Sapere aude
Der Junge der im Zimmer saß
und interessiert im Buche laß
versuchte ganz verbissen,
zu denken – nicht zu wissen.
So plagte ihn ein Höllenschmerz
doch nicht im Hirn, sondern im Herz
und weil er's nicht als gut empfand
benutzt er eifrig den Verstand:
„Warum denn denken, was gedacht?
Warum denn machen, was gemacht?
Warum sich denn vor Schmerzen winden?
Ich kann's auch ohne Schmerzen finden!“
Und eben d'rum,
starb er erfolgreich – aber dumm.
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Mitternachtsballade
Abwechselnd sprechen Conrad und Hannes
Oben in des Berges Höhe
trachtend liegt des Tages Nacht
In den ewig tiefen Tälern
bittersüß der Nebel lacht
Immerzu im gleichen Schritte
schiebt der Mond sich gar im Takt
in der immer gleichen Ferne
Immerzu am richt'gen Platz
Hinter'm Mond die Engel schmieden
siehst du nicht des Funken Licht
Unheil, Schmerzen und Intrigen
recht in Gottes Angesicht
Ist's das Licht, dass dir verdunkelt
immerzu den rechten Sinn
wallend Bäche maßlos fließen
zum goldnen Kern der Welten hin
Ertrunken in des Lebens Strom
Seelen legen ihre Weichen
Schwarz seh'n wo der Heiland siegt
Gottes Werk – ein Trauerlied
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At least, I am right
When I am not awake
I never realize
the world's about to brake
but freedom never crys
Stabbed by the dagger
of avarice and blight
humans joyfull swagger
from hallowed days to night
At least the gifted souls
draw into this night
from long forgotten holes
to prove that I am right
MfG Anonymous
Drei Gedichte
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