Igendjemand hat in diesem Forum mal gesagt, die Worte wären unschuldig.
Text erinnert mich (fern, sehr fern) an ein Gedicht, das ich vor Ewigkeiten mal geschrieben habe, "Das Wortes Wort" hieß und heute nicht mehr zitierbar ist.
Ich überlege die ganze Zeit, ob es tatsächlich
ein Wort gibt, dass ich beispielsweise in "Das Märchen vom Dagegen" (übrigens: toller Titel!) einsetzen könnte. Mir fällt aber nix ein, weil ich nie auf Worte, sondern auf Ideen, Ideologien, Dogmen komme. Vielleicht funktioniert deshalb die Dramaturgie des Gedichtes für mich nicht so richtig, weil ich das "Wort" zu wörtlich nehme.
Das wirklich Interessante an diesem Gedicht ist (für mich), dass es nicht nur zu dem Aufruf von Herrn H. und Herrn W. passt, sondern auch auf ganz andere Zusammenhänge. Das ist ein Vorteil der märchenhaften Allgemeingültigkeit, die mich sonst an einem Gedicht tendenziell eher stören würde. Aber dies will ja Märchen sein und von daher ist das vollkommen okay.
mit dem "verstummen" bin ich dennoch noch nicht im reinen. kann das wort an sich verstummen?
Im historisch-übertragenen Sinne betrachtet: Auf jeden Fall! Es gab z.B. im deutschen Sprachraum mehrmals Unternehmungen und zwar nicht nur von Seiten der Nationalsozialisten die deutsche Sprache von äußeren Einflüssen (z.B. französischen oder englischen Vokabular) zu befreien. Was natürlich albern ist, weil Sprache wächst. Andersherum gehört zur ständig wachsenden und sich verändernden Sprache natürlich auch, dass Worte neue Bedeutungen bekommen, ihre Klang ändern, anders geschrieben werden oder ganz aus dem Sprachschatz der Menschen verschwinden.
Eine Zeile über die ich im Gedicht gestolpert bin: "erdacht". Werden Worte erdacht - wahrscheinlich schon, oder? Sonst würden wir ja heute nicht Ausdrücke wie "googeln" verwenden.
Kurz und gut: Gedicht passt!

gelb
