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auf rebhuhnjagd

Verfasst: 27.02.2009, 12:28
von Perry
auf rebhuhnjagd


in der morgendämmerung
landeten wir in minsk,
mieteten uns ein allradauto,
schnitten fährten in den schnee.

die gewehre geschultert,
hunde an der langen leine,
pirschten wir durchs öde,
luden schnappend schrot.

wir ließen die meute los,
legten die läufe an,
warteten auf das flügelburren
der aufsteigenden kette.

streuender kugelhagel
riss sie aus dem gleitflug.
von hechelnden mäulern apportiert
lag die strecke aufgereiht.

früh sank die novembersonne.
letzte blitze huschten übers land.
im gegenlicht sah ich sie aufsteigen,
geisterhaft in eine bessere welt.

Re: auf rebhuhnjagd

Verfasst: 27.02.2009, 19:26
von Näherungsweise
stimmig. i like it.

Re: auf rebhuhnjagd

Verfasst: 28.02.2009, 13:58
von Perry
Hallo näherungsweise,
schön, dass dir mein kleiner Streifschuss in Richtung globalisierten Jagdtourismus gefallen hat.
Danke fürs Reinschauen und LG
Perry

Re: auf rebhuhnjagd

Verfasst: 01.03.2009, 16:31
von DerBaum
Vor dem deutschen Einmarsch befand sich in Minsk eine der sowohl prozentual als auch in absoluten Zahlen größten jüdischen Gemeinden der Sowjetunion. 90,000 bis 100,000 Einwohner der Stadt waren Juden. Damit lag der jüdische Anteil an der Bevölkerung der Stadt unmittelbar vor dem Zweiten Weltkrieg bei rund 30 %. In der Kesselschlacht bei Minsk im Zweiten Weltkrieg wurde Minsk zu 95% zerstört. Bereits am 28. Juni 1941, nur sechs Tage nach Kriegsausbruch, war die Stadt im Wesentlichen von den deutschen Truppen erobert worden. Die Rote Armee konnte mehrere Tausend Bewohner der Stadt in das sichere Hinterland evakuieren, der Großteil der 300.000 Einwohner blieb jedoch in der zerstörten Stadt und vielen blieb nichts anderes übrig als in Erdlöchern zu leben. Unmittelbar nach der Eroberung der Stadt begannen die Deutschen die Jagd auf die jüdische Bevölkerung sowie auf alle Kommunisten und deren Sympathisanten, derer man habhaft werden konnte.

Minsk



ich finde das gedicht durchaus geschmacklos

Re: auf rebhuhnjagd

Verfasst: 01.03.2009, 17:25
von Perry
Hallo DerBaum,
die Aufarbeitung von Kriegsverbrechen war nicht mein Thema, sondern der globale Jagdtourismus. Deine Einschätzung sehe ich deshalb als Themaverfehlung. Aber jeder hat wohl das Recht auf seine Meinung.
LG
Perry

Re: auf rebhuhnjagd

Verfasst: 01.03.2009, 17:28
von DerBaum
Warum muss die Jagd denn gerade in Minsk spielen? Gerade in MInsk wo deutsche Jagd auf Juden und Kommunisten machten?

Re: auf rebhuhnjagd

Verfasst: 01.03.2009, 17:39
von riemsche

Re: auf rebhuhnjagd

Verfasst: 01.03.2009, 17:42
von DerBaum
ist das nicht eine sehr billige rausrede? Muss ich erst mit links versorgt werden, damit klar wird dass ich einem irrtum verfallen bin?
Ich bin überhaupt keinem Irrtum verfallen.
Ich finde es immer noch peinlich so ein Gedicht zu schreiben, aber wenn es Spass macht, wem kann ich das verbieten? Ich würde es selbst nicht wenn ich es könnte, oder besser, ich möchte gar nicht in die Situation so einen Mist zu verbieten.

Re: auf rebhuhnjagd

Verfasst: 01.03.2009, 17:55
von riemsche
einem irrtum verfallen? nein - warum?
eigene schablone. eigene meinung, das was man lesen, herauslesen will, nicht mehr, nicht weniger.
ich zB würde wegen ausgesucht wohlklingendem jägersprachlichen und -mangels an bestand- zum glück selten gewordener rebhuhnjagden in heimischen gefilden, überhaupt nicht auf solche gedanken kommen.

Re: auf rebhuhnjagd

Verfasst: 02.03.2009, 12:06
von Perry
Hallo DerBaum,
eine vorgefasste Meinung zu haben ist nicht weiter schlimm, einen Irrtum nicht eingestehen zu wollen dagegen durchaus vielsagend.
Ich glaube, jeder Gymnasiast mit lyrischen Grundkenntnissen kann ohne Mühe erkennen, dass dieser Text eine satirische Aufarbeitung des Themas globaler Jagdtourismus ist. Bei uns sind Rebhühner bereits geschützt, aber in Weißrussland darf gegen Devisen noch auf sie Jagd gemacht werden.
Sicher kann man den erweiterten Schluss, dann vom Artenschutz auf Menschenschutz ziehen, aber nicht in der von dir unterstellten Weise.
Gruß
Perry

Hallo riemsche,
danke für deine Sicht. Wenn wir erst einmal soweit sind, dass man bestimmte Themen nicht mehr aufgreifen darf, weil sich vielleicht jemand auf den Schlips getreten fühlen könnte, dann können wir die Schreiberei gleich zu Grabe tragen.
Gruss
Perry

Re: auf rebhuhnjagd

Verfasst: 02.03.2009, 12:30
von DerBaum
Ich habe keinen einzigen Fehler gemacht, nur Sie, in dem Sie mir zeigen dass Ihnen Geschichte scheinbar vollkommen gleichgültig ist, selbst wenn es so einen Mist gibt, hat es überhaupt nichts damit zu tun, dass der Schreiber in der Verantwortung steht und wenn er über eine Jagd in Minsk schreibt, muss er es schon dem Leser überlassen, was der darin sieht, außer sie würden nur für ihrem Keller schreiben, was natürlich dank des im Internets leider nicht geschehen wird

Re: auf rebhuhnjagd

Verfasst: 02.03.2009, 12:37
von Perry
Hallo DerBaum,
ich lasse mir nicht gern einen Text kaputtreden, aber da du anscheinend mit dem Thema Kriegsverbrechen in Minsk emotional sehr verbunden bist, halte ich es für besser auf eine weitere Diskussion zu verzichten.
Mir liegt nichts daran Gefühle anderer zu verletzten, wenn auch unbeabsichtigt.
Gruss
Perry

Re: auf rebhuhnjagd

Verfasst: 02.03.2009, 22:01
von DerBaum
man könnte ja auch einfach die Ortschaften austauschen...

Re: auf rebhuhnjagd

Verfasst: 02.03.2009, 23:13
von Hugo Homunkulus
peng!

Re: auf rebhuhnjagd

Verfasst: 03.03.2009, 11:11
von Perry
Hallo Der Baum,
sicher könnte man, aber warum sollte man. Minsk hat nicht nur eine Bedeutung sondern viele.
Gruß
Perry

Hallo Hugo,
seit der Erfindung des Schießpulvers ist dieser Laut leider viel zu oft zu hören. Wäre schön, wenn du auch was zur Textausführung schreiben könntest.
LG
Perry