Für Anna

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
shuya
Prometheus
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Für Anna

Beitragvon shuya » 27.11.2011, 12:23

die blutung vom baum
haben sie mit teer gestillt
da war er schon halb tot
und nicht weit vom stamm
liegen äpfel, halb verrottet

tief im wald, da tut es einen schlag
und die vögel schrecken auf
sie, die papier zu tigern faltend
in der hollywoodschaukel
schaut kurz hoch
mit einem blick viel zu alt
bohrt sich durch die dünne schicht der zeit

als läge da
jede spanne vor ihr
ausgebreitet
verdichten ihre augen
als der stamm noch fest, der baum gesund
das geschossene reh wird geboren
ich alternd aufs geländer gestützt die treppen
keucht atmet tickt

- wo der anfang der geschichte
sei fragt mich das mädchen
- wo das ende
als die tochter meines nachbarn
zu besuch
auf unserem boden
heiße schokolade schlürft
weiß ich nicht mehr
ob es sie gibt
- den anfang und das ende

erzähle ich ihr
von der geburt des geschossenen rehs
und wie die vögel den himmel verdichten
der müde jäger am kaffee nippend
sie sitzt und faltet elefanten aus papier
einen apfel neben sich
der wurm bohrt
samen pickende raben
vom wachsen eines apfelbaumes
mit teer um die hüfte
ringe unter den augen, ausgelaugt
die jahreszeiten und als sie aufhören zu sein
als der himmel einfriert in der photographie
in der landschaft friert er zu
und es regnet tau bei morgengrauen
- wie könnte ich
einhörner grasen die marslandschaft das kratervernarbte
gesicht meiner großmutter im krieg im bunker im
- wie könnte ich das wissen?
ihre großen augen, von unten
das geschossene reh wird geboren
und stirbt im selben
sterne brechen aus ihren systemen aus
läuternde wanderschaften, herbstlaub
das nicht weht unterm gefrorenen himmel die sonne wird
- es gibt sie nicht

Perry
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Re: Für Anna

Beitragvon Perry » 27.11.2011, 15:01

Hallo shuya,

das ist ja schon fast eine Kurzgeschichte, die du da lyrisch adaptiert hast.
Neben der Länge sind es vorallem die vielen Wechsel von "Licht und Schatten" der Bilder, die mich am Ende nicht zufrieden zurücklehnen lassen.

Licht:
"wie die vögel den himmel verdichten" -> das ist eine lyrische Perle!

Schatten:
"da tut es einen schlag" -> das ist einfach nur schlecht!

Ich würde es stark kürzen und kritisch überarbeiten.

LG
Perry

shuya
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Re: Für Anna

Beitragvon shuya » 27.11.2011, 15:56

huhu perry,

ich sehe wo wir hingehen
und das hier ist einer dieser texte, denen ein paar anstöße sehr gut tun würden, daher, gerne und weiter!

tief im wald löst sich ein schuss

vom wald aus, hallen schüsse

im wald, legt der jäger ein reh



so viele gestalten für eine idee..
welche wollen wir nehmen?

------------

Der untere Part ist natürlich besonders schwierig
ich versuche mich im Moment damit
und habe Antunes im Kopf (ach, seine Bücher sind so erfrischend für Menschen wie mich, die den Roman und die klassische Dichtung nicht mehr ertragen, Portugal ist wirklich ein Land der literarischen Wagnisse)
aber wie groß können die Sprünge für den Anfang sein?
Ich bin nicht als Genie geboren
und gerade das brüchige und angerissene von Sätzen
stellt vor riesige Hindernisse.

Ich setze mich noch einmal dran, an den unteren Part und freue mich über Kritik an speziellen Bildern und Sätzen, die ich vielleicht neu setzen könnte.
Viele Wege führen nach Rom.

Grüße.

shuya
Prometheus
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Re: Für Anna

Beitragvon shuya » 27.11.2011, 16:15

erzähle ich ihr
von der geburt des geschossenen rehs
und wie die vögel den himmel verdichten
sie sitzt und faltet tiger aus papier
einen verrotteten apfel neben sich
als hebe sie ihn auf, ihn später noch zu
erzähle ich vom wachsen
eines apfelbaumes mit teer um die hüfte
und wie er all zeit erde bleibt und dennoch
wird, von den jahreszeiten und als sie aufhören zu sein
von der erhitzten erde, die das wetter verliert
und als der himmel einfriert in der photographie
über der landschaft friert er zu
und wir spiegeln uns vage darin
dann regnet es tau bei morgengrauen
- wie könnte ich
erzähle ich ihr
von den träumen der schlachtrosse
meiner großmutter, die dem krieg floh
faltet tiger aus papier, einen apfel neben sich
ihrem blick, der durch die jahrhunderte
hindurch, ach und von der sehnsucht
die uns am meer befällt
- wie könnte ich das wissen?
ihre großen augen, von unten
erinnern mich an das geschossene reh
wird geboren und stirbt im selben moment
vom laub das nicht weht unterm gefrorenen himmel die sonne
wird ihn tauen wenn der morgen
- es gibt sie nicht


nicht gekürzt, aber ein bisschen wahllosigkeit entfernt, etwas konkretisiert..


hier gekürzt:
erzähle ich ihr
von der geburt des geschossenen rehs
und wie die vögel den himmel verdichten
sie sitzt und faltet tiger aus papier
einen verrotteten apfel neben sich
als hebe sie ihn auf, ihn später noch zu
erzähle ich vom wachsen
eines apfelbaumes mit teer um die hüfte
und wie er all zeit erde bleibt
erzähle ich ihr
von den träumen der schlachtrosse
ihrem blick, der durch die jahrhunderte
hindurch, ach und von der sehnsucht
die uns am meer befällt
- wie könnte ich das wissen?
ihre großen augen, von unten
erinnern mich
das geschossene reh wird geboren
- ich glaube, es gibt sie nicht

Perry
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Re: Für Anna

Beitragvon Perry » 27.11.2011, 17:56

Hallo Syuya,
dann versuche ich mich mal an letzten Teil, den ich als eine Art Nacherzählung für das Mädchen verstehe: ;-)


-erzähle ich ihr

von der geburt des rehs
wie die vögel den himmel verdichteten
der müde jäger am kaffee nippte
sie da saß und elefanten (tiger?) aus papier faltete
einen wurmigen apfel neben sich
samen pickende raben

vom wachsen des apfelbaumes
-noch ohne teer um die hüfte-
ringe unter den augen ausgelaugt
die jahreszeiten als sie aufhörten zu sein
als der himmel einfror in der photographie
in der landschaft als es tau regnete
wie einhörner in der kraterlandschaft
meiner großmutter grasten

- wie könnte ich das wissen
ihre großen augen, von unten betrachtet
das geschossene reh wird sterbend geboren
sterne brechen aus ihren systemen
läuternde wanderschaften herbstlaub
das nicht weht unterm gefrorenen himmel

- es gibt sie nicht mehr

Vielleicht wäre es insgesamt hilfreich den Text konzeptionell aufzugliedern und die Frage zu klären:
Wer ist Anna, das alternde sie oder das Mädchen. Ich nehme ersteres an.

Anfangs schildert das LI seine Erinnerungen an die Großmutter, wobei das "ich alternd aufs geländer gestützt" etwas verwirrt (Ist das LI selbst bereits so alt?)
Dann versucht es die Erinnerungen an das Kind weiterzugeben,
um am Ende die Sinnlosigkeit einzusehen, weil nichts mehr davon da ist außer der Erinnerung.

LG
Perry

shuya
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Re: Für Anna

Beitragvon shuya » 27.11.2011, 20:06

ich schreibe später noch mehr dazu, auch zu deinen vorschlägen:
aber..
"mit einem blick viel zu alt
bohrt sich durch die dünne schicht der zeit
als läge da
jede spanne vor ihr
ausgebreitet "

vielleicht muss ich genau das konkretisieren..
eigentlich orientiert sich alles was nach dem "blick" kommt, genau an diesem
der lineare Zeitstrom soll aufgehoben werden
und alles passiert gleichzeitig

"verdichten ihre augen" (und hier hapert es denke ich noch)

in ihrem Blick liegt also jede Zeit gleichermaßen zu einem konzentrierten Punkt verdichtet
(ich habe öfter solche Blicke gesehen und sie so empfunden, aber natürlich darf ich nicht davon ausgehen andere hätten die selbe interpretation..
daher muss ich das irgendwie noch anders kenntlich machen)

ab da verdichtet sich also die Zeit
das geschossene reh wird geboren
das wäre in jedem sinne ein unsinniger satz.. allerdings es ist bereits geschossen als es geboren wird, es wird nicht später geschossen
der apfel ist verrottet neben ihr, aber sie wartet darauf ihn zu essen
denn er ist zeitgleich noch frisch
der baum ist gepflanzt und schon zu erde zerfallen
all zeit trägt er den gürtel aus teer "um die hüfte"
so denn nur alles zeitgleich passiert..

also muss ich gucken, dass diese ausgangsbasis, dieser sprung in die absolute Gleichzeitigkeit
irgendwo genauer zur geltung kommt.

Ich versuche das später noch mal irgendwie umzustellen und gehe dann auch auf deine Vorschläge ein :)

Perry
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Re: Für Anna

Beitragvon Perry » 27.11.2011, 21:06

Hallo Shuya,
klingt intetessant und zugleich sehr verwirrend. ;-)
Wünsche dir ein gutes Händchen, das alles auf die Reihe zu kriegen.
LG
Perry

Edekire
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Re: Für Anna

Beitragvon Edekire » 02.12.2011, 00:26

hallo shuya,
ich geh jetzt erstmal auf die erste version ein ich hab die anderen beiden noch nicht so genau gelesen. ich hab manchmal sachen eingeklammert die ich weglassen oder hinzufügen würde oder so ich fürchte das ist ein bisschen durcheinander.
ich hab auch noch nicht so recht gelesen was du zu perry gesagt hast...

die blutung vom baum
haben sie mit teer gestillt
da war er schon halb tot
und nicht weit vom stamm
liegen verrottende äpfel

nur so als vorschlag, ich find die dopplung von halb tot und halb verrottet irgendwie unglücklich. vll auch die halb tot zeile ganz weglassen das alter des baumes und das er krank ist wird später klar und es kommt mir so ein bisschen hmm übertrieben vor...vor allem weil "halb tot" so ein bisschen umgangssprachlich ist

tief im wald schrecken die vögel auf
sie, die papier zu tigern faltet
in der hollywoodschaukel
schaut kurz hoch
mit einem blick (viel zu alt)
bohrt sich durch die (dünne) schicht(en) der zeit

der schlag stört mich auch...ich habs auch erst gar nicht verstanden, weiß auch nicht warum. vll ist ist so noch unverständlicher aber naja.
als läge da
jede spanne vor ihr
ausgebreitet
verdichten ihre augen
(als) der stamm (ist) noch fest, der baum gesund
das geschossene reh wird geboren
ich alternd aufs geländer gestützt die treppen
keucht atmet tickt

ich finde das eine spanne nicht ausgebreitet werden kann weil sie ein streckenmaß ist. vll "als lägen sie vor ihr" als rückbezug auf schichten. mich verwirren die unterschiedlichen zeiten um diesen effekt des verdichtens durch den blick zu unterstreichen würd ich die Gegenwärtikkeit hervorheben. eine erinnerung ist ja irgendwie ein jetzt. ich verstehe das so das sie und ich die geleiche person ist und nun aus ihr heraus gesehen wird.
- wo der anfang der geschichte
sei fragt mich das mädchen
- wo das ende
als die tochter meines nachbarn
(zu besuch) überflüssig oder?
auf unserem boden
heiße schokolade schlürft
weiß ich nicht mehr
ob es sie gibt
- den anfang und das ende

das hat mich erstmal ziemlich verwirrt, weil ich durch das als nicht merh sicher war ob das mädchen und die tochter des nachbarn die gleiche person sind. denke schon also vll. einfach "fragt mich die tochter meines nachbarn obwohl ich weiter verwirrt bin wegen "meines" und dann plötzlich "unseres" was mich dann schon wieder anzweifeln lässt, ob ich und sie die gleiche person sind....
erzähle ich ihr
von der geburt des geschossenen rehs
und wie die vögel den himmel verdichten
der müde jäger am kaffee nippend (nippend was? warum nicht nippt?)
sie sitzt und faltet elefanten aus papier
einen apfel neben sich
der wurm bohrt
samen pickende raben
vom wachsen eines apfelbaumes
mit teer um die hüfte
ringe unter den augen, ausgelaugt
die jahreszeiten und als sie aufhören zu sein
als der himmel einfriert in der photographie
in der landschaft friert er zu (der himmel? wazu die dopplung?)
und es regnet tau bei morgengrauen
- wie könnte ich
einhörner grasen die marslandschaft das kratervernarbte
gesicht meiner großmutter im krieg im bunker im
- wie könnte ich das wissen?
ihre großen augen, von unten
das geschossene reh wird geboren
und stirbt im selben
sterne brechen aus ihren systemen aus
(läuternde wanderschaften), herbstlaub (die wanderschaften versehe ich überhaupt nicht.)
das nicht weht unterm gefrorenen himmel die sonne wird
- es gibt sie nicht


irgendwie mag ich die art wie der text hier aus dem eher konkretetn ins wirre und geträumte abdriftet, erinnert mich in der hinsicht so ein bisschen an "selbstportrait mit kater" von den neubauten da passiert das auch, so als würden die gedanken langsam immer größere kreise ziehen.
was für mich verwirrend und problematisch ist:
ich bin mir einfach immer noch nicht über die personen und. bei "erzähle ich ihr" dachte ich zunächst die antwort gälte dem nachbarsmädchen aber dann taucht das sie wieder auf und das Li erinnernd an die alte frau, also ist Li und sie doch nicht die gleich person, aber warum dann alternd inmitten der erinnerungen?
ich versteh auch die rolle der photogarphie nicht so recht
die art wie es kein anfang und ende gibt und alles gleichzeitig ist erinnert mich irgendwie an vonnegut und den planeten tralfamadore und das geheimnis der zeit...

edekire

shuya
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Re: Für Anna

Beitragvon shuya » 03.12.2011, 23:05

hey edekire,

liegen äpfel, halb verrottet

ich mag diese stoische wiederholung sehr gerne
und verwende eben das prinzip immer und immer wieder in meinen texten
man muss es mir nachsehen, wenn ich an dem spleen festhalte
das was viele als unglückliche "dopplungen" erkennen würde, ist bei mir oft sehr bewusst gesetzt.
Ich sehe deinen punkt und gehe d'accord damit, dass es das lesen schwierig macht - aber da ich vom schreiben nicht leben muss
fühle ich mich ganz wohl damit anstrengend zu sein.

der schlag stört mich auch...ich habs auch erst gar nicht verstanden, weiß auch nicht warum. vll ist ist so noch unverständlicher aber naja.

jaa.. der schlag, den werd ich auf jedenfall noch ändern, ich tendiere sehr stark zum von mir oben schon vorgeschlagenen jäger, der ein reh legt
im wald, legt der jäger ein reh

ich muss da gleich noch mal gucken wies so geht..

ich finde das eine spanne nicht ausgebreitet werden kann weil sie ein streckenmaß ist. vll "als lägen sie vor ihr" als rückbezug auf schichten

ähnlich war es auch gemeint.
die zeit als physikum, etwas ausserhalb der zeit, auf die physis der zeit blickend.
die räumliche zeit, als fassender raum, wird zu einer spanne
jeder raum hat seine zeit
die vielen zeiten, die räume spannen
die spannen der zeiten
als läge jede spanne...

sollte ich dem part vielleicht mehr aufmerksamkeit widmen?

um diesen effekt des verdichtens durch den blick zu unterstreichen würd ich die Gegenwärtikkeit hervorheben. eine erinnerung ist ja irgendwie ein jetzt. ich verstehe das so das sie und ich die geleiche person ist und nun aus ihr heraus gesehen wird.

schwieriges ding, nech
ja, es stimmt: eine erinnerung ist ein jetzt.
alles ist immer jetzt, es gibt keine beweisbarkeit über das jetzt hinaus
ist doch auch alles gelernte erinnerbares jetzt..
vielleicht ließe sich das mit den spannen der zeit vereinbaren

allerdings fühle ich dass man an dieser stelle schon zu sehr in die philosophie wegdriftet
ich will ja nicht den erklärbär für mein weltbild spielen mit einem text..
sondern mehr meine gefühle der welt gegenüber zu portieren
und für andere übertragbar zu machen.

das hat mich erstmal ziemlich verwirrt, weil ich durch das als nicht merh sicher war ob das mädchen und die tochter des nachbarn die gleiche person sind. denke schon also vll. einfach "fragt mich die tochter meines nachbarn obwohl ich weiter verwirrt bin wegen "meines" und dann plötzlich "unseres" was mich dann schon wieder anzweifeln lässt, ob ich und sie die gleiche person sind....

Es scheint als müsse ich die Rollen doch klarer gestalten
ich bin da gegen MitteEnde etwas sehr assoziativ geworden.
Im Endeffekt ist die Zeit der Mittler für die abgrenzung von einzelnen Objekten und Subjekten voneinander
gehen wir in die Gegenwärtigkeit, deren Absolute Position heben sich auch die Grenzen zwischen allen Dingen auf,
da diese von ihrer Geschichte im Einzelnen losgelöst, zu einer Geschichte der Gesamtheit übergehen
und einen Organismus formen, der nichts geringeres oder größeres als Materie ist.
So zumindest die Theorie..
aber das wäre wieder zu viel vom Text verlangt, ich mache mir da noch mal Gedanken drum.

ich versteh auch die rolle der photogarphie nicht so recht

die Fotografie fasst einen Ausschnitt in einen Rahmen,
sie friert diesen Ausschnitt mit all ihren technischen Formalia ein
und erzeugt die Illusion von einer festgehaltenen Gegenwart der Vergangenheit
sie ist die optimale Illustration von unseren Erinnerungsprozessen,
nicht nur, bleibt sie immer Gegenwärtig, da sie mit den Augen der Gegenwart gelesen wird
bei jeder Berührung oder Bewegung verändern sich auch die Einflüße auf die Fotografie
ja, sogar, wenn wir sie auf ewig nicht berühren, betrachten oder verändern
geht der chemikalische Prozess einer Fotografie weiter.
Sie bleibt keinen Moment "die selbe" und steht für uns doch als ein Hoffnungsträger
gefrorener Geschichte..

ch bin mir einfach immer noch nicht über die personen und. bei "erzähle ich ihr" dachte ich zunächst die antwort gälte dem nachbarsmädchen aber dann taucht das sie wieder auf und das Li erinnernd an die alte frau, also ist Li und sie doch nicht die gleich person, aber warum dann alternd inmitten der erinnerungen?

wären die Erinnerungen eine lineare Linie
aber jede Geschichte ist in sich bereits zusammen gefasst
es gibt kein wann mehr, sondern nur das immer
in der Welt ohne Zeit ist alles alt und jung, es macht keinen Unterschied
nur für die Welt mit Zeit
ich finde es spannend die beiden gegenüber zu stellen.


Mehr bald!

Edekire
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Re: Für Anna

Beitragvon Edekire » 05.12.2011, 23:55

mir gefällt die erste version immer noch am besten, mir kommt es so vor als habe sie eine wirre struktur swo eine art auflösung die der grundidee entgegen kommt
ähnlich war es auch gemeint.
die zeit als physikum, etwas ausserhalb der zeit, auf die physis der zeit blickend.
die räumliche zeit, als fassender raum, wird zu einer spanne
jeder raum hat seine zeit
die vielen zeiten, die räume spannen
die spannen der zeiten
als läge jede spanne...

sollte ich dem part vielleicht mehr aufmerksamkeit widmen?


vll, ich weiß nicht. darf ja auch nicht zu erklärend werden... hm.

Es scheint als müsse ich die Rollen doch klarer gestalten


glaub ja... dadruch das personen und klare situtationen auftauchen fange ich halt austomatisch an zuzuordnen und nach eine art handlungsablauf zu suchen den ich einfach nicht finden kann, ich glaub das leitet davon weg das man keinen finden soll.
die fotografie hat so einen ähnlichen effekt auf mich, weil das auch so etwas konkretes ist, aber mach vielleicht nichts...

:-)

shuya
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Re: Für Anna

Beitragvon shuya » 06.12.2011, 01:34

mir gefällt die erste version immer noch am besten, mir kommt es so vor als habe sie eine wirre struktur swo eine art auflösung die der grundidee entgegen kommt

ja das ist das große problem beim assoziativen schreiben
die erste version in einem anderen zustand als dem in dem man sie geschrieben hat anzugehen
geht meist nicht gut (:

deshalb gibt es von mir auch irgendwie noch keine abschließende zweite version..
ich hoffe mal mir kommts irgendwann demnächst eingeleuchtet
weil es ist stark verbesserungswürdig, wie perry und du ja angeschnitten haben
aber es ist schwer zu verbessern ohne es an anderer stelle konstruiert wirken zu lassen.

auf jedenfall will ich, dass ihr wisst, es bleibt nicht ungehört!
und sobald sich mir die chance eröffnet es nochmal behutsam zu optimieren und zu verdichten
ich will mich darauf stürzen.


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