bodenständig

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
Perry
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bodenständig

Beitragvon Perry » 22.05.2011, 16:27

versiegt ist das gespräch mit den bildern,
vergessen legt sich auf die rahmen.
nachtbleiche weicht der taghelle
und ich halte mich damit bei laune,
dass fernweh eine eigenart der zugvögel ist.

riemsche
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Re: bodenständig

Beitragvon riemsche » 25.05.2011, 22:21

da hat sich seit dem letzten guck was geändert. irrtum meinerseits wegen wunschdenken nicht ausgeschlossen. dennoch klingts für mich in zeilen wie der drei immer noch, als hättest du deine bilder durch nen drittklassigen übersetzer gejagt. dass fernweh eine eigenart der zugvögel ist, halte ich _speziell was das weh anbelangt_ abschliessend für sehr weit hergeholt. bei der aussicht, wegen innerer uhr sowieso jedes jahr die wiederholung der sommerfrische in angriff nehmen zu können, dürfte sich mE das weh außer bei angeknacksten flüglern sehr in grenzen halten. aber auf den ersten beiden zeilen lässt sich ohne die artikel aufbauen. und das sag ich jetzt nicht nur, um auf die schnelle noch den positives raushängen zu lassen (:->))
lGr

Perry
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Re: bodenständig

Beitragvon Perry » 26.05.2011, 14:36

Hallo riemsche,

hier wird mal wieder ganz deutlich, dass wir eine sehr unterschiedliche lyrische Denke haben. ;-)
Um mit deinem "Positiven" anzufangen:

"versiegt gespräch mit bildern,
vergessen legt sich auf rahmen."

Der Ansatz ist gut, aber ohne das "das" bei "gespräch" müsste ein ? nach "bildern" kommen, um einen Sinn zu ergeben, der aber dann nicht der gewollte wäre. ;-) Ansonsten klingt die erste Zeile so ziemlich abgehakt.

Das verdichtete Bild "nachtbleiche weicht taghelle" als "drittklassische Übersetzung zu bewerten ist schlicht unverständlich, aber da scheiden sich eben die Geister. :-D

Das Bild "dass fernweh eine eigenart der zugvögel ist." in der Realebene kritisch zu hinterfragen ist möglich, wenn auch kleinlich, lässt aber den poetischen
Vergleich völlig außer acht.
Danke für deine Sicht, die ich in Richtung "Artikel" zumindest teilweise teile.
LG
Perry

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Re: bodenständig

Beitragvon riemsche » 27.05.2011, 13:17

Perry hat geschrieben:"versiegt gespräch mit bildern,
vergessen legt sich auf rahmen."

Der Ansatz ist gut, aber ohne das "das" bei "gespräch" müsste ein ? nach "bildern" kommen, um einen Sinn zu ergeben, der aber dann nicht der gewollte wäre. ;-) Ansonsten klingt die erste Zeile so ziemlich abgehakt.

soso du denkst dir einfach die artikel weg. nun das alleine reicht nicht. abiz umstellung wär dann auch noch notwendig. aber ich bin natürlich mit halbe/halbe in sachen umsatz auch einverstanden :-)
Perry hat geschrieben:das verdichtete Bild "nachtbleiche weicht taghelle" als "drittklassische Übersetzung zu bewerten ist schlicht unverständlich, aber da scheiden sich eben die Geister. :-D

klassig - nicht klassisch. riesen unterschied (:->)) nun so wie´s da steht _außer dass es mir seltsam tönt_ ist das ja keine unterscheidung. ich meine eher, die nacht sollte in dem zusammenhang möglicherweise schiss vor dem tag haben. bleich weicht die nacht dem hellen tag. wär jetzt mein gedanke, wenns in der farbabstimmung so bleiben soll.
Perry hat geschrieben:Das Bild "dass fernweh eine eigenart der zugvögel ist." in der Realebene kritisch zu hinterfragen ist möglich, wenn auch kleinlich, lässt aber den poetischen
Vergleich völlig außer acht.

kritisch hinterfragt? so wie ich das im kontext lese, suchst du doch nach einer bequemen antwort. das privileg der fern_reisen den zugvögeln anzudichten , wäre zB eine ....
lGr

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Re: bodenständig

Beitragvon Perry » 28.05.2011, 12:52

Hallo riemsche,
na dann sind wir uns ja wenigsten schon mal "halbe/halbe" nähergekommen, wenn du nun noch den "Oberlehrer" von wegen "klassisch / klassig" weglässt (in einem Komm kann so ein Flüchtigkeitsfehler schon mal vorkommen),, dann kommuniziert es sich noch besser. ;-)
LG
Perry
PS: Das "kritisch Hinterfragen" bezog sich auf deine Vogelverhaltenstheorie" und nicht auf die Intention des LI, dieses sucht tatsächlich nach einer "launigen" Ausrede.

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Re: bodenständig

Beitragvon riemsche » 28.05.2011, 22:15

da wo du den oberlehrer siehst, sehe ich ein mögliches missverständnis. und was du "launige" ausrede nennst, klingt mir nach handbuch.
yo - irgendwie ist da in unserer kommunikation wirklich gewaltig der wurm drin ... ich wünsch mir mal vorsorglich gute besserung (:->))
lGr

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Re: bodenständig

Beitragvon hginsomnia » 29.05.2011, 01:37

hallo zusammen,

ich versuche mal einen etwas anderen duktus:

1.
es ist ein ziemlicher unfug, sich hier über artikel auszutauschen, so als wäre das in einem text im vers libre von irgendeiner bedeutung, als müsste man also nur reichlich streichen, obgleich artikel wörter des sprachgebrauchs sind und nicht etwa abfallprodukte. betrachtet werden müssten sie, wenn ein metrum eingehalten werden müsste, aber das ist hier nicht der fall. ich erkenne bei riemsche immer mehr den drang, bloß alles, was nicht bei drei auf den bäumen ist, zu kürzen, um daraus eine behauptbare verdichtung zu machen. nur hat das mit dichtung und verdichtung nun wirklich gar nichts zu tun.

2.
gleichermaßen allerdings hat auch die wortwahl "nachtbleiche weicht der taghelle" nicht die bohne mit verdichtung zu tun, ja, sie ist das gegenteil, da 'taghelle' kein substantiv ist und perry das offensichtlich anzunehmen scheint. hier also zwei begriffe zu nehmen, die nicht neu sind, in dieser form aber schon syntaktisch nicht zusammenpassen, um den übergang von nacht zu tag zu kennzeichnen und dieses dann auch noch als verdichtung zu bezeichnen, ist - mit verlaub, perry - ziemlich peinlich.

3.
ohnehin baut sich hier nichts auf. wir haben hier die drei zustände (1. das vergessen der erfahrungen / gespräche in der nacht (und diese muss es sein); 2. der wechsel von nacht zu tag; 3. das li, dass die eigene sehnsucht nach den (dann neuen) erfahrungen / gesprächen auf die zugvögel projiziert), die recht hölzern in 2 + 1 + 2 zeilen aufeinander folgen, ohne aber mehr zu machen, als eben zu folgen. eine weitere semantische amalgamierung lässt sich nicht ausmachen. der text wirkt wie ein schlecht gefertigter klotz aus beliebigem material.

lg
hginsomnia

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Re: bodenständig

Beitragvon riemsche » 30.05.2011, 13:01

na ist doch fein, wenn unsereiner unter dem deckmantel "etwas anderer duktus" im postfach vanAnderen unter punkt1 die neuesten erkenntnisse von hginsomia in sachen riemsche mitkriegt. also nochmal zum mitschreiben: wenn du mich schon in der art anpöbelst, dann zu meinen beiträgen und komplettiere den bäumchenspruch der einfachheit halber mit gängigem /vögeln/ und schiebs nicht auf die verdichtung. danke.
sorry perry, ging nicht anderes. aber ich lass dir mit punkt 2 und 3 noch genug dicke post über (:->))
lGr

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Re: bodenständig

Beitragvon hginsomnia » 30.05.2011, 14:45

na, ich hätte es wissen müssen

da ist der spaßmacher riemsche schnell empört über solch dreiste pöbelei. ich erkenne die unverschämtheit, derartiges gewäsch nicht unter einen seiner texte gesetzt zu haben. vielleicht mache ich das noch, wenn auch mit der ahnung, dass dabei nicht viel rum kommt.

schnell wird hier ein deckmantel hergezaubert, ein zaubermantel sozusagen, unter dem sich dinge verwandeln, der spaßmacher zum pikierten z.b.. darüber könnte ich jetzt nur spekulieren. interessant ist dieser reflex m.e. schon.

aber, ich hätte es wissen müssen: internet und satirischer ton vertragen sich nicht.

lg
hginsomnia

editert (ganz frei der ironie :-o ):

was ich wann wo schreibe, lasse ich mir im übrigen nicht sagen. selbstzufriedenheit ist eine warze am gesäß. wenn wir immer nur noch mit uns und der welt zufrieden sind, sollten wir pullover stricken oder gin-tonic trinken, aber jedenfalls keine texte mehr schreiben.

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Re: bodenständig

Beitragvon riemsche » 30.05.2011, 21:27

hginsomnia hat geschrieben:da ist der spaßmacher riemsche schnell empört über solch dreiste pöbelei. ich erkenne die unverschämtheit, derartiges gewäsch nicht unter einen seiner texte gesetzt zu haben. vielleicht mache ich das noch, wenn auch mit der ahnung, dass dabei nicht viel rum kommt.

abiz falsch verstanden (spass haben!) übertreibung (weil im schwang und gang und gebe). schon wieder eine erkenntnis (und ne selbstkritische) ab mit der kerze unter den tisch (gewäsch ist um längen belangloser) zugegebene absicht (vielleicht mit vorankündigung). möglichkeit (das machts spannend) erwartungshaltung minimieren (und das lässt nach oben alles offen).
guter text :-) eigener thread?
lGr

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Re: bodenständig

Beitragvon Perry » 01.06.2011, 16:02

Hallo hginsomnia,
du scheinst im Moment einen Rückfall in "altes" Kommentierverhalten zu haben.
Was glaubst du hilft es einem Autor wenn du Sätze von dir gibst wie

"2.
gleichermaßen allerdings hat auch die wortwahl "nachtbleiche weicht der taghelle" nicht die bohne mit verdichtung zu tun, ja, sie ist das gegenteil, da 'taghelle' kein substantiv ist und perry das offensichtlich anzunehmen scheint. hier also zwei begriffe zu nehmen, die nicht neu sind, in dieser form aber schon syntaktisch nicht zusammenpassen, um den übergang von nacht zu tag zu kennzeichnen und dieses dann auch noch als verdichtung zu bezeichnen, ist - mit verlaub, perry - ziemlich peinlich."

Warum ist "nachtbleiche weicht taghelle" keine Verdichtung, beschreibt sie doch den Übergang von einer bleichen Nacht in den hellen Tag mit drei Worten.
Warum du "Taghelle" nicht als Substantiv lesen willst und die Wortkombination als nicht zusammenpassend bezeichnest, verstehe ich nicht. Peinlich ist dabei für mich nur dein pikierter Umgang mit Sprache.

Dir erklären zu müssen, dass Lyrik hauptsächlich "im Kopf" des Leser entsteht halte ich für überflüssig.
Vermutlich ist es deine hier offensichtlich vorhandene Abneigung gegen die Darstellung, die dich nicht erkennen lässt, dass das LI versucht seine wehmütigen Erinnerungen als Naturlaune abzutun, obwohl es weiß, dass genau dieses nicht Vergessenkönnen ihn von den Zugvögeln unterscheidet.

LG
Perry

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Re: bodenständig

Beitragvon hginsomnia » 01.06.2011, 21:27

hallo perry,

danke, dass du mein kommentierverhalten kommentierst. es stimmt, ich sollte natürlich zahnlose kritiken schreiben. alles andere wäre unerhört.

Perry hat geschrieben:Warum ist "nachtbleiche weicht taghelle" keine Verdichtung, beschreibt sie doch den Übergang von einer bleichen Nacht in den hellen Tag mit drei Worten.


du hast gerade selbst beantwortet, warum es keine verdichtung ist. vielleicht kommst du ja noch drauf. (kleiner tipp: du hast hier den text nicht original wiedergegeben. tipp 2: verdichtung bezieht sich auch auf kohärenz und kohäsion in texten.)

Perry hat geschrieben:Warum du "Taghelle" nicht als Substantiv lesen willst


auch du, mein willen hat damit nichts zu tun. es gibt 'die taghelle', von der in deinem text die rede ist, nicht. taghell ist ein adjektiv. substantiviert man es, so ist der artikel sächlich.

ich finde das für einen autor enorm hilfreich.

aber es stimmt schon: ich habe kritisiert, also muss ich zwangsläufig deinen text falsch oder nicht verstanden haben. ist ja nicht neues in deiner argumentation. von daher gilt auch hier:

ich hätte es wissen müssen!

lg
hginsomnia


(riemsche, ich klammer dich mal aus und ein - neuer thread? vielleicht! im augenblick habe ich aber keine böcke, wie herr schneider sagt.)


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