Der Baum

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
DerBaum
Klio
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Der Baum

Beitragvon DerBaum » 04.12.2008, 21:36

ich dreh mich hochkastenfaltig ins bockbeinglas
ich stöhne
beim fallen stöhne ich wie das meer
die luft dort soll erstklassig sein
hab ich von beckmann gehört
der gestörte silbinger meint man müsse zum mond fliegen und dort verhungern
das wäre ein highlight
ich mag es lieber über die alten geschichten zu winseln
wer wo an welchen stellen schuld hat
oder dem käfer zu sagen dass er samsa mit nachnamen heisst und sich doch wieder beruhigen soll
spindeldürre arme zeigen auf ein leuchten
draußen gehört es sich dass man ausrutscht
hinfällt dass man wartet auf die gelben blaulichter
ein ausgehblinzeln; ein wackeln der hüften;
und wieder dieses kreisen; als stände man in der luft und müsse sich bewegen;
es erregt ihn genau hinzusehen wie frau warnwird bis zum hals in schulden steckt (luftzeichen die man nicht ernten kann)
jeder der eine these hat leidet darunter; vervielfältigt sie und wirft sie in den papiercontainer; die kreise bewegen sich;
das zimmer wird unruhig....die luftpumpen gehen aus
das fast schon stumme summen einer fliege fehlt noch
dann ist der text komplett
Wenn jemand auf der Stelle tritt und tut dabei niemanden weh, das ist ein schlechter Dichter

[) i r k
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Re: Der Baum

Beitragvon [) i r k » 04.12.2008, 23:53

ich habe keinen schimmer, was die erste zeile bedeuten soll, aber alles, was darauf folgt, finde ich großartig.
ich mag es lieber über die alten geschichten zu winseln
wer wo an welchen stellen schuld hat
oder dem käfer zu sagen dass er samsa mit nachnamen heisst und sich doch wieder beruhigen soll

sehr gut! :rofl:
jeder der eine these hat leidet darunter; vervielfältigt sie und wirft sie in den papiercontainer;

manchmal sprudeln deine gedichte vor phantasie und metaphern, dass man "die realität" dahinter schwer erahnen kann und sich wie der zuschauer oder akteur in einem märchen fühlt - und dann tauchen plötzlich und unvermittelt sätze wie dieser darin auf, die viel exakter / näher / prägnanter "die realität" zu charakterisieren scheinen, als die ganze pressehysterie und bericht-bestattung, die man sich täglich zu gemüte führt. ich mag das gedicht.
"du trittst da fast in die fußstapfen des unseligen dr goebbels und seiner zensur und verdammungsmaschine." (Ralfchen)


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