Ein Gedicht für Botho Strauß
halt! halt ! ruft die kraft
und setzt ihre energie aus
ganz kurz vorm zwischenstopp
aber wir sind bereits angekommen
und lustig sind wir weil wir nichts mehr sehen
und atmen tun wir weil wir nichts mehr sehen
oh wir lassen die gespräche sausen
weit verzweigt ist unser gebiet
wir hecheln als hätten wir augen
wir summieren
streifen das licht ab
wir holen das echo zurück
wir kauen uns ein ohr ab
wir streicheln die sprache
wir betrachten den wind der uns die letzten news bringt von versunkenen schiffen
und die anderen
wir suchen ihre namen
wir suchen ihre talente zu entdecken um sie auszuhorchen
und lustig sind wir weil wir nichts mehr sehen
und atmen tun wir weil wir nichts mehr sehen
warum dringen wir in das innere eine käfiges
warum drehen wir die fassaden um
beschwindeln die keller und lauschen den geräuschen die wir nicht hören
abends sitzen wir zu dritt vorm bildschirm
und es ist gut das wir uns verzählen
sonst würden wir noch unsere einsamkeit ausgrenzen
sie dasitzen lassen mit all den salzstangenresten
wir füttern unsere zungen
wir denken wir sind mehr
aber im kreis laufen wir doch immer alleine
Ein Gedicht für Botho Strauß
Ein Gedicht für Botho Strauß
Wenn der Himmel so blau ist, warum wird es dann finster?
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