maunzer grübler rippenstessa

Freies Forum für freie Geister, unkonventionelle Menschen, Querdenker, Genies, Besserwisser und Letztes-Wort-Fetischisten.
riemsche
Dionysos
Beiträge: 3484
Registriert: 02.11.2006, 21:38
Wohnort: Österreichs milderWesten

im Verhältnis

Beitragvon riemsche » 10.10.2021, 21:54

_____

Sowohl Tiere als auch Menschen
erstellen im Kopf Karten
die ihnen helfen s Geschehen
in der Welt um sich herum
zu verstehen und richtig einzuordnen
Dieses innere Modell wird gefestigt indem
s Gehirn in Ruhezeiten s aktuell Regelwerk
wiederholt im Zeitraffer durchspielt
Neurowissenschaftler nennen s Neural_Replay

Bei an Schizophrenie Erkrankten scheint
beschrieben Vorgang ein veränderter zu sein
Verglichen mit für gesund Befundenen
haben sie mehrheitlich Schwierigkeiten
die in Folge logischen Schlüsse zu ziehen
Zugleich zeigen Messungen
dass in verordnet Pausen in ihrem Gehirn
weniger neuronale Wiederholungen
ab jetzt gültiger Gegebenheiten stattfinden
Aufgrund dessen ne verzerrte Wahrnehmung haben
logisch Folge oder Trugschluss Außenstehender
Fragezeichen

Kortikale Säulen verarbeiten Input parallel
allerdings aus jeweils einem etwas anderen
Blickwinkel_ zum Beispiel s Fingerspitzengefühl
ein integriert Koordinatensystem berücksichtigt
die relative Zeitverschiebung_ in jeder Säule
läuft nun eine Vorhersage darüber ab
wie sich der nächst folgend Sinneseindruck anfühlt
Miteinander verbunden bilden s dann ne Art Konsens
Ein globales Modell der Welt entsteht

Das ähnelt in etwa einer GLOM-Theorie
des Deep-Learning-Urgesteins Geoffrey Hinton
Für beide Denkansätze gibt s bis dato so gut
wie keine experimentellen Belege
(...)Wie kann ich dann so sicher sein
dass meine Theorie richtig ist? (...)
zweifelt in anderem Zusammenhang selbst Hawkins
(...) Das ist wie bei nem Kreuzworträtsel_ es gibt
mehrere Wörter die nur auf einen Hinweis passen
Wenn s Wort, das Sie im Auge haben
auf alle bereits vorhandenen Buchstaben passt
ist die Chance dass es falsch ist minimal (...)

Bis auf d imaginär Dunkelziffer
zu einem Prozent aller Menschen erkranken
im Lauf ihres Lebens an Schizophrenie
Symptome dafür sind komplex machen individuell
unterschiedlich auf sich aufmerksam
In psychotischen Phasen
entwickeln Betroffene Halluzinationen
Wahn_und Wahrnehmungsstörungen
Auch ihr Denken in Stimmung sein und s
Bewegungsmuster können beeinträchtigt sein

Behandlung beschränkt sich normalerweise
auf die Verabreichung von Antipsychotika
dosiert Tendenz gleichbleibend
Schätzungen legen nahe
dass die Krankheit bei etwa einem Drittel
dank entsprechend Pflege Anstalt
nach einer psychotischen Episode ausheilt
bei einem Drittel immer wieder auftritt und
bei einem weiteren Drittel der Fälle
nen chronisch schweren Verlauf nimmt
Besseres Verständnis wird _so hoffen Forscher
dazu beitragen künftig effektiver zu gesunden
_____
Dateianhänge
im verhältnis.JPG
im verhältnis.JPG (133.95 KiB) 769 mal betrachtet

riemsche
Dionysos
Beiträge: 3484
Registriert: 02.11.2006, 21:38
Wohnort: Österreichs milderWesten

über.informiert

Beitragvon riemsche » 15.10.2021, 12:22

_____

Sind Teenager offline am Grübeln, wessen Behauptungen sie vertrauen oder anzweifeln sollten, orientieren sie sich in aller Regel an ihrem sozialen Umfeld. Jahrelange gemeinsame Erfahrungen prägen Entscheidungen_ auf welche Familienmitglieder, Freunde und Kameraden ist beim Bild dir deine Meinung Verlass? Wie gilt es aktuelle Informationen zu bewerten? Das kollektive Wissen einer Gemeinschaft trägt offline womöglich mehr zur Beurteilung bei, welchen Aussagen man vertrauen kann, als die Person, die besagt Behauptung aufstellt. Sich _obwohl zuweilen aus Zusammenhang gerissen_ unbedingt mit ihr zu identifizieren, ist verlockend.

Soziale Medien begünstigen, dass man eher Solisten traut. Dadurch gewinnen Influencer an Autorität. Allein, weil sie wie ihre Follower aussehen und sprechen, vertraut man ihren Aussagen auch bei Themen, von denen sie wenig oder keine Ahnung haben. Laut ner Umfrage von Common Sense Media führen sich sechzig Prozent der Teenager, um aktuelle Ereignisse zu verfolgen, auf YouTube eher passend Influencer als tagtäglich Nachrichten zu Gemüte. So werden Behauptungen von selfmade Meinungsmachern zu Fakten, während Leute vom Fach und waschecht Experten ihre liebe Mühe haben, gehört zu werden.

Da d heutig Jugend immer häufiger online an politischen Diskussionen teilnimmt, ist davon auszugehen, dass Personen öffentlichen Interesses, die ihr Profil auf diese Weise mundgerecht kultiviert haben, de facto zu Anführern einer Glaubensgemeinschaft werden. Sie ziehen Gleichgesinnte an, lenken gezielt deren Konversation. Randgruppen jubeln_ Verstärkung naht – und mit ihr Gefahr, dass sich Fehlinformationen verbreiten. Menschen, die Ihresgleichen suchen, sind anfällig für Gerüchte. Besonders dann, wenn diese gruppiert Zusammenhalt aufs Korn nehmen.

Welche Möglichkeiten gibt es, dem entgegenzusteuern? Plattformen könnten Algorithmen implementieren, die Beiträge mit größerer Meinungsvielfalt empfehlen, zum Beispiel, indem sie Diskurs über Clickbaiting stellen. Journalisten müssen akzeptieren, dass viele Leser ihre Nachrichten aus Social-Media-Beiträgen beziehen und sich dabei gerne mit dem jeweilig Überbringer identifizieren, Informationen dem entsprechend weiterverbreiten. Politische Entscheidungsträger sollten ihre Versprechungen, gegen Hetze Hass Rassismus und FakeNews vorzugehen, endlich in Gesetze gießen. Bereits in der Grundschule lernen, wie man die Glaubwürdigkeit von Quellen und deren Behauptungen hinterfragt, wäre förderlich.

Es wird nicht einfach werden, die Dynamik des Online-Dialogs auf d Positive zu verändern. Aber mannigfach Gefahren, die durch Falschinformationen drohen und die Hoffnung auf wieder bessere Diskurse zwingen uns, es zu versuchen.
_____
Dateianhänge
DSC02037.jpg
DSC02037.jpg (172.83 KiB) 715 mal betrachtet

riemsche
Dionysos
Beiträge: 3484
Registriert: 02.11.2006, 21:38
Wohnort: Österreichs milderWesten

aware parenting

Beitragvon riemsche » 19.10.2021, 20:18

_____

Erziehungstipps für wohlgefälliges Benehmen
no way_ brav sein ist keine Kategorie
heißt üblicherweise ja nur dass sich s Kind
gemäß unseren Erwartungen verhält
eigene Bedürfnisse und Gefühle unterdrückt
Darum geht es nicht _betont Hanna
ebenso verhält es sich mit dem vielzitierten
konsequent sein_ einer im Grunde
verniedlicht Form von Bestrafung
Eine völlig neue Einstellung
gegenüber starken Gefühlsausbrüchen
wie dem Schreien und Wüten war angesagt
der liebevolle Blick
hinter s vordergründig Unliebsame

in Büchern wie auch im Gespräch mit anderen
primär widersprüchliche Ratschläge
der klassische Weg wie man mit Kindern umgeht
war nicht stimmig für mich
und meinen Partner_ dieses vorgefertigte Bild
dass sie nach unseren Vorstellungen
erzogen werden hat uns nicht gefallen
viel zu viel Methode
statt ner Haltung_ gilt es doch so einiges
auszuhalten und gleichzeitig
für gewisse Rahmenbedingungen zu sorgen
Kinder in der Bewältigung von Stress
zu unterstützen_ sie also einen Anfall
von Tobsucht ausleben zu lassen
ihrem Weinen zuzuhören gleichzeitig präsent
einfach für sie da zu sein
und nicht auf schnelle Erfolgsrezepte
wie Belohnung und Bestrafung zurückzugreifen

Aber verstärken wir damit nicht eher
jenes aufreibende Gebaren
das wir doch eigentlich verhindern wollen
Hanna winkt entschieden ab
Kinder haben die Fähigkeit sich durch Weinen
Trotzen und Spielen zu entlasten
sich selbst von Traumata zu heilen
wenn wir Erwachsene dies zulassen
unterstützen wir sie dabei sich angenommen
und sicher verbunden zu fühlen
mein Sohn hat dankbar darauf reagiert
sich spürbar entspannt
sodass ich meine zwei Töchter von Anfang an
in dieser Haltung begleitet habe
der Unterschied war ein unglaublicher
wenn sich Kinder von Geburt an
von Stress lösen können
entlastet das die familiäre Grundstimmung

sinnvolle Unterstützung ist gefragt
beim Weinen erst mal unterscheiden lernen
ob s Ausdruck eines Grundbedürfnisses
wie Durst Hunger Müdigkeit ist
oder sich s Kind von Stress Überreizung
zu befreien versucht_ trifft letzteres zu
setzt Weinen Eltern unter Druck
weil partout nichts fruchtet was wir tun
um s Kind zu beruhigen_ in Hausaufgaben
wie diese gilt s langsam hineinzuwachsen
Gefühle zu akzeptieren
statt s Weinen stoppen wollen
für ein Baby immerhin die einzig Sprache
um Gefühle authentisch auszudrücken
gleiches gilt im Prinzip auch für jene
die bereits der Sprache mächtig sind

In solchen Situationen s Kind
bitte nicht alleine lassen es halten
mit ganzem Herzen präsent sein
sich selbst mittels Atmung und Körperübung
beruhigen_ dem Weinen seine Zeit geben
natürlich triggert uns das
aber je öfter man sich darauf einlässt
desto größer das Vertrauen dass es klappt
wieder Weinen lernen
wird gesellschaftlich gesehen s Wüten
ja noch immer tabuisiert
Eltern nur zu schnell unterstellt
ihre Kinder nicht im Griff zu haben
wenn sie sich tobend Luft verschaffen

oft zeigt schon Quengeln an
dass etwas Grundsätzliches nicht passt
das mögen für unsereins Lappalien sein
der Becher hat die falsche Farbe
die Lieblingshose ist in der Wäsche
das Kind bestellt ne Limonade und will
dann demonstrativ was anderes_ alles Zeichen
dass es sich bereits im Stressmodus befindet
wie ein Gefäß das bis obenhin voll ist
ein Tropfen mehr und es läuft über
der:die Kleine flippt aus_ ist offline
verbale Besänftigung kommt nimmer an

statt großer Worte ist nun physische
und seelische Verbundenheit vonnöten
wenn s wie wild wütet_ Sparring_ Schläge
mittels Polster absorbieren und keine Angst
dass der Sprössling diese Verhaltensweise
auch über das Kindesalter hinaus beibehält
Wenn der geschützte Rahmen gegeben ist
s Kind lernt dass seine Gefühle okay sind
es sie auf diese Weise rauslassen
zum Ausdruck bringen darf
dann nimmt s Bedürfnis auf Dauer ab
Schlagen und Treten hat in dem Zusammenhang
nichts mit Aggression zu tun
sondern mit der fehlenden Erfahrung
wie solche Gefühle ausgelebt werden können
zur Erinnerung_ echtes Lachen hat in etwa
denselben Effekt wie s Weinen und Wüten

wichtig dabei_ das Kind gibt den Impuls
wir kitzeln es zum Beispiel nicht
um s reflexartig in Laune zu versetzen
lernen seine Einladung erkennen dem Lachen
zu folgen wenn es sich spielerisch ergibt
ein Turm umfällt und s Kind lacht
dann sorgst dafür dass er erneut purzelt
verstärkst damit was es lustig findet
Kissenschlachten oder s Fangen
und Versteckspiel sind weiterhin der Renner
eigentlich laden Kinder uns unermüdlich ein
zu spielen_ übrigens auch für Erwachsende
eine nährend und heilsam Beschäftigung
Spiel als verbindend Therapeutikum
straffrei friedlich Konflikte lösen
sich dabei nicht vergessen
und im besten Fall selber jemanden haben
dem man seine Gefühle zeigen darf
Hanna lächelt_ Herz was willst du mehr
_____
Dateianhänge
aware parenting.JPG
aware parenting.JPG (175.17 KiB) 642 mal betrachtet

riemsche
Dionysos
Beiträge: 3484
Registriert: 02.11.2006, 21:38
Wohnort: Österreichs milderWesten

gesagt getan

Beitragvon riemsche » 02.11.2021, 21:56

_____

mögest du in interessanten zeiten leben
besagt der chinesische fluch
und verschweigt im gleichen atemzug
die ausgestaltung des bedrohlichen wunsches
verrät nichts über die zahllosen
möglichkeiten der unruhe
verspricht einem nur dass sie kommt

die letzten wochen standen demnach
nicht unter dem stern der langeweile
und die tage hatten für wendungen
die sie beherbergen mussten
kaum genug stunden zur verfügung
für etliche augenblicke versagten
alle prophezeiungen_ so verstörend
schien die situation im land zu sein
jede vorhersage überholte sich selbst
oder verwandelte sich_ kaum aus
gesprochen ins glatte gegenteil

die politik war in aufruhr
und mit ihr die menschen_ beides
zu recht und aus verständlichen gründen
die nichts gutes über die welt sagten
gewesen sein wollt s aber niemand
und so meinte man das schlachtfeld
vor lauter opfern nicht zu sehen
weil sich aber keiner fürchten muss
es würde von zu wenigen zu wenig berichtet
und man uns mit analysen empörungen
und rechtfertigungen förmlich überhäuft
probier ich mich bei solchen ereignissen
und krisen auf gewisse einzelheiten
die mir intuitiv ins auge stechen
zu konzentrieren_ was mir auffiel war

dass protagonisten in ihren wortmeldungen
gerne den begriff respekt bemühen
nur wurd die mühe der bedeutung nie gerecht
die einen sagten_ bei allem respekt
brachten damit hauptsächlich zum ausdruck
dass ihnen meinung fakten ihres gegenüber
generell am allerwertesten vorbeigingen
die anderen sprachen diversen leuten
für zum teil unfreiwillig unrühmliche
entscheidungen ihren größten respekt aus
und man hatte mehr und mehr das gefühl
via multimedia zeuge einer gänzlich
verkehrten welt zu werden

auch wenn s kein hundertprozentig bild
beispiel einer goldrichtigen gibt
träume ich jenseits jeder ideologie
immer noch hartnäckig von zuständen
in denen man s wort anders gebraucht
sowohl für unverbogen stärke ernsthafte
und ernst zu nehmende außergewöhnliche
leistungen dinge die man gut gemacht hat
als auch für d aufrichtige entschuldigung
weil s schlecht ausging respekt empfindet
und nicht für notorisch unbeirrbarkeit
zur schau getragen hybris oder deckung
und rechtfertigung extremer grobheit

tagtäglich versuchung ist ne immense
möcht mich dennoch nicht an d wert
verschiebung lieb gewonnener begriffe
an die ungenauigkeit des ausdrucks
routiniert täuschung innert floskel
gewöhnen_ nehm s dazu viel zu ernst
zieh wenn nötig s wörterbuch zurate
vertrau beschreibung die s in sich hat
will mich auf alle_ speziell die schönen
worte weiterhin verlassen können
auf dass sie als signale entsprechungen
haltegriffe im universum gelten
und keine stolpersteine falltür sind
durch die man laufend purzelt

das hält die welt in mehr und
weniger interessanten zeiten bewohnbar
welche zone man bevorzugt behaust
und s gern für selbstverständlich hält
hängt nebs zufall baujahr davon ab
was für n typ mensch du bist
und wer zu deinen freunden zählt
_____
Dateianhänge
gesagt getan.JPG
gesagt getan.JPG (93.26 KiB) 492 mal betrachtet

riemsche
Dionysos
Beiträge: 3484
Registriert: 02.11.2006, 21:38
Wohnort: Österreichs milderWesten

spacy

Beitragvon riemsche » 16.11.2021, 14:09

_____

Forscher*innen des Nasa Jet Propulsion Laboratory (JPL) und der Universität von New Mexico stießen bei ihrer Suche nach außerirdischen Lebensformen auf einen für d eventuell Migration potentiell geeignet Exoplaneten und tauften ihn TOI-1231 b. Er umkreist nen Zwergstern des Typs M_ kein gelber, so wie unsere Sonne, sondern ein roter welcher.

Nachdem Entdeckungen dieser Art bisher meist nur fortlaufend nummeriert wurden, ist es nun nach Charakterisierung des entsprechenden Zwergsterns möglich, einzelne Planeten und deren Atmosphäre genauer zu untersuchen, Radius Masse und Dichte zu bestimmen, sowie sich hypothetisch mit einer wahrscheinlich vorhandenen Atmosphäre zu beschäftigen.

Name: TOI-1231 b
Typ: Neptun-ähnlich
Jahr der Entdeckung: 2021
Masse: 15,4 Erden
Dauer des Orbits: 24,2 Tage
Quelle: Exoplanets.nasa.gov

Besagter Planet ist kleiner als Neptun, größer als die Erde und achtmal näher an seinem roten Zwergstern, als es die Erde zur Sonne ist. Da der Stern jedoch schwächer ist, sind die Temperaturen auf dem Planeten den unseren relativ ähnlich. Um die 57 Grad Celsius sollen es maximal sein. Wem das definitiv zu heiß ist, der sei beruhigt - aufgrund der Atmosphäre von 330 Kelvin ist TOI-1231 b noch einer der kühleren, kleinen Exo_ten, der bisher für Studien genutzt werden konnte. Und in seiner Atmosphäre gibt s Wolken, die _weil er nem Exoplanet namens K2-18b gleicht, bei dem es erstmals gelang Wasserdampf nachzuweisen_ für uns lebenswichtig H²O beinhalten könnten.

Vielleicht besteht s Interesse ja beiderseits_ drum erstellten Astronomen eine Liste von nahe gelegenen Sternensystemen, in denen neugierige Bewohner auf umkreisenden Planeten in der Lage wären, vorhanden Leben auf der Erde zu entdecken. Sie identifizierten deren 1715 Murmeln in unserer kosmischen Nachbarschaft, von wo aus uns außerirdische Beobachter in den vergangenen fünf Millennien auf dem Schirm gehabt haben könnten. Darunter 46 Systeme, die in der Lage und nahe genug sind, um selbst bei Desinteresse ein deutliches Signal menschlicher Existenz aufzuschnappen. Forscher schätzen, dass sich derzeit 29 potenziell bewohnbare Planeten in der optimalen Position befinden, uns genauer in Betracht zu ziehen und Radio- und Fernsehübertragungen zu belauschen. Ob s hiesig Programmangebot eine weiter fortgeschrittene Zivilisation zu ner Kontaktaufnahme animieren würde, sei allerdings fraglich. Zudem seien Möglichkeiten, Planeten zu finden, indem man zum Beispiel einen Teil des Lichts seines eigenen Wirtsterns blockiert, selbst für nicht überdurchschnittlich Intelligente schlichtweg ne Zumutung.

Um herauszufinden, welche nahe gelegenen Sternsysteme sich hervorragend dafür eignen würden, einen Erdtransit zu observieren, griffen Astrophysiker*innen am American Museum of Natural History auf den Gaia-Katalog der europäischen Weltraumorganisation zurück. Dieser enthält Positionen und Bewegungen von Sternen. Damit identifizierten sie 2034 Systeme im Umkreis von 100 Parsec =326 Lichtjahre, welche die vergangenen 5000 und weitere 5000 Jahre in der Zukunft dazu locker in der Lage wären.

Wenn man als praktizierender Astronom eines lernt_ dann ist es Bescheidenheit. Sind wir doch Akteure, die _ohne zu wissen, wovon s Stück eigentlich handelt_ eine universelle Bühne betraten, die um den Faktor 10 hoch 26 größer ist als unser Körperbau. Zudem fand unser Auftritt gegen Ende eines Stücks statt, das bereits 13,8 Milliarden Jahre am Laufen war. Eine Tatsache, die nicht nur in diesem Zusammenhang so mancher nicht in vollem Umfang versteht. Deshalb ist einigermaßen nachvollziehbar, dass wir ums Verrecken nicht checken, dass wir keine Hauptrolle spielen, auch wenn wir gern geneigt sind, das zu glauben. Auch unsere Sonne ist n Spätstarter_ die meisten Sterne sind Milliarden Jahre vor ihr entstanden und dank dem Satelliten Kepler wissen wir, dass die Hälfte der sonnenähnlichen Sterne Exoplaneten besitzt. Viele davon sind etwa so groß wie die Erde und bewegen sich ungefähr im gleichen Abstand um ihre Sonne.

Angesichts dessen sind wir keineswegs so ungemein speziell, einzigartig, privilegiert oder auch nur besonders interessant. Gehen wir also davon aus, dass es vor Milliarden Jahren Millionen von Zivilisationen wie die unsere gegeben hat, die um ihren eigenen Stern kreisten. Nehmen wir weiter an, dass sie _so wie wir_ Gerätschaften ins All befördert haben und stellen uns in dem Zusammenhang unser eigenes Raumfahrzeug Voyager in einer Milliarde Jahre vor. Es wird nicht mehr funktionieren, unsere irdische Zivilisation nicht mehr existent sein, weil sich bis dahin alle Ozeane der Erde in heiße Luft auflösen. Also werden wir im interstellaren Raum für gewöhnlich Objekte finden, die nicht nur Milliarden Jahre alt sind, sondern auch von Zivilisationen erbaut wurden, die s höchstwahrscheinlich nimmer gibt und deren hoch entwickelt Technik sicher nicht dazu gedacht war, uns auszuspähen.

Schon die Annahme, wir seien für Außerirdische relevant, ist ziemlich anmaßend. Haben wir doch erst in den letzten hundert Jahren Technologien entwickelt, die für sie eventuell interessant sein_ beweisen könnten, dass auch wir ne intelligente Lebensform repräsentieren, die einen Besuch wert wäre. Andererseits liefert die gesamte Geschichte der Menschheit Beispiele, wie wir beim Versuch, uns gegenüber anderen überlegen zu fühlen, jede Menge an Lebensformen und Ressourcen für zerstörerische Aktionen vergeudeten - anstatt von Prinzipien der Wissenschaft geleitet, evidenzbasiertes Wissen zu teilen und zugunsten einer besseren Zukunft zusammenzuarbeiten. Drum müssen Wir nach wem oder was auch immer da draußen Ausschau halten und nicht umgekehrt. Wenn man außerordentliche Beweise fordert, ehe man willens ist, sich auf eine Diskussion über die Möglichkeit intelligenten Lebens abseits der Erde einzulassen, und gleichzeitig die Bereitschaft fehlt, dafür notwendige Forschung zu finanzieren, ist das so, als würde man auf den Boden stampfen und sagen_ Schau, da wächst nichts.

Jene, die sich generell der Frage verweigern, ob es anderswo intelligentes Leben gibt, dünkt das so oder so zu spekulativ. Andererseits gibt es eine ganze Gemeinde theoretischer Physiker, die sich mit hypothetischen Vorstellungen wie Extradimensionen, dem Multiversum oder der Stringtheorie beschäftigen. Man verleiht einander regelmäßig Auszeichnungen und Ehrungen, obwohl im Grunde nichts weiter betrieben wird, als mathematische Turnübungen in Hinblick auf Vorstellungen zu vollführen, für die es keine experimentelle Verifizierung gibt. Beide Seiten plädieren dafür, der Evidenz keine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, können auf der Basis _wir beweisen dass wir clever sind vs. interessiert uns nicht die Bohne_ kulturell nebeneinander existieren.

2007 beobachteten Astronomen ein merkwürdiges Objekt. Es passierte die Sonne und verschwand dann wieder. Man gab ihm den Namen Oumuamua_ im Hawaiischen heißt das Kundschafter. Die meisten beschrieben es als seltsamen Gesteinsbrocken. Es handelte sich um das erste interstellare Objekt, das wir in unserem Hinterhof entdeckten_ war also nicht an unsere Sonne gebunden und wies sechs Anomalien auf. Dass sich die Summe an reflektiertem Sonnenlicht, während es sich alle acht Stunden um seine eigene Achse drehte, um den Faktor 10 änderte, ist eine davon. Dieser Umstand entspricht nämlich am ehesten einem flachen Objekt von der Art eines Pfannkuchens. Außerdem hatte es den Anschein, als würde seine Bewegung durch eine Kraft beeinflusst, die nicht auf die Gravitation der Sonne zurückzuführen war_ keine dampfenden Gase, kein Kometenschweif waren erkennbar. Für eine uns plausible Erklärung dieses Effekts müsste das Objekt so dünn wie ein Lichtsegel sein, eine Technologie, die wir derzeit für die Erkundung des tiefen Weltraums weiterentwickeln. So weit, so gut.

Radio_ und Funksignalen von fernen Zivilisationen hinterher zu jagen ähnelt dem Versuch, Ortsgespräche mit Hochkulturen zu führen, die s auf Erden nicht mehr gibt. Wesentlich interessanter wird s, wenn man hinterlassen Überreste findet und studiert - und vielleicht müssen wir dafür gar nicht mal so hoch hinaus_ uns daheim den Tick genauer umzuschauen tut s womöglich auch.
_____
Dateianhänge
spacy.JPG
spacy.JPG (174.9 KiB) 284 mal betrachtet

riemsche
Dionysos
Beiträge: 3484
Registriert: 02.11.2006, 21:38
Wohnort: Österreichs milderWesten

..... sitcom .....

Beitragvon riemsche » 24.11.2021, 20:50

_____

geht s nur mir so
sonst keinem s polit
latein gewaltig auf den geist
am ende des tages
was soll das heißen
dann isses zappenduster
relativ spät für n vorhaben
tagt vor m letzt unter
ausschuss s jüngst gericht
hm_ wir schauen uns das
sicher noch genauer an
und dumm aus der wäsche
weil s wem aufgefallen ist
bedeutet s ergebnis
liegt irgendwann vor
wird in kürze nichts
an traurig zuständ ändern
s licht am ende des tunnels
ist keins das jenen leuchtet
die zum glück noch am leben
danach ausschau halten
s wort _mensch_ wiederholt
als ne art selbstbeschwörung
in larifari satzbau schustern
macht nen besorgt vorsitz
der s meist an hippokratisch
eid parteiinteressen opfert
nicht den deut sozialer
nen pathetisch auftritt
mit so schmankerl wie
wieviel tote müssen noch sterben
ad absurdum führen
auch nicht aber d versammelt
mehrheit findet s später komisch

von wegen witz des tages
dass sich nach nem lapsus linguae
wie vorab beschrieben keiner
der angeblich unabhängig presse
an d stirn tippt nachfragt
ob s wortwörtlich so gemeint
versuch ne antwort zu kriegen
solang repetiert bis
sich präpariert büttenredner*in
entlarvt vom acker macht_ schad
herrscht anwesenheitspflicht
steht s gros an bericht
erstatter unter posthypnose
legt wenn wer aufzeigt
der nächst souffleur vom dienst
wem der nicht weiß wie
die passend hymne in den mund
ich_wir habe_n das ja
schon immer gesagt
ändert nichts an der tatsache
dass sich null getan hat
warum hat niemand den mumm
verlässt weil er sich nimmer
für dumm verkaufen lassen möcht
demonstrativ s testgelände
ne mehr wie seltsam konferenz
die wenn sie nen zweck erfüllt
dann den dass zeit vergeht
die wir im grund nicht haben
betroffene vor m weltempfänger
sukzessive resignieren
weil egal wer derzeit
s hören_sagen hat mist baut
als gäb s kein morgen
_____
Dateianhänge
sitcom.jpg
sitcom.jpg (116.64 KiB) 199 mal betrachtet


Zurück zu „Epilog“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 5 Gäste