sonntagsskizzen
Verfasst: 07.02.2006, 05:02
Das Wortkind
Ich wandelte einst auf wankenden Graden und fiel.
Wie gar göttlich gebar mir dieser Abgrund ein Kind.
Das Wortkind aber hatte dunkle Augenhöhlen.
Und zog mich zu sich in die Erde.
Die Zeit tat ihr notwendiges und die Worte wurden lichter.
Das Kind bekam glänzende Augen, die in der Dunkelheit wie kostbare Edelsteine blinkten.
Ich stahl mir die Diamanten und kroch in den Tag.
In der aufgehenden Sonne glitzerten sie wie Irrlichter und nahmen mir mein Sehen.
Seither wandle ich wie ein Seher auf winzigen Nägeln.
Den Schmerz merke ich nicht mehr.
Ein Sonntag
Die Kälte klirrt wie zerspringendes Glas im Container. Polarstürme überziehen das in Ewigkeit gefrorene Eis. Gespensterbäume lehnen ihre Flanken in tote Böden. Die Enten haben sich in einen Raum jenseits der Kälte verortet.
Ich streiche über dein sardinenfarbenes Haar. Ein spitzer Kuß auf den Mund und es ist gut. Ich habe dir deinen Atem genommen mit meinen sprühenden Lippen. Aber ich weiß, du schützt meine Gräben.
Ich hänge ein Schild an die Tür: „Der Dichter arbeitet.“
Doch mein Schlaf ist tief und nichts kondensiert an die Oberfläche.
Könnte ich doch nocheinmal in Rosenholz baden, die lüsternen Kandelaber greifen, worin sich das Kerzenlicht spiegelt. Ich würde versinken in einer Welle aus Rotwein und wäre eine immer darin Badende.
Mein Augenstern
Ich habe dich gesehen
wie du im Morgenlicht badetest
Ich habe dich gesehen
wie dein Augenlicht im Abendstern zerbarst
lange konnte ich nicht schlafen
bis ich dich wirklich traf
heute bist du mein Augenstern
und nichts kann unser Nebeneinander sperren
Ich wandelte einst auf wankenden Graden und fiel.
Wie gar göttlich gebar mir dieser Abgrund ein Kind.
Das Wortkind aber hatte dunkle Augenhöhlen.
Und zog mich zu sich in die Erde.
Die Zeit tat ihr notwendiges und die Worte wurden lichter.
Das Kind bekam glänzende Augen, die in der Dunkelheit wie kostbare Edelsteine blinkten.
Ich stahl mir die Diamanten und kroch in den Tag.
In der aufgehenden Sonne glitzerten sie wie Irrlichter und nahmen mir mein Sehen.
Seither wandle ich wie ein Seher auf winzigen Nägeln.
Den Schmerz merke ich nicht mehr.
Ein Sonntag
Die Kälte klirrt wie zerspringendes Glas im Container. Polarstürme überziehen das in Ewigkeit gefrorene Eis. Gespensterbäume lehnen ihre Flanken in tote Böden. Die Enten haben sich in einen Raum jenseits der Kälte verortet.
Ich streiche über dein sardinenfarbenes Haar. Ein spitzer Kuß auf den Mund und es ist gut. Ich habe dir deinen Atem genommen mit meinen sprühenden Lippen. Aber ich weiß, du schützt meine Gräben.
Ich hänge ein Schild an die Tür: „Der Dichter arbeitet.“
Doch mein Schlaf ist tief und nichts kondensiert an die Oberfläche.
Könnte ich doch nocheinmal in Rosenholz baden, die lüsternen Kandelaber greifen, worin sich das Kerzenlicht spiegelt. Ich würde versinken in einer Welle aus Rotwein und wäre eine immer darin Badende.
Mein Augenstern
Ich habe dich gesehen
wie du im Morgenlicht badetest
Ich habe dich gesehen
wie dein Augenlicht im Abendstern zerbarst
lange konnte ich nicht schlafen
bis ich dich wirklich traf
heute bist du mein Augenstern
und nichts kann unser Nebeneinander sperren