Emotionaler Vogel weint.
Steht auf der Straße, weint.
Die Regenbögen in den Ölflecken.
Die Sonne, deren Kraft nicht reicht.
Von weit her, die Dunstglocke scheint grau und braun.
Eine Stadt, vertrocknet, liegt dort und ist für tot erklärt.
Niemand fliegt an diesem Ort, alles spricht leise.
Kein Motor heult, kein Kind kreischt.
Das letzte Atmen der Stadt: ein emotionaler Vogel weint.
(in Erinnerung an Karel Appel, der so schön von Vögeln und Krokodilen sprach.)
stille stadt und vogel
Re: stille stadt und vogel
Hallo shuya,
du malst hier ein fast apokalyptisches Bild einer toten Stadt.
Den Vogel als Betrachter zu nehmen halte ich für nicht so gelungen, weil die ihm "angedichtete" Emotionalität und das auf-der-Straße-stehen m.M. nach nicht zu seinen artgerechten Verhaltensweisen zählen.
Ansonsten tragen die Bilder gut die Tristess einer sterbenden Stadt.
LG
Perry
du malst hier ein fast apokalyptisches Bild einer toten Stadt.
Den Vogel als Betrachter zu nehmen halte ich für nicht so gelungen, weil die ihm "angedichtete" Emotionalität und das auf-der-Straße-stehen m.M. nach nicht zu seinen artgerechten Verhaltensweisen zählen.
Ansonsten tragen die Bilder gut die Tristess einer sterbenden Stadt.
LG
Perry
Re: stille stadt und vogel
vielleicht hast du an dem Punkt wirklich recht.
Eigentlich bin ich auch kein Freund von der Projektion menschlicher Emotionsvorstellungen auf Tiere
die "Behauptungen" halten eigentlich nie einem zweiten Blick auf sie stand
und verlangen vom Leser/Betrachter die uneingeschränkte Akzeptanz
um funktionieren zu können.
Ich denke ich habe mich zu sehr auf den "emotionalen Vogel" von Karel Appel eingeschossen. Er spricht in einigen Gedichten von eben jenem und ich wollte das Bild gerne aufgreifen und in einen eigenen Kontext setzen. Aber wie so oft, wurde wahrscheinlich gleichermaßen der Kontext der Idee nicht gerecht so wie die Idee dem Kontext nicht gerecht werden konnte.
Muss noch mal drüber nachdenken.
Eigentlich bin ich auch kein Freund von der Projektion menschlicher Emotionsvorstellungen auf Tiere
die "Behauptungen" halten eigentlich nie einem zweiten Blick auf sie stand
und verlangen vom Leser/Betrachter die uneingeschränkte Akzeptanz
um funktionieren zu können.
Ich denke ich habe mich zu sehr auf den "emotionalen Vogel" von Karel Appel eingeschossen. Er spricht in einigen Gedichten von eben jenem und ich wollte das Bild gerne aufgreifen und in einen eigenen Kontext setzen. Aber wie so oft, wurde wahrscheinlich gleichermaßen der Kontext der Idee nicht gerecht so wie die Idee dem Kontext nicht gerecht werden konnte.
Muss noch mal drüber nachdenken.
Re: stille stadt und vogel
/emotionaler vogel weint/ find ich ne superzeile. wie sagt man eigentlich, wenn ein vogel still auf der strasse .... ? da STEHT ein vogel ? nö oder, meistens: da sitzt ein vogel. wobei das gar nicht hinkommt, berührt doch das hinterteil nicht mal ansatzweise den belag. ne seltsame sache das. bei regenbögen in pfützen denk ich immer an reinhard mey´s überdenWolken mit seiner benzinversion. und reicht die kraft der sonne wegen der schönen spektralfarben nicht doch? /von weit her/ steht da sehr isoliert. wer oder was ist was oder wie von weit her? /liegt dort und ist/ könnte man verdichten. die beschreibung in der zeile davor sollte doch für den stadtbezug reichen. /niemand fliegt an diesem ort/ ... hm, wenn du das so wortest, kein wunder. klingt mit /ort/ von vornherein bodenständig. ha, da hamma mit ständig das /stehen/ wieder. /alles spricht leise/ ist mir unpersönliche flüsterstille, vielleicht von dir gewollt, vielleicht nicht. am schluss die doppelpunktierte gegenbestätigung ... ich finde, dass diese wiederholung die tolle erste zeile schwächt. so, genug zerpflückt
du bist ja schon am nachdenken.
lGr
du bist ja schon am nachdenken.lGr
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