Anschlag, Lissabon 1992

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shuya
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Anschlag, Lissabon 1992

Beitragvon shuya » 12.01.2012, 09:57

wie sie die tasse an die lippen setzt
einen knaben am rocksaum,
den atem ihres mannes im nacken
da tut es einen schlag und

die fenster bersten
in den raum.







aus: erinnerungen (zyklus)

Edekire
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Re: Anschlag, Lissabon 1992

Beitragvon Edekire » 08.02.2012, 21:05

ich hab schon etliche anläufe genommen um das hier zu kommentieren, aber irgendwie bin ich nie so richtig zu was gekommen. das ist so ein bisschen wie ein sekunde film angucken und dann pause rums zeitlupe: fliegende scherben. vorbei.
so und was irritiert mich so? die zweite zeile. der film zeigt: drei personen, frau man kind, der man steht hinter der frau, das kind auf dem boden, aber wer ist das kind? es ist ihr mann der hinter ihr steht, sie ist das zentrum, aber wer ist das kind? es ist ein knabe am rocksaum, das ist so fremd, wie ein satz aus einem fantasybuch oder von vor hundert jahren. und gleichzeitig ist diese unklarheit der beziehung und der zeit obwohl der text durhc den titel zeitlich festgelegt ist und dann habe ich geacht, lissabon 1992 war da ein anschlag?, konnte aber nichts finden nur ganz viel zeugs über den lissabonner vertrag und ganz viel anfeindungen dazu. hm.

soweit erstmal :-)

shuya
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Re: Anschlag, Lissabon 1992

Beitragvon shuya » 08.02.2012, 23:29

das internet behält sich auch nicht alles (:

es handelt sich um eine autobombe, die damals in lissabon hochging
und viele fenster im block zerbarst.
umgekommen oder verletzt wurde niemand, ganz im allgemeinen war das wenig spektakulär.

der knabe, das bin/war ich.

riemsche
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Re: Anschlag, Lissabon 1992

Beitragvon riemsche » 10.02.2012, 23:29

der schlag kommt im text. lissabon 1992 . reicht oder? les es jetzt ja auch nicht zum ersten mal. und war mir ehrlich gesagt für einen kommentar zu sehr im unklaren, ob das reine beobachtungsgabe oder life mitgeschnitten ist. da war nur ne leise ahnung von du bist da selber drin. nein nicht wegen dem knaben am rocksaum. kenn ich. der ist oldschool (:->)) aber den atem im nacken von bezugspersonen spürt besonders der nachwuchs. und in der form für shuya beinah abiz untypisch knapp auf den punkt gebracht isses zudem :-) die schlusspassage /in den raum/ ist so ein verlauf ins nirgendwo. wenns keinem weh getan hat, wär das ende mit dem fenster bersten nachhaltig eindrucksvoller. wenn das in sachen verarbeitung und weniger sicherer freiraum überhaupt in deiner intension liegt ...
lGriemsche

ernstblumenstein
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Re: Anschlag, Lissabon 1992

Beitragvon ernstblumenstein » 25.03.2012, 11:28

Hallo shuya,
Ich habe den Text heute gelesen und ich muss sagen, er gefällt mir sehr.
Er beschränkt sich auf das Nötigste, ist prägnant und vor allem überlässt
er dem Leser sehr viele Interpretationen respektive Denk-und Spielräume.
Das ist wertvoll. Viele Grüsse aus der sonnigen Schweiz. Ernst

http://ernstblumenstein.wordpress.com


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