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Immerlied

Verfasst: 04.03.2006, 03:01
von Kato
schon geliebt
als es noch unter
dem kleinen Himmel hing
und sich
drehte

vielleicht schon davor

bis einer unter
den großen Himmel kam
und sagte du singst
dieses Lied falsch
herum

und wieder ging

ihm folgten die Töne
wie Ratten

Re: Immerlied

Verfasst: 15.03.2006, 01:00
von [) i r k
Noch keine Ahnung, worum es in diesem Gedicht geht, wollte aber schon mal erwähnen, dass es mir gefällt. Der kleine und der große Himmel? Hmm, klingt nach Erwachsenwerden ... okay, das war jetzt nicht sehr hilfreich, ich überlege mal noch ein bisschen.

Re: Immerlied

Verfasst: 17.03.2006, 09:57
von Kato
Grüß dich, Dirk, und danke fürs Melden.

Hätte jetzt allerdings nicht gedacht, dass sich dieses Gedicht so schwer erschließt ...

Kato

Re: Immerlied

Verfasst: 18.03.2006, 17:50
von Edekire
Mir gefällt das Gedicht auch. Ich denke auch irgendwie ein wenig ans erwachsenwerden.

Die erste Strophe klingt für mich nach eine Mobile, das an der Decke, oder so einer Himmelbett abdeckung hängt.

aber scheibar ist ist das mobile nicht dinglich. ich denke daher an eine fähigkeit die verloren geht, weil jemand der meinung ist es müsste anders sein. in dem augenblick geht sie ganz verloren.

wie ein kind das gerne singt und irgendwann kommt wer und sagt: du singst ja ganz falsch. und dann will es nicht mehr singen.

vielleicht also nocht erwachsen sonder jugendlich werden ..


liebe grüße


edekire

Re: Immerlied

Verfasst: 12.05.2006, 12:05
von Kato
Ja.

Wobei ich mich in regelmäßigen Abständen immer mal wieder frage, wie wahr und wie beständig eigentlich das ist, was wir als wahr und beständig annehmen.

Der unermüdlich ackernde Jimi Hendrix am Eingang ist übrigens ein Zufallsprodukt, das sich nicht mehr editieren ließ. Aber ich fange an, mich an ihn zu gewöhnen ... B-)


Kato

Re: Immerlied

Verfasst: 13.05.2006, 20:33
von Hilbi
Bis auf die schlusszeilen ist es wirklich ein gutes gedicht, aber ich finde die schlusszeilen machen es ein bißchen, na ja nicht kaputt.

und wieder ging....


das wäre ein guter schluss...

Re: Immerlied

Verfasst: 13.05.2006, 20:36
von Hilbi
nein moment ...und wieder ging ....kein guter schluss....
man muss gedichte immer laut vorlesen, für sich, selbst wenn man es darf oder kann oder will, aber der klang wird dadurch deutlich...






schon geliebt
als es noch unter
dem kleinen Himmel hing
und sich
drehte

vielleicht schon davor

bis einer unter
den großen Himmel kam
und sagte du singst
dieses Lied falsch
herum

Re: Immerlied

Verfasst: 13.05.2006, 20:36
von Hilbi
das ist doch gut oder?

Re: Immerlied

Verfasst: 13.05.2006, 20:51
von [) i r k
ihm folgten die Töne
wie Ratten

Das Gedicht ist gut, ja. Aber der Schluss des Gedichtes gefällt mir ebenso, wie er ist. Hört sich nach einer Anspielung auf den Rattenfänger von Hameln an, nur dass es hier weder Ratten noch Kinder sind, die ihm nachfolgen, sondern die Töne. Das ergibt nicht nur Sinn - ich meine, bezogen auf das Gedicht, sondern diese Umkehrung zeugt auch von einem gewissen ... Wortwitz.

Edekires Interpretation macht Sinn, ja.

Re: Immerlied

Verfasst: 13.05.2006, 20:58
von Hilbi
find ich nicht, am ende ist es wahrscheinlich geschmackssache...für mich wäre es ein gelungenes Gedicht wenn die letzten drei Zeilen weg wären, meine meinung.

Re: Immerlied

Verfasst: 13.05.2006, 23:52
von Flocke
Ich denke, es funktioniert sowohl mit als auch ohne die Zeilen. Hilbis Vorschlag läßt m. E. mehr Deutungsspielraum, weil das Ende mehr oder weniger offen bleibt, wohingegen das Gedicht mit den Zeilen quasi einen vorgegebenen Schluß bekommt. Was nicht schlecht sein muß. Ich persönlich würde den Rattenfänger bevorzugen... Aber Kato sollte wohl selbst entscheiden.

LG
Flocke

Re: Immerlied

Verfasst: 17.05.2006, 23:15
von Kato
Als ich Hilbis Vorschlag las, das Gedicht nach der dritten Strophe, also dem Falsch-herum-Singen, enden zu lassen, war mein erster Gedanke: nee, das geht ja nu überhaupt nicht, da hängt der Text ja völlig in der Luft ...
Nun, nach etwas Wirkungszeit, würd ich auch sagen: okay, er würde wohl auch ohne den Schluss funktionieren ... irgendwie ... nur, würde ich ihn s o wollen? War ja auch deine Frage, Flocke.
Ich denke, eher nicht.
Geht`s mir hier doch schon darum zu erzählen, was nach dieser „Feststellung“ mit dem Lied passiert. Vermutlich gerade ...
Finde mich da durch eure Eindrücke, Dirk und Flocke, bestätigt. Versteh aber auch dein Nicht-Mögen, Hilbi.

Gruß, Kato