Patrick Süskind: Das Parfum

Was liest Du gerade? Was kannst Du empfehlen? Was war ein Reinfall? Benutze dieses Forum, um Deine eigenen Rezensionen zu publizieren.
Joachim Stiller
Hydra
Beiträge: 77
Registriert: 22.10.2010, 16:01
Wohnort: Münster

Patrick Süskind: Das Parfum

Beitragvon Joachim Stiller » 01.10.2013, 21:48

„Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders“ von Patrick Süskind

Der Roman erschien 1985. Er erzählt die Geschichte von Jean-Baptiste Grenouille, einer der „genialsten und abscheulichsten Gestalten dieser an genialen und abscheulichen Gestalten nicht armen Epoche.“ Geboren wurde er 1738 im stinkenden Paris. Seine Mutter kommt als Kindsmörderin aufs Schafott. Die Gerüche der Menschen und der Stadt sind Grenouilles ständiger Begleiter. Er stellt zwei Eigenschaften an sich fest: Er riecht selber nicht, und er hat einen schier absoluten Geruchssinn. Mit 15 verübt er seinen ersten Mord an einem jungen Mädchen, nur um sich ihren Duft ganz einzuverleiben. Grenouille tritt bei einem der berühmten Parfumeure in die Lehre, um zu lernen, wie man Düfte konserviert, um sie dann zu besitzen.

Nach der Ausbildung wandert er nach Grasse, dem damaligen Zentrum des Parfums. Er kreiert nun Menschendüfte und verübt 25 Frauenmorde, um ihre Gerüche nachzumachen. Sein Ziel ist es, einen Menschenduft zu kreieren, durch den sich die Menschen unsterblich in ihn verlieben. Grenouille wird zum Tode verurteilt, nachdem er gefasst wurde, entkommt aber, da er die Menge in eine Massenpsychose treibt. Er ist nun der mächtigste Mensch weit und breit, nachdem er den einen unsterblichen Menschenduft gefunden hat, doch wird er von Dieben, Mördern und Huren in einem einzigartigen Opfergang getötet. Sie hatten ihn sozusagen „zum Fressen gern“.

Der Roman war nach „Der Name der Rose“ von Umberto Eco der erfolgreichste Roman der 80er Jahre. Süskind, der zusammen mit Helmut Dietl Drehbücher schriebt (zuletzt „Rossini“) feierte mit seinem Theaterstück „Der Kontrabass“ ebenfalls große Erfolge.

Der Roman ist nicht nur ein Krimi, sondern auch ein Stück Sitten- und Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts. Seine Sprache ist von einem wunderbar weichen Duktus, oftmals so flüchtig, wie die exakt beschriebenen Gerüche und Düfte selber. Alle Sinne des Lesers werden angesprochen. Das Buch ist nicht nur eine großer Lesespaß, sondern vielleicht auch so etwas, wie der Prototyp eines guten Romans. Patrick Süskind gehört sicherlich zu den herausragenden Schriftstellern unserer Zeit.

Gruß Joachim Stiller Münster

Zurück zu „Rezensionen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast