Brauche einen Platz zum Stehn.
Der unbeweglich, dargeboten
mir erfüllt, dass tiefe Sehn
nach starren,festen Grundgeboten
Verschaffe mir den Gedanken,
der mir Gewissheit liefern soll
und unbeweglich ohne wanken
alles stützt, was wirkungsvoll.
Suche den ersten Wahrheitsgrund.
Von dort sei alles ausgemisst
Dogmenschrein und Zweifelsschlund,
was real, was Täuschung ist.
Taumelnd räkelt sich mein Geist,
in meinen langen Seelenflügen.
Nenne mir, was zusammenschweißt,
Wahrheitsdrang und Sinneslügen.
Gib mir nur ein zartes Funkeln,
und wenn's mir auch das Herz zerreißt.
Lass mich nicht im Kenntnisdunkeln.
Will wissen, was wahr, was Blendung heißt.
Oh, mich packt die Sinnesfrage,
unbeantwortet ewiglich,
finde ich in Sphärenlage,
Wirklichkeit, doch niemals nich.
Keine Lösung, oder falsche Suche?
Da greift es mich mit voller Inbrunst.
Finde ich doch Wahrheit im Buche,
im Schöpferwerke der heilgen Kunst!
Wo nur das Nichts, als Konstante harrt,
da gibt die Kunst die Antwort an.
Denn wo die Gabe humanscher Art
schaffen will, auch Sinn sein kann.
Nihil
-
hginsomnia
- Klio
- Beiträge: 590
- Registriert: 03.09.2009, 05:04
Re: Nihil
Hallo Elysio,
erstmal ein Hallo. Ich glaube, ich habe dich noch nicht im Forum begrüßt
.
Zunächst einmal finde ich es gut, dass sich mal jemand um das Zurückholen einer althergebrachten Form bemüht und sich nicht wie andere (mich eingeschlossen) in die Ausrede der Formlosigkeit lyrischer Prosa flüchtet, was an sich ja noch kein Qualitätsmerkmal ist.
Allerdings treten natürlich Fehler in einem formal stringent gestalteten Gedicht deutlicher zu Tage. Hier muss ich leider sagen, dass sie sich gleich auf mehreren Ebenen massenhaft einschleichen.
Ich möchte hier nicht den ganzen Text en Detail kritisieren, sondern bleibe bei Beispielen zu den wichtigsten Fehlerquellen.
1.) Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler:
Es müsste heißen:
Brauche einen Platz zum Steh'n,
der unbeweglich (,) dargeboten
mir erfüllt (,) das(s) tiefe Seh'n
nach starren, festen Grundgeboten.
Mir schien hier erstmal klar, warum du Elisionen verwendest und nicht einfach 'Stehen' und 'Sehen' sich reimen lässt, nämlich um katalektische Verse analog zu den anderen zu bilden.
(Mir ist gerade aufgefallen, dass wohl eher das 'Sehnen' gemeint ist - Sagt natürlich was über mich und über mein Verhältnis zum Text aus
, aber es wird dadurch nicht besser, im Gegenteil.)
Apropos Versmaß:
2.) Das Versmaß:
In der 1. Strophe also haben wir 4 katalektische 4-hebige Verse, Trochäus in Vers 1 und 3, Jambus in Vers 2 und 4. Soweit, so gut. Eine Vorgabe ist also geschaffen.
Allerdings wird diese schon in der 2. Strohe wieder aufgehoben. Bereits der 1. Vers ist dreihebig und uneinheitlich, das heißt, 2-hebiger Jambus und 1-hebiger katalektischer Anapäst in einem. Alles wird über den Haufen geworfen. Hier habe ich aufgehört, das Versmaß zu analysieren. Beim Überfliegen sind mir noch weitere Unregelmäßigkeiten aufgefallen.
3.) Die Reime:
Nur Kreuzreime, okay so weit, aber was für Reime teilweise:
dargeboten - Grundgeboten: Ja, geboten reimt sich auf Geboten, ähm ...
ausgemisst - Täuschung ist: Vielleicht täusche ich mich, aber was ist ausgemisst?
ich kenne nur ausgemistet und ausgemessen
ewiglich - niemals nich: Ja ja, niemals nich, also ewiglich, nich?
4.) Der Inhalt:
Ne, also wirklich nicht. Ich spare mir hier mal den Kommentar. Er wäre nicht positiv.
lg
hginsomnia
erstmal ein Hallo. Ich glaube, ich habe dich noch nicht im Forum begrüßt
.Zunächst einmal finde ich es gut, dass sich mal jemand um das Zurückholen einer althergebrachten Form bemüht und sich nicht wie andere (mich eingeschlossen) in die Ausrede der Formlosigkeit lyrischer Prosa flüchtet, was an sich ja noch kein Qualitätsmerkmal ist.
Allerdings treten natürlich Fehler in einem formal stringent gestalteten Gedicht deutlicher zu Tage. Hier muss ich leider sagen, dass sie sich gleich auf mehreren Ebenen massenhaft einschleichen.
Ich möchte hier nicht den ganzen Text en Detail kritisieren, sondern bleibe bei Beispielen zu den wichtigsten Fehlerquellen.
1.) Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler:
Elysio hat geschrieben:Brauche einen Platz zum Stehn.
Der unbeweglich, dargeboten
mir erfüllt, dass tiefe Sehn
nach starren,festen Grundgeboten
Es müsste heißen:
Brauche einen Platz zum Steh'n,
der unbeweglich (,) dargeboten
mir erfüllt (,) das(s) tiefe Seh'n
nach starren, festen Grundgeboten.
Mir schien hier erstmal klar, warum du Elisionen verwendest und nicht einfach 'Stehen' und 'Sehen' sich reimen lässt, nämlich um katalektische Verse analog zu den anderen zu bilden.
(Mir ist gerade aufgefallen, dass wohl eher das 'Sehnen' gemeint ist - Sagt natürlich was über mich und über mein Verhältnis zum Text aus
, aber es wird dadurch nicht besser, im Gegenteil.)Apropos Versmaß:
2.) Das Versmaß:
In der 1. Strophe also haben wir 4 katalektische 4-hebige Verse, Trochäus in Vers 1 und 3, Jambus in Vers 2 und 4. Soweit, so gut. Eine Vorgabe ist also geschaffen.
Allerdings wird diese schon in der 2. Strohe wieder aufgehoben. Bereits der 1. Vers ist dreihebig und uneinheitlich, das heißt, 2-hebiger Jambus und 1-hebiger katalektischer Anapäst in einem. Alles wird über den Haufen geworfen. Hier habe ich aufgehört, das Versmaß zu analysieren. Beim Überfliegen sind mir noch weitere Unregelmäßigkeiten aufgefallen.
3.) Die Reime:
Nur Kreuzreime, okay so weit, aber was für Reime teilweise:
dargeboten - Grundgeboten: Ja, geboten reimt sich auf Geboten, ähm ...
ausgemisst - Täuschung ist: Vielleicht täusche ich mich, aber was ist ausgemisst?
ich kenne nur ausgemistet und ausgemessen
ewiglich - niemals nich: Ja ja, niemals nich, also ewiglich, nich?
4.) Der Inhalt:
Ne, also wirklich nicht. Ich spare mir hier mal den Kommentar. Er wäre nicht positiv.
lg
hginsomnia
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