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die untrüglichen zeichen der lust

Verfasst: 10.10.2009, 18:49
von Perry
es ist das rote kleid, mit dem tiefen ausschnitt,
der schamhafte blick, mit dem sie die rose annimmt.
der angedeutete kuss auf die wange, der seinen
dreitagebart streift wie eine rossige mustangstute
das steppengras, beim galoppieren in die abendsonne.
„spring auf!“ ruft sie und winkt ihrem begleiter,
schnell noch die straßenbahn zu erreichen.

Re: die untrüglichen zeichen der lust

Verfasst: 12.10.2009, 18:14
von Herbert Eiter
'N Abend.
Perry hat geschrieben:es ist das rote kleid, mit dem tiefen ausschnitt,

Guter, bildhafter Einstieg.
Perry hat geschrieben:der schamhafte blick, mit dem sie die rose annimmt.

Klischeehafter Abfall.
Perry hat geschrieben:der angedeutete kuss auf die wange, der seinen
dreitagebart streift wie eine rossige mustangstute

Eine "rossige mustangstute" ist als Bild ziemlich schräg/kitschig. So etwas erwarte ich in einem Frauen-Arzt-Roman. Und selbst da würde es wahrscheinlich noch aus dem Rahmen fallen. So einen Tier-Vergleich in einem Liebesgedicht zu verwenden, erweckt aber auch abseitige Konnotationen (Viehzucht oder sogar Sodomie).
Perry hat geschrieben:das steppengras, beim galoppieren in die abendsonne.

Noch kitschiger.
Perry hat geschrieben:„spring auf!“ ruft sie und winkt ihrem begleiter,

Endlich passiert in deinem Gedicht etwas (Handlung!)...
Perry hat geschrieben:schnell noch die straßenbahn zu erreichen.

... um sogleich jäh zu enden. In einer Sackgasse, die beabsichtigt erscheint. Der Pointe fehlt aber noch etwas.

Nicht wirklich überzeugt,
H.E.

Re: die untrüglichen zeichen der lust

Verfasst: 13.10.2009, 14:36
von Perry
Hallo Herbert,
fast hast du es erahnt, es ist eine Satire auf die gern genommenen Lustklischees vor allem in der Werbung (Rotkäppchensekt lässt grüßen).
Die Pointe liegt in dem mehrdeutigen "Spring auf!" aber die muss ja nicht jedem gelingen und so landet man schon mal in der Sackgasse. ;-)
Danke, dass du dich mit meinen zeilen auseinandergesetzt hast.
LG
Perry