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Im Strom der Zeit

Verfasst: 04.12.2007, 14:48
von Poeta
Weicher, weißer Schnee,
gleißende Brücke
zum wiederkehrenden Glück.
Mantel des ruhenden Dunkels.

Frau Holle zwinkert
dem Verstehen zu,
dass Weiß und Schwarz eins ist
im Kosmos des Zirkels.

Re: Im Strom der Zeit

Verfasst: 04.12.2007, 20:13
von buddhabrot
hi poeta.

tja, spannende theorie: gold=pech im sich drehenden strom der zeit. im märchen springt die goldene junfrau in den brunnen und landet im himmel (myst. anderswelt), insofern passt auch ein unten=oben.
Mantel des ruhenden Dunkels

das erschließt sich mir spontan nicht.

hat eine esoterisch-vedische dimension dein gedicht - mal ein ganz anderer blickwinkel auf ein altehrwürdiges märchen.

gefällt mir spontan.

grüße und so,
b.b.

Re: Im Strom der Zeit

Verfasst: 08.12.2007, 21:15
von Herbert Eiter
Hallo Poeta,

ich fürchte, das Ganze kommt mir dann doch etwas trivial vor. Und sprachlich-bildlich gefällt mir eigentlich nur der
Mantel des ruhenden Dunkels.

Der Rest des Gedichtes ist für mich "ying und yang" mit neuem Aufkleber und ohne sprachliche Highlights.

Besten Gruß,
H.E.

Re: Im Strom der Zeit

Verfasst: 09.12.2007, 17:36
von kati
geheimnisvoll, esoterisch, schön...ein kleiner klimax, find ich ich super.

Re: Im Strom der Zeit

Verfasst: 12.12.2007, 11:41
von Poeta
Ich bedanke mich für die freundliche Kritik und das liebe Lob.

P.S.: Was das Wort esoterisch angeht: Ist es esoterisch, weil eine uns im Alltag nicht geläufige andere Dimension angesprochen wird?
Wenn esoterisch 'gesponnen' bedeutet, so weise ich darauf hin, dass die Spinnerinnen in der Mythologie so viel gelten wie heute die DrahtzieherInnen.

Liebe Grüße an Euch
Poeta

Re: Im Strom der Zeit

Verfasst: 12.12.2007, 14:45
von Glaukos
Weicher, weißer Schnee,


schnee ist für mich immer weiß ... also ist das für mich überflüssig ... nur vom klang her ist das weich und weiß nett zu hören ...

aber ich könnte es mir auch so denken:


weicher schnee,
gleißende Brücke
zum wiederkehrenden Glück.
Mantel des ruhenden Dunkels.


klingt auch gut. jetzt sind auch die zeilen 1+2 fast silbenmäßig gleichlang wie 3+4 es ohnehin sind ...



Frau Holle zwinkert
dem Verstehen zu,
dass Weiß und Schwarz eins ist
im Kosmos des Zirkels.



warum zwinkert sie dem Verstehen zu? warum hast du dann weitergeführt mit "dass"? klar, dichtung muss nicht immer sprachlich logisch sein, aber hier ist dieses DASS für mich störend, ich könnte mir auch ein "wo" vorstellen an der stelle. oder "wenn".


oder so:

Frau Holle zwinkert
dem Verstehen zu,
vereint Weiß und Schwarz
im Kosmos des Zirkels



... ist nur eine spontane idee.
weil mir der grundtenor gefällt.
finde es nicht esoterisch.
yin-yang ist ja nichts esoterisches, wenn man sich ernsthaft damit befasst.

Re: Im Strom der Zeit

Verfasst: 12.12.2007, 16:08
von Silentium
im märchen springt die goldene junfrau in den brunnen und landet im himmel (myst. anderswelt)


Von wegen oben-unten-vertauscht würd ich da anmerken: die Frau Holle ist germanischen Ursprungs (Frau Hulda/Holla), mit hübschen keltischen einsprengseln. Ich würd vermuten, dass der Brunnen der Frau Holle auf ein keltisches Heiligtum zurückgeht, die hatten da so einen Brunnenfimmel. Insofern ist es schon richtig, dass die Jungfrau in der Anderwelt landet, nur war halt bei den Kelten das Jenseits unten. Das die Toten raufwandern, ist (unter anderem, natürlich) aber eher christlich. Also funktioniert das oben-unten-vertauschen nur unter der Prämisse, dass man der Deutung ein christliches (oder anderweitig himmelobenhabiges) Weltbild zugrunde legt, nicht aber das, das dem Märchen ursprünglich innegewohnt hat.

Na gut, ich bin jetzt grad zu faul, das nochmal in der Sekundärliteratur zu checken, kann also sein, dass ich da grad großartigen Schmarrn verzapft hab. Die sache mit dem Kreis und so passt allerdings recht gut zum heidnischen Urgrund der Story. Na gut, ich merke grad, ich schweife ab und verfabulier mich, also halt ich schon die Klappe.

Lieber Gruß,
S.

Re: Im Strom der Zeit

Verfasst: 18.12.2007, 23:41
von Herbert Eiter
Guten Abend.
yin-yang ist ja nichts esoterisches, wenn man sich ernsthaft damit befasst.

Habe ich nicht behauptet. Ich wollte nicht in einem Atemzug mit meinem Kommentar zu diesem Gedicht zugleich einen Eckpfeiler chinesischer Philosophie einer kritischen Hinterfragung unterziehen.

Wobei ich sogar einräumen würde, dass man sich ernsthaft mit Esoterik befassen kann, ohne deren Ernsthaftigkeit in Zweifel zu ziehen. Aber das ist ein anderes Thema. ;-)

Besten Gruß,
H.E.