Ein Augenblick zusammen:
Ich schaue dich immer wieder an
sehe deine Haare
deine Augen
wie du dich bewegst.
Ich beobachte dich
doch es ist so als ob du mich nicht bemerkst
oder willst du mich nicht sehen.
Wie leicht es doch ist einen Menschen zu übersehen
-und es tut doch so weh.
Ich schaue dich wieder an
-sehe wie du dich umdrehst
und blicke in dein lächelndes Gesicht.
Doch bin ich eine person an die man sich erinnern wird?
EIn Augenblick zusammen
Re: EIn Augenblick zusammen
Hallo Clary,
mir gefallen einige Aspekte an deinem Gedicht:
1.) Gut finde ich z.B., dass du nicht nur monologisierst, sondern dass du versuchst eine Geschichte zu erzählen. Das solltest du weiter verfolgen.
2.) Mir gefällt auch der Spannungsbogen den du zwischen Beobachter und Beobachtetem aufbaust. Den Wunsch, beachtet zu werden, einerseits und die höfliche Gleichgültigkeit andererseits.
3.) Und ich mag insbesondere die letzte Zeile, die Frage. Weil sie für mich etwas Allgemeingültiges hat, ohne kitschig zu sein.
Diesem Lob möchte ich noch ein paar konstruktive Einwände hinzusetzen:
Trotz dieses wiederholte Anschauens und Beobachtens, erfahre ich inhaltlich nur sehr wenig über die umschwärmte Person. Versuche doch noch etwas mehr Details, mehr Atmosphäre, mehr Beschreibungen zu ergänzen. Versuche die Szenerie etwas "auszumalen", die angehimmelte Person etwas näher zu charakterisieren. Sag nicht: ich schaue. Sondern blicke buchstäblich durch die Augen des lyrischen Ichs / des Erzählers und beschreib eindringlicher, was das LI sieht.
Ein wichtiges Merkmal von Gedichten ist, dass Ideen, Wünsche und Seelenbewegungen nicht direkt geäußert werden. Sondern sie werden umschrieben. Sie werden in andere Bilder übertragen, in Gleichnisse. Versuch doch diesen Satz einmal zu variieren - und dabei keine Worte wie "weh tun", "Schmerz", "Leid", "Liebe", "Herz", "traurig", "Kummer" o.ä. zu verwenden. Es gibt ein Gesellschaftsspiel namens "Tabu", das nach dem gleichen Prinzip funktioniert. Ich weiß nicht, ob du es vielleicht kennst? Probier doch mal das, was du mit diesem Satz gesagt hast, umzuformen... damit zu spielen... es in andere Worte zu gießen.
MfG,
[) i r k
mir gefallen einige Aspekte an deinem Gedicht:
1.) Gut finde ich z.B., dass du nicht nur monologisierst, sondern dass du versuchst eine Geschichte zu erzählen. Das solltest du weiter verfolgen.
2.) Mir gefällt auch der Spannungsbogen den du zwischen Beobachter und Beobachtetem aufbaust. Den Wunsch, beachtet zu werden, einerseits und die höfliche Gleichgültigkeit andererseits.
3.) Und ich mag insbesondere die letzte Zeile, die Frage. Weil sie für mich etwas Allgemeingültiges hat, ohne kitschig zu sein.
Diesem Lob möchte ich noch ein paar konstruktive Einwände hinzusetzen:
Ich schaue dich wieder an
Trotz dieses wiederholte Anschauens und Beobachtens, erfahre ich inhaltlich nur sehr wenig über die umschwärmte Person. Versuche doch noch etwas mehr Details, mehr Atmosphäre, mehr Beschreibungen zu ergänzen. Versuche die Szenerie etwas "auszumalen", die angehimmelte Person etwas näher zu charakterisieren. Sag nicht: ich schaue. Sondern blicke buchstäblich durch die Augen des lyrischen Ichs / des Erzählers und beschreib eindringlicher, was das LI sieht.
-und es tut doch so weh.
Ein wichtiges Merkmal von Gedichten ist, dass Ideen, Wünsche und Seelenbewegungen nicht direkt geäußert werden. Sondern sie werden umschrieben. Sie werden in andere Bilder übertragen, in Gleichnisse. Versuch doch diesen Satz einmal zu variieren - und dabei keine Worte wie "weh tun", "Schmerz", "Leid", "Liebe", "Herz", "traurig", "Kummer" o.ä. zu verwenden. Es gibt ein Gesellschaftsspiel namens "Tabu", das nach dem gleichen Prinzip funktioniert. Ich weiß nicht, ob du es vielleicht kennst? Probier doch mal das, was du mit diesem Satz gesagt hast, umzuformen... damit zu spielen... es in andere Worte zu gießen.
MfG,
[) i r k
"du trittst da fast in die fußstapfen des unseligen dr goebbels und seiner zensur und verdammungsmaschine." (Ralfchen)
Re: EIn Augenblick zusammen
Hallo Clary,
ich vergleiche Gedichte gern mit Liedern. Zu deinem fällt mir spontan "Mister Paul Mc Cartney" von Marianne Rosenberg ein.
Da geht es auch um ein Anhimmeln, das unerwidert bleibt.
Die Geschichte ist also nicht gerade der Hit, wenn du verstehst was ich meine.
Trotzdem kann man da sicher was rausholen, gerade weil du am Schluss ja reflektierst, bzw. die retorische Frage stellst, liegt es an mir, dass der andere mich nicht bemerkt.
LG
Perry
ich vergleiche Gedichte gern mit Liedern. Zu deinem fällt mir spontan "Mister Paul Mc Cartney" von Marianne Rosenberg ein.
Da geht es auch um ein Anhimmeln, das unerwidert bleibt.
Die Geschichte ist also nicht gerade der Hit, wenn du verstehst was ich meine.
Trotzdem kann man da sicher was rausholen, gerade weil du am Schluss ja reflektierst, bzw. die retorische Frage stellst, liegt es an mir, dass der andere mich nicht bemerkt.
LG
Perry
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