Belächle mich nicht, aber es gibt ein Werk, an dem ständig gearbeitet wird. Der Vater und Arzt, schrieb einst von einem ungehörigen Knaben, was sag ich, doch nicht nur von einem und auch nicht nur von Knaben. Er schrieb es 1845 als Weihnachtsgeschenk für seinen noch sehr kleinen Sohn. Sein Werk ist bekannt, weltweit und in allen Sprachen, na ja fast allen Sprachen.
Gedacht war es als neues Mittel zu pädagogischen Maßnahmen, sehr autoritär, wie es den Erziehungsmaßnahmen dieser Zeit entsprach, deshalb genial in seiner Veränderung. "Der Struwelpeter", ein Plagegeist, ein Vorbild ?, ein Buhmann(Junge) und seine Mitstreiter, die mäkeln an der Suppe, kippeln, quälen Tiere, zündeln und tun alles, vor dessen Auswirkungen die Eltern selbst Angst haben.
Boshaft waren sie in ihrer Form, nahmen sich die Ratschläge der Eltern nie zu Herzen (kommt es bekannt vor?). Nun endeten ihre Lebensgeschichten nicht eben passend für die FSK bis 12, sondern drastisch und dramatisch. Drum wurden, wie schon bei den grausamen Märchen der Grimmbrüder die Geschichten abgewandelt erzählt. Das gelungenste Werk ist meiner Meinung nach von Hansgeorg Stengel und Karl Schrader. ISBN 3-358-01340-5. Nicht nur die Geschichten, stark angelehnt und doch völlig moderniesiert an das ursprüngliche Werk, sondern auch die fantastischen Illustrationen gelten als pädagogisch wertvoll, trotz des erhobenen Zeigefinger´s, oder gerade deshalb.
Warnt er doch nicht jedesmal und droht mit dem Verlust des Lebens, wie bei Hoffmann. Busch hatte da auch 2 solch nette Knaben, die echte Plagegeister waren. Die Altersgruppe, für "So ein Struwwelpeter" wurde bis 6 Jahre angegeben. Doch auch durchaus ältere Kinder erkennen den Witz, die Satiere in dem neuen Werk, wissen ihn zu schätzen und sind durchaus amüsiert. Das entspricht zwar nicht mehr dem eigentlichen Zweck, ist aber ganz im Sinne der Literatur. So ist es durchaus wert, von Oma und Opa (vor)gelesen zu werden. Sicher trifft es nicht das Niveau, der von dir gesuchten Werke, aber ein anderes, nicht eben schlechteres. Vielleicht ist es eine Überlegung wert, vor allem wird deine Arbeit zwar nicht leichter (wie es scheinen mag) aber bestimmt einzigartig in seiner Art. Nur ernst nehmen solltest du es, auch wenn es sich NUR um Kinderliteratur handelt, sind doch die Kinder die Literaten von morgen.

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