@Ham
Zitat aus Wikipedia:
Die Blumensprache ist ein Kommunikationsmittel, vor allem unter Liebenden, mit Hilfe von Blumen oder Blumensträußen ohne Worte Gefühle, Wünsche, Bitten und Beschwerden mitzuteilen. Nicht nur die Pflanzensorte, sondern auch ihre Stellung im Strauss und ihre Farbe, sowie die sie begleitenden Schleifen bestimmen die Bedeutung des Gebindes. Eine verwelkende Rose etwa signalisiert ein Treffen in einer Stunde, ein Heliotrop in zwei.
Eine nach rechts gebundene Schleife meint die Beschenkte, nach links den Geber. Eine rosa Rose mit linksgebundener Schleife garniert mit einem Ahornblatt heißt beispielsweise «ich bin schüchtern und übe deshalb Zurückhaltung». Nach unten gerichtete Blüten meinen das Gegenteil der eigentlichen Bedeutung.
Ein Strauß aus Chrysanthemen, Farn, Geissblatt, Gladiole, Geranie und einer leicht überfälligen Rose bedeutet: «Sei nicht so stolz! Lass mich hoffen, denn ich bin noch frei. Ich mache nicht gern viele Worte. Drum triff mich an der bekannten Stelle in einer Stunde». Steckt sich die Beschenkte das Röschen ins Haar, darf der Verehrer nicht auf ein Rendezvous hoffen. Am Busen wäre besser.
Die Geheimsprache aus dem Harem Blumensymbolik ist uralt. Die Rose bekam ihren Job als Liebesblume schon lange bevor Botticelli (1445-1510) sie auf die «Geburt der Venus» regnen ließ. Die Blumensprache wurde im antiken Persien entwickelt. Von da dürfte sie im Mittelalter in die Serails gekommen sein.@Sehende(r)
Ich hoffe, wir reden diesmal nicht so aneinander vorbei wie bei deinem anderen Gedicht… Ich geh’s einfach mal durch.
Blumen sind stille Worte
Wie Ham schon sagte, nicht unbedingt originell, aber an sich ok. Welches Thema ist schon brandneu?
Sie stehen vor Dir.
Hm, in einer Vase? Auf der Wiese? Blumen stehen nicht immer, können auch liegen, als Grabschmuck z.B. oder als Strauß gehalten werden… Würde mich hier nicht unbedingt auf ein Verb festlegen. Und wenn es „stehen“ sein soll, dann wohl besser: „stehen sie vor dir“, das ist irgendwie klangvoller. Aber halt, wenn sie stehen und wie auch immer kommunizieren , müßten es ja wohl lebendige Blumen sein, insofern fallen Strauß und Grabschmuck schon mal weg, da sind sie ja geschnitten und somit eher tot als lebendig. Also gut, dann stehen sie.
„Lass sie vorsichtig herein
Öffne ihnen dein Herz“
Passt von der Logik her nicht ganz, denke, man muss erst etwas öffnen, um dann etwas oder jemanden einlassen zu können, das gehört also andersrum.
Und ob man sie nun unbedingt vorsichtig einlassen muss, erschließt sich mir auch nicht wirklich. Sind sie zerbrechlich, scheu oder gehen kaputt, wenn sie über eine Schwelle treten?
„Herz öffnen“ finde ich auch recht kitschig, zumal das Herz als Organ ja Worte gar nicht hören könnte. Warum also das Herz für die Worte öffnen? Man sagt zwar auch immer, hör auf dein Herz und unterstellt damit, dass es reden könne, meint aber da idR das Bauchgefühl, den Instinkt. Wenn man das jetzt also gleichsetzt und sagt, lass dein Herz = Instinkt die Worte hören, na gut. Mit viel Phantasie akzeptabel.
„höre ihnen zu
wie sie
für dich duften“
Hm, ein Bruch, weil man ja vorher beim Hören ist, der mir aber trotzdem irgendwie gewollt klingt, künstlich. Mir persönlich sind Brüche lieber, die sich beinah wie von selbst ergeben, gerade bei so kurzen Texten, wo es eh auf jedes Wort ankommt.
Bleibt die Frage, ob Blumen durch ihren Duft reden? Oder, um im Bild der Blumensprache zu bleiben, doch nicht eher durch ihr Aussehen oder die Tatsache, dass sie eine Rose, Tulpe, Nelke etc. sind? Denn die Worte schreibt man ja dann der Blume als solcher zu, nicht dem Duft. Gut, es heißt ja immer, Blumen würden es mögen, wenn man mit ihnen redet und ihnen Musik vorspielt. Das ist aber eine einseitige, von Seiten der Blumen passive, Kommunikation. In gewisser Weise reden sie ja nur mit ihrem Duft, wenn es um Befruchtung geht, damit sie Insekten anlocken. Wobei auch da das Aussehen keine untergeordnete Rolle spielt. Und hier geht es ja mitnichten um das Anlocken von Insekten. Du merkst schon, meine Denke wird langsam wieder konfus, weil ich mir keinen rechten Reim darauf machen kann.
Insgesamt lässt mir dein Text mehr Fragen als Antworten übrig. Er bleibt sehr allgemein. Ich lese ihn, steh da und denke mir: Ja, und weiter? Ich soll den Blumen zuhören, gut. Und dann? Vielleicht würde ein wenig mehr lyrische Persönlichkeit gut tun, die Frage, warum das DU den Blumen zuhören soll, gibt’s da eventuell einen spannenden Grund? Dann rein damit in den Text. Soll es vielleicht bestimmten Blumen zuhören, weil in irgendeiner Form die gute alte Liebe und Eifersucht im Spiel sind?
Aber gut. Kritisieren ist eine Sache, besser machen eine andere.
In diesem Sinne grüßt
Flocke
P.S. Eins vielleicht noch, muß das Gedicht unbedingt "Blumenkinder" heißen? Das lockt a) auf eine falsche Fährte hinsichtlich Hippies und so, die dann in keiner Weise bedient wird und b) wirst du den Blumen damit in keiner Weise gerecht.