Die Zeit Die Reise
Verfasst: 22.11.2004, 01:40
Die Zeit Die Reise
Heut nach gebor`n
Bursche aus altem Haus
Hüpft durchs Korn
Er zieht hinaus!
Ich zog aus; den Fackelsaturn über mir,
Samt so dunkel, Abendstern in weiter Hand.
Mich lockt der Auerhahn oder sonst ein Tier,
hinaus aus unserem so sandigen Land.
An spitzen Kanten vorbei im großen Tal,
um alsbald mein Gewicht hinaufzutragen;
durch Goldpfützen tief unter Bäumen, fast kahl,
die Nachtscheibe steht still in diesen Tagen.
Der Hausvater ist in die Luft gegangen,
hinter mir gingen recht schnell die Lichte an,
Suchende haben sich selbst nur eingefangen.
Ich höre schwaches Rufen, dann und wann.
Jene Veilchenkastanien duften schwach,
aus alter Senke ihre Fahnen hinauf.
Ich hielt oft die Zeit an unter ihrem Dach,
zählte Korken und Gedanken nur zu Hauf.
Auf halbem Berge steht ganz versunken
ein Lotterweib mit Axt plus Scheit auf Scheit,
ich hab mit ihr den Korn geteilt – getrunken,
sie sing laut an, ein Lied zum Abschied – sie schreit:
Ach mein Junge im Schnee
Ich füll dir dein Bündel, komm her
Doch nun geh zu – geh
Hast es nicht schwer
Ach mein Junge unter der Sonne
Nimm Brot und Käse noch
Und Wein sei dir süße Wonne
Nun! Verschwinde, verschwinde doch
Ich ecke kurz an schmalen Graten entlang,
schlage Knie mir und Bogen auf am Stein,
ein steter Zapfenwind schlägt mich bis ich schwank,
und Geröll stürzt viel gegen mein zweites Bein.
Frostbrüder schütten vielen Schnee weiß hinab,
mich fröstelt, die Schwefelhölzer gehen aus,
nicht weit liegen dort zehn Bergsteiger im Grab,
haben es nicht wärmer und aus Stein ein Haus.
Ich mache Ferien, ein paar Sekunden,
pflücke süße Quitten mir vom Gipfelbaum,
schneide vom Käse mehrfach dreizehn Runden,
und kann im Norden weit mein Ziel beschaun.
Auf der anderen Seite ein kleiner Sprung,
den Berg hinab und übers Meer geklettert,
die Küste rauf, in die Kornkammer mit Schwung,
in der Luft haben Gänse jetzt gewettert;
- aus dem FF:
Da läuft der neue Bauer
Drei Schafe und ein Hund
Wald, Weizen, Schauer
Auf braunem Ackergrund
Da läuft der junge Bauer
Schaut ihn an, schaut!
Kälte, Schnee, Schauer
Wie er schon ergraut!
copyright (c) C. Schwarz
Heut nach gebor`n
Bursche aus altem Haus
Hüpft durchs Korn
Er zieht hinaus!
Ich zog aus; den Fackelsaturn über mir,
Samt so dunkel, Abendstern in weiter Hand.
Mich lockt der Auerhahn oder sonst ein Tier,
hinaus aus unserem so sandigen Land.
An spitzen Kanten vorbei im großen Tal,
um alsbald mein Gewicht hinaufzutragen;
durch Goldpfützen tief unter Bäumen, fast kahl,
die Nachtscheibe steht still in diesen Tagen.
Der Hausvater ist in die Luft gegangen,
hinter mir gingen recht schnell die Lichte an,
Suchende haben sich selbst nur eingefangen.
Ich höre schwaches Rufen, dann und wann.
Jene Veilchenkastanien duften schwach,
aus alter Senke ihre Fahnen hinauf.
Ich hielt oft die Zeit an unter ihrem Dach,
zählte Korken und Gedanken nur zu Hauf.
Auf halbem Berge steht ganz versunken
ein Lotterweib mit Axt plus Scheit auf Scheit,
ich hab mit ihr den Korn geteilt – getrunken,
sie sing laut an, ein Lied zum Abschied – sie schreit:
Ach mein Junge im Schnee
Ich füll dir dein Bündel, komm her
Doch nun geh zu – geh
Hast es nicht schwer
Ach mein Junge unter der Sonne
Nimm Brot und Käse noch
Und Wein sei dir süße Wonne
Nun! Verschwinde, verschwinde doch
Ich ecke kurz an schmalen Graten entlang,
schlage Knie mir und Bogen auf am Stein,
ein steter Zapfenwind schlägt mich bis ich schwank,
und Geröll stürzt viel gegen mein zweites Bein.
Frostbrüder schütten vielen Schnee weiß hinab,
mich fröstelt, die Schwefelhölzer gehen aus,
nicht weit liegen dort zehn Bergsteiger im Grab,
haben es nicht wärmer und aus Stein ein Haus.
Ich mache Ferien, ein paar Sekunden,
pflücke süße Quitten mir vom Gipfelbaum,
schneide vom Käse mehrfach dreizehn Runden,
und kann im Norden weit mein Ziel beschaun.
Auf der anderen Seite ein kleiner Sprung,
den Berg hinab und übers Meer geklettert,
die Küste rauf, in die Kornkammer mit Schwung,
in der Luft haben Gänse jetzt gewettert;
- aus dem FF:
Da läuft der neue Bauer
Drei Schafe und ein Hund
Wald, Weizen, Schauer
Auf braunem Ackergrund
Da läuft der junge Bauer
Schaut ihn an, schaut!
Kälte, Schnee, Schauer
Wie er schon ergraut!
copyright (c) C. Schwarz