maunzer grübler rippenstessa

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riemsche
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Re: maunzer grübler rippenstessa

Beitragvon riemsche » 19.05.2026, 21:11

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Menschen haben zu allen Zeiten gedacht
es ergehe gerade ihnen besonders schlecht
und das war ja meistens auch der Fall
Grimmelshausen beginnt seinen Simplicius
Simplicissimus mit den Worten »Es eröffnet
sich zu dieser unserer Zeit«_ von welcher
man glaubt dass es die letzte sei _damals
wütete der Dreißigjährige Krieg und
Brecht dichtete 1938 im Exil über Laotse
»Als er siebzig war und und war gebrechlich
drängte es den Lehrer doch nach Ruh
denn die Güte war im Lande wieder einmal
schwächlich und die Bosheit nahm an Kräften
wieder einmal zu.« dieses Gefühl hab ich
derzeit öfter_ s Schlechte verdichtet sich

rückblickend bei mir die absolute Ausnahme
in Summe war s friedlich und persönlich gut
natürlich beunruhigt mich wie Populismus
und Kriegstreiberei um sich greifen erinnere
mich in dem Zusammenhang an die 80er
Jahre als man damit rechnen musste dass
die Bombe platzt rede mir ein dass sich s
dabei um Wellen handelt nur dass deren
Bewegungen aktuell immer kürzer takten
die Zeiten werden ungeduldiger _zugleich
Trost_ immerhin mehren sich Anzeichen
dass die Welle des Nationalismus abebbt
er ist das wohl dümmste aller Gefühle
die letzte Passion der Schurken hat Samuel
Johnson ihn genannt_ Hoffnung gibt es

oh ja in Form unglaublicher Niederlagen wie
der von Orbán selbst die Kühnsten hätten
sie wohl in in der Klarheit nicht prophezeit
froh stimmt mich auch der sichtbare Verfall
von Trump der selbst hartgesottenen
Anhängern nimmer ins MAGA-Credo fittet
und auch Putin ist am Ende Autokraten
seines Schlages sind im Niedergang extrem
gefährlich aber es kann auch gut ausgehen
Musterbeispiel DDR ein auf d Boshafte
durchkontrollierter Terrorstaat und nun
verschwunden und das faktisch ohne Tote
Hoffnung und Verharmlosung schenken sich
wie in sechs Zeilen vorab ersichtlich auch
in Sachen jenseits von Gut und Böse nichts

der verblendet Rechtsruck ängstigt mich
am meisten eine Gefahr die mir als Europäer
Österreicher und Japan-Fan am Nächsten ist
seine Ursachen sind mir zum Teil ein Rätsel
am plump zur Schau getragenen Charisma
populistischer Führer kann s nicht liegen
die Leute sind_ um s harmlos zu formulieren
unzufrieden Entwicklungen gehen in letzter
Zeit weltweit so rasant vonstatten dass ich
obwohl leidlich informiert vieles nicht mehr
verstehe das geht wohl vielen so man hat
s Gefühl_ wurd abgehängt geringgeschätzt
s bitterste das einen überfallen kann bin
in der Welt verloren niemand da der mir hilft
von wegen hilf dir selbst dann hilft dir Gott

traue mich nicht einmal zu sagen was ich
nicht verstehe um nicht als dumm oder
hinterwäldlerisch zu gelten extra Anreiz
und Beginn jene regelrecht zu hassen die
offenbar intelligenter nicht zurückbleiben
den Durchblick haben ich glaube genau hier
liegt das Geheimnis plötzlicher Erfolge
von Kandidaten die derzeit Diktator spielen
zudem völlig authentisch vulgäre Sager wie
»die Mullahs sollen endlich die verfickte
Straße von Hormus öffnen ansonsten werde
er die iranische Zivilisation in die Steinzeit
zurück bomben« inklusive um s populär
wett zu machen lädt man ne Baseball
Mannschaft ins Weiße Haus zum Essen ein

serviert kein sündteures Sterne-Menü
sondern Junkfood gibt zu verstehen_ das
ist einer von uns frisst denselben Scheiß
wie wir Respekt _kann demnach nie und
nimmer n Blender sein wenn man übers
Gute spricht redet man ohnehin immer
auch übers Böse weil das eine ohne das
andere nicht existiert was ist eigentlich
noch gut in dieser Welt schau an da fällt
mir tatsächlich vieles ein und manches ist
überraschenderweise gar nicht lange her
hab s zuweilen aber erst im Nachhinein
wahrgenommen weiß nicht ob s je wer
mitbekommen hat wenn ich s ob starkem
Gegenwind kaum zu beschreiben wusste

mir gefällt die Vorstellung dass sich Putin
wie einst Milošević für seine Untaten
in Jugoslawien eines Tages vielleicht
in Den Haag für die Gräuel in der Ukraine
verantworten muss in vier Jahren hat er
bei Verlusten von einer Million Soldaten
nicht mehr als ein paar Kilometer erobert
grausame Schlussrechnung die vor s
Tribunal gehört und falls sich heutzutage
hierzulande ein Politiker als homosexuell
outet hat er keinen Nachteil mehr noch
in den 60ern hätte man ihn eingesperrt
zwanzig Jahre früher die Fahne hoch und
s Gehirn gewaschen umgebracht_ selbst
auf d Positive wird s rückblickend finster

trotzdem lassen sich Gut und Böse oft
nicht sauber trennen es ist der ethische
Kodex wie der den meine Großmutter
mir vermittelte welcher so gesehen dafür
sorgt dass man sich dabei leichter tut_ sie
hat sich an zehn Geboten orientiert war
sehr katholisch ich nicht so eher ein
sagen wir mal_ autodidakt Aufgeklärter
und beileibe kein besonders Braver
fand und find s wiederholt Gepredigte in
so mancher Hinsicht übertrieben denk da
an: Liebe deine Feinde _grundsätzlich
kannst das wirklich von keinem verlangen
sorgt nur für n schlechtes Gewissen weil
man zwangsläufig an sich selbst scheitert

antiken Griechen waren Gewissensbisse
auch wenn sich s um Mord und Totschlag
historischen Ausmaßes handelt soweit
man s bis dato schriftlich nachvollziehen
kann oder zu rekonstruieren imstande ist
eher fremd wenn zum Beispiel Homer
Odysseus Städtezerstörer nennt ist Lob
das Attribut erst Juden-und Christentum
haben Gut und Böse im Metaphysischen
verankert ob man das als große Leistung
des Monotheismus bezeichnen kann ist
fraglich immer zuallererst der Schönheit
verpflichtet und dann erst der Moral
Oscar Wilde waren Leute die stets das
Gute tun in erster Linie unheimlich

weil sie _wie er es nennt_ das Schöne
nicht verstehen insofern halte ich gehypt
Empörung darüber dass wer Bilder eines
Sexualstraftäters ausstellt für bigott
wenn s Gute zu Gunsten einer Mehrheit
in Zensur umschlägt bekommt s Böse
gefährliche Verwandtschaft erinnert an
mittelalte Bilder auf denen Gerechte
mit den Engeln in die Hölle hinabblicken
sich an den Qualen der Verdammten
weiden aus heutig aufgeklärter Sicht
böse und Sadismus pur_ wie Jakobiner
durchkämmen neue Tugendapostel
auf der Hatz nach Anstößigem Museen
Bibliotheken und s weltweit Spinnennetz

vor m Gutsein muss man auf der Hut sein
seit der französischen Revolution sollte
unter anderem bekannt sein dass radikale
Tugend zu Geköpften und in weiterer
Folge zu Pol Pots Killing Fields führt denn
sie gebietet alles Böse zu tilgen wer das
will kriegt s mit über acht Milliarden
Menschen zu tun trägt ja jeder von uns
Gutes und Böses in sich das Gute spielt
sich im Kleinen ab je mehr wir es hoch
auflösend ins Große heben desto
abstrakter wird s bin drum nicht s erste
Mal mit Erich Kästner einer Meinung
»Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.«
wer also gerade nichts Besseres … (:-))
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Re: maunzer grübler rippenstessa

Beitragvon riemsche » 20.05.2026, 21:31

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was kostet die Benutzung
einer öffentlichen Toilette
?
Überwindung
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Re: maunzer grübler rippenstessa

Beitragvon riemsche » 21.05.2026, 22:29

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nicht nur wegen Fähigkeiten wie der
dass meine Oma in den 60er Jahren
mit umgerechnet 87Euro monatlich
zu zaubern vermochte um ihr und
mein Leben zu bestreiten lernte ich
früh das zu schätzen was ich hatte
sind es doch vor allem die kleinen
Dinge Begegnungen Mitmenschen
Gesten Momente die den Charakter
formen als eine Art extra Rüstzeug
auf ihre Weise dazu beitragen jetzt
zu wissen was ich mir leisten kann
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Re: maunzer grübler rippenstessa

Beitragvon riemsche » 22.05.2026, 22:39

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Rücksicht beginnt bei den Schwächsten
zudem ist Autoverkehr kein Naturgesetz
Stillstand keine Option wenn s politisch
kränkelt ist Zuschauen allein keine Option
Verantwortung lässt sich nicht delegieren
Demagogen werden lauter während viele
lieber schweigen Geschichte wiederholt
sich nicht von selbst_ sie wird wiederholt

Angst vor der Zukunft fördert ungesunden
Egoismus wer daraus auf welche Weise
auch immer Kapital schlägt Nutzen zieht
handelt gegen die Gesellschaft zugleich
wächst die Armut während der Sozialstaat
schrittweise schwächelt öffentliche Mittel
versickern fehlgelenkt im Kanalsystem
strukturelle Probleme bleiben bestehen

wird s Vermögen von vielen_ demnach
ein Sozialstaat angegriffen heißt s äußerst
wachsam sein wie viele Autobahnkilometer
rechtfertigen Kürzungen im Sozialbereich
zukunftsorientierte Budgetpolitik scheint
lauscht man entsprechenden Debatten_ an
Bedeutung zu verlieren Prioritäten werden
sichtbar sie zu hinterfragen ist angesagt

spätestens dann wenn wir die Wahl haben
entscheidet sich jedes Mal was Sache ist
Demokratie liefert das was wir zulassen
wer vertritt unsere Interessen_ obwohl
die Mehrheit wüsste welche _zu wenige
Philanthropie ersetzt zudem keine Steuern
die gezielt dort ansetzen wo Großvermögen
bestehen Reichtum hat im Nutzen Grenzen

Besitz ist und bleibt je nachdem was wer
zu besitzen glaubt oder im Schilde führt
Anschauungssache so gesehen relativ
Solidarität zeigt sich im Tun nicht im Reden
wie meinte doch Andreas Beck »der Keller
ist dem Österreicher sein Aussichtsturm«
Zeit nach oben zu wandern_ guten Morgen
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Re: maunzer grübler rippenstessa

Beitragvon riemsche » 24.05.2026, 21:28

Verhasste Regime müssen letztlich vom eigenen Volk beseitigt werden. Alle Versuche dies von außen und somit auf eine meist alles andere wie uneigennützige Art und Weise zu bewerkstelligen, bringen selten wirklich Gutes. Selbst mit der größten Militärmacht gelingt es offensichtlich nicht, bestehende Verhältnisse woanders in dem Sinn zu verändern, dass Menschen die dort leben nach Abzug entsprechender Truppen langfristig glücklich und zufrieden sind. Unser Schicksal ist _auch wenn man s oft nicht so recht wahrhaben will_ unmittelbar mit dem anderer Regionen verknüpft. Es geht für gewöhnlich immer um dasselbe_ fossile Brennstoffe, Migration, um Fluchtbewegungen und militante Organisationen. Was wir am Golf und derzeit außerdem nicht s erste Mal erleben, spiegelt sich auch in Europa wider. Wir merken mittlerweile, dass Sicherheitsgarantien mitnichten selbstverständlich sind. »Der Nachbar ist wichtiger als die Wohnung selbst.« lautet ein arabisches Sprichwort_ stimmt. Die geografische Nachbarschaft Europas ist eine festgelegte Größe. Das bedeutet, ständig wie auch immer miteinander verbunden zu sein. Es geht hier folglich nicht nur darum, zu beschreiben was passiert, sondern auch darum, darüber zu sprechen. Apropos_ s klingelt.
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