Hallo Elisabeth und herzlich willkommen in unserem kleinen bescheiden Forum
Hm, ich habe mich bei diesem Gedicht entschieden einen Post dazu zuschreiben.
Ich möchte diesmal anders rangehen. Ich schildere erst mal meine Problemstellen und dann meinen Gesamteindruck, so lässt sich das vll besser begründen.
Wundersam ist schon die heutige Zeit,
die Menschen messen wir nach Jahren -
der Tag wird in Stunden eingeteilt,
daß war schon immer unser Gebaren.
Aus den Stunden werden Minuten,
jetzt beginnt es hektisch zu werden -
wie oft mußten wir uns schon sputen,
mitzukommen auf dieser Erden.
Der erste Satz.. Hm, erhlich gesagt habe ich mich gefundert über diesen Satz. Das ist nicht schlecht, ich wollte irgendwie wissen, ja warum denn nun.
Allerdings war ich dann etwas enttäuscht. Es ist nichts neues, dass wir Menschen nach dem Alter messen. Und das mancher Jünger aussieht als er is, is doch schön.
Zudem ist mir vom stilistischen her, der Sprung vom Jahr auf den Tag etwas groß..
Die Zeile 6 find ich gut.
Müsste es nicht heißen "diesen Erden" - aber egal wie, alles ist grammatisch falsch.
In Femtosekunden das Licht eine Strecke,
von einem Mikrometer zurücklegt -
daß ist doch wahrlich keine Schnecke,
wenn man sich das so überlegt.
Ich persönlich mag diesen Teil nicht. Die letzten beiden Zeilen klingen abgedroschen, m.E. irgendwie allbern.
Und zum Schluß die Millisekunden,
in denen der Computer wieder versucht -
unsere Nervenstärke zu erkunden,
bis man wieder lauthals flucht!
Das gefällt mir.
So.. Nun also zum Allgemeinen.
Ich kann zu den Reimen nichts sagen, da ich davon nichts verstehe, also lasse ich es.
Meine größte thematische Kritik besteht darin, dass sich mir ein großes Fragenzeichen eröffnet, in dem viele süpersüße Begriffe der Zeiteinteilung stehen.
Denn bis auf das Beispiel der Rötgenstrahlung und der Reaktoren, hast du die Zeiten einfach aufgezählt, hübsch verpackt und serviert. Erlichgesagt, ziehe ich daraus keinen Nutzten, denn dazu gibt es Fachbücher.
Sicher ist die Pointe gut gelungen, denn wer hat sich noch nich geärgert über seinen R2D2 ?! Aber das reicht mir nicht. Ich behalte aus dem Gedicht nichts.
Für mich heißt ein Gedicht nicht nur viele Fachwörter oder Wissen, dass in Büchern steht zu selektieren und in Verse zu packen - ein Gedicht muss etwas mit mir anstellen (verwirren, vermissen, schwelgen, etc. ) und sicher auch Fragen offen lassen. Aber mein Fragezeichen ist mir etwas zu groß ...
Aber wie gesagt, das Ende fetzt
Liebe Grüße,
kleinervogel