Frederic Morton - die Rothschilds Porträt einer Familie

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riemsche
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Frederic Morton - die Rothschilds Porträt einer Familie

Beitragvon riemsche » 01.10.2026, 20:25

Literaturkritiker reklamieren einen fawning or eulogistic_ also fast unterwürfigen oder lobhudelnden Ton. Das Buch biete kaum tiefe Analysen des Kapitalismus oder genaue Einblicke in knallharte Wirtschaftszahlen, konzentriere sich voll auf das erzählerische Familienportrait. Rezensenten bemängeln, dass da wer stark in bekannten Anekdoten und Mythen schwelgt, die sich um d Familie ranken. Dadurch treibe das Buch die Mythologisierung der Dynastie eher voran, anstatt sie kritisch zu dekonstruieren. Warum nicht? Weise darauf hin, dass der Autor im Vorwort selbst einräumt, sich primär als Romancier und nicht als strenger Historiker zu verstehen.

Positiv wie negativ wird hervorgehoben, dass das Werk wie eine Galerie exzentrischer und schillernder Persönlichkeiten funktioniert.
Leute vom Fach kritisieren, dass gewisse Entscheidungen im Buch einfach so passieren, ohne dass zugrundeliegende Denkprozesse, interne Diskussionen oder strategisches Kalkül fundiert analysiert werden. In moderneren Rezensionen so etwa ab den 2000er Jahren wird s in Summe oft als seltsam antiquiert beschrieben. Wen wundert s?

Da der Lesestoff im Kern auf dem Stand von 1962 basiert, fehlen der Erstausgabe logischerweise entscheidende Entwicklungen der Moderne. So wird die Abkehr vom rein dynastischen Prinzip im modernen Management nur in einem kleinen Einschub in Klammer abgehandelt, trägt somit strukturell nichts zum Verständnis der heutigen Familie bei. Der Schreibstil wird nicht nur von Lesern wie mir zwar als reich und poetisch, stellenweise aber auch als obskur empfunden, was den eigentlichen Fluss der Geschichtsschreibung mitunter ablenkend überlagert. Allerdings mindert das den Input entsprechender Passagen keineswegs_ ganz im Gegenteil.

Trotz methodischer Schwächen sind sich eigentlich fast alle einig, dass es sich wegen seines enormen Unterhaltungswerts um s ideale Einstiegswerk für historisch Interessierte handelt, die sich dem Thema riesen Reichtum möglichst unbefangen nähern wollen.

Habe das betreffende Buch am Pfarrflohmarkt aus m Pappkarton für einen Euro erstanden, dachte mir: seltsam Zufall, dass du mit dem Logo etwas findest, das ich mir leisten kann. Hatte bis Seite 19 nicht das Gefühl, dass sich s literarisch bezahlt macht. Da es mich dann aber mit der Art Dinge zu benennen, aus dem Leben gegriffenen und mir bis dato unbekannten Details und Nebenschauplätzen zu fesseln wusste - hinterher die Vermutung, dass das Ganze bis zum zweiten Kapitel >>in der Judengasse<< ein anderer begonnen hat. Weil s per PDF jetzt sogar gratis im Angebot ist, könnt s für weniger Betuchte ein Anreiz mehr sein, sich intensiver mit sagenhafter Geschichte, persönlichem Werdegang und zeitnahen Umständen zu beschäftigen, bevor man eine Familie namentlich zum Buhmann macht oder sich knapp bei Kasse generell gern über andere das Maul zerreißt.
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https://ulis-buecherecke.ch/Neue%20Eint ... amilie.pdf
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