Liebe Chiron, leider haben sie nichts von dem verstanden, was ich ihnen sagen wollte. Na, macht nichts. Ich mag und verstehe ihr Gedicht nicht. Ich denke, das heißt: wir sind quitt.
Ich erlaube mir noch ein paar Anmerkungen - auch wenn es wahrscheinlich zwecklos ist:
Natürlich erwarte ich das Aussage und Form wahr genommen werden.
Welche Form??? Dann sagen sie mir doch einmal, was für eine Form das sein soll? Das ist doch genau das, was ich kritisiere, dass die Form ihres Poems zu wünschen übrig lässt!
Wie viele Leser von dieser Art Text angesprochen werden und wie viele nicht sollte eine Umfrage klären, zu häufig wird man mit rein subjektiven Urteilen konfrontiert die angeblich die Meinung vieler oder aller wiederspiegeln.
Das habe ich nicht behauptet und etwas derartiges dummes werde ich auch niemals behaupten. Ich vertrete hier meine Meinung und sonst nichts. Allerdings, was Grammatik, Stil und Form angeht, gibt es durchaus allgemeine Kriterien und Maßstäbe. Ich argumentiere hier durchaus nicht nur aufgrund meines persönlichen Geschmacks.
Das mit der Umfrage finde ich eine gute Idee. Hier die Internet-Adressen von zwei bekannten Umfrage-Instituten:
http://www.forsa.de/http://www.tns-infratest.com/index.aspMit 1.500 Euro sind sie dabei.
Warum ich in diesem Fall den Inhalt über die Form setze liegt an der Intention. Ob "barock" " altbacken" oder "angeblich erzwungene Reime " dieses Gedicht will etwas sagen, so wie alle meine Gedichte.
Wie ich schon sagte: ich bin überzeugt davon, dass sie etwas zu sagen haben. Und ich respektiere das. Aber, was ich ihnen sagen will, ist: Es funktioniert nicht, es wirkt nicht, es kommt nicht (bei mir) an. Und das liegt an der Form, an der Wortwahl, an den Reimen ... an allem, was ich benannt habe.
Diese Oberfläche betrete ich erst gar nicht.
Oberfläche? Wovon sprechen sie eigentlich? Die Beschäftigung mit Formen, Stil, Grammatik, Rhetorik, Phonetik, Metrik, Dichtkunst etc. hat nichts mit Oberflächlichkeit zu tun, wenn es das ist, was sie meinen. Das ist schlicht und einfach das Handwerk des Dichters.
Das Wort dilletantisch im Zusammenhang mit einem Text dessen Inhalt man noch nicht einmal aufgenommen hat spricht seine eigene Sprache die in Richtung Überheblichkeit weist, einen mit der Nase schon fast drauf stösst. Finde ich sehr vermessen und unangebracht.
Warum sollte ich nicht das Wort "Dilletant" benutzen? Was haben sie gegen dieses Wort? Es sagt nur klipp und klar, was sie hier tun. Ein Dilletant ist schlichtweg jemand, der etwas aus Liebhaberei betreibt, ein Nichtfachmann und Laie. Wir sprechen doch die selbe Sprache, oder? Wenn sie zehn Jahre sich intensiv mit Lyrik beschäftigt und 1000 Gedichte geschrieben haben, dann können wir uns nochmal über dieses Attribut unterhalten, dass ich ihrem Text beigelegt habe, ohne ihn verstanden zu haben (ohne ihn verstehen zu wollen - ist vielleicht auch noch mal ein kleiner, aber feiner Unterschied). Vorerst bleibe ich dabei: ihr Text wirkt dilletantisch auf mich. Das mag sie schmerzen, aber es ist meine
Wahrnehmung, mein Eindruck, meine Meinung, mein Urteil.
Und natürlich nehme ich das was ich zu sagen habe wichtig. Es sollte eine allgemein gültige Tatsache sein das die eigene Welt, die eigene Existenz der Mittelpunkt individuellen Lebens ist.
Das bezweifle ich nicht, denn das sehe ich eigentlich wie sie. Auch ich nehme mich wichtig. Aber darum geht es hier ja nicht, sondern um die Frage, WARUM sollte ich ihr Gedicht wichtig nehmen? Und diese Antwort bleibt mir ihr Gedicht und ihre Argumentation schuldig.
Aber genau das Gegenteil zu tun kann der Weg nicht sein.
Ihre Kritik setzt die Form, die technischen Mängel über den Inhalt und die Intention.
So einen ausgemachten Unsinn würde ich niemals behaupten. Ich wollte sie auf einen Mangel hinweisen und jetzt verdrehen sie mir die Worte im Mund. Ich empfehle ihnen, meinen Beitrag nochmals zu lesen!
Ich vertrete die Ansicht, dass Form und Inhalt aufeinander abgestimmt werden sollten und ihre Entsprechung im anderen finden müssen, mit anderen Worten: die Form reflektiert und unterstützt den Inhalt. Die Form ist Mittel zum Zweck, das ist mir durchaus klar, aber ihnen ist nur der Zweck und nicht die Bedeutsamkeit des Mittels bewusst, fürchte ich.
Nur weil so mancher Leser die Tiefe eines Gefühls nicht hat, kennt, bedeutet es nicht das ich sie nicht haben darf und in Worte verpacken kann.
Ach, weil ich ihren Text nicht mag, bin ich jetzt gleich das gefühlose und überhebliche Arschloch? Muchas gracias! Sie sollen gleich die ganze Wahrheit erfahren - wozu es leugnen: Ich sitze hier, um drei Uhr nachts und beschäftige mich mit ihnen und ihrer Antwort, weil ich nix besseres zu tun hab, weil ich ein armes Würstchen bin, keine Freunde habe und mich zu profilieren versuche, indem ich sie fertig mache. Und soll ich ihnen noch was sagen: Es macht mir auch noch Spass! Kennen sie eigentlich das Stilmittel Ironie?
Amüsierte Grüße,
[) i r k