Hallo Perry,
mir gefällt an diesem Text die Konsistenz der Metapher (Nebenbei: Ist das Mondtanzthema von dir intendiert? Finde ich hier geglückt.) Den Eingang (die ersten beiden Zeilen) finde ich auch gut gewählt.
Es gibt ein paar Stellen, mit denen ich nicht so zurechtkomme, eine davon vermutlich aus Unwissenheit. Deshalb beginne ich erstmal mit einer Frage:
Perry hat geschrieben:kein stamp, hop, heel oder shuffle
Sind das Elemente des Stepptanzes? Ich weiß es nicht. Wenn ja, gut, wenn nicht, also nicht speziell, sondern allenfalls allgemeine Tanzelemente, würde ich die Zeile ändern:
Perry hat geschrieben:auf denen wir einst stepptanz übten
z.B. in "auf denen wir einst das tanzen übten", aber wirklich nur, wenn sich die aufgeführten Elemente nicht speziell auf den Stepptanz beziehen. Da habe ich hier keine Ahnung.
Eine weitere Stelle:
Perry hat geschrieben:vertreibt wind wärme, nässt regen böden,
Der Klang behagt mir hier überhaupt nicht, aber das lasse ich mal weg. Ich würde hier nichtsdestotrotz ändern, um die Parallelität herzustellen (wind zu regen wie x zu böden),
also z.B.: "vertreibt wind winkel, nässt regen böden."
Letzte Stelle:
Perry hat geschrieben:selbst der igel sucht schutz vor der
alles erdrückenden umarmung der nacht.
Der Widerspruch (Igel als nachtaktives Wesen) ist wohl gewollt, auch okay. Hier stört mich der Absolutismus, also Wörter wie 'nichts' und 'alles' stören mich fast immer, weil sie die in der Lyrik so notwendige Differenzierung oder stilistische Umschreibung platt machen. Ich würde hier an deiner Stelle nach einem weiteren Bild suchen und schlage dir folgendes vor:
"selbst der igest sucht schutz vor einer
nacht, die aus nägeln kriecht."
Das gefällt mir so ganz gut, weil es auch die Ruine (analog der Metapher: den Menschen mit seinen Narben) einfängt. Wenn du das nicht übernehmen willst, solltest du trotzdem nach einem alternativen Abschlussbild suchen.
lg
hginsomnia