ich weiß ja, es ist generell nicht erwünscht viele gedichte so schnell hintereinander zu posten. ich bin jetzt aber zu neugierig.
dies hier ist nicht neu, es ist eine ziemlich überarbeitet version eines gedichtes das ich vor einiger zeit mal im JL gepostet hatte. allgemeine reaktion: ?-(
das hatte mich damals überrascht auch wenn ich das glaube ich mittlerweile verstehen kann. das ist jetzt ziemlicht verändert. mich würde deshalb sehr interessieren: ist das immer noch so ein kuddelmuddelunverständlichgedicht?
Überlastungserscheinung
du tränst auf meine schulter,
versickert in den Poren
spür ich kühl an meiner innenwand
läuft über flatterklappen
mein arm kribbelt,
bist zu schwer zum halten
ich kann schon die berührunspunkte
nicht mehr spüren
ist der temperaturausgleich gewesen
tropft weiter von den klappenkanten
gesammelt in den fußhöhlen, endlich
sind meine zehen taub, ganz salzverkrustet
mit einer hand den ablauf schneiden
in die sohlen, unauffällig nur für dich.
aber schwer bist du
und salzzerfressen ich
schon wieder die verständlichkeit
schon wieder die verständlichkeit
ich wünschte ich hätte musik, doch ich habe nur worte
sarah kane
sarah kane
Re: schon wieder die verständlichkeit
Hach, Frl. Ede, schon wieder so ein schöner Text... An den kann ich mich aus dem JL noch erinnern, habe den O-Text zwar dort nicht mehr gefunden, aber macht nichts. Ausgedruckt und mit nach Hause genommen zum Intensiv-Studium, mal sehen, was die Zeit erlaubt...
Aber ich schulde dir ja auch noch einen "Hausbesuch" und und und...
Lieber Gruß
Flocke
Aber ich schulde dir ja auch noch einen "Hausbesuch" und und und...
Lieber Gruß
Flocke
...Der den Wind kennt / besser als alle Bücher / den Baum / frag nach Wahrheit...
Re: schon wieder die verständlichkeit
So, ich noch mal.
Jetzt hab ich auch den alten Text gefunden, mit allen Erklärungen dazu. Und ich muß sagen, daran gemessen gefällt mir diese Version besser. Weil sie für mich etwas klarer ist, ich komme leichter rein ins Bild. Und das gefällt mir echt gut, originelle Idee, meist schreibt man ja anders herum, aus Sicht des Getrösteten oder man sieht es generell positiv und nicht als Last.
Ein paar Kleinigkeiten hätte ich dann aber doch:
Du beginnst mit
O.k., danach wird es aber grammatikalisch (ja, ich weiß, Grammatik... 8-o ) unklar, was da tränt. Es versickert, läuft, tropft etc. Wenn es Tränen sind, was der Kontext vermuten läßt, müßten die Verben meiner Ansicht nach in der Mehrzahl stehen, also "versickern in den Poren", "laufen über flatterklappen" ...
Allerdings wäre das Subjekt dieses ersten Kurzsatzes dann immer noch nicht klar erkennbar. Du hast ja im JL geschrieben, dass es dir ums Trösten geht. Vielleicht kannst du es in die erste Zeile irgendwie einbauen, eventuell:
"du tränst < irgendein Grund, aus dem der andere getröstet werden will> auf meine schulter"
Aber ist das dann noch dein Gedicht, hm?
Hm, Tränen sind kühl? Eigentlich doch eher körperwarm. Wenn dein LI sie als kühl empfindet, vor allem im eigenen Innneren, wo es doch genauso warm sein sollte, muß es wohl Fieber haben. Das erklärt sich hier aber nicht. Und wenn dein LI eher schon aus innerer Ablehnung heraus "kalt" geworden ist, sind sie doch erst recht nicht kühl?
Kühlen können Tränen doch nur dann, wenn sie außen auf der Haut verdunsten. Das schreibst du aber auch nicht.
Oder bezieht sich das "kühl" gar nicht auf die Temperatur dessen, was da innen runterläuft, sondern wirklich auf die innere Kälte deines LI, dem das ewige Trösten lästig geworden ist und das sich demnach gar nicht mehr emotional auf die Probleme des anderen einläßt? Dann wär's gut verpackt, wenn auch für mich nicht auf Anhieb so verständlich.
Nun ja, keine gängige Interpretaton, aber immerhin...
)
Ein lieber Gruß an dich
Flocke
Jetzt hab ich auch den alten Text gefunden, mit allen Erklärungen dazu. Und ich muß sagen, daran gemessen gefällt mir diese Version besser. Weil sie für mich etwas klarer ist, ich komme leichter rein ins Bild. Und das gefällt mir echt gut, originelle Idee, meist schreibt man ja anders herum, aus Sicht des Getrösteten oder man sieht es generell positiv und nicht als Last.
Ein paar Kleinigkeiten hätte ich dann aber doch:
Du beginnst mit
"du tränst auf meine schulter"
O.k., danach wird es aber grammatikalisch (ja, ich weiß, Grammatik... 8-o ) unklar, was da tränt. Es versickert, läuft, tropft etc. Wenn es Tränen sind, was der Kontext vermuten läßt, müßten die Verben meiner Ansicht nach in der Mehrzahl stehen, also "versickern in den Poren", "laufen über flatterklappen" ...
Allerdings wäre das Subjekt dieses ersten Kurzsatzes dann immer noch nicht klar erkennbar. Du hast ja im JL geschrieben, dass es dir ums Trösten geht. Vielleicht kannst du es in die erste Zeile irgendwie einbauen, eventuell:
"du tränst < irgendein Grund, aus dem der andere getröstet werden will> auf meine schulter"
Aber ist das dann noch dein Gedicht, hm?
"spür ich kühl an meiner innenwand"
Hm, Tränen sind kühl? Eigentlich doch eher körperwarm. Wenn dein LI sie als kühl empfindet, vor allem im eigenen Innneren, wo es doch genauso warm sein sollte, muß es wohl Fieber haben. Das erklärt sich hier aber nicht. Und wenn dein LI eher schon aus innerer Ablehnung heraus "kalt" geworden ist, sind sie doch erst recht nicht kühl?
Kühlen können Tränen doch nur dann, wenn sie außen auf der Haut verdunsten. Das schreibst du aber auch nicht.
Oder bezieht sich das "kühl" gar nicht auf die Temperatur dessen, was da innen runterläuft, sondern wirklich auf die innere Kälte deines LI, dem das ewige Trösten lästig geworden ist und das sich demnach gar nicht mehr emotional auf die Probleme des anderen einläßt? Dann wär's gut verpackt, wenn auch für mich nicht auf Anhieb so verständlich.
Nun ja, keine gängige Interpretaton, aber immerhin...
Ein lieber Gruß an dich
Flocke
...Der den Wind kennt / besser als alle Bücher / den Baum / frag nach Wahrheit...
Re: schon wieder die verständlichkeit
Melde höflichst, war nicht fähig, den Originaltext aufzuspüren. Meine mich aber erinnern zu können, dass es statt "tränst" "tropfst" oder so ähnlich hieß? Tränst klingt irgendwie so nach Bindehautentzündung und Zwiebelschneiden. Das andere Wort (was immer es auch war) hatte so einen schön surrealistischen touch, der gut zum Rest gepasst hat.
I would go to the Dark Side in a heartbeat if I thought they had better dialog over there.
- Ursula Vernon
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Surjaninov
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Re: schon wieder die verständlichkeit
Das ist die zweite Version aus dem JL. Hoffe du bist nicht böse das ich es poste Rike Lin?
Das tropft durch meine schulter
über flatterklappen.
mein arm kribbelt, du bist schwer
ich kann die berührungspunkte nicht mehr spüren.
mit einer Hand Ablauf schneiden
Schere in der Fußsohle
und unauffällig.
schwer bist du.
Habe jetzt keine Zeit mehr, aber später mehr von mir.
lg
Surja
Das tropft durch meine schulter
über flatterklappen.
mein arm kribbelt, du bist schwer
ich kann die berührungspunkte nicht mehr spüren.
mit einer Hand Ablauf schneiden
Schere in der Fußsohle
und unauffällig.
schwer bist du.
Habe jetzt keine Zeit mehr, aber später mehr von mir.
lg
Surja
Re: schon wieder die verständlichkeit
Ich muss sagen: mir gefällt die neue Version auch besser
und es freut mich das es dir auch so geht. sie ermöglicht wenigstens einen Gedanken in die richtige Richtung und das reicht mir.
Mit der grammatik hast du natürlich recht...aber einen Anlass will ich nicht eifügen, das würde in meinen Augen die bedeutungsgewichtung zu sehr verschieben. mal sehen wie ich das sonst lösen kann...wenn ich vieleicht tränst ersetzte? daran stört sich ja die stille ohehin. ich hab das geändert, weil es ein, wie ich denke, recht wesentlicher hinweis auf die bedeutung ist. an zwiebelschneiden hatte ich nicht gedacht
aber ich könnte auch wirklich den plural verwenden, bei den verben. ich hatte irgenwie ganz klinisch flüssigkeit gedacht und daraus ergab sich die einzahl....
hmmmmm.
die flüssigkeitstemperatur (die wirklich gemeint ist): kühl hatte ich im sinn, weil ich mir das irgendwie nur kühl vorstellen kann. natürlich würde sich in wirklichkeit die Temperatur angelichen, aber irgenwie sind die meisten meschne auch nicht hohl, sodass an ihrer innenwand etwas herablaufen kann... ich schrieb kühl um den fremdkörperchakter zu betonen, um zu zeigen das das unangenehm ist.
danke schön für die mühe
und nein, natürlich bin ich nicht böse Surja, warum sollte ich?
alles Liebe
edekire
Mit der grammatik hast du natürlich recht...aber einen Anlass will ich nicht eifügen, das würde in meinen Augen die bedeutungsgewichtung zu sehr verschieben. mal sehen wie ich das sonst lösen kann...wenn ich vieleicht tränst ersetzte? daran stört sich ja die stille ohehin. ich hab das geändert, weil es ein, wie ich denke, recht wesentlicher hinweis auf die bedeutung ist. an zwiebelschneiden hatte ich nicht gedacht
aber ich könnte auch wirklich den plural verwenden, bei den verben. ich hatte irgenwie ganz klinisch flüssigkeit gedacht und daraus ergab sich die einzahl....
hmmmmm.
die flüssigkeitstemperatur (die wirklich gemeint ist): kühl hatte ich im sinn, weil ich mir das irgendwie nur kühl vorstellen kann. natürlich würde sich in wirklichkeit die Temperatur angelichen, aber irgenwie sind die meisten meschne auch nicht hohl, sodass an ihrer innenwand etwas herablaufen kann... ich schrieb kühl um den fremdkörperchakter zu betonen, um zu zeigen das das unangenehm ist.
danke schön für die mühe
und nein, natürlich bin ich nicht böse Surja, warum sollte ich?
alles Liebe
edekire
ich wünschte ich hätte musik, doch ich habe nur worte
sarah kane
sarah kane
-
Surjaninov
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- Registriert: 20.12.2003, 21:06
Re: schon wieder die verständlichkeit
Hej
Naja, weil es dein Text ist und so. Hab aber eh nicht damit gerechnet.
Also ich muss sagen das mir die kurze Version die ich aus dem JL geholt habe besser gefällt. Viel besser.
Wenn man jetzt beide Versionen so liest. Für mich ist die Kurze einfach griffiger, klarer. Da ist nicht soviel Beiwerk. Das Wesentliche kommt, ohne Umschweife, ohne Schmuck. Auch die Sprache finde ich allgemein schöner.
Jetzt sind da vierer-Strophen. Passt wirklich besser als nur eine Strophe, wie es vorher war? Ich meine - nein. Es stört den Inhalt, es stört die Sprache. Bricht es auseinander.
Dann stehen da so Sachen wie: "nur für dich", "spür ich" oder "sind meine zehen taub". Ich weiß nicht, sowas kannst du weglassen finde ich. Früher war das auch nicht da. Das sind der Worte zu viel.
Was mir aber besser gefällt ist dieses "schon" kurz vor "berührungspunkte".
Das "salzzerfressen" kommt zwar sehr drastisch, aber gut. Kann ich mir schön vorstellen.
So weit erstmal von mir. Ich muss jetzt aus dem Netz, weil es jetzt teuer wird. 00.00
lg
Surja
Naja, weil es dein Text ist und so. Hab aber eh nicht damit gerechnet.
Also ich muss sagen das mir die kurze Version die ich aus dem JL geholt habe besser gefällt. Viel besser.
Wenn man jetzt beide Versionen so liest. Für mich ist die Kurze einfach griffiger, klarer. Da ist nicht soviel Beiwerk. Das Wesentliche kommt, ohne Umschweife, ohne Schmuck. Auch die Sprache finde ich allgemein schöner.
Jetzt sind da vierer-Strophen. Passt wirklich besser als nur eine Strophe, wie es vorher war? Ich meine - nein. Es stört den Inhalt, es stört die Sprache. Bricht es auseinander.
Dann stehen da so Sachen wie: "nur für dich", "spür ich" oder "sind meine zehen taub". Ich weiß nicht, sowas kannst du weglassen finde ich. Früher war das auch nicht da. Das sind der Worte zu viel.
Was mir aber besser gefällt ist dieses "schon" kurz vor "berührungspunkte".
Das "salzzerfressen" kommt zwar sehr drastisch, aber gut. Kann ich mir schön vorstellen.
So weit erstmal von mir. Ich muss jetzt aus dem Netz, weil es jetzt teuer wird. 00.00
lg
Surja
Re: schon wieder die verständlichkeit
das die alter version dir besser gefällt ist ja schön, aber ich erinner mich das du damals auch gar keine ahnnugn hattest wovon diese hübsche machwekr eigentlich handelt, oder liege ich da falsch. ja klar. das ist maximal auf den Punkt gebracht. aber wenn man nicht zufällig die edekireesche erlärung dazu hat, ist es meiner Meinung nach nicht mal möglich auf die idee grundidee zu kommen. meine erweitereungen haben eigenltich das ziel das bild etwas klarer zu machen, das ich vor augen hatte. die vier strophen haben auch einen sinn. es ist eine wechsel von innen anch aussen und wieder nach innen und wieder raus. das finde ich in strophen getrennt doch wesentlich leichter zu überblicken. aber wenn du die andere lieber magst kannst du ja einfach die lesen
lg
edekirerikelin
lg
edekirerikelin
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sarah kane
sarah kane
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Surjaninov
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- Registriert: 20.12.2003, 21:06
Re: schon wieder die verständlichkeit
hej ede
Gut du hast Recht. Ich hatte damals warscheinlich nicht viel verstanden. Aber wenn ich jetzt die neue Fassung lesen würde, ohne zu wissen das da schon was war, ohne mich an das Wort "Flatterklappen" zu erinnern, ich kann nicht sagen wieviel ich verstehen würde. Aber das kann ich jetzt schlecht sagen.
Ich find die erste einfach kompakter, dichter und ohne alles Beiwerk schöner.
Ich lese trotzdem beide
lg
Surja
Gut du hast Recht. Ich hatte damals warscheinlich nicht viel verstanden. Aber wenn ich jetzt die neue Fassung lesen würde, ohne zu wissen das da schon was war, ohne mich an das Wort "Flatterklappen" zu erinnern, ich kann nicht sagen wieviel ich verstehen würde. Aber das kann ich jetzt schlecht sagen.
Ich find die erste einfach kompakter, dichter und ohne alles Beiwerk schöner.
Ich lese trotzdem beide
lg
Surja
Re: schon wieder die verständlichkeit
nein ich auhc nicht, und ich muss zugeben das mich das sehr interessieren würde. vieleicht muss ch das mal irgenwem der die erklärung nicht kennen kann zum interpretiern unter die nase halten...mal schaun...
ich wünschte ich hätte musik, doch ich habe nur worte
sarah kane
sarah kane
Re: schon wieder die verständlichkeit
Also ich kenn die Erklärung ja mittlerweile. Beim ersten lesen aber noch nicht. Und ehrlich gesagt finde ich die neue Version nicht nur schöner, sondern auch wesentlich leichter verständlich. Ich bin mit meiner Interpretation deiner Erklärung recht nahe gekommen. Und das wär ich bei der anderen Version sicher nicht.
Besonders gut gefällt mir das "salzzerfressen" am Ende des Gedichtes.
Besonders gut gefällt mir das "salzzerfressen" am Ende des Gedichtes.
...words strain,
Crack and sometimes break, under the burden,
Under the tension, slip, slide, perish,
Decay with imprecision, will not stay in place,
Will not stay still.
Crack and sometimes break, under the burden,
Under the tension, slip, slide, perish,
Decay with imprecision, will not stay in place,
Will not stay still.
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