von der Raupe zum Schmetterling

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
chiron
Erinye
Beiträge: 23
Registriert: 05.07.2005, 21:36
Wohnort: NRW

von der Raupe zum Schmetterling

Beitragvon chiron » 07.07.2005, 17:34

In dunkler Nacht
ist Das erwacht
was tief verborgen
gewartet auf den Morgen

Des Menschen Pein
durchlebt er allein
es durchdringt das Sein
wandelt es wieder

Des Kampfes müde
kann ich nicht mehr siegen
verloren alle Macht
in die Verzweiflung gebracht.

oh wildes Herz
voll unruhigen Verlangen
zwing mich nicht zu dir hin
gebeugten Knies
das Haupt gesenkt
denn so kann ich mich nicht mehr belügen

in dunkler Weite lag
das Schwert der Lügen
der Illusion,des Scheins
und des sich selbst betrügen.

nun stehe ich da
des Fremden so nah
ich greife zu
bringe mein Herz zur Ruh

In dunkler Nacht
ist das erwacht
was niemals ich sah
obwohl es mir so nah.

Hieranonuemus
Hydra
Beiträge: 82
Registriert: 07.10.2002, 13:05
Wohnort: Leipzig

Re: von der Raupe zum Schmetterling

Beitragvon Hieranonuemus » 08.07.2005, 13:57

Hallo Chiron.

Was mir gefällt ist die reimlose 4e Strophe, das wirkt, als würdest Du Deinem lyrischen Ich auch stilistisch eine Bewegung (Gemütsbewegung) geben. Womit ich aber ziemliche Probleme habe, sind die Reim. Nicht weil es Reime sind, sondern weil die Reime gewollt wirken und obendrein altbacken. Nacht - Erwacht ist doch ziemlich veraltet. Das Problem ist, dass der Reim so bekannt ist, dass Du damit keine neue Wirkung mehr hervorrufen kannst, dafür setzt das Gedicht zu sehr auf die Reime. Wenn ichs jetzt genau bedenke, warum nimmst Du nicht die Reime ganz heraus, und benutzt nur in der 4en Strophe, die Verwirrung und Durcheinander zeigen möchte, Reime? Der Kontrast könnte helfen, um die Wirkung zu verbessern. Ansonsten finde ich es schön, wenn jemand die Romantik wieder aufleben lässt. Aber schade, dass nichts neues dazu kommt.

Beste Grüsse
a lovely bird is The elephant

chiron
Erinye
Beiträge: 23
Registriert: 05.07.2005, 21:36
Wohnort: NRW

Re: von der Raupe zum Schmetterling

Beitragvon chiron » 08.07.2005, 21:20

Hallo Hieranonuemus...
Worum geht es eigentlich in dem Gedicht ?
Gruß
chiron

[) i r k
O livro Admin
Beiträge: 2920
Registriert: 19.01.2002, 21:41
Wohnort: Düsseldorf

Re: von der Raupe zum Schmetterling

Beitragvon [) i r k » 08.07.2005, 22:13

Salve!
Worum geht es eigentlich in dem Gedicht ?

Ein Gedicht hat eine Aussage und eine Form. Wenn mich als Leser die Form nicht anspricht, kann der Autor nicht erwarten, dass ich mich mit Inhalt, Aussage und Intention des Gedichtes auseinandersetze. Sie machen einen entscheidenden Fehler, chiron, sie stellen die Aussage, das was sie in das Gedicht hineinlegen und zu sagen beabsichtigen, über die Form. Aber sie vergessen dabei die grundlegenden Bedürfnisse des Lesers, der umworben und unterhalten werden will.

Leidenschaft und Lieben, Einsamkeit und Zweisamkeit, das sind alte Themen, millionenfach in Verse gefasst - und jetzt kommen sie mit ihren dilletantischen Versen daher und nehmen sie so wichtig, weil sie sie allein durch die rosarot verklärte Brille ihrer eigenen Existenz und Gefühlswert betrachten, und erwarten von mir/von uns, dass wir das Dillentantische tolerieren, dass wir die technische Unausgereiftheit ihrer Poesie geflissentlich ignorieren und nur die Tiefe ihres ursprünglichen Gefühls anerkennen? Nein. Wer schreibt, muss auch an den Leser denken und sich mit der Form auseiandersetzen!!! Und so möchte ich ihnen zurufen: Treten Sie einen Schritt zurück und betrachten sie ihre Gedichte auch mal, wie sie ein Dritter, ein anderer als sie betrachten würde. Ein Leser will geködert und betört sein. Er will nicht das Immergleiche in den immegleichen abgenutzen Phrasen präsentiert bekommen - er möchte das Neue, er möchte, dass die Intensität des Gefühls eine angemessene Form findet. Aber davon sind sie leider weit entfernt.

Es wurde schon mehrfach von anderen zu ihren Gedichten angemerkt: Ihre Reime sind sehr schlicht, schal und spannungsarm. Außerdem vergewaltigen sie hier und da die Grammatik, damit sie ihre Reime unterkriegen (z.B. die letze Strophe in diesem Gedicht). Sie haben keine Ahnung von Rhytmus und Metrik, von dem, was ein Gedicht vor einem Stück Prosa auszeichnet, was ihm Klang, Bewegung und Struktur gibt. Sie geben ihren Gedichten keine Form, kein Reim- und Stophenschema und das, obwohl sie reimen - das ist leider ein blutiger Anfängerfehler (machen sie es für den Einstieg lieber so: entweder Reime und strenge Form ODER verzichten sie zugunsten einer offenen Form auf klanglich gebundene Zeilen). Aus all ihren Zeilen spricht blinde Willkür, ein von sich selbst überzeugtes Wollen, aber ein de facto hilfloses, amateurhaftes Nicht-Können. Dass sie schreiben wollen und dass sie etwas zu sagen haben, freut mich für sie, aber bitte beherzigen sie auch ein wenig den Tenor der Kritik, die ihnen hier geboten wird (ja, Kritik ist ein wertvolles angebot, auch wenn es sie hier umsonst gibt), denn: Schreiben ist Handwerk und kann erlernt werden. Von daher: hören sie zu, lassen sie die Kritik an sich heran, es könnte für sie die Chance sein, etwas zu lernen! Und denken sie an ihren Leser, wenn sie (und das ist die Voraussetzung) nicht nur für sich selbst schreiben, wenn sie ihre Gedichte veröffentlichen und nicht nur auf Lob und Anerkennung aus sind.

Und, bitte, wenn sie uns "wiedersprechen", dann tun sie das besser ohne "e".

MfG,
[) i r k
"du trittst da fast in die fußstapfen des unseligen dr goebbels und seiner zensur und verdammungsmaschine." (Ralfchen)

Hieranonuemus
Hydra
Beiträge: 82
Registriert: 07.10.2002, 13:05
Wohnort: Leipzig

Re: von der Raupe zum Schmetterling

Beitragvon Hieranonuemus » 08.07.2005, 23:30

Worum geht es denn in meinem Kommentar? Wenn das geklärt ist, kläre ich den Inhalt.

Grüsse
a lovely bird is The elephant

chiron
Erinye
Beiträge: 23
Registriert: 05.07.2005, 21:36
Wohnort: NRW

Re: von der Raupe zum Schmetterling

Beitragvon chiron » 09.07.2005, 12:46

Hallo Hieranonuemus...
damit ich eine Antwort bekomme.... In deiner Anmerkung geht es um meinen barocken Stil der vielleicht alt ist also nicht Neu... Du bist der Meinung das ich keine Wirkung mehr erzielen kann... Du bist nicht der 1. der anmerkt meine Reime wirken gezwungen. Versprochen, ich zwinge mich nicht dazu Texte zu reimen damit sie sich reimen. Vielleicht liegt es an dem Leser der so gar keinen Bezug zu altbackenen Reimversen hat.
Darum meine Frage , worum geht es in dem Text ?
Wer sich aus rein subjektiven Gründen den Stil eines Textes vor nimmt von dem erwarte ich auch den Inhalt zur Kenntnis zu nehmen.
Viele Grüße
chiron

Hallo Dirk...
Natürlich erwarte ich das Aussage und Form wahr genommen werden. Wie viele Leser von dieser Art Text angesprochen werden und wie viele nicht sollte eine Umfrage klären, zu häufig wird man mit rein subjektiven Urteilen konfrontiert die angeblich die Meinung vieler oder aller wiederspiegeln.
Warum ich in diesem Fall den Inhalt über die Form setze liegt an der Intention. Ob "barock" " altbacken" oder "angeblich erzwungene Reime " dieses Gedicht will etwas sagen, so wie alle meine Gedichte. Ich beschreibe niemals das plätschern eines Baches und verpacke es nur in schöne Worte um den Leser zu unterhalten.
Diese Oberfläche betrete ich erst gar nicht.
Leidenschaft und Liebe, Einsamkeit und Zweisamkeit ?
Diese Oberfläche betrete ich nicht, steht deshalb auch nicht zur Diskussion.
Das Wort dilletantisch im Zusammenhang mit einem Text dessen Inhalt man noch nicht einmal aufgenommen hat spricht seine eigene Sprache die in Richtung Überheblichkeit weist, einen mit der Nase schon fast drauf stösst. Finde ich sehr vermessen und unangebracht.
Und natürlich nehme ich das was ich zu sagen habe wichtig. Es sollte eine allgemein gültige Tatsache sein das die eigene Welt, die eigene Existenz der Mittelpunkt individuellen Lebens ist.
" Technisch Unausgereift " geht in Ordnung, wenn ich nichts mehr zu lernen hätte würde ich mich nicht hier vergnügen sondern Bücher schreiben, diese sollte auch nicht ignoriert werden, wäre ich sonst der Meinung ich hätte keine technischen Mängel :-)
Aber
genau das Gegenteil zu tun kann der Weg nicht sein.
Ihre Kritik setzt die Form, die technischen Mängel über den Inhalt und die Intention. Nur weil so mancher Leser die Tiefe eines Gefühls nicht hat, kennt, bedeutet es nicht das ich sie nicht haben darf und in Worte verpacken kann.
Und wenn ich " abgenutzte Phrasen gebrauche dann weil ich nicht weiß das sie solche sind. Sie müssen ja eine gewisse Vorliebe darstellen, sonst würden sie nicht so häufig benannt und das würde mir zu denken geben. Sinnloses aneinanderreihen von schönen Worten ist auch keine Poesie. Wie oft haben wohl diese Phrasenbenutzer nach Worten gesucht die das starke innere Erleben wenigstens annähernd wieder geben.
Kleine Rechtschreibfehler dürfen Sie behalten, meiner Meinung nach schreibt man
abgenutze Phase
mit einem t mehr.
Viele Grüße
Chiron

Silentium
Mnemosyne
Beiträge: 2771
Registriert: 24.05.2003, 17:50

Re: von der Raupe zum Schmetterling

Beitragvon Silentium » 09.07.2005, 13:45

Versprochen, ich zwinge mich nicht dazu Texte zu reimen damit sie sich reimen. Vielleicht liegt es an dem Leser der so gar keinen Bezug zu altbackenen Reimversen hat.


:psycho:
Hm. Es gibt mehrere Arten von schlechtem Reim. Der, der sich nicht wirklich, nur mit falscher Aussprache und Betonung reimt und der, der altbacken und gezwungen wirkt. Und zu solchen zwingt sich der Autor ja nicht, er sucht nicht verzweifelt nach ihnen, so etwas fließt einem leicht von der Hand. Wenn ich auf meinem Notzitbuch meine Katze kritzele, dann geht das flott und leicht und trotzdem ähnelt's ihr nur gezwungen und peripher (ein Ding mit Ohren und Schnurrhaaren und seltsamen Kulistrichen rundherum), während ein Maler, der die selbe Katze malt und sich dazu zeit lässt und sich zwingt über jedes Haar nachzudenken, eventuell am Ende ein Bild hat, das ungezwungen und natürlich wirkt. Bei Reimen ist das meistens ähnlich - um einen Reim zu finden, der fließt und sich in die Sprache und das Bild einpasst, der ungezwungen wirkt, musst du lange suchen, während ein ungezwungen geschriebener meistens ein gezwungen gelesener ist...

Das war jetzt irgendwie wirr. 8-o

Zum barocken Stil im übrigen - gerade im Barock war man unheimlich scharf auf das exakte Einhalten von Reimschema und Versmaß.
I would go to the Dark Side in a heartbeat if I thought they had better dialog over there.
- Ursula Vernon

Hieranonuemus
Hydra
Beiträge: 82
Registriert: 07.10.2002, 13:05
Wohnort: Leipzig

Re: von der Raupe zum Schmetterling

Beitragvon Hieranonuemus » 09.07.2005, 13:46

Hi Chiron,

danke für Deine Antwort. Mich wundert, dass Du so sehr darauf abzielst, dass mein Kommentar subjektiv ist, und gleichzeitig möchtest, dass ich das Gedicht interpretiere. In Textdiskussionen gehe ich viel lieber auf die Bauweise der Gedichte ein. Dass ich dann ein paar Dinge nenne, die mir bekannt vorkommen.. ist klar. Auch dass das subjektiv gefärbt ist, weil ich nicht alles zur Genüge kenne. Ich habe einfach ein paar Traditionslinien in dem Gedicht gesehen, die es - glaube ich - zu berücksichtigen gibt, wenn man ein Gedicht so schreibt, wie Du das getan hast.

Von barockem Stil würde ich auf keinen Fall sprechen. Dazu fehlt in dem Gedicht das Arabeske des Barock, grammatikalisch durchgestylte Sätze/Verse, über die Mehrfachbezüge erreicht werden. Der Stil in Deinem Gedicht ist viel einfacher, volksliedhaft. Deswegen meine Erinnerung an die Romantik. Stichwort Volkslied denke ich natürlich gleich an "des Knaben Wunderhorn". Diese Assoziation bekommt man, sobald man die Reimworte liest (mit Ausnahme vielleicht von "Sein" - das aber als Reimwort ein völliges No-no ist).
"Nacht" - "erwacht" - "morgen" - "Ruh" - das sind so Worte, die bestens in die Romantik passen.
Wenn ich mir die Attribute ansehe, die Du den Reimworten gibt, also beispielsweise die Nacht ist "dunkel", da ist etwas "verborgen", dann sind das Topoi die Du so bei jedem der romantischen Dichter wiederfinden kannst. Die Gefahr das wieder aufzugreifen liegt dann darin, Leerhülsen aufzunehmen. Wie sehr für Dich auch Gefühl in den Worten enthalten ist, für andere wird dieses Gefühl nicht geweckt/nachvollziehbar, weil man das so viele Male schon gelesen hat (ehrlich gesagt auch besser)und weil diese Worte austauschbar geworden sind. Und dabei ist das schade, wenn Du etwas zu sagen hast, und es kommt nicht an, weil die poetische Wirkung dieser Worte verblasst ist. Damit ein Wort wie "Herz" wieder funktioniert als Poesie, muss etwas anderes passieren, als in dem Gedicht wie es jetzt nunmal ist.

Du kannst in einem Gedicht alles machen, ich glaub da an eine unbedingte Macht von Poesie, alles machen, aber man muss wissen wieso man es so macht und wahrscheinlich auch, dass man es ebensogut anders machen könnte. Ganz wichtig, damit einem das Gedicht nicht unterläuft.

Inhalt: der luzide Moment der Selbsterkenntnis, nachts, ziemlich religiös unterfüttert (fühle mich stellenweise an Ölberg erinnert).

Eine andere Traditionslinie könnten hier Brentano mit seinen geistlichen Gedichten sein, oder Droste-Hülshoff (viele nachts-lieg-ich-wach-und-denke-daran-Gedichte)

Sorry, n bisschen Viel und Ungefiltert.

Grüsse,

norbert
a lovely bird is The elephant

Edekire
Pegasos
Beiträge: 1100
Registriert: 10.02.2004, 21:55
Wohnort: berlin

Re: von der Raupe zum Schmetterling

Beitragvon Edekire » 09.07.2005, 14:16

Hallo,

Versprochen, ich zwinge mich nicht dazu Texte zu reimen damit sie sich reimen.


Ich glaube in dieser antwort auf Hieranonymus kritik liegt ein ziemlicher Denkfehler. Weißt du, es ist nämlich total egal ob du dich dazu zwingst oder nicht. Es klingt so. Es Wirkt so. Wenn du deinen Text hier reinstellst, ist er ja im Grunde von dir getrennt. Mich, den Leser, betrifft es ja gar ncht mehr, an welcher Zeile du wie lange gearbeitet hast, ob dir irgenetwas schwer viel. Ich habe nur das Ergebnis. Und das klingt für mich gezwungen. Für Hieranonymus auch, für Dirk auch...
WEnn du daran gewöhnt wärst Kritik anzunehmen, wäre die richtige Reaktion, darüber nachzudenken. Man muss sich ja nicht alles anziehen, aber eigentlich hat deine Reime jeder der seinen Mund aufgemacht hat Kritisiert. DAs würde mir an deiner Stelle zu denken geben.
Mach doch einfach mal ein Experiment. Nimm eines deiner Gedichte und arbeite daran. Mach eine Version ohne Reime und stel die mal zum Vergleich daneben. Eine andere Variante, die vermutlich schwieriger ist, recherchier mal im Internet über Metrum und REimschema und Versuch mal ein streng Formale variante. Wenn du deine gedichte schön findest, naja, du kannst a die urversion einfach behalten, der schadet das ja nicht. Und vielleicht stellst du fest das du dabei viel lernst. Probir einfach mal etwas anderes.

Wer sich aus rein subjektiven Gründen den Stil eines Textes vor nimmt von dem erwarte ich auch den Inhalt zur Kenntnis zu nehmen.


*grummel* darüber ärgere ich mich jetzt. Weißt du warum? Du hast nichts zu erwarten. Du stellst hier deine Texte rein um Kritik von anderen zu bekommen. Jemand macht sich arbeit FÜR DICH! Dein TExt wird Kritisier, DU willst lernen. Der "subjektive Grund" wie du ihn zu nennen beliebst, ist das jemand dir weiterhelfen will. Was hast du da zu erwarten? Und vor allem: Wenn so gravierende Formfehler darin sind macht es mir keinen besondern Spaß mich mit dem Inhalt zu beschäftigen. DAs da echte Gefühle hinterstecken, das ist mir schon klar. Aber solange die mich nicht erreichen???

Warum ich in diesem Fall den Inhalt über die Form setze liegt an der Intention. Ob "barock" " altbacken" oder "angeblich erzwungene Reime " dieses Gedicht will etwas sagen, so wie alle meine Gedichte. Ich beschreibe niemals das plätschern eines Baches und verpacke es nur in schöne Worte um den Leser zu unterhalten.
Diese Oberfläche betrete ich erst gar nicht.


Wenn dir an deiner Aussage liegt solltest du möglicherweise dafür sorgen, dass sie beim leser auch ankommt.
Außerdem bin ich irgendwie nicht der Meinung das die alternative zu einem schlechtgemachten Gedicht mit aussage ein gut gemachtes Ohne ist. :-D Es existiert auch noch die möglichkeit eines Gutegemachten Gedichtes mit tieferer Aussage...die es dann auch schafft den leser zu erreichn, zu berührern und zu überzeugen.


So weit

Edekire
ich wünschte ich hätte musik, doch ich habe nur worte
sarah kane

chiron
Erinye
Beiträge: 23
Registriert: 05.07.2005, 21:36
Wohnort: NRW

Re: von der Raupe zum Schmetterling

Beitragvon chiron » 09.07.2005, 17:08

Hallo Hieranonuemus...
Kritik die sich nicht im Ton vergreift, die hilfreiche Tips und Anregungen enthält , klare Verbesserungsvorschläge macht und begründet, sind die Kritiken die mich ansprechen. So wie deine jetzige Antwort. Zu häufig profilieren sich Persönlichkeiten mit ihrer Kritik und vergreifen sich ausdrücklich im Ton und zielen damit an der eigentlichen Absicht vorbei denn sie bewirken nichts ausser Abwehr.
Nur um eines klar zu stellen, ich möchte nicht das Du mein Gedicht interpretierst, ich erwarte das jemand der eine Form auseinander nimmt auch den Inhalt zumindest zur Kenntnis genommen hat.
Den Hinweis das ich den Leser in dieser Form nicht erreiche der ist angekommen. Meine schlechte Grammatik die scheinbar die Reime so gezwungen erscheinen lassen auch.
Viele Grüße
Chiron

Hallo Edikire...
Kritik anzunehmen, daran arbeite ich. Nicht jede ist so ausgedrückt das sie nicht persönlich wird. Sorry, wenn jemand schreibt : deine dilettantischen Texte dann ist das keine Form der Kritik die etwas bewirkt ausser das sie dem Schreiber vielleicht etwas von seinen Aggressionen nimmt mit dem Versuch sich selbst zu erhöhen.
Edekire, egal was ich als Antwort entgegne, ihr noch so sehr den Eindruck gewinnt eure Reaktionen zielen vorbei, erreichen mich nicht, natürlich denke ich darüber nach.
Der Vorschlag eines der Gedichte zu überarbeiten und als Vergleich daneben zu stellen ist angenommen. Das sind die Anregungen die mir weiter helfen können.
Edekire, es gibt keine Menschen die nichts erwarten. Ich kann niemanden zwingen die Arbeit zu investieren um meine Texte zu kritisieren. Ich kann auch niemanden zwingen einen Text bis zum Ende zu lesen wenn er nicht gefällt. Aber natürlich erwarte ich das " wenn" nicht nur die Form bewertet wird. Polarität ist ein Lebensgesetz, richtig. Allerdings bedingt sie sich auch, das Eine ist ohne dem Andern nicht wahrnembar. Ich wehre mich dagegen zu einseitig reflektiert zu werden. Und sorry, nicht jeder der kritisiert zielt wirklich darauf ab weiter zu helfen, das kann ich mittlerweile mehrfach belegen. Womit ich deine Kritik nicht meine, sie bleibt sachlich und enthält wirkliche Tips.
Viele Grüße
chiron

[) i r k
O livro Admin
Beiträge: 2920
Registriert: 19.01.2002, 21:41
Wohnort: Düsseldorf

Re: von der Raupe zum Schmetterling

Beitragvon [) i r k » 10.07.2005, 04:50

Liebe Chiron, leider haben sie nichts von dem verstanden, was ich ihnen sagen wollte. Na, macht nichts. Ich mag und verstehe ihr Gedicht nicht. Ich denke, das heißt: wir sind quitt. :-D

Ich erlaube mir noch ein paar Anmerkungen - auch wenn es wahrscheinlich zwecklos ist:
Natürlich erwarte ich das Aussage und Form wahr genommen werden.

Welche Form??? Dann sagen sie mir doch einmal, was für eine Form das sein soll? Das ist doch genau das, was ich kritisiere, dass die Form ihres Poems zu wünschen übrig lässt!
Wie viele Leser von dieser Art Text angesprochen werden und wie viele nicht sollte eine Umfrage klären, zu häufig wird man mit rein subjektiven Urteilen konfrontiert die angeblich die Meinung vieler oder aller wiederspiegeln.

Das habe ich nicht behauptet und etwas derartiges dummes werde ich auch niemals behaupten. Ich vertrete hier meine Meinung und sonst nichts. Allerdings, was Grammatik, Stil und Form angeht, gibt es durchaus allgemeine Kriterien und Maßstäbe. Ich argumentiere hier durchaus nicht nur aufgrund meines persönlichen Geschmacks.

Das mit der Umfrage finde ich eine gute Idee. Hier die Internet-Adressen von zwei bekannten Umfrage-Instituten:

http://www.forsa.de/
http://www.tns-infratest.com/index.asp


Mit 1.500 Euro sind sie dabei. :-D
Warum ich in diesem Fall den Inhalt über die Form setze liegt an der Intention. Ob "barock" " altbacken" oder "angeblich erzwungene Reime " dieses Gedicht will etwas sagen, so wie alle meine Gedichte.

Wie ich schon sagte: ich bin überzeugt davon, dass sie etwas zu sagen haben. Und ich respektiere das. Aber, was ich ihnen sagen will, ist: Es funktioniert nicht, es wirkt nicht, es kommt nicht (bei mir) an. Und das liegt an der Form, an der Wortwahl, an den Reimen ... an allem, was ich benannt habe.
Diese Oberfläche betrete ich erst gar nicht.

Oberfläche? Wovon sprechen sie eigentlich? Die Beschäftigung mit Formen, Stil, Grammatik, Rhetorik, Phonetik, Metrik, Dichtkunst etc. hat nichts mit Oberflächlichkeit zu tun, wenn es das ist, was sie meinen. Das ist schlicht und einfach das Handwerk des Dichters.
Das Wort dilletantisch im Zusammenhang mit einem Text dessen Inhalt man noch nicht einmal aufgenommen hat spricht seine eigene Sprache die in Richtung Überheblichkeit weist, einen mit der Nase schon fast drauf stösst. Finde ich sehr vermessen und unangebracht.

Warum sollte ich nicht das Wort "Dilletant" benutzen? Was haben sie gegen dieses Wort? Es sagt nur klipp und klar, was sie hier tun. Ein Dilletant ist schlichtweg jemand, der etwas aus Liebhaberei betreibt, ein Nichtfachmann und Laie. Wir sprechen doch die selbe Sprache, oder? Wenn sie zehn Jahre sich intensiv mit Lyrik beschäftigt und 1000 Gedichte geschrieben haben, dann können wir uns nochmal über dieses Attribut unterhalten, dass ich ihrem Text beigelegt habe, ohne ihn verstanden zu haben (ohne ihn verstehen zu wollen - ist vielleicht auch noch mal ein kleiner, aber feiner Unterschied). Vorerst bleibe ich dabei: ihr Text wirkt dilletantisch auf mich. Das mag sie schmerzen, aber es ist meine Wahrnehmung, mein Eindruck, meine Meinung, mein Urteil.
Und natürlich nehme ich das was ich zu sagen habe wichtig. Es sollte eine allgemein gültige Tatsache sein das die eigene Welt, die eigene Existenz der Mittelpunkt individuellen Lebens ist.

Das bezweifle ich nicht, denn das sehe ich eigentlich wie sie. Auch ich nehme mich wichtig. Aber darum geht es hier ja nicht, sondern um die Frage, WARUM sollte ich ihr Gedicht wichtig nehmen? Und diese Antwort bleibt mir ihr Gedicht und ihre Argumentation schuldig.
Aber genau das Gegenteil zu tun kann der Weg nicht sein.
Ihre Kritik setzt die Form, die technischen Mängel über den Inhalt und die Intention.

So einen ausgemachten Unsinn würde ich niemals behaupten. Ich wollte sie auf einen Mangel hinweisen und jetzt verdrehen sie mir die Worte im Mund. Ich empfehle ihnen, meinen Beitrag nochmals zu lesen!

Ich vertrete die Ansicht, dass Form und Inhalt aufeinander abgestimmt werden sollten und ihre Entsprechung im anderen finden müssen, mit anderen Worten: die Form reflektiert und unterstützt den Inhalt. Die Form ist Mittel zum Zweck, das ist mir durchaus klar, aber ihnen ist nur der Zweck und nicht die Bedeutsamkeit des Mittels bewusst, fürchte ich.
Nur weil so mancher Leser die Tiefe eines Gefühls nicht hat, kennt, bedeutet es nicht das ich sie nicht haben darf und in Worte verpacken kann.

Ach, weil ich ihren Text nicht mag, bin ich jetzt gleich das gefühlose und überhebliche Arschloch? Muchas gracias! Sie sollen gleich die ganze Wahrheit erfahren - wozu es leugnen: Ich sitze hier, um drei Uhr nachts und beschäftige mich mit ihnen und ihrer Antwort, weil ich nix besseres zu tun hab, weil ich ein armes Würstchen bin, keine Freunde habe und mich zu profilieren versuche, indem ich sie fertig mache. Und soll ich ihnen noch was sagen: Es macht mir auch noch Spass! Kennen sie eigentlich das Stilmittel Ironie?

Amüsierte Grüße,
[) i r k
"du trittst da fast in die fußstapfen des unseligen dr goebbels und seiner zensur und verdammungsmaschine." (Ralfchen)

chiron
Erinye
Beiträge: 23
Registriert: 05.07.2005, 21:36
Wohnort: NRW

Re: von der Raupe zum Schmetterling

Beitragvon chiron » 10.07.2005, 14:06

Gute Arbeit...
Ach nein, Guten Tag Dirk...
Kritik sollte darauf abzielen hilfreich zu sein, ansonsten profiliere ich mich nur selber.
Zitat : Und nun kommen Sie mit ihren dilletantischen Versen daher und nehmen Sie so wichtig, weil sie sie alleine durch die rosarot verklärte Brille ihrer eigenen Existenz und Gefühlswert ( sollte wohl welt heissen , denke ich mal ) betrachten und erwarten von mir von uns, dass wir das Dillentantische tolerieren, dass wir die technische Unausgereiftheit ihrer Poesie geflissentlich ignorieren ....
Sorry, kann keine Hilfestellungen ausmachen . Sorry, finde ich masslos überzogen und das wird wohl einen Grund haben. Wenn man redet ( schreibt ) erklärt man sich selber und das oben genannte Zitat spricht eine deutliche Sprache mit wem und was ich es hier zu tun habe. Nicht jeder der sich berufen fühlt nachts um 3 Uhr Kritiken zu schreiben ist dafür auch qualifiziert, haben Sie kein Liebesleben ? Die unangebrachte Tonart würde ebenfalls darauf schliessen lassen, auf erheblicher Frustation.
Ich entschuldige mich schon mal im Vorfeld, habe mich nun auch fürchterlich im Ton vergriffen doch der kleine innere Teufel in mir , will es so.
Um es nur mal am Rande zu erwähnen, hier sind Kritiken gekommen die in die gleiche Richtung weisen aber ohne den guten umgangssprachlichen Ton vermissen zu lassen und teilweise mit wertvollen Tips. Das verstehe ich unter Kritik.
Einen schönen Tag noch.
Chiron

chiron
Erinye
Beiträge: 23
Registriert: 05.07.2005, 21:36
Wohnort: NRW

Re: von der Raupe zum Schmetterling

Beitragvon chiron » 29.08.2005, 22:46

Hallo zusammen...
Dieses Gedicht das so harsche Kritiken bekam erscheint in der Anthologie 2005 der Bibliohek deutschsprachiger Gedichte.
Zeifelte ich schon an mein Wollen und Werden so macht mir diese erfreuliche Nachricht wieder Mut.
Bsonders lieben Gruß an Dirk.
Chiron

Hamburger
Phantasos
Beiträge: 1808
Registriert: 28.04.2002, 23:48
Wohnort: Hamburg

Re: von der Raupe zum Schmetterling

Beitragvon Hamburger » 29.08.2005, 23:21

Liebe chiron,

Glückwunsch zum Preis. Inhaltlich schließe ich mich den Kritiken, insbesondere der von Dirk, voll und ganz an.

Liebe Grüße und weiter viele erfreuliche Nachrichten die ihre Zweifel vertreiben wünscht,

Ham
"If it's a hit? - Yeah, that's me! If it's a miss? - Yeah, that's me!" (Robert Palmer)


Zurück zu „Gedichte“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Baidu [Spider] und 20 Gäste