Hallo Perry,
noch ein letztes Mal (versprochen) hierzu:
Ich bin jetzt wirklich ratlos, was ich dir in kommenden Kommentaren schreiben könnte. Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole:
Ich kritisiere hier mit keinem Wort deinen Stil oder führe einen persönlichen, von Befindlichkeiten geprägten Feldzug gegen deinen Text.Ich schreibe ganz gerne Kritiken, mache dabei manchmal Fehler und überziehe manchmal auch, aber all das kann ich hier nicht erkennen. Im besten Fall werden diese Kritiken als Anregung empfunden, als Hilfestellung, womit ich übrigens auch meine, als Angriffsziel einer Gegenrede. Ich finde es schade, wenn das nicht so gesehen wird, aber das soll nicht dein Problem sein.
Auch finde ich es schade, dass du, Perry, alle deine Texte, jede Zeile, jedes Wort mit dem Totschlagargument eines eigenen Stils begründest. Letztlich könntest du so auch für einen geposteten Einkaufszettel argumentieren. Stell dir einfach mal vor, dass der Autor eines Textes, den du an anderer Stelle als 'Kalenderblattlyrik' kritisierst (wobei ich dir da grundsätzlich zustimme, du aber die von dir selbst aufgestellten Anforderungen an eine Kritik nicht erfüllst), sagt, er habe nunmal seinen Stil, der sich wohl von deinem unterscheidet. Ich weiß nicht, wie du reagieren würdest, aber es ist halt schade, dass mit einer solchen Argumentation gute, positive Ansätze, die ich in einigen deiner Texte sehr wohl erkennen kann, im Sande verlaufen müssen, weil sie sich nicht vom Humus der weniger geglückten Textpassagen lösen können, gehören diese ja nach eigenem Bekunden unabdingbar zum Stil dazu, was wiederum bedeutet, dass sich dieser Stil niemals verbessern kann, ist er doch in sich erfüllt und damit mit sich selbst verzahnt, also unveränder- und unverbesserbar.
Eine Kritik kann aber nur funktionieren, wenn sie differenzieren darf. Du sagst es ja selbst:
Perry hat geschrieben:Ich schlage vor, wir konzentrieren uns auf die Textarbeit. Das heißt für mich, wir akzeptieren grundsätzlich was und wie der der andere schreibt und geben detailierte Hinweise in Form von Eindrücken oder Anregungen ab.
Das ist doch genau das, was ich hier mache. Ich kann nur wirklich nicht erkennen, es wundert mich, warum du das nicht so siehst. Wieder finde ich es schade, dass du dich offensichtlich nicht eingehend mit meiner Kritik beschäftigt hast.
Wenn du ein ernsthaftes Interesse an der Auseinandersetzung mit Lyrik im Allgemeinen und deinen Texten im Speziellen hast, musst du eine gewisse Distanz herstellen, die es dir auch ermöglich, einen Text mal komplett zu verwerfen. Vor allem aber müsstest du zuhören, was andere dir dazu sagen, solange es ausführlich und differenziert ist. Klar kannst du dich auch nur mit solchen Kommentaren schmücken, die über drei Sätze und die Kernaussage, der jeweilige Rezipient könne sich gut in die Lage versetzen, das Ganze gut nachvollziehen (oder so ähnlich), nicht hinauskommen, denen du dann gut antworten kannst, sie, die Rezipienten, hätten deine Intention schön herausgelesen, was im Übrigen die Merkwürdigkeit impliziert, dass das scheinbar jemand, der kritisiert, nicht könne. Mit wirklicher Textarbeit hat das dann aber nichts zu tun.
Nochmal, es ist halt schade, ich finde es schade, dass du die Distanz zu deinen Texten vermissen lässt. Dann könntest du nämlich erkennen, dass ich nicht dich oder deinen Stil kritisiere. Du könntest hier auch acht Hexameter schreiben, aber der Inhalt oder besser die Information, die mir der Text liefert, bleibt ja die gleiche. Ich würde vielleicht schreiben, dass mir der Hexameter gefällt, weil mir Hexameter manchmal gefallen, aber sonst wäre meine Kritik identisch. Es ist also völlig egal, welche Form du für diese Bilder, diesen Inhalt verwendest (also ob gereimt oder ungereimt u.s.w.). Der Text hinkt bereits in der zugrundeliegenden Story, in der Geschichte, die du versuchst, zu erzählen.
Ich stelle nur Fragen, zeige auf, wo Probleme vorhanden sind. Daran, dass du nicht darauf reagiert hast, kann ich nichts ändern. Wieder finde ich das aber schade. Der Text ist halt nicht zu retten und das solltest du dir eingestehen (das hat nichts, aber wirklich nichts mit einer persönlichen Meinung zu tun). Warum schaut die Angesprochene nach Flugzeugen, obwohl sie ja wissen muss, dass keine kommen, sie also ins Nichts schaut, gleichwohl sie gerade viel eher mit anderen Dingen beschäftigt sein sollte? Warum gibt sie sich fröhlich, obwohl die Situation sie ja nachvollziehbar belastet und sie, trüge sie dieses nach außen, auch mit Zustimmung rechnen könnte, ist es doch der normale Fall, sich niedergeschlagen zu fühlen? Warum stehen hier also diese Anomalien menschlichen Verhaltens ohne jegliche Erklärung? Ich hatte das ja schon alles angedeutet beschrieben, führe es hier nochmal aus. Vielleicht hast du es ja überlesen oder nicht verstanden. Das weiß ich hier nicht.
Also Perry, ich wünschte, du würdest hier das Zuhören lernen (nicht nur hier und mit zuhören ist ganz gewiss nicht zustimmen gemeint). Das hier wollte ich dann doch nochmal schreiben, um etwas Allgemeines zu manifestieren. Wenn du nicht darauf eingehen willst, also auf irgendetwas eingehen willst, dann ist das natürlich dir überlassen, dann bringt halt eine Diskussion nichts und du produziert weiterhin mit enormem Output eine Vielzahl von Texten, die alle zu gleichen Teilen und gleichermaßen deinen Stil erfüllen, weil sie gar nicht anders können.
Ich fänd's schade.
lg
hginsomnia