Drei Gedichte

Du schreibst Gedichte? Laß sie nicht in einer Schublade verschimmeln! Menschenbeifall wirst Du hier finden, aber auch Kritik und Rat.
Anonymous
Kerberos
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Registriert: 25.11.2009, 11:56

Drei Gedichte

Beitragvon Anonymous » 25.11.2009, 12:08

Sapere aude

Der Junge der im Zimmer saß
und interessiert im Buche laß
versuchte ganz verbissen,
zu denken – nicht zu wissen.
So plagte ihn ein Höllenschmerz
doch nicht im Hirn, sondern im Herz
und weil er's nicht als gut empfand
benutzt er eifrig den Verstand:

„Warum denn denken, was gedacht?
Warum denn machen, was gemacht?
Warum sich denn vor Schmerzen winden?
Ich kann's auch ohne Schmerzen finden!“

Und eben d'rum,
starb er erfolgreich – aber dumm.

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Mitternachtsballade

Abwechselnd sprechen Conrad und Hannes

Oben in des Berges Höhe
trachtend liegt des Tages Nacht
In den ewig tiefen Tälern
bittersüß der Nebel lacht

Immerzu im gleichen Schritte
schiebt der Mond sich gar im Takt
in der immer gleichen Ferne
Immerzu am richt'gen Platz

Hinter'm Mond die Engel schmieden
siehst du nicht des Funken Licht
Unheil, Schmerzen und Intrigen
recht in Gottes Angesicht

Ist's das Licht, dass dir verdunkelt
immerzu den rechten Sinn
wallend Bäche maßlos fließen
zum goldnen Kern der Welten hin

Ertrunken in des Lebens Strom
Seelen legen ihre Weichen

Schwarz seh'n wo der Heiland siegt
Gottes Werk – ein Trauerlied

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At least, I am right

When I am not awake
I never realize
the world's about to brake
but freedom never crys

Stabbed by the dagger
of avarice and blight
humans joyfull swagger
from hallowed days to night

At least the gifted souls
draw into this night
from long forgotten holes
to prove that I am right


MfG Anonymous

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