Oh ja, so ist das mit dem Raushauen von Stichwörtern ...
... ich bringe mich in Teufels Küche und da schmilzt der Schnee zu schnell ...
[) i r k hat geschrieben:ich finde diesen schnee sehr... lebendig.
Den Schnee hab' ich auch nicht gemeint. Ich muss wohl doch mal ein paar Annäherungen ausformulieren.
Zunächst mal gehe ich davon aus, dass das Gedicht mir mehr sagen will, als das Offensichtliche, also dass das LI in den Schnee springt und sich daran erfreut. Außerdem gehe ich davon aus, dass die zweite Strophe ja den unbedingten Bezug zur ersten braucht, daher also nicht mehr oder nicht weniger bedeutungsvoll als jene zu sein hat.
Klar kann ich auch ein LI annehmen, dass zweimal in den Schnee springt, beim zweiten Mal halt im Herbst, aber warum sollte ich dem Text das Schlechteste unterstellen?
Also, wie gesagt, hier scharren die Teufel mit meinen Hufen, ein Versuch:
Nach obigen Erläuterungen kann ich mir entweder zwei LI's vorstellen (pro Strophe eins) - dafür sehe ich aber keine Anhaltspunkte - oder ein LI in mehreren Wesenszuständen, zunächst jenes, welches in den Schnee springt, dann jenes, welches im Schnee stirbt, dann jenes, welches zu Schnee wird und schließlich jenes, welches zu allem wird.
Es gibt viele Stellen, die als Indizien für diese Lesart herhalten könnten:
Edekire hat geschrieben:dann lag ich
atemlos im tiefen schnee
= tot
Edekire hat geschrieben:der
meine form hatte
über mir
die geschlossene decke
= tot + LI wird zu Schnee (keine Umkehr des Geschriebenen = Tod und Umkehr des Geschriebenen [die unbedingt impliziert ist] = Schnee-LI oder Nachtod)
Edekire hat geschrieben:lachte als er mir
in den kragen rieselte und schmolz
= Transzendenz (wegen lachen und schmelzen des LI)
Edekire hat geschrieben:ich, atemlos
wo alles meine form hat
= transzendentales LI findet sich in Gesamtheit der Welt
Das ist abseitig, geht alles natürlich auch völlig anders und ich habe
mit Sicherheit etwas auch nicht bedacht, aber alles, was mir bislang sonst noch einfiele, wäre derart banal, dass ich es dem Text nicht zumuten will.
So, ich muss dringend in nicht vorhandenen Schnee springen. Mir wird heiß.
Edekire hat geschrieben:ein gedicht ist ein gedicht und nur weil ich es geschrieben hab steht mir die deutungshoheit für andere nicht unbedingt zu. und ich will niemandem was nehmen und niemanden irgendwo hinleiten. oder vielleicht doch, ein bisschen...schwierig
Na ja, ist aber ja 'ne Textwerkstatt. Ich will dich ja nicht in Teufels Küche locken, aber vielleicht haust du einfach mal ein paar Stichwörter raus

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lg
hginsomnia