Hey wicked Irene!
Ich habe nicht gesagt, dass es prinzipiell einen Mangel darstellt, sondern nur für mich. Und ich habe in Betracht gezogen, dass ich das Gedicht vielleicht einfach nicht ganz verstehe! Es wird dich nicht wundern, dass ich mit vieler zeitgenössischer Kunst, die in Museen ausgestellt wird, auch nichts anfangen kann. Ich kann es sehr gut verstehen, dass diverse Raumpfleger/innen in Museen gerne mal zeitgenössische Kunstwerke entsorgen. Ich kann den Sinn in einer mit Klopapier gefüllten Badewanne ebenso wenig entdecken wie in einem Bild, das nur aus Farbklecksen besteht. Ich wuerde dafür auch kein Geld, nicht mal Eintritt zahlen, denn aus meiner Sicht kann das wirklich jeder Affe herstellen.
Fragen aufwerfen ist eine wichtige Funktion, doch für mich ist es auch wichtig, dass zumindest ein Ansatz zur Antwort vorhanden ist, wenigstens eine Idee, von der aus man etwas entwickeln kann. Wenn ich Kunst betrachte und genieße, dann stelle ich Fragen und lasse mir Antworten durch das Werk geben (zumindest Ansätze von Antworten). Wenn das Werk mir diese Antworten nicht gibt, und ich den/die Künstler/in fragen kann und von ihm/ihr als Antwort:
Was soll das?
bekomme, spätestens dann weiß ich, dass ich mit der/der Künstler/in keinerlei ähnlich Fragen stelle. Ist das an Mangel des Kunstwerk oder des/der Künstlers/Künstlerin? Ist das meine Trägheit und Bequemlichkeit? Ich verneine beides. Es ist einfach die Nicht-Kompatibilität von Kunstwerk/Künster und Betrachter. Ich glaube nicht, dass irgendeine Seite an etwas mangelt, außer der Fähigkeit zur Kommunikation mit der anderen Seite. Ist das schlimm? Ist das schlecht? Nein, es ist vielleicht bedauernswert, aber das ist auch alles. Sollte man dann an der Kommunikation arbeiten? Ja, aber das würde bedeuten, dass der/die Künstler/in dem Betrachter keine Trägheit unterstellt und der Betrachter dem/der Künstler/in tieferen Sinn in seine/ihrnen Kunstwerken zugesteht und sie nicht als trivial und "von jedem Affen herstellbar" sieht. Ist der Erfolg der Kommunikation dann garantiert? Nein, wohl kaum...
Wenn ich einem/einer Künsterler/in sage, dass ich das Werk nicht ganz verstehe, dann erwarte ich, dass man zumindest versucht im Dialog zu klären, worum es geht. Mich mit Gegenfragen zu füttern, ist für mich unbefriedigend, genauso wie die Antwort nicht in dem Werk finden zu können. Vielleicht sollen die offenen Fragen wirklich die Wirkung seien. Dann allerdings habe ich das Werk erfasst, ohne es zu verstehen. Das macht es für mich aber auch nicht befriedigender.
@Silentium: Mir gefällt das Gedicht immer noch und trotzdem wünschte ich du würdest noch 2-3 Strophen einfügen!
Hochachtungsvoll,
Tuesday