Spiel unter Bäumen

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
Perry
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Spiel unter Bäumen

Beitragvon Perry » 04.11.2009, 17:58

Im Schatten der Pinien stehen sie,
eine Hand in der Hosentasche,
in der anderen eine Zigarette,
wenn sie nicht gerade dran sind,
eine der Metallkugeln zu werfen.

Der Platz ist sauber gekehrt,
damit kein Wurf abgelenkt wird,
das Cochonnet verfehlt.
Die Leere ihrer späten Jahre
füllen sie mit Punkten und Pernod.


„Es war ein kurioser Anblick,
wenn die Alten sich ganz vorsichtig
nach den Kugeln bückten.“


schrieb Simenon in seinem Buch „Mein Freund Maigret.“

Glaukos
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Re: Spiel unter Bäumen

Beitragvon Glaukos » 07.11.2009, 20:06

... und was möchte uns der dichter damit sagen? dass ein paar leute boccia spielen? ;)

Perry
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Re: Spiel unter Bäumen

Beitragvon Perry » 07.11.2009, 20:39

Hallo Glaukos,
was sonst, außer vielleicht dem Versuch des Menschen, dem Alter noch was abzugewinnen. Gelingt ja nicht allen so gut wie den Südländlern.
LG
Perry

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Re: Spiel unter Bäumen

Beitragvon Glaukos » 07.11.2009, 22:19

also, perry,
stilistisch mag ich es, auch wegen dem zitat am ende - und das, obwohl es sich für mich nicht rund liest, alles andere als perfekt gestrickt scheint; womöglich ist das auch beabsichtigt, um nicht allzu maniriert herüberzukommen.

merkwürdig, dass beim zweiten und dritten lesen bei mir der eindruck entsteht, das gedicht sei übersetzt.
(nun, zumindest aus perrys geist in die schrift ist es erstübersetzt worden ... ;)

zur stimmungslage: man kann selbige wohl kaum kritisieren, hier wird es persönlich; aber auf mich wirkte das gedicht womöglich eindringlicher, wenn es noch ein wenig abstrakter gehalten wäre. ("die leere ihrer späten jahre")

gruß
tolya

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Re: Spiel unter Bäumen

Beitragvon Perry » 07.11.2009, 23:05

Hallo tolya,
schön, dass du noch ein wenig mehr zum Text ausgeführt hast.
Was das Zitat anbelangt, ist das eine kleine Spielerei, die manche Lyriker zur Unterstützung von Texten betreiben. Der Rest ist wohl Stilsache was das "nicht maniriert" und "abstrakter" anbelangt.
Danke und LG
Perry

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Re: Spiel unter Bäumen

Beitragvon Herbert Eiter » 08.11.2009, 00:30

Manche Macken von "manchen Lyrikern" sind manchmal ganz schön marinierte Matschepampe.

Das Gedicht ist langweilig. So langweilig wie Leute, die Boccia spielen, während der Ohrenschmalz von ihren Gehirnen abbröckelt. Wenn ich so meinen Lebensabend verbringe, möge jemand Mitleid mit mir haben und mich erschießen.

Der Rest ist eben Stilsache: Wir haben Stil. Und du?

Hochachtungsvoll,
H.E.

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Re: Spiel unter Bäumen

Beitragvon Perry » 08.11.2009, 17:09

Hallo Hebert,
Schade, dass du so von deinem/euerem? Stil eingenommen bist, dass dir der Blick fürs Leben und die Lyrik ein wenig vernebelt erscheint.
Auf solche Komms habe ich nun wirklich keinen Bock, wenn du nicht Konstruktives zu sagen hast, dann spar dir deine Zeit für etwas Besseres auf. ;-)
LG
Perry
PS: Ich kann mir meinen Lebensabend übrigens gut im Kreise alter Freunde bei Spiel und Trank ganz gut vorstellen. ;-)

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Re: Spiel unter Bäumen

Beitragvon Herbert Eiter » 08.11.2009, 19:10

Interessant, dass du mir Voreingenommenheit vorwirfst. Denn dich kann man nur loben, alles andere gleitet an deinem gleichgültigen Schutzschirm als Stil, Geschmacksfrage, Voreingenommenheit, beschränktes Werturteil, usw. usf. ab. Ich habe in diesem Forum noch nie gelesen, dass du mal eine Kritik angenommen und daraufhin ein Gedicht komplett überarbeitet hättest. Aber das hier ist eine Textwerkstatt. Da wirkt es schon ein bisschen lustig, dass du anderen vorwirfst, mit ihren Gedichten "hausieren" zu gehen.
dass dir der Blick fürs Leben und die Lyrik ein wenig vernebelt erscheint.

Ach ja, erklär mir doch mal, was meinen Blick so vernebelt und deinen so klar macht! Ich bin sehr gespannt!!!

Ich habe eine Allergie gegen Amateure, die glauben, ihre gewöhnlichen, belanglosen Gedichte hätten irgendwas mit Lyrik oder Kunst zu tun und die jede Kritik mit dem Verweis auf Subjektivität von Werturteilen negieren. Aber leider sind Gewöhnlichkeit und lyrische Kunst ein diametraler, unvereinbarer Gegensatz. Also langweile uns nicht mit deinen Gedichten und deine Trivialitäten, sondern gib dir verdammt noch mal ein bisschen mehr Mühe, mehr verlangen wir doch nicht.

Und, wenn dir meine Meinung nicht gefällt, dann verpiss dich.

H.E.

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Re: Spiel unter Bäumen

Beitragvon Perry » 09.11.2009, 22:27

Hallo H.E.,
kannst du mir mal erklären wen du mit "wir" meinst, bisher hatte ich hier noch keine Probleme, die nicht beigelegt werden konnten.
Deine Pseudovorhaltungen sind deine Meinung (gewöhnlich, belanglos), mit der ich leben kann. Wenn du keine anderen Argumente hast als "verpiss dich", dann werde ich wohl künftig meine Zeit nicht mehr mit Werken, bzw. Komms aus deiner Feder verschwenden.
Auf konstruktive Kritik gehe ich übrigens immer ein, nur Hinweise wie "gib dir verdammt noch mal ein bisschen mehr Mühe" empfinde ich als wenig hilfreich, sondern subjektiv abwertend.
Gruß
Perry

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Re: Spiel unter Bäumen

Beitragvon Glaukos » 10.11.2009, 00:47

apropos mühe,

wie lange arbeitest du denn summa summarum an einem gedicht wie dem obigen?

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Re: Spiel unter Bäumen

Beitragvon Perry » 10.11.2009, 01:13

Hallo Glaukos,
ist Mühe für dich ein Qualitätsmerkmal? Wenn ja, wieviel Zeit würdest du für ein gutes Gedicht veranschlagen?
In der Regel dauert der erste Entwurf eines Textes bei mir nicht allzulange, denn es ist meist ein spontaner Gedanke, der mir zu einem Thema in den Sinn kommt. Dann wandert der Text in einen Entwurfsordner und wird, wenn ich nach einem Text zum Posten oder für ein neues Manuskript suche auf den Prüfstand gestellt. Dieser Text hat so drei Überarbeitungen erfahren, bis ich ihn eingestellt habe. Das dürften insgesamt vielleicht zwei Stunden Bearbeitungszeit gewesen sein.
Ist dir das Mühe genug?
LG
Perry

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Re: Spiel unter Bäumen

Beitragvon Glaukos » 10.11.2009, 02:07

hallo perry,
ich finde es sinnvoll zu wissen, wie viel zeit jemand in eine "arbeit" oder "aufgabe" investiert.
wäre ich ein lehrer, würde ich ein schlampiges genie triezen, dagegen einen bemühten versager loben. (nun ja, für solch eine philosophie bliebe wohl nur der kunstunterricht ;)

ich finde zwei stunden gut und, ganz ehrlich und subjektiv, auch besser als zwanzig minuten.
acht stunden wären aber in 90 prozent der fälle besser.

rilke schrieb einmal, es wäre schon großartig, wenn man in seinem leben nur fünf, sechs gute gedichte verfasste ... ich finde, er hatte recht damit, niemals zufrieden zu sein mit den eigenen texten/poemen.


auf deine frage: nein, ein qualitätsmerkmal ist mühe bei einem konkreten werk (wie einem gedicht oder roman) für mich nicht. manchmal ist sogar das "geschluderte" faszinierend - beispielsweise bei shakespeare. allerdings hat selbiger sich DAVOR endlos viel mühe gemacht ... ich denke, wenn einer nicht ein vollpfosten in sachen sprache ist, wird er, so er sich genug "mühe gibt", nach sagen wir fünf jahren harter monomanischer arbeit auch in der lage sein, passable werke abzuliefern. ohne training geht es offenbar nicht -> bei uns neuronalvernetzten geschöpfen ;)

Herbert Eiter
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Re: Spiel unter Bäumen

Beitragvon Herbert Eiter » 10.11.2009, 02:16

Hallo Perry.
Deine Pseudovorhaltungen sind deine Meinung (gewöhnlich, belanglos), mit der ich leben kann.

Schutzschirm, sag ich ja. Wenn ich dich nicht lobe, ist es egal, was ich sage.
Auf konstruktive Kritik gehe ich übrigens immer ein

Ja, aber wie?

Du gehst darauf ein, indem du sagst, dass es ja sowieso subjektiv ist (Perspektive, Werturteil, Geschmack, Stil, persönliche Humorlosigkeit etc.). Und bei dir klingt subjektiv immer ein bisschen wie belanglos. Die kritische Meinung anderer, selbst wenn sie mit Details und Verbesserungsvorschlägen unterfüttert ist, tangiert dich ungefähr so, wie ein Komet, der mit knapp einem AE an der Erde vorbei rauscht.

Beispiel gefällig?
Danke für deine Detailkritik, der ich mich so nicht anschließen kann.

Another one?
du hast vermutlich mit vielem Recht, aber dies ist kein "Profilierungstext"

Another one?
dass du einzelne Bilder wie das Kesseltreiben einer Seele pedantisch hinterfragst, finde ich schwach argumentiert

Another one?
Da Vergleiche immer auch ein wenig vom Blickwinkel abhängen, fällt das Ergebnis manchmal unterschiedlich aus.

Another one?
vielleicht ist Humor ja auch, wenn man trotzdem lacht.

Another one?
ja so hat eben jeder seine Meinung und Sicht.




Abschließend:
ist Mühe für dich ein Qualitätsmerkmal?

Ja. Und zwar sowohl bei eigenen Gedichten als auch bei fremden, wenn man diese kommentiert / kritisiert.
dann werde ich wohl künftig meine Zeit nicht mehr mit Werken, bzw. Komms aus deiner Feder verschwenden

Ehrlich? Dafür wäre ich dankbar.

Ich rede lieber mit Bäumen.

Besten Gruß,
H.E.


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