Monster, Monster

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
vogel
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Monster, Monster

Beitragvon vogel » 08.09.2008, 00:38

es ist ein versuch, zwischen texten über archiven, nachahmungen und dem typischem leben einer studentin.


monster fressen seele auf

mein herz ist kälter als der tod
es bebt in einem land von schnee
sag mir geleitest du mich
auch wenn der himmel träge ist?

in den nächten spüre ich heißen zucker
unter meinen fingern gerinnt das wasser
hinter mir der wind der lauscht
sag mir gibt es ein piano das heute spielt?

sei gierig und trete auf den nassen asphalt
sei gehetzt, geschunden und ungeduldig
sage mir ob ich dir einen brief scheiben werde
ohne absender ohne melodie

ich zähle bis ich nicht mehr weiter weiß
und die wolken mich verschlingen
Mein Ich ist ein Pfogel aus Metall, doch Du hast ihn berührt und beschützt.

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Re: Monster, Monster

Beitragvon Näherungsweise » 08.09.2008, 01:45

mag ich.
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vogel
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Re: Monster, Monster

Beitragvon vogel » 08.09.2008, 12:21

danke :-)
Mein Ich ist ein Pfogel aus Metall, doch Du hast ihn berührt und beschützt.

Edekire
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Re: Monster, Monster

Beitragvon Edekire » 08.09.2008, 16:57

lieber vogel,

als ich anfing zu lesen dachte ich es gefällt mir nicht. das gilt auch immer noch für die ersten zwei zeilen mit denen ich ein leichtes pathos und benutzheits problem habe.
damit ist dann aber auch sofort ende.

es ist so etwas absolutes darin....
ganz besonders gut gefällt mir das bild des heißen zuckers...
es transportiert so viel, etwas gefährliches, denn wo kann man sich schlimmer verbrennen als an heißem zucker, der klebt, nicht abgeht und wirklich über heiß wird, etwas klebrigen, und gleichzeitig süße.
das wasser, das sowohl der hitze als auch der süße entgegenwirken gerinnt.

es ist viel unruhe in dem gedicht, bis zum ende. die verschlingenden wolken haben, obwohl auch das wort verschliengen eine gewisse grausamkeit transpoertiert, schon einen beruhigenden charakter. ich verstehe sie als den schlaf der, lange herbeigewünscht, voller unruhe, dann doch irgendwann gewinnt...

lg

edekire
ich wünschte ich hätte musik, doch ich habe nur worte
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Re: Monster, Monster

Beitragvon Näherungsweise » 08.09.2008, 19:56

monster fressen seele auf

die ü.schrift ist so schön anarchisch.

und ich glaub, die edekire hat recht: die erste strophe wackelt so ein bisschen. melodramtique.

allerdings ist das bild von dem trägen himmel wiederum sehr schön. irgendwie zieht sich das auch wie ein roter faden durch das gedicht: der träge himmel, der wind der lauscht, der nasse asphalt, die verschlingenden wolken. einfach schön.
sei gehetzt, geschunden und ungeduldig

das verstehe ich noch nicht so ganz. ich meine, warum der imperativ? jemand ist vll. gehetzt und ungeduldig... aber sei es? da kommt die aufzählung (sei gierig und sei gehetzt und sei geschunden und sei ungeduldig) ein bisschen dicke. gierig ist noch ambivalent. ist vll. irgendwie eher von außen gedacht, naja, dann passt es wieder: stress, ungeduld, hektik, kopfchaos... ist aber eher innen, isn't it? ;-)

ich mag es - auch mit all seinen ungereimtheiten...
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Re: Monster, Monster

Beitragvon vogel » 17.09.2008, 21:44

Hallo ihr zwei,

danke für die Kritik - und das Lob!
Ich finde die erste Zeile auch etwas schief, auch wenn ich sie eigentlich sehr mag. Aber ist vielleicht wirklich etwas plump mit der Herz.

sei gierig und trete auf den nassen asphalt
sei gehetzt, geschunden und ungeduldig
Naja, das LI soll seinen gegenüber (oder sich selbst?) schon irgendwie befehlen, etwas zu sein, Gefühle zu äußern. Im Moment gilt es ja auch als chic immer unter Stress zu stehen und gehetzt zu sein. Sonst hat man ja nichts zu tun und ist total .. uncool?
Nur das geschunden, ist noch merkwürdig. Das stimmt wohl. Ich habe gerade mal nachgeschaut, Schinden ist eine TOdesstrafe.. Jetzt weiß ich endlich, warum es heißt: "Ich schinde mich zu Tode". Hier sollte ich vielleicht noch mal über die Reihenfolge der Wörter nachdenke.. Zwecks toller Klimax.

Wie dem auch sei. Danke schön für die Kommentare. Hat mir sehr geholfen :-)

Grüße.
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Re: Monster, Monster

Beitragvon Näherungsweise » 17.09.2008, 22:49

Im Moment gilt es ja auch als chic immer unter Stress zu stehen und gehetzt zu sein. Sonst hat man ja nichts zu tun und ist total .. uncool?

stress ist chic, höre ich zum ersten mal.

hach, ich wünschte, ich wäre uncool!!! ;-)
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Re: Monster, Monster

Beitragvon riemsche » 17.09.2008, 23:40

monster fressen seele auf
(remember /angst fressen seele auf/ r.w.fassbinder)

mein herz ist kälter als der tod
es bebt in einem land von schnee
sag mir geleitest du mich /auch/
(auch) /dann/ wenn der himmel träge ist?

(interessant klassischer einstieg, das eine mehr und das andere ist ne sache von eigenem redefluss, vielleicht nicht in deiner absicht)

in den nächten spüre ich heißen zucker
unter meinen fingern gerinnt (das) wasser
hinter mir der wind (der) lauscht
sag mir (gibt es ein) piano das heute spielt?

(wie /spüre/st du heißen zucker? das /gibt es ein/ könnte ein /wo ist das/ sein)

sei gierig und trete auf (den) nassen asphalt
sei gehetzt, geschunden (und) ungeduldig
(sage mir) ob ich dir einen brief scheiben werde?
ohne absender ohne melodie?

(dem /trete/ ohne das (den) ein /tritt/ das in klammern weg und die 2fragezeichen sind irgendwie wichtig)

ich zähle bis ich nicht mehr weiter weiß
und die wolken mich verschlingen

(ein 2zweiler der nach dEm intro den kreis treffend schließt)

____________

schaut nach schulmeisterei aus, kacke
isses aber nicht, mach mir nur gedanken

dem vogel
liebe grüsse
riemsche
„To hell with circumstances; I create opportunities.“ – Bruce Lee


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