Schritt, die Haut ihrer Füße friere am Boden fest; die Kälte brannte. Wohin war der Sand verschwunden, worauf war sie denn vorhin gesessen, also war alles nur ein Traum gewesen?
Jemand lachte; lachte gehässig. Sie wandte sich um, doch sah nichts, sie beschleunigte den Schritt, sie wollte weg, fort von diesem kalten Boden, weg von den Stimmen, hin zum Ausgang. Mitten im Lauf fasste sie eine Hand im Nacken, packte zu, wie der Kiefer eines Raubtiers, hielt sie, hielt sie fest. Sie konnte nicht anders als schreien, vor Angst, vor Schmerz, sie schrie, bis sie vor Erschöpfung keine Stimme mehr hatte, sie japste nach Luft.
"Aber ... ich liebe dich!" sagte die Stimme und auch ihr Echo, sagte es immer wieder, immer wieder und immer sanfter und langsamer: "aber ... ich liebe dich!" Jelena glitt auf den Boden, sie hatte keine Kraft mehr.
"Wenn du nur endlich die Augen aufmachst!" tadelte sie eine freundliche Stimme: Lucas. Jelena stöhnte fast unhörbar, sie traute sie sich wirklich die Augen zu öffnen..?"
"Die anderen Augen, Lena!" monierte Lucas und küsste ihr die Stirn.
Sie hob die Augenbraue an und verzog leicht den Mund, sollte sie etwas erwidern?
"Erinnerst du dich ...?"
"Was meinst du...?", sie fasste sich an die Strin, strich sich Haare aus dem Gesicht. "Ich irre herum zwischen Träumen und Wünschen und Ängsten, es ist schrecklich, denn nichts ist echt, auch du nicht, nicht wahr?" Sie war verzweifelt, alles war so unwirklich; konnte das alles nicht endlich ein Ende haben?
"Ich lese deine Gedanken, Schatz!" murmelte er.
Re: Co-Text Nr.1: Erinnerungen an einsame Männer
Erinnerungen an einsame Männer
Jelena öffnete die Tür. Es war still, sie lauschte ihrem Atem. Sonst war nichts zu hören, nirgends. Sie sah nochmals auf ihre Uhr um sich zu vergewissern, dass alles stimmte: Ort, Zeit, und ...
Sie schloss die Augen, ging zwei Schritte tief in den Raum hinein. Sie versuchte sich zu beruhigen, es war nichts schlimmes, was sie tat, was sie tun wollte. Allmählich kehrte die Erinnerung zurück, das Meer, weit draußen, ohne Ufer. Sie spürte eine zärtliche Berührung an ihrem Hals, ein leichter Luftzug. Nur mit Mühe konnte sie dem Wunsch, die Augen zu öffnen, widerstehen. Etwas legte sich auf ihre Augen, war es Stoff?
"Zeit, zu verreisen", sagte die Stimme aus ihrer Erinnerung. "Ja..", hauchte Jelena.
Und presste sich die Hände aufs Gesicht: es war eine Maske. Sie spürte, wie sich kräftige Hände auf ihre Schultern legten, sie langsam, aber bestimmt vorwärts drängten.
Eins, zwei, drei ... vier? ... wirklich vier Hände? Ein paar strich ihr durch das Haar, eine andere Hand fuhr ihr über die Schulter; wie warm sie waren.
"Und wenn das jetzt das letzte Mal ist, was sagst du dann?", sagte er, oder dachte sie das? Ohne eine Antwort zu wollen, bewegte sie ihre Hände in die Richtung, in der sie ihn vermutete, sie wollte ihn berühren. Doch im gleichen Moment knickten ihre Beine ein; grundlos, rätselhaft und grundlos. Unter ihren Knien spürte sie Sand, feinen, weichen Sand - "vom Meer?!" stieß es ihr durch den Kopf.
Auf ihren Knien rutschend wollte sie lachen, lauthals herauslachen, denn vielleicht war der Raum schon weg, hatte sich aufgelöst in dieser Erinnerung, war das möglich, begann jetzt der Traum?
"Lasst mich los", rief sie vor Aufregung, "lasst mich den Sand fühlen... diesen wunderbaren Sand."
Sie wühlte und grub, bis die ersten Tränen flossen und ihre Hände zu Fäusten wurden, die in den Sand schlugen. Nein, das konnte einfach nicht sein, nicht hier, nicht jetzt. Gleich würden die Hände sie packen, grob hochreißen, sie fortbringen, er hatte immer davon gesprochen - damals? Schon spürte sie wieder die Hände, an ihren Knöcheln, an ihren Armen, sie wurde empor gehoben.
"Mir ist heiß!" rief sie, oder es war das Echo, das in ihr rief. Sie hörte keine Antwort, nichts, niemand sagte etwas. Hing bloß in der Luft, fühlte sich nackt, ja sie war es vielleicht auch, denn jetzt wechselten die Szenen schnell, flackerten auf und verschwanden. Sie konnte nicht mehr sagen, wo sie war oder wer sie war, sie spürte manchmal etwas kaltes auf ihrem Körper, dann wieder etwas unendlich warmes, doch es ging so schnell. Nein, das war nicht mehr ihr Körper, jetzt war es seiner - er lag auf dem Rücken, etwas schaukelte ihn hin und her. Etwas metallenes zog und zerrte an ihr, es war kalt, es tat weh. Sie wollte sich wehren, aber hatte weder Kraft, noch Stimme, noch Worte. Sie war ihm ausgeliefert.
Oder er ihr?
"Nein", wimmerte sie, als sie sich aufbäumte, "Nein, das geht doch nicht. Das kann... Das darf man nicht..."
"Was geht nicht?" fragte sie eine Frauenstimme, die so vertraut klang wie ihre eigene Stimme. "Ihr dürft nicht...Wer bist du?", fragte sie in den Raum hinein, ihre Stimme hallte, wie ein Echo? Da merkte sie es selbst, etwas an ihrer Stimme war anders, sie war tiefer, männlicher...Wieder bekam sie keine Antwort, sie spürte nur, wie die Last von ihr abfiel, durfte sie sich aufsetzten? Sie wollte fragen, aber fürchtete sich vor der tiefen Stimme, das Schlimmste war diese Fremdheit im eigenen Körper. Sie setze sich hin, rutschte fast auf den Boden, die Maske fiel, Jelena öffnete die Augen.
Doch sie sah nichts. Es war finster, bedrohlich legte sich die Schwärze um sie - sie hoffte, ihre Augen würden sich schnell daran gewöhnen.
Aber es blieb wie es war, wechselte höchstens einmal den Farbton von Schwarz zu Ultramarinblau und wieder zurück.
"Möchtest du gehen?", diese Stimme zerschnitt förmlich die Stille, sie war fordernd, sie wollte eine Antwort.
"Aber du bekommst keine Antwort!" dachte sie und blieb hart - obwohl sie spürte, dass es egal war, ob sie schwieg oder sprach, man verstand jeden ihrer Gedanken, es gab kein Geheimnis mehr, nichts Privates, nichtmal in ihrem Körper war sie zu Hause - aber war das wirklich noch ihr Körper, und nicht seiner ... wünschte sie das? Ihre Füße glitten auf den Boden, er war unerbittlich kalt, sie suchte mit ihren Händen halt. Aber fand keinen, irrte weiter und fühlte sich bald wie eine nächtliche Eisgängerin, meinte mit jedem Schritt, die Haut ihrer Füße friere am Boden fest; die Kälte brannte. Wohin war der Sand verschwunden, worauf war sie denn vorhin gesessen, also war alles nur ein Traum gewesen?
Jemand lachte; lachte gehässig. Sie wandte sich um, doch sah nichts, sie beschleunigte den Schritt, sie wollte weg, fort von diesem kalten Boden, weg von den Stimmen, hin zum Ausgang. Mitten im Lauf fasste sie eine Hand im Nacken, packte zu, wie der Kiefer eines Raubtiers, hielt sie, hielt sie fest. Sie konnte nicht anders als schreien, vor Angst, vor Schmerz, sie schrie, bis sie vor Erschöpfung keine Stimme mehr hatte, sie japste nach Luft.
"Aber ... ich liebe dich!" sagte die Stimme und auch ihr Echo, sagte es immer wieder, immer wieder und immer sanfter und langsamer: "aber ... ich liebe dich!" Jelena glitt auf den Boden, sie hatte keine Kraft mehr.
"Wenn du nur endlich die Augen aufmachst!" tadelte sie eine freundliche Stimme: Lucas. Jelena stöhnte fast unhörbar, sie traute sie sich wirklich die Augen zu öffnen..?"
"Die anderen Augen, Lena!" monierte Lucas und küsste ihr die Stirn.
Sie hob die Augenbraue an und verzog leicht den Mund, sollte sie etwas erwidern?
"Erinnerst du dich ...?"
"Was meinst du...?", sie fasste sich an die Stirn, strich sich Haare aus dem Gesicht. "Ich irre herum zwischen Träumen und Wünschen und Ängsten, es ist schrecklich, denn nichts ist echt, auch du nicht, nicht wahr?" Sie war verzweifelt, alles war so unwirklich; konnte das alles nicht endlich ein Ende haben?
"Ich lese deine Gedanken, Schatz!" murmelte er.
"Nein, hör auf, mach das wo anders, nicht hier, nicht bei mir, lass mich gehen.", sie drehte den Kopf langsam in seine Richtung.
Jelena öffnete die Tür. Es war still, sie lauschte ihrem Atem. Sonst war nichts zu hören, nirgends. Sie sah nochmals auf ihre Uhr um sich zu vergewissern, dass alles stimmte: Ort, Zeit, und ...
Sie schloss die Augen, ging zwei Schritte tief in den Raum hinein. Sie versuchte sich zu beruhigen, es war nichts schlimmes, was sie tat, was sie tun wollte. Allmählich kehrte die Erinnerung zurück, das Meer, weit draußen, ohne Ufer. Sie spürte eine zärtliche Berührung an ihrem Hals, ein leichter Luftzug. Nur mit Mühe konnte sie dem Wunsch, die Augen zu öffnen, widerstehen. Etwas legte sich auf ihre Augen, war es Stoff?
"Zeit, zu verreisen", sagte die Stimme aus ihrer Erinnerung. "Ja..", hauchte Jelena.
Und presste sich die Hände aufs Gesicht: es war eine Maske. Sie spürte, wie sich kräftige Hände auf ihre Schultern legten, sie langsam, aber bestimmt vorwärts drängten.
Eins, zwei, drei ... vier? ... wirklich vier Hände? Ein paar strich ihr durch das Haar, eine andere Hand fuhr ihr über die Schulter; wie warm sie waren.
"Und wenn das jetzt das letzte Mal ist, was sagst du dann?", sagte er, oder dachte sie das? Ohne eine Antwort zu wollen, bewegte sie ihre Hände in die Richtung, in der sie ihn vermutete, sie wollte ihn berühren. Doch im gleichen Moment knickten ihre Beine ein; grundlos, rätselhaft und grundlos. Unter ihren Knien spürte sie Sand, feinen, weichen Sand - "vom Meer?!" stieß es ihr durch den Kopf.
Auf ihren Knien rutschend wollte sie lachen, lauthals herauslachen, denn vielleicht war der Raum schon weg, hatte sich aufgelöst in dieser Erinnerung, war das möglich, begann jetzt der Traum?
"Lasst mich los", rief sie vor Aufregung, "lasst mich den Sand fühlen... diesen wunderbaren Sand."
Sie wühlte und grub, bis die ersten Tränen flossen und ihre Hände zu Fäusten wurden, die in den Sand schlugen. Nein, das konnte einfach nicht sein, nicht hier, nicht jetzt. Gleich würden die Hände sie packen, grob hochreißen, sie fortbringen, er hatte immer davon gesprochen - damals? Schon spürte sie wieder die Hände, an ihren Knöcheln, an ihren Armen, sie wurde empor gehoben.
"Mir ist heiß!" rief sie, oder es war das Echo, das in ihr rief. Sie hörte keine Antwort, nichts, niemand sagte etwas. Hing bloß in der Luft, fühlte sich nackt, ja sie war es vielleicht auch, denn jetzt wechselten die Szenen schnell, flackerten auf und verschwanden. Sie konnte nicht mehr sagen, wo sie war oder wer sie war, sie spürte manchmal etwas kaltes auf ihrem Körper, dann wieder etwas unendlich warmes, doch es ging so schnell. Nein, das war nicht mehr ihr Körper, jetzt war es seiner - er lag auf dem Rücken, etwas schaukelte ihn hin und her. Etwas metallenes zog und zerrte an ihr, es war kalt, es tat weh. Sie wollte sich wehren, aber hatte weder Kraft, noch Stimme, noch Worte. Sie war ihm ausgeliefert.
Oder er ihr?
"Nein", wimmerte sie, als sie sich aufbäumte, "Nein, das geht doch nicht. Das kann... Das darf man nicht..."
"Was geht nicht?" fragte sie eine Frauenstimme, die so vertraut klang wie ihre eigene Stimme. "Ihr dürft nicht...Wer bist du?", fragte sie in den Raum hinein, ihre Stimme hallte, wie ein Echo? Da merkte sie es selbst, etwas an ihrer Stimme war anders, sie war tiefer, männlicher...Wieder bekam sie keine Antwort, sie spürte nur, wie die Last von ihr abfiel, durfte sie sich aufsetzten? Sie wollte fragen, aber fürchtete sich vor der tiefen Stimme, das Schlimmste war diese Fremdheit im eigenen Körper. Sie setze sich hin, rutschte fast auf den Boden, die Maske fiel, Jelena öffnete die Augen.
Doch sie sah nichts. Es war finster, bedrohlich legte sich die Schwärze um sie - sie hoffte, ihre Augen würden sich schnell daran gewöhnen.
Aber es blieb wie es war, wechselte höchstens einmal den Farbton von Schwarz zu Ultramarinblau und wieder zurück.
"Möchtest du gehen?", diese Stimme zerschnitt förmlich die Stille, sie war fordernd, sie wollte eine Antwort.
"Aber du bekommst keine Antwort!" dachte sie und blieb hart - obwohl sie spürte, dass es egal war, ob sie schwieg oder sprach, man verstand jeden ihrer Gedanken, es gab kein Geheimnis mehr, nichts Privates, nichtmal in ihrem Körper war sie zu Hause - aber war das wirklich noch ihr Körper, und nicht seiner ... wünschte sie das? Ihre Füße glitten auf den Boden, er war unerbittlich kalt, sie suchte mit ihren Händen halt. Aber fand keinen, irrte weiter und fühlte sich bald wie eine nächtliche Eisgängerin, meinte mit jedem Schritt, die Haut ihrer Füße friere am Boden fest; die Kälte brannte. Wohin war der Sand verschwunden, worauf war sie denn vorhin gesessen, also war alles nur ein Traum gewesen?
Jemand lachte; lachte gehässig. Sie wandte sich um, doch sah nichts, sie beschleunigte den Schritt, sie wollte weg, fort von diesem kalten Boden, weg von den Stimmen, hin zum Ausgang. Mitten im Lauf fasste sie eine Hand im Nacken, packte zu, wie der Kiefer eines Raubtiers, hielt sie, hielt sie fest. Sie konnte nicht anders als schreien, vor Angst, vor Schmerz, sie schrie, bis sie vor Erschöpfung keine Stimme mehr hatte, sie japste nach Luft.
"Aber ... ich liebe dich!" sagte die Stimme und auch ihr Echo, sagte es immer wieder, immer wieder und immer sanfter und langsamer: "aber ... ich liebe dich!" Jelena glitt auf den Boden, sie hatte keine Kraft mehr.
"Wenn du nur endlich die Augen aufmachst!" tadelte sie eine freundliche Stimme: Lucas. Jelena stöhnte fast unhörbar, sie traute sie sich wirklich die Augen zu öffnen..?"
"Die anderen Augen, Lena!" monierte Lucas und küsste ihr die Stirn.
Sie hob die Augenbraue an und verzog leicht den Mund, sollte sie etwas erwidern?
"Erinnerst du dich ...?"
"Was meinst du...?", sie fasste sich an die Stirn, strich sich Haare aus dem Gesicht. "Ich irre herum zwischen Träumen und Wünschen und Ängsten, es ist schrecklich, denn nichts ist echt, auch du nicht, nicht wahr?" Sie war verzweifelt, alles war so unwirklich; konnte das alles nicht endlich ein Ende haben?
"Ich lese deine Gedanken, Schatz!" murmelte er.
"Nein, hör auf, mach das wo anders, nicht hier, nicht bei mir, lass mich gehen.", sie drehte den Kopf langsam in seine Richtung.
Mein Ich ist ein Pfogel aus Metall, doch Du hast ihn berührt und beschützt.
Re: Co-Text Nr.1: Erinnerungen an einsame Männer
Erinnerungen an einsame Männer
Jelena öffnete die Tür. Es war still, sie lauschte ihrem Atem. Sonst war nichts zu hören, nirgends. Sie sah nochmals auf ihre Uhr um sich zu vergewissern, dass alles stimmte: Ort, Zeit, und ...
Sie schloss die Augen, ging zwei Schritte tief in den Raum hinein. Sie versuchte sich zu beruhigen, es war nichts schlimmes, was sie tat, was sie tun wollte. Allmählich kehrte die Erinnerung zurück, das Meer, weit draußen, ohne Ufer. Sie spürte eine zärtliche Berührung an ihrem Hals, ein leichter Luftzug. Nur mit Mühe konnte sie dem Wunsch, die Augen zu öffnen, widerstehen. Etwas legte sich auf ihre Augen, war es Stoff?
"Zeit, zu verreisen", sagte die Stimme aus ihrer Erinnerung. "Ja..", hauchte Jelena.
Und presste sich die Hände aufs Gesicht: es war eine Maske. Sie spürte, wie sich kräftige Hände auf ihre Schultern legten, sie langsam, aber bestimmt vorwärts drängten.
Eins, zwei, drei ... vier? ... wirklich vier Hände? Ein paar strich ihr durch das Haar, eine andere Hand fuhr ihr über die Schulter; wie warm sie waren.
"Und wenn das jetzt das letzte Mal ist, was sagst du dann?", sagte er, oder dachte sie das? Ohne eine Antwort zu wollen, bewegte sie ihre Hände in die Richtung, in der sie ihn vermutete, sie wollte ihn berühren. Doch im gleichen Moment knickten ihre Beine ein; grundlos, rätselhaft und grundlos. Unter ihren Knien spürte sie Sand, feinen, weichen Sand - "vom Meer?!" stieß es ihr durch den Kopf.
Auf ihren Knien rutschend wollte sie lachen, lauthals herauslachen, denn vielleicht war der Raum schon weg, hatte sich aufgelöst in dieser Erinnerung, war das möglich, begann jetzt der Traum?
"Lasst mich los", rief sie vor Aufregung, "lasst mich den Sand fühlen... diesen wunderbaren Sand."
Sie wühlte und grub, bis die ersten Tränen flossen und ihre Hände zu Fäusten wurden, die in den Sand schlugen. Nein, das konnte einfach nicht sein, nicht hier, nicht jetzt. Gleich würden die Hände sie packen, grob hochreißen, sie fortbringen, er hatte immer davon gesprochen - damals? Schon spürte sie wieder die Hände, an ihren Knöcheln, an ihren Armen, sie wurde empor gehoben.
"Mir ist heiß!" rief sie, oder es war das Echo, das in ihr rief. Sie hörte keine Antwort, nichts, niemand sagte etwas. Hing bloß in der Luft, fühlte sich nackt, ja sie war es vielleicht auch, denn jetzt wechselten die Szenen schnell, flackerten auf und verschwanden. Sie konnte nicht mehr sagen, wo sie war oder wer sie war, sie spürte manchmal etwas kaltes auf ihrem Körper, dann wieder etwas unendlich warmes, doch es ging so schnell. Nein, das war nicht mehr ihr Körper, jetzt war es seiner - er lag auf dem Rücken, etwas schaukelte ihn hin und her. Etwas metallenes zog und zerrte an ihr, es war kalt, es tat weh. Sie wollte sich wehren, aber hatte weder Kraft, noch Stimme, noch Worte. Sie war ihm ausgeliefert.
Oder er ihr?
"Nein", wimmerte sie, als sie sich aufbäumte, "Nein, das geht doch nicht. Das kann... Das darf man nicht..."
"Was geht nicht?" fragte sie eine Frauenstimme, die so vertraut klang wie ihre eigene Stimme. "Ihr dürft nicht...Wer bist du?", fragte sie in den Raum hinein, ihre Stimme hallte, wie ein Echo? Da merkte sie es selbst, etwas an ihrer Stimme war anders, sie war tiefer, männlicher...Wieder bekam sie keine Antwort, sie spürte nur, wie die Last von ihr abfiel, durfte sie sich aufsetzten? Sie wollte fragen, aber fürchtete sich vor der tiefen Stimme, das Schlimmste war diese Fremdheit im eigenen Körper. Sie setze sich hin, rutschte fast auf den Boden, die Maske fiel, Jelena öffnete die Augen.
Doch sie sah nichts. Es war finster, bedrohlich legte sich die Schwärze um sie - sie hoffte, ihre Augen würden sich schnell daran gewöhnen.
Aber es blieb wie es war, wechselte höchstens einmal den Farbton von Schwarz zu Ultramarinblau und wieder zurück.
"Möchtest du gehen?", diese Stimme zerschnitt förmlich die Stille, sie war fordernd, sie wollte eine Antwort.
"Aber du bekommst keine Antwort!" dachte sie und blieb hart - obwohl sie spürte, dass es egal war, ob sie schwieg oder sprach, man verstand jeden ihrer Gedanken, es gab kein Geheimnis mehr, nichts Privates, nichtmal in ihrem Körper war sie zu Hause - aber war das wirklich noch ihr Körper, und nicht seiner ... wünschte sie das? Ihre Füße glitten auf den Boden, er war unerbittlich kalt, sie suchte mit ihren Händen halt. Aber fand keinen, irrte weiter und fühlte sich bald wie eine nächtliche Eisgängerin, meinte mit jedem Schritt, die Haut ihrer Füße friere am Boden fest; die Kälte brannte. Wohin war der Sand verschwunden, worauf war sie denn vorhin gesessen, also war alles nur ein Traum gewesen?
Jemand lachte; lachte gehässig. Sie wandte sich um, doch sah nichts, sie beschleunigte den Schritt, sie wollte weg, fort von diesem kalten Boden, weg von den Stimmen, hin zum Ausgang. Mitten im Lauf fasste sie eine Hand im Nacken, packte zu, wie der Kiefer eines Raubtiers, hielt sie, hielt sie fest. Sie konnte nicht anders als schreien, vor Angst, vor Schmerz, sie schrie, bis sie vor Erschöpfung keine Stimme mehr hatte, sie japste nach Luft.
"Aber ... ich liebe dich!" sagte die Stimme und auch ihr Echo, sagte es immer wieder, immer wieder und immer sanfter und langsamer: "aber ... ich liebe dich!" Jelena glitt auf den Boden, sie hatte keine Kraft mehr.
"Wenn du nur endlich die Augen aufmachst!" tadelte sie eine freundliche Stimme: Lucas. Jelena stöhnte fast unhörbar, sie traute sie sich wirklich die Augen zu öffnen..?"
"Die anderen Augen, Lena!" monierte Lucas und küsste ihr die Stirn.
Sie hob die Augenbraue an und verzog leicht den Mund, sollte sie etwas erwidern?
"Erinnerst du dich ...?"
"Was meinst du...?", sie fasste sich an die Stirn, strich sich Haare aus dem Gesicht. "Ich irre herum zwischen Träumen und Wünschen und Ängsten, es ist schrecklich, denn nichts ist echt, auch du nicht, nicht wahr?" Sie war verzweifelt, alles war so unwirklich; konnte das alles nicht endlich ein Ende haben?
"Ich lese deine Gedanken, Schatz!" murmelte er.
"Nein, hör auf, mach das wo anders, nicht hier, nicht bei mir, lass mich gehen.", sie drehte den Kopf langsam in seine Richtung.
- und das Licht im Zimmer ging an.
Jelena öffnete die Tür. Es war still, sie lauschte ihrem Atem. Sonst war nichts zu hören, nirgends. Sie sah nochmals auf ihre Uhr um sich zu vergewissern, dass alles stimmte: Ort, Zeit, und ...
Sie schloss die Augen, ging zwei Schritte tief in den Raum hinein. Sie versuchte sich zu beruhigen, es war nichts schlimmes, was sie tat, was sie tun wollte. Allmählich kehrte die Erinnerung zurück, das Meer, weit draußen, ohne Ufer. Sie spürte eine zärtliche Berührung an ihrem Hals, ein leichter Luftzug. Nur mit Mühe konnte sie dem Wunsch, die Augen zu öffnen, widerstehen. Etwas legte sich auf ihre Augen, war es Stoff?
"Zeit, zu verreisen", sagte die Stimme aus ihrer Erinnerung. "Ja..", hauchte Jelena.
Und presste sich die Hände aufs Gesicht: es war eine Maske. Sie spürte, wie sich kräftige Hände auf ihre Schultern legten, sie langsam, aber bestimmt vorwärts drängten.
Eins, zwei, drei ... vier? ... wirklich vier Hände? Ein paar strich ihr durch das Haar, eine andere Hand fuhr ihr über die Schulter; wie warm sie waren.
"Und wenn das jetzt das letzte Mal ist, was sagst du dann?", sagte er, oder dachte sie das? Ohne eine Antwort zu wollen, bewegte sie ihre Hände in die Richtung, in der sie ihn vermutete, sie wollte ihn berühren. Doch im gleichen Moment knickten ihre Beine ein; grundlos, rätselhaft und grundlos. Unter ihren Knien spürte sie Sand, feinen, weichen Sand - "vom Meer?!" stieß es ihr durch den Kopf.
Auf ihren Knien rutschend wollte sie lachen, lauthals herauslachen, denn vielleicht war der Raum schon weg, hatte sich aufgelöst in dieser Erinnerung, war das möglich, begann jetzt der Traum?
"Lasst mich los", rief sie vor Aufregung, "lasst mich den Sand fühlen... diesen wunderbaren Sand."
Sie wühlte und grub, bis die ersten Tränen flossen und ihre Hände zu Fäusten wurden, die in den Sand schlugen. Nein, das konnte einfach nicht sein, nicht hier, nicht jetzt. Gleich würden die Hände sie packen, grob hochreißen, sie fortbringen, er hatte immer davon gesprochen - damals? Schon spürte sie wieder die Hände, an ihren Knöcheln, an ihren Armen, sie wurde empor gehoben.
"Mir ist heiß!" rief sie, oder es war das Echo, das in ihr rief. Sie hörte keine Antwort, nichts, niemand sagte etwas. Hing bloß in der Luft, fühlte sich nackt, ja sie war es vielleicht auch, denn jetzt wechselten die Szenen schnell, flackerten auf und verschwanden. Sie konnte nicht mehr sagen, wo sie war oder wer sie war, sie spürte manchmal etwas kaltes auf ihrem Körper, dann wieder etwas unendlich warmes, doch es ging so schnell. Nein, das war nicht mehr ihr Körper, jetzt war es seiner - er lag auf dem Rücken, etwas schaukelte ihn hin und her. Etwas metallenes zog und zerrte an ihr, es war kalt, es tat weh. Sie wollte sich wehren, aber hatte weder Kraft, noch Stimme, noch Worte. Sie war ihm ausgeliefert.
Oder er ihr?
"Nein", wimmerte sie, als sie sich aufbäumte, "Nein, das geht doch nicht. Das kann... Das darf man nicht..."
"Was geht nicht?" fragte sie eine Frauenstimme, die so vertraut klang wie ihre eigene Stimme. "Ihr dürft nicht...Wer bist du?", fragte sie in den Raum hinein, ihre Stimme hallte, wie ein Echo? Da merkte sie es selbst, etwas an ihrer Stimme war anders, sie war tiefer, männlicher...Wieder bekam sie keine Antwort, sie spürte nur, wie die Last von ihr abfiel, durfte sie sich aufsetzten? Sie wollte fragen, aber fürchtete sich vor der tiefen Stimme, das Schlimmste war diese Fremdheit im eigenen Körper. Sie setze sich hin, rutschte fast auf den Boden, die Maske fiel, Jelena öffnete die Augen.
Doch sie sah nichts. Es war finster, bedrohlich legte sich die Schwärze um sie - sie hoffte, ihre Augen würden sich schnell daran gewöhnen.
Aber es blieb wie es war, wechselte höchstens einmal den Farbton von Schwarz zu Ultramarinblau und wieder zurück.
"Möchtest du gehen?", diese Stimme zerschnitt förmlich die Stille, sie war fordernd, sie wollte eine Antwort.
"Aber du bekommst keine Antwort!" dachte sie und blieb hart - obwohl sie spürte, dass es egal war, ob sie schwieg oder sprach, man verstand jeden ihrer Gedanken, es gab kein Geheimnis mehr, nichts Privates, nichtmal in ihrem Körper war sie zu Hause - aber war das wirklich noch ihr Körper, und nicht seiner ... wünschte sie das? Ihre Füße glitten auf den Boden, er war unerbittlich kalt, sie suchte mit ihren Händen halt. Aber fand keinen, irrte weiter und fühlte sich bald wie eine nächtliche Eisgängerin, meinte mit jedem Schritt, die Haut ihrer Füße friere am Boden fest; die Kälte brannte. Wohin war der Sand verschwunden, worauf war sie denn vorhin gesessen, also war alles nur ein Traum gewesen?
Jemand lachte; lachte gehässig. Sie wandte sich um, doch sah nichts, sie beschleunigte den Schritt, sie wollte weg, fort von diesem kalten Boden, weg von den Stimmen, hin zum Ausgang. Mitten im Lauf fasste sie eine Hand im Nacken, packte zu, wie der Kiefer eines Raubtiers, hielt sie, hielt sie fest. Sie konnte nicht anders als schreien, vor Angst, vor Schmerz, sie schrie, bis sie vor Erschöpfung keine Stimme mehr hatte, sie japste nach Luft.
"Aber ... ich liebe dich!" sagte die Stimme und auch ihr Echo, sagte es immer wieder, immer wieder und immer sanfter und langsamer: "aber ... ich liebe dich!" Jelena glitt auf den Boden, sie hatte keine Kraft mehr.
"Wenn du nur endlich die Augen aufmachst!" tadelte sie eine freundliche Stimme: Lucas. Jelena stöhnte fast unhörbar, sie traute sie sich wirklich die Augen zu öffnen..?"
"Die anderen Augen, Lena!" monierte Lucas und küsste ihr die Stirn.
Sie hob die Augenbraue an und verzog leicht den Mund, sollte sie etwas erwidern?
"Erinnerst du dich ...?"
"Was meinst du...?", sie fasste sich an die Stirn, strich sich Haare aus dem Gesicht. "Ich irre herum zwischen Träumen und Wünschen und Ängsten, es ist schrecklich, denn nichts ist echt, auch du nicht, nicht wahr?" Sie war verzweifelt, alles war so unwirklich; konnte das alles nicht endlich ein Ende haben?
"Ich lese deine Gedanken, Schatz!" murmelte er.
"Nein, hör auf, mach das wo anders, nicht hier, nicht bei mir, lass mich gehen.", sie drehte den Kopf langsam in seine Richtung.
- und das Licht im Zimmer ging an.
Re: Co-Text Nr.1: Erinnerungen an einsame Männer
Ich weiß nicht, ws meinst du? Schluss? dann kann der leser sich seinen teil denken ? (und wir auch *gg)
Erinnerungen an einsame Männer
Jelena öffnete die Tür. Es war still, sie lauschte ihrem Atem. Sonst war nichts zu hören, nirgends. Sie sah nochmals auf ihre Uhr um sich zu vergewissern, dass alles stimmte: Ort, Zeit, und ...
Sie schloss die Augen, ging zwei Schritte tief in den Raum hinein. Sie versuchte sich zu beruhigen, es war nichts schlimmes, was sie tat, was sie tun wollte. Allmählich kehrte die Erinnerung zurück, das Meer, weit draußen, ohne Ufer. Sie spürte eine zärtliche Berührung an ihrem Hals, ein leichter Luftzug. Nur mit Mühe konnte sie dem Wunsch, die Augen zu öffnen, widerstehen. Etwas legte sich auf ihre Augen, war es Stoff?
"Zeit, zu verreisen", sagte die Stimme aus ihrer Erinnerung. "Ja..", hauchte Jelena.
Und presste sich die Hände aufs Gesicht: es war eine Maske. Sie spürte, wie sich kräftige Hände auf ihre Schultern legten, sie langsam, aber bestimmt vorwärts drängten.
Eins, zwei, drei ... vier? ... wirklich vier Hände? Ein paar strich ihr durch das Haar, eine andere Hand fuhr ihr über die Schulter; wie warm sie waren.
"Und wenn das jetzt das letzte Mal ist, was sagst du dann?", sagte er, oder dachte sie das? Ohne eine Antwort zu wollen, bewegte sie ihre Hände in die Richtung, in der sie ihn vermutete, sie wollte ihn berühren. Doch im gleichen Moment knickten ihre Beine ein; grundlos, rätselhaft und grundlos. Unter ihren Knien spürte sie Sand, feinen, weichen Sand - "vom Meer?!" stieß es ihr durch den Kopf.
Auf ihren Knien rutschend wollte sie lachen, lauthals herauslachen, denn vielleicht war der Raum schon weg, hatte sich aufgelöst in dieser Erinnerung, war das möglich, begann jetzt der Traum?
"Lasst mich los", rief sie vor Aufregung, "lasst mich den Sand fühlen... diesen wunderbaren Sand."
Sie wühlte und grub, bis die ersten Tränen flossen und ihre Hände zu Fäusten wurden, die in den Sand schlugen. Nein, das konnte einfach nicht sein, nicht hier, nicht jetzt. Gleich würden die Hände sie packen, grob hochreißen, sie fortbringen, er hatte immer davon gesprochen - damals? Schon spürte sie wieder die Hände, an ihren Knöcheln, an ihren Armen, sie wurde empor gehoben.
"Mir ist heiß!" rief sie, oder es war das Echo, das in ihr rief. Sie hörte keine Antwort, nichts, niemand sagte etwas. Hing bloß in der Luft, fühlte sich nackt, ja sie war es vielleicht auch, denn jetzt wechselten die Szenen schnell, flackerten auf und verschwanden. Sie konnte nicht mehr sagen, wo sie war oder wer sie war, sie spürte manchmal etwas kaltes auf ihrem Körper, dann wieder etwas unendlich warmes, doch es ging so schnell. Nein, das war nicht mehr ihr Körper, jetzt war es seiner - er lag auf dem Rücken, etwas schaukelte ihn hin und her. Etwas metallenes zog und zerrte an ihr, es war kalt, es tat weh. Sie wollte sich wehren, aber hatte weder Kraft, noch Stimme, noch Worte. Sie war ihm ausgeliefert.
Oder er ihr?
"Nein", wimmerte sie, als sie sich aufbäumte, "Nein, das geht doch nicht. Das kann... Das darf man nicht..."
"Was geht nicht?" fragte sie eine Frauenstimme, die so vertraut klang wie ihre eigene Stimme. "Ihr dürft nicht...Wer bist du?", fragte sie in den Raum hinein, ihre Stimme hallte, wie ein Echo? Da merkte sie es selbst, etwas an ihrer Stimme war anders, sie war tiefer, männlicher...Wieder bekam sie keine Antwort, sie spürte nur, wie die Last von ihr abfiel, durfte sie sich aufsetzten? Sie wollte fragen, aber fürchtete sich vor der tiefen Stimme, das Schlimmste war diese Fremdheit im eigenen Körper. Sie setze sich hin, rutschte fast auf den Boden, die Maske fiel, Jelena öffnete die Augen.
Doch sie sah nichts. Es war finster, bedrohlich legte sich die Schwärze um sie - sie hoffte, ihre Augen würden sich schnell daran gewöhnen.
Aber es blieb wie es war, wechselte höchstens einmal den Farbton von Schwarz zu Ultramarinblau und wieder zurück.
"Möchtest du gehen?", diese Stimme zerschnitt förmlich die Stille, sie war fordernd, sie wollte eine Antwort.
"Aber du bekommst keine Antwort!" dachte sie und blieb hart - obwohl sie spürte, dass es egal war, ob sie schwieg oder sprach, man verstand jeden ihrer Gedanken, es gab kein Geheimnis mehr, nichts Privates, nichtmal in ihrem Körper war sie zu Hause - aber war das wirklich noch ihr Körper, und nicht seiner ... wünschte sie das? Ihre Füße glitten auf den Boden, er war unerbittlich kalt, sie suchte mit ihren Händen halt. Aber fand keinen, irrte weiter und fühlte sich bald wie eine nächtliche Eisgängerin, meinte mit jedem Schritt, die Haut ihrer Füße friere am Boden fest; die Kälte brannte. Wohin war der Sand verschwunden, worauf war sie denn vorhin gesessen, also war alles nur ein Traum gewesen?
Jemand lachte; lachte gehässig. Sie wandte sich um, doch sah nichts, sie beschleunigte den Schritt, sie wollte weg, fort von diesem kalten Boden, weg von den Stimmen, hin zum Ausgang. Mitten im Lauf fasste sie eine Hand im Nacken, packte zu, wie der Kiefer eines Raubtiers, hielt sie, hielt sie fest. Sie konnte nicht anders als schreien, vor Angst, vor Schmerz, sie schrie, bis sie vor Erschöpfung keine Stimme mehr hatte, sie japste nach Luft.
"Aber ... ich liebe dich!" sagte die Stimme und auch ihr Echo, sagte es immer wieder, immer wieder und immer sanfter und langsamer: "aber ... ich liebe dich!" Jelena glitt auf den Boden, sie hatte keine Kraft mehr.
"Wenn du nur endlich die Augen aufmachst!" tadelte sie eine freundliche Stimme: Lucas. Jelena stöhnte fast unhörbar, sie traute sie sich wirklich die Augen zu öffnen..?"
"Die anderen Augen, Lena!" monierte Lucas und küsste ihr die Stirn.
Sie hob die Augenbraue an und verzog leicht den Mund, sollte sie etwas erwidern?
"Erinnerst du dich ...?"
"Was meinst du...?", sie fasste sich an die Stirn, strich sich Haare aus dem Gesicht. "Ich irre herum zwischen Träumen und Wünschen und Ängsten, es ist schrecklich, denn nichts ist echt, auch du nicht, nicht wahr?" Sie war verzweifelt, alles war so unwirklich; konnte das alles nicht endlich ein Ende haben?
"Ich lese deine Gedanken, Schatz!" murmelte er.
"Nein, hör auf, mach das wo anders, nicht hier, nicht bei mir, lass mich gehen.", sie drehte den Kopf langsam in seine Richtung.
- und das Licht im Zimmer ging an.
"Nun geh, Lena."
Erinnerungen an einsame Männer
Jelena öffnete die Tür. Es war still, sie lauschte ihrem Atem. Sonst war nichts zu hören, nirgends. Sie sah nochmals auf ihre Uhr um sich zu vergewissern, dass alles stimmte: Ort, Zeit, und ...
Sie schloss die Augen, ging zwei Schritte tief in den Raum hinein. Sie versuchte sich zu beruhigen, es war nichts schlimmes, was sie tat, was sie tun wollte. Allmählich kehrte die Erinnerung zurück, das Meer, weit draußen, ohne Ufer. Sie spürte eine zärtliche Berührung an ihrem Hals, ein leichter Luftzug. Nur mit Mühe konnte sie dem Wunsch, die Augen zu öffnen, widerstehen. Etwas legte sich auf ihre Augen, war es Stoff?
"Zeit, zu verreisen", sagte die Stimme aus ihrer Erinnerung. "Ja..", hauchte Jelena.
Und presste sich die Hände aufs Gesicht: es war eine Maske. Sie spürte, wie sich kräftige Hände auf ihre Schultern legten, sie langsam, aber bestimmt vorwärts drängten.
Eins, zwei, drei ... vier? ... wirklich vier Hände? Ein paar strich ihr durch das Haar, eine andere Hand fuhr ihr über die Schulter; wie warm sie waren.
"Und wenn das jetzt das letzte Mal ist, was sagst du dann?", sagte er, oder dachte sie das? Ohne eine Antwort zu wollen, bewegte sie ihre Hände in die Richtung, in der sie ihn vermutete, sie wollte ihn berühren. Doch im gleichen Moment knickten ihre Beine ein; grundlos, rätselhaft und grundlos. Unter ihren Knien spürte sie Sand, feinen, weichen Sand - "vom Meer?!" stieß es ihr durch den Kopf.
Auf ihren Knien rutschend wollte sie lachen, lauthals herauslachen, denn vielleicht war der Raum schon weg, hatte sich aufgelöst in dieser Erinnerung, war das möglich, begann jetzt der Traum?
"Lasst mich los", rief sie vor Aufregung, "lasst mich den Sand fühlen... diesen wunderbaren Sand."
Sie wühlte und grub, bis die ersten Tränen flossen und ihre Hände zu Fäusten wurden, die in den Sand schlugen. Nein, das konnte einfach nicht sein, nicht hier, nicht jetzt. Gleich würden die Hände sie packen, grob hochreißen, sie fortbringen, er hatte immer davon gesprochen - damals? Schon spürte sie wieder die Hände, an ihren Knöcheln, an ihren Armen, sie wurde empor gehoben.
"Mir ist heiß!" rief sie, oder es war das Echo, das in ihr rief. Sie hörte keine Antwort, nichts, niemand sagte etwas. Hing bloß in der Luft, fühlte sich nackt, ja sie war es vielleicht auch, denn jetzt wechselten die Szenen schnell, flackerten auf und verschwanden. Sie konnte nicht mehr sagen, wo sie war oder wer sie war, sie spürte manchmal etwas kaltes auf ihrem Körper, dann wieder etwas unendlich warmes, doch es ging so schnell. Nein, das war nicht mehr ihr Körper, jetzt war es seiner - er lag auf dem Rücken, etwas schaukelte ihn hin und her. Etwas metallenes zog und zerrte an ihr, es war kalt, es tat weh. Sie wollte sich wehren, aber hatte weder Kraft, noch Stimme, noch Worte. Sie war ihm ausgeliefert.
Oder er ihr?
"Nein", wimmerte sie, als sie sich aufbäumte, "Nein, das geht doch nicht. Das kann... Das darf man nicht..."
"Was geht nicht?" fragte sie eine Frauenstimme, die so vertraut klang wie ihre eigene Stimme. "Ihr dürft nicht...Wer bist du?", fragte sie in den Raum hinein, ihre Stimme hallte, wie ein Echo? Da merkte sie es selbst, etwas an ihrer Stimme war anders, sie war tiefer, männlicher...Wieder bekam sie keine Antwort, sie spürte nur, wie die Last von ihr abfiel, durfte sie sich aufsetzten? Sie wollte fragen, aber fürchtete sich vor der tiefen Stimme, das Schlimmste war diese Fremdheit im eigenen Körper. Sie setze sich hin, rutschte fast auf den Boden, die Maske fiel, Jelena öffnete die Augen.
Doch sie sah nichts. Es war finster, bedrohlich legte sich die Schwärze um sie - sie hoffte, ihre Augen würden sich schnell daran gewöhnen.
Aber es blieb wie es war, wechselte höchstens einmal den Farbton von Schwarz zu Ultramarinblau und wieder zurück.
"Möchtest du gehen?", diese Stimme zerschnitt förmlich die Stille, sie war fordernd, sie wollte eine Antwort.
"Aber du bekommst keine Antwort!" dachte sie und blieb hart - obwohl sie spürte, dass es egal war, ob sie schwieg oder sprach, man verstand jeden ihrer Gedanken, es gab kein Geheimnis mehr, nichts Privates, nichtmal in ihrem Körper war sie zu Hause - aber war das wirklich noch ihr Körper, und nicht seiner ... wünschte sie das? Ihre Füße glitten auf den Boden, er war unerbittlich kalt, sie suchte mit ihren Händen halt. Aber fand keinen, irrte weiter und fühlte sich bald wie eine nächtliche Eisgängerin, meinte mit jedem Schritt, die Haut ihrer Füße friere am Boden fest; die Kälte brannte. Wohin war der Sand verschwunden, worauf war sie denn vorhin gesessen, also war alles nur ein Traum gewesen?
Jemand lachte; lachte gehässig. Sie wandte sich um, doch sah nichts, sie beschleunigte den Schritt, sie wollte weg, fort von diesem kalten Boden, weg von den Stimmen, hin zum Ausgang. Mitten im Lauf fasste sie eine Hand im Nacken, packte zu, wie der Kiefer eines Raubtiers, hielt sie, hielt sie fest. Sie konnte nicht anders als schreien, vor Angst, vor Schmerz, sie schrie, bis sie vor Erschöpfung keine Stimme mehr hatte, sie japste nach Luft.
"Aber ... ich liebe dich!" sagte die Stimme und auch ihr Echo, sagte es immer wieder, immer wieder und immer sanfter und langsamer: "aber ... ich liebe dich!" Jelena glitt auf den Boden, sie hatte keine Kraft mehr.
"Wenn du nur endlich die Augen aufmachst!" tadelte sie eine freundliche Stimme: Lucas. Jelena stöhnte fast unhörbar, sie traute sie sich wirklich die Augen zu öffnen..?"
"Die anderen Augen, Lena!" monierte Lucas und küsste ihr die Stirn.
Sie hob die Augenbraue an und verzog leicht den Mund, sollte sie etwas erwidern?
"Erinnerst du dich ...?"
"Was meinst du...?", sie fasste sich an die Stirn, strich sich Haare aus dem Gesicht. "Ich irre herum zwischen Träumen und Wünschen und Ängsten, es ist schrecklich, denn nichts ist echt, auch du nicht, nicht wahr?" Sie war verzweifelt, alles war so unwirklich; konnte das alles nicht endlich ein Ende haben?
"Ich lese deine Gedanken, Schatz!" murmelte er.
"Nein, hör auf, mach das wo anders, nicht hier, nicht bei mir, lass mich gehen.", sie drehte den Kopf langsam in seine Richtung.
- und das Licht im Zimmer ging an.
"Nun geh, Lena."
Mein Ich ist ein Pfogel aus Metall, doch Du hast ihn berührt und beschützt.
Re: Co-Text Nr.1: Erinnerungen an einsame Männer
Erinnerungen an einsame Männer
Jelena öffnete die Tür. Es war still, sie lauschte ihrem Atem. Sonst war nichts zu hören, nirgends. Sie sah nochmals auf ihre Uhr um sich zu vergewissern, dass alles stimmte: Ort, Zeit, und ...
Sie schloss die Augen, ging zwei Schritte tief in den Raum hinein. Sie versuchte sich zu beruhigen, es war nichts schlimmes, was sie tat, was sie tun wollte. Allmählich kehrte die Erinnerung zurück, das Meer, weit draußen, ohne Ufer. Sie spürte eine zärtliche Berührung an ihrem Hals, ein leichter Luftzug. Nur mit Mühe konnte sie dem Wunsch, die Augen zu öffnen, widerstehen. Etwas legte sich auf ihre Augen, war es Stoff?
"Zeit, zu verreisen", sagte die Stimme aus ihrer Erinnerung. "Ja..", hauchte Jelena.
Und presste sich die Hände aufs Gesicht: es war eine Maske. Sie spürte, wie sich kräftige Hände auf ihre Schultern legten, sie langsam, aber bestimmt vorwärts drängten.
Eins, zwei, drei ... vier? ... wirklich vier Hände? Ein paar strich ihr durch das Haar, eine andere Hand fuhr ihr über die Schulter; wie warm sie waren.
"Und wenn das jetzt das letzte Mal ist, was sagst du dann?", sagte er, oder dachte sie das? Ohne eine Antwort zu wollen, bewegte sie ihre Hände in die Richtung, in der sie ihn vermutete, sie wollte ihn berühren. Doch im gleichen Moment knickten ihre Beine ein; grundlos, rätselhaft und grundlos. Unter ihren Knien spürte sie Sand, feinen, weichen Sand - "vom Meer?!" stieß es ihr durch den Kopf.
Auf ihren Knien rutschend wollte sie lachen, lauthals herauslachen, denn vielleicht war der Raum schon weg, hatte sich aufgelöst in dieser Erinnerung, war das möglich, begann jetzt der Traum?
"Lasst mich los", rief sie vor Aufregung, "lasst mich den Sand fühlen... diesen wunderbaren Sand."
Sie wühlte und grub, bis die ersten Tränen flossen und ihre Hände zu Fäusten wurden, die in den Sand schlugen. Nein, das konnte einfach nicht sein, nicht hier, nicht jetzt. Gleich würden die Hände sie packen, grob hochreißen, sie fortbringen, er hatte immer davon gesprochen - damals? Schon spürte sie wieder die Hände, an ihren Knöcheln, an ihren Armen, sie wurde empor gehoben.
"Mir ist heiß!" rief sie, oder es war das Echo, das in ihr rief. Sie hörte keine Antwort, nichts, niemand sagte etwas. Hing bloß in der Luft, fühlte sich nackt, ja sie war es vielleicht auch, denn jetzt wechselten die Szenen schnell, flackerten auf und verschwanden. Sie konnte nicht mehr sagen, wo sie war oder wer sie war, sie spürte manchmal etwas kaltes auf ihrem Körper, dann wieder etwas unendlich warmes, doch es ging so schnell. Nein, das war nicht mehr ihr Körper, jetzt war es seiner - er lag auf dem Rücken, etwas schaukelte ihn hin und her. Etwas metallenes zog und zerrte an ihr, es war kalt, es tat weh. Sie wollte sich wehren, aber hatte weder Kraft, noch Stimme, noch Worte. Sie war ihm ausgeliefert.
Oder er ihr?
"Nein", wimmerte sie, als sie sich aufbäumte, "Nein, das geht doch nicht. Das kann... Das darf man nicht..."
"Was geht nicht?" fragte sie eine Frauenstimme, die so vertraut klang wie ihre eigene Stimme. "Ihr dürft nicht...Wer bist du?", fragte sie in den Raum hinein, ihre Stimme hallte, wie ein Echo? Da merkte sie es selbst, etwas an ihrer Stimme war anders, sie war tiefer, männlicher...Wieder bekam sie keine Antwort, sie spürte nur, wie die Last von ihr abfiel, durfte sie sich aufsetzten? Sie wollte fragen, aber fürchtete sich vor der tiefen Stimme, das Schlimmste war diese Fremdheit im eigenen Körper. Sie setze sich hin, rutschte fast auf den Boden, die Maske fiel, Jelena öffnete die Augen.
Doch sie sah nichts. Es war finster, bedrohlich legte sich die Schwärze um sie - sie hoffte, ihre Augen würden sich schnell daran gewöhnen.
Aber es blieb wie es war, wechselte höchstens einmal den Farbton von Schwarz zu Ultramarinblau und wieder zurück.
"Möchtest du gehen?", diese Stimme zerschnitt förmlich die Stille, sie war fordernd, sie wollte eine Antwort.
"Aber du bekommst keine Antwort!" dachte sie und blieb hart - obwohl sie spürte, dass es egal war, ob sie schwieg oder sprach, man verstand jeden ihrer Gedanken, es gab kein Geheimnis mehr, nichts Privates, nichtmal in ihrem Körper war sie zu Hause - aber war das wirklich noch ihr Körper, und nicht seiner ... wünschte sie das? Ihre Füße glitten auf den Boden, er war unerbittlich kalt, sie suchte mit ihren Händen halt. Aber fand keinen, irrte weiter und fühlte sich bald wie eine nächtliche Eisgängerin, meinte mit jedem Schritt, die Haut ihrer Füße friere am Boden fest; die Kälte brannte. Wohin war der Sand verschwunden, worauf war sie denn vorhin gesessen, also war alles nur ein Traum gewesen?
Jemand lachte; lachte gehässig. Sie wandte sich um, doch sah nichts, sie beschleunigte den Schritt, sie wollte weg, fort von diesem kalten Boden, weg von den Stimmen, hin zum Ausgang. Mitten im Lauf fasste sie eine Hand im Nacken, packte zu, wie der Kiefer eines Raubtiers, hielt sie, hielt sie fest. Sie konnte nicht anders als schreien, vor Angst, vor Schmerz, sie schrie, bis sie vor Erschöpfung keine Stimme mehr hatte, sie japste nach Luft.
"Aber ... ich liebe dich!" sagte die Stimme und auch ihr Echo, sagte es immer wieder, immer wieder und immer sanfter und langsamer: "aber ... ich liebe dich!" Jelena glitt auf den Boden, sie hatte keine Kraft mehr.
"Wenn du nur endlich die Augen aufmachst!" tadelte sie eine freundliche Stimme: Lucas. Jelena stöhnte fast unhörbar, sie traute sie sich wirklich die Augen zu öffnen..?"
"Die anderen Augen, Lena!" monierte Lucas und küsste ihr die Stirn.
Sie hob die Augenbraue an und verzog leicht den Mund, sollte sie etwas erwidern?
"Erinnerst du dich ...?"
"Was meinst du...?", sie fasste sich an die Stirn, strich sich Haare aus dem Gesicht. "Ich irre herum zwischen Träumen und Wünschen und Ängsten, es ist schrecklich, denn nichts ist echt, auch du nicht, nicht wahr?" Sie war verzweifelt, alles war so unwirklich; konnte das alles nicht endlich ein Ende haben?
"Ich lese deine Gedanken, Schatz!" murmelte er.
"Nein, hör auf, mach das wo anders, nicht hier, nicht bei mir, lass mich gehen.", sie drehte den Kopf langsam in seine Richtung.
- und das Licht im Zimmer ging an.
"Nun geh, Lena."
Aber sie war schon längst fort.
(musste noch sein, dieser Schlusssatz - wenn du erlaubst
Jelena öffnete die Tür. Es war still, sie lauschte ihrem Atem. Sonst war nichts zu hören, nirgends. Sie sah nochmals auf ihre Uhr um sich zu vergewissern, dass alles stimmte: Ort, Zeit, und ...
Sie schloss die Augen, ging zwei Schritte tief in den Raum hinein. Sie versuchte sich zu beruhigen, es war nichts schlimmes, was sie tat, was sie tun wollte. Allmählich kehrte die Erinnerung zurück, das Meer, weit draußen, ohne Ufer. Sie spürte eine zärtliche Berührung an ihrem Hals, ein leichter Luftzug. Nur mit Mühe konnte sie dem Wunsch, die Augen zu öffnen, widerstehen. Etwas legte sich auf ihre Augen, war es Stoff?
"Zeit, zu verreisen", sagte die Stimme aus ihrer Erinnerung. "Ja..", hauchte Jelena.
Und presste sich die Hände aufs Gesicht: es war eine Maske. Sie spürte, wie sich kräftige Hände auf ihre Schultern legten, sie langsam, aber bestimmt vorwärts drängten.
Eins, zwei, drei ... vier? ... wirklich vier Hände? Ein paar strich ihr durch das Haar, eine andere Hand fuhr ihr über die Schulter; wie warm sie waren.
"Und wenn das jetzt das letzte Mal ist, was sagst du dann?", sagte er, oder dachte sie das? Ohne eine Antwort zu wollen, bewegte sie ihre Hände in die Richtung, in der sie ihn vermutete, sie wollte ihn berühren. Doch im gleichen Moment knickten ihre Beine ein; grundlos, rätselhaft und grundlos. Unter ihren Knien spürte sie Sand, feinen, weichen Sand - "vom Meer?!" stieß es ihr durch den Kopf.
Auf ihren Knien rutschend wollte sie lachen, lauthals herauslachen, denn vielleicht war der Raum schon weg, hatte sich aufgelöst in dieser Erinnerung, war das möglich, begann jetzt der Traum?
"Lasst mich los", rief sie vor Aufregung, "lasst mich den Sand fühlen... diesen wunderbaren Sand."
Sie wühlte und grub, bis die ersten Tränen flossen und ihre Hände zu Fäusten wurden, die in den Sand schlugen. Nein, das konnte einfach nicht sein, nicht hier, nicht jetzt. Gleich würden die Hände sie packen, grob hochreißen, sie fortbringen, er hatte immer davon gesprochen - damals? Schon spürte sie wieder die Hände, an ihren Knöcheln, an ihren Armen, sie wurde empor gehoben.
"Mir ist heiß!" rief sie, oder es war das Echo, das in ihr rief. Sie hörte keine Antwort, nichts, niemand sagte etwas. Hing bloß in der Luft, fühlte sich nackt, ja sie war es vielleicht auch, denn jetzt wechselten die Szenen schnell, flackerten auf und verschwanden. Sie konnte nicht mehr sagen, wo sie war oder wer sie war, sie spürte manchmal etwas kaltes auf ihrem Körper, dann wieder etwas unendlich warmes, doch es ging so schnell. Nein, das war nicht mehr ihr Körper, jetzt war es seiner - er lag auf dem Rücken, etwas schaukelte ihn hin und her. Etwas metallenes zog und zerrte an ihr, es war kalt, es tat weh. Sie wollte sich wehren, aber hatte weder Kraft, noch Stimme, noch Worte. Sie war ihm ausgeliefert.
Oder er ihr?
"Nein", wimmerte sie, als sie sich aufbäumte, "Nein, das geht doch nicht. Das kann... Das darf man nicht..."
"Was geht nicht?" fragte sie eine Frauenstimme, die so vertraut klang wie ihre eigene Stimme. "Ihr dürft nicht...Wer bist du?", fragte sie in den Raum hinein, ihre Stimme hallte, wie ein Echo? Da merkte sie es selbst, etwas an ihrer Stimme war anders, sie war tiefer, männlicher...Wieder bekam sie keine Antwort, sie spürte nur, wie die Last von ihr abfiel, durfte sie sich aufsetzten? Sie wollte fragen, aber fürchtete sich vor der tiefen Stimme, das Schlimmste war diese Fremdheit im eigenen Körper. Sie setze sich hin, rutschte fast auf den Boden, die Maske fiel, Jelena öffnete die Augen.
Doch sie sah nichts. Es war finster, bedrohlich legte sich die Schwärze um sie - sie hoffte, ihre Augen würden sich schnell daran gewöhnen.
Aber es blieb wie es war, wechselte höchstens einmal den Farbton von Schwarz zu Ultramarinblau und wieder zurück.
"Möchtest du gehen?", diese Stimme zerschnitt förmlich die Stille, sie war fordernd, sie wollte eine Antwort.
"Aber du bekommst keine Antwort!" dachte sie und blieb hart - obwohl sie spürte, dass es egal war, ob sie schwieg oder sprach, man verstand jeden ihrer Gedanken, es gab kein Geheimnis mehr, nichts Privates, nichtmal in ihrem Körper war sie zu Hause - aber war das wirklich noch ihr Körper, und nicht seiner ... wünschte sie das? Ihre Füße glitten auf den Boden, er war unerbittlich kalt, sie suchte mit ihren Händen halt. Aber fand keinen, irrte weiter und fühlte sich bald wie eine nächtliche Eisgängerin, meinte mit jedem Schritt, die Haut ihrer Füße friere am Boden fest; die Kälte brannte. Wohin war der Sand verschwunden, worauf war sie denn vorhin gesessen, also war alles nur ein Traum gewesen?
Jemand lachte; lachte gehässig. Sie wandte sich um, doch sah nichts, sie beschleunigte den Schritt, sie wollte weg, fort von diesem kalten Boden, weg von den Stimmen, hin zum Ausgang. Mitten im Lauf fasste sie eine Hand im Nacken, packte zu, wie der Kiefer eines Raubtiers, hielt sie, hielt sie fest. Sie konnte nicht anders als schreien, vor Angst, vor Schmerz, sie schrie, bis sie vor Erschöpfung keine Stimme mehr hatte, sie japste nach Luft.
"Aber ... ich liebe dich!" sagte die Stimme und auch ihr Echo, sagte es immer wieder, immer wieder und immer sanfter und langsamer: "aber ... ich liebe dich!" Jelena glitt auf den Boden, sie hatte keine Kraft mehr.
"Wenn du nur endlich die Augen aufmachst!" tadelte sie eine freundliche Stimme: Lucas. Jelena stöhnte fast unhörbar, sie traute sie sich wirklich die Augen zu öffnen..?"
"Die anderen Augen, Lena!" monierte Lucas und küsste ihr die Stirn.
Sie hob die Augenbraue an und verzog leicht den Mund, sollte sie etwas erwidern?
"Erinnerst du dich ...?"
"Was meinst du...?", sie fasste sich an die Stirn, strich sich Haare aus dem Gesicht. "Ich irre herum zwischen Träumen und Wünschen und Ängsten, es ist schrecklich, denn nichts ist echt, auch du nicht, nicht wahr?" Sie war verzweifelt, alles war so unwirklich; konnte das alles nicht endlich ein Ende haben?
"Ich lese deine Gedanken, Schatz!" murmelte er.
"Nein, hör auf, mach das wo anders, nicht hier, nicht bei mir, lass mich gehen.", sie drehte den Kopf langsam in seine Richtung.
- und das Licht im Zimmer ging an.
"Nun geh, Lena."
Aber sie war schon längst fort.
(musste noch sein, dieser Schlusssatz - wenn du erlaubst
Re: Co-Text Nr.1: Erinnerungen an einsame Männer
Doch, der ist gut! Ich beglückwünsche uns zu diesem tollem Text. Nun sei er zur Disskusion freigegeben
Magst du den Threadtitel noch irgendwie ändern, dass die anderen wissen, dass wir fertig sind?
Magst du den Threadtitel noch irgendwie ändern, dass die anderen wissen, dass wir fertig sind?
Mein Ich ist ein Pfogel aus Metall, doch Du hast ihn berührt und beschützt.
Re: Co-Text Nr.1: Erinnerungen an einsame Männer
ja, den titel kann ich ändern.
wir sollten den letzten text hier dann nochmal durchsehen, so von wegen absätzen und rechtschreibung ... den können wir dann ja immer weiter aktualisieren, gerne hier auf der seite ... so dass es immer ein "original" gibt (ist wichtig bei kollektiven texten, sonst gibts ein heilloses durcheinander
ja, hat viel spaß gemacht, merci, ladybird.
wir sollten den letzten text hier dann nochmal durchsehen, so von wegen absätzen und rechtschreibung ... den können wir dann ja immer weiter aktualisieren, gerne hier auf der seite ... so dass es immer ein "original" gibt (ist wichtig bei kollektiven texten, sonst gibts ein heilloses durcheinander
ja, hat viel spaß gemacht, merci, ladybird.
Re: Co-Text Nr.1: Erinnerungen an einsame Männer
Möchtst du das mit der Rechtschreibung und so machen? oder soll ich noch?
Irgendwie finde ich das faszinierend, du in B, ich hier in BS, und trotzdem können wir zusammen kreativ sein, das verwundert mich immer wieder!
Irgendwie finde ich das faszinierend, du in B, ich hier in BS, und trotzdem können wir zusammen kreativ sein, das verwundert mich immer wieder!
Mein Ich ist ein Pfogel aus Metall, doch Du hast ihn berührt und beschützt.
Re: Co-Text Nr.1: Erinnerungen an einsame Männer
ja, ich kann mal drübergehen mit rechtschreibung etc., aber nicht mehr heute, das steht mal fest.
am tag darauf kann man seinen text dann ohnehin neutraler lesen, ich hoffe, es wird auch dann noch eine freude sein *smile
am tag darauf kann man seinen text dann ohnehin neutraler lesen, ich hoffe, es wird auch dann noch eine freude sein *smile
Re: Co-Text Nr.1: Erinnerungen an einsame Männer
das hoffe ich auch!
jedenfalls danke ich dir für die super zusammenarbeit und wünsche dir noch eine gute nacht
höffentlich liest niemand deine gedanken XD
jedenfalls danke ich dir für die super zusammenarbeit und wünsche dir noch eine gute nacht
höffentlich liest niemand deine gedanken XD
Mein Ich ist ein Pfogel aus Metall, doch Du hast ihn berührt und beschützt.
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: Baidu [Spider] und 4 Gäste