für diese nacht
können wir uns einig werden
freunde sein
aneinander glauben
während die decke fällt
und stürzt
zu staub werden unsere gesichter
zu staub wird unsere kleidung
und nur ein blick
ein blick stiert aus jeder wolke
bis sich die lider schließen
und die wände sich zusammenfalten
im festsaal
Re: im festsaal
Hallo shuya,
könnte ein Opernballattentat beschreiben, aber ich denke, es geht eher um die endgültige Wandlung von Liebe in Freundschaft, die ja eher selten wirklich gelingt.
Konstruktiv sind mir die Bilder zuweit von einer (meiner) Deutung entfernt und weisen einige Redundanzen auf
(fällt, stürzt; zu staub, zu staub; blicke, blicke) auch weil ich keine Begründung für die Wiederholungen entdecken kann.
LG
Perry
könnte ein Opernballattentat beschreiben, aber ich denke, es geht eher um die endgültige Wandlung von Liebe in Freundschaft, die ja eher selten wirklich gelingt.
Konstruktiv sind mir die Bilder zuweit von einer (meiner) Deutung entfernt und weisen einige Redundanzen auf
(fällt, stürzt; zu staub, zu staub; blicke, blicke) auch weil ich keine Begründung für die Wiederholungen entdecken kann.
LG
Perry
Re: im festsaal
die ersten vier mit zuckerguss (:->)) schon fast zu schön um wahr zu sein. auf jeden fall schön, es wieder mal schwarz auf milchblau zu lesen. und bumm nach dem glauben deine bildbeschreibung. und die ist mE gelinde gesagt knarztrocken. wenn einem die decke auf den kopf fällt ist kaum verquerer zu umschreiben. dann die staub zu staub wiederwiederholung und ja auch das sich von selbst zusammen_falten der wände ist ne menge an ballast. nach dem stürzen und stauben sind mir die vier anfangszeilen zu schnell futsch und weg. schade drum. aber die ersten vier merk ich mir. gibts alternative shuyaBeschreibungen fürs triste ambiente danach?
lGr
lGr
Re: im festsaal
ich werde mal drüber nachdenken!
da geht sicher noch was riemsche
da geht sicher noch was riemsche

-
hginsomnia
- Klio
- Beiträge: 590
- Registriert: 03.09.2009, 05:04
Re: im festsaal
was mich immer stört ist, wenn wortwiederholungen nur nach ihrer substanz beurteilt werden, nicht aber nach ihrem rhythmuswert (soviel zu perry).
hat je nun eindeuting einen rhythmuswert. eher wäre da schon das verb entbehrlich (nicht notwendigerweise), also "zu staub werden unsere gesichter / zu staub auch unsere kleidung" z.b.
allerdings: auch mir fehlt hier viel und die von riemsche hervorgehobenen ersten vier zeilen sind mir dann doch zu nahe am ... soll ich das schreiben ... kitsch (vielleicht wäre auch besser: zu weit entfernt von einer erfühlbaren und nicht beschriebenen situation).
shuya hat geschrieben:zu staub werden unsere gesichter
zu staub wird unsere kleidung
hat je nun eindeuting einen rhythmuswert. eher wäre da schon das verb entbehrlich (nicht notwendigerweise), also "zu staub werden unsere gesichter / zu staub auch unsere kleidung" z.b.
allerdings: auch mir fehlt hier viel und die von riemsche hervorgehobenen ersten vier zeilen sind mir dann doch zu nahe am ... soll ich das schreiben ... kitsch (vielleicht wäre auch besser: zu weit entfernt von einer erfühlbaren und nicht beschriebenen situation).
Re: im festsaal
ooookay. dann freestyle ich doch mal ein bisschen.
im festspielhaus
hebt der geiger strich
sie aus dem schlaf
und so erheben sie sich
hungrig, hunger aus elfenbein
die glieder umspannt mit heller haut
in ihren dampfenden mündern schwielt rauch
umspült von fleisch aus frucht und tier
elfenbeinerner hunger, der hunger aus den historienbildern
ein hunger ohne magen
messer die an gläser schlagen
worte die auf nicken stoßen
und versinken als schiffe
in der musik
und in die gläser rieselt putz
auf die böden schlagen bilder auf
unbemerkt und darin unversehrt
'wir wollen so verbleiben' sagt sie in alle ohren die sie hören wollen
sie weiß darum, dass sich alles ändern wird
will heißen 'wir wollen so bleiben wie wir sind'
und heute nacht, sind sie sich einig, sind sie freunde
und heute nacht, wird kein falsches wort fallen können
wenn man an sich glaubt, dann bedingungslos
doch erste risse, der erste blick der geigerin auf eine wand
von der es staub regnet, auf das banquett, ja auf alles im raum
aber es wird kein falsches wort fallen können
man wird stampfend auf den böden tanzen, darin versinken
und nicht verstehen
bis zum ende nicht verstehen
dieses seltsame gefühl
wie wenn die mutter damals
die weißen weißen laken faltete
in würfen und drehungen, aus der hüfte heraus
und die füße sich unruhig gegen den teppich stemmten
wirft sie das haus, dreht sie die wände
faltet, faltet, faltet sie alle
in beton und sandstein, ihre gesichter aus elfenbein
ihre roten gesichter von elfenbein
in die trümmer gelegt
im festspielhaus
hebt der geiger strich
sie aus dem schlaf
und so erheben sie sich
hungrig, hunger aus elfenbein
die glieder umspannt mit heller haut
in ihren dampfenden mündern schwielt rauch
umspült von fleisch aus frucht und tier
elfenbeinerner hunger, der hunger aus den historienbildern
ein hunger ohne magen
messer die an gläser schlagen
worte die auf nicken stoßen
und versinken als schiffe
in der musik
und in die gläser rieselt putz
auf die böden schlagen bilder auf
unbemerkt und darin unversehrt
'wir wollen so verbleiben' sagt sie in alle ohren die sie hören wollen
sie weiß darum, dass sich alles ändern wird
will heißen 'wir wollen so bleiben wie wir sind'
und heute nacht, sind sie sich einig, sind sie freunde
und heute nacht, wird kein falsches wort fallen können
wenn man an sich glaubt, dann bedingungslos
doch erste risse, der erste blick der geigerin auf eine wand
von der es staub regnet, auf das banquett, ja auf alles im raum
aber es wird kein falsches wort fallen können
man wird stampfend auf den böden tanzen, darin versinken
und nicht verstehen
bis zum ende nicht verstehen
dieses seltsame gefühl
wie wenn die mutter damals
die weißen weißen laken faltete
in würfen und drehungen, aus der hüfte heraus
und die füße sich unruhig gegen den teppich stemmten
wirft sie das haus, dreht sie die wände
faltet, faltet, faltet sie alle
in beton und sandstein, ihre gesichter aus elfenbein
ihre roten gesichter von elfenbein
in die trümmer gelegt
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hginsomnia
- Klio
- Beiträge: 590
- Registriert: 03.09.2009, 05:04
Re: im festsaal
viel besser,
ich schreibe nochmal was dazu später, aber der text hat sich hier selbst befreit m.e.
ich schreibe nochmal was dazu später, aber der text hat sich hier selbst befreit m.e.
Re: im festsaal
ja damit biste schön aus der staubigen ecke gekommen (:->))
und da ich nicht sicher bin, wo und ob da überhaupt noch ein bisserl putz vom filigranen lyrsch bröckeln wird _ist ja ne menge an bausubstanz da_ lass ichs erst mal wie HG sO im gesamtbild auf mich wirken.
lGr
und da ich nicht sicher bin, wo und ob da überhaupt noch ein bisserl putz vom filigranen lyrsch bröckeln wird _ist ja ne menge an bausubstanz da_ lass ichs erst mal wie HG sO im gesamtbild auf mich wirken.
lGr
Re: im festsaal
Hallo Shuya,
ja nun ist etwas mehr bildliche Klarheit ins Gestäube gekommen.
Zum Auftakt hebt der Geiger vermutlich an, weckt spielend den Hunger bei wem auch immer und
dann klingt ein Messer ans Glas, jemand hält eine Rede und erntet Zustimmung und das Konzert beginnt.
Liegt es an Paukenschlägen, einem Erdbeben oder doch einem Bombenanschlag, dass nun das Gebäude erschüttert wird.
Dann kommt mitten im Getümmel ein(e) "sie" ins Bild und spricht sich fürs verbleiben und Freundschaft aus, während der Zerfall munter weitergeht. Zum Schluss kommt noch eine Kindheitserinnerung an den Putzsinn der Mutter ins Spiel, bevor das Szenario als Elfenbeinpuzzle zerfällt.
Insgesamt eine aufwendige Inzenierung, nur um rüberzubringen, dass die Freundschaft hält, auch wenn drumherum die Welt untergeht bzw. der Festsaal in Trümmer liegt. Soweit meine Kurzreportage vom Schauplatz.
LG
Perry
ja nun ist etwas mehr bildliche Klarheit ins Gestäube gekommen.
Zum Auftakt hebt der Geiger vermutlich an, weckt spielend den Hunger bei wem auch immer und
dann klingt ein Messer ans Glas, jemand hält eine Rede und erntet Zustimmung und das Konzert beginnt.
Liegt es an Paukenschlägen, einem Erdbeben oder doch einem Bombenanschlag, dass nun das Gebäude erschüttert wird.
Dann kommt mitten im Getümmel ein(e) "sie" ins Bild und spricht sich fürs verbleiben und Freundschaft aus, während der Zerfall munter weitergeht. Zum Schluss kommt noch eine Kindheitserinnerung an den Putzsinn der Mutter ins Spiel, bevor das Szenario als Elfenbeinpuzzle zerfällt.
Insgesamt eine aufwendige Inzenierung, nur um rüberzubringen, dass die Freundschaft hält, auch wenn drumherum die Welt untergeht bzw. der Festsaal in Trümmer liegt. Soweit meine Kurzreportage vom Schauplatz.
LG
Perry
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hginsomnia
- Klio
- Beiträge: 590
- Registriert: 03.09.2009, 05:04
Re: im festsaal
kleine kürzungsvorschläge
erster abschnitt gefällt mir ohne ausnahme schon mal sehr
beim zweiten:
soweit zunächst
nähere begründung bitte erfragen
editiert:
vergessen:
das würde ich auch streichen
will heißen 'wir wollen so bleiben wie wir sind'
erster abschnitt gefällt mir ohne ausnahme schon mal sehr
beim zweiten:
shuya hat geschrieben:wenn man an sich glaubt, dann bedingungslos
shuya hat geschrieben:doch erste risse,
(vor "auf alles im raum")shuya hat geschrieben:ja
- hier nicht streichen, sondern ersetzen: vielleicht eher 'heftig' (gefiele mir besser)shuya hat geschrieben:stampfend
shuya hat geschrieben:darin
soweit zunächst
nähere begründung bitte erfragen

editiert:
vergessen:
das würde ich auch streichen
will heißen 'wir wollen so bleiben wie wir sind'
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