Hi Perry,
okay, der erste Punkt geht an dich.
Ich war meinerseits zu unpräzise.
Perry hat geschrieben:Zu deiner Feststellung, dass die Bilder zu isoliert dastehen, folgende Anmerkung:
Wintergarten korrespondiert mit Morgengymnastik (zumindest an kalten Tagen).
Stand-by assoziert mit Auslaufmodell (spielt auf den Protagonisten an).
Walkingband greift das "Auslaufen" noch einmal auf und setzt es in Verbindung mit
der Erinnerung "joggen am Strand."
Für mich also ein nahtloses in- und übergreifen der Bilder.
Das ist mir alles bewusst. Du könntest sogar noch weitergehen und sagen, dass sich Stand-by auch auf Hibernation beziehen kann, welches wiederum den Protagonisten in seiner Kreatürlichkeit zeichnet.
Nur meine ich das nicht. Wie gesagt, mein Fehler, weil zu unpräzise.
Vielmehr meine ich, im Korpus der Interpretationen benötigt es etwas mehr als diesen simplen Assoziationsbaukasten. Also, dass ein Auslaufmodell auf dem Walkingband ausläuft, ähm, ja, ist nun wirklich keine kreative Bildkomposition. Das Lakonische (auch zu sehen im abgewandelten Sprichwort) könnte mir gefallen, jedoch bedürfte es dazu einer weitergehenden Einbettung.
Perry hat geschrieben:ich sehe du kennst mich mittlerweile gut. Allerdings wirst du mich nicht verleiten meine Intention offen zu legen, weil dies schon mehrfach zu unproduktiven Debatten geführt hat
Du solltest mich mittlerweile auch soweit kennen, um davon ausgehen zu können, dass ich niemanden dazu drängen will, seine Intentionen offen zu legen. Allerhöchstens bitte ich darum, Texte zu verteidigen.
Wenn es der Autor für sinnvoll hält, kann man sich auch über Intentionen unterhalten.
Unproduktive Debatten - ich verweise da gerne auf die sich an dein 'Tanz der Mahre' anschließende - sind nicht immer der Fall.
Glaukos spricht in dieser Debatte von Textintentionen. Diesen Begriff übernehme ich hier. Es reicht mir vollkommen aus, was der Text mir sagt.
Dieser nämlich nimmt mich, den Leser, an die Hand und erklärt mir, wie er zu deuten sei, einmal durch den Titel, dann durch den Elan am Haken, dann durch das Parfüm der fehlenden Angebeteten.
Hier wird ein Gegenstand, ein Thema genannt, einige Assozisationen dazu ins Feld geworfen und dann noch erklärt, wie das alles zu deuten ist. Diese Schlichtheit, diese thematisch eindeutige, aber stilistisch unpräzise Arbeit ist für mich nicht tragbar, und das kritisiere ich.
lg
hginsomnia