Hi Perry,
also von der Idee und Situation her betrachtet, finde ich das Gedicht sehr gut.
Allerdings bin ich der Meinung, dass du aus der Idee mehr herausholen könntest!
Die Beschreibung wirkt gefiltert durch die abgeschlossene Vergangenheitsform ("ging", "musste"), die konditionale Satzkonstruktion ("Wenn...") und den relativierenden Konjunktiv ("hätten") auf den Leser sehr distanziert/zeitlich entfernt.
Ein paar konstruktive Vorschläge:
- Beschreib es doch in der Gegenwartsform ("Wer reitet so spät durch Nacht und Wind..."
) - Beschreib es aus der Perspektive des Kindes, das wirklich glaubt, dass da Gespenster sind (und nicht aus dem relativierend-nüchternen Blick des Erwachsenen).
- Beschreib es ausführlicher, detailierter, anschaulicher, dass der Leser in die Situation wirklich hineingezogen wird und sich mit dem lyrischen Ich identifiziert. Gib den Eindrücken und Ängsten deines lyrischen Ichs mehr Raum.
- Gib dem ganzen noch etwas mehr Tempo, durch eine "Steigerung" oder einen kleinen Spannungsbogen (etwas, das ich ja immer wieder gern an deinen Gedichten bekrittele, ich weiß).
Spontan musste ich übrigens beim Lesen an einen Evergreen, ein wirklich verdammt gutes Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff denken:
Der Knabe im MoorKennst du bestimmt. Das soll jetzt natürlich nicht als Maßstab dienen, das wäre Quatsch. Aber vielleicht ziehst du daraus ja doch die eine oder andere Inspiration für einen "Directors Cut".

Noch ein Tipp für die Headline: Nie die Pointe verraten!
MfG,
[) i r k