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visionär

Verfasst: 10.09.2010, 01:08
von Perry
in der sahara gibt es genügend sand,
um alle öden strände zu verschönern.
mit dem steigenden meerwasser
könnten wir dafür die wüste wässern.

auf den ozeanen ist ausreichend platz
für weitere milliarden von menschen.
wir müssten nur schwimmende städte,
statt wolkenkratzende häuser bauen.

zwischen den sternen ist endlos raum
für all unsere hoffenden träume.
lass uns in die nächste rakete steigen,
hinter dem mond ist es lauschig still.

Re: visionär

Verfasst: 11.09.2010, 09:54
von riemsche
DAS nennst du visionär? das geht nmE nicht mal als verbesserungsschlag durch, weil es selber zu vieler bedarf. selbst in leserlicher wortung zu unbeholfen und dahingesagt. in wüsten sind die größten süsswasserspeicher, leider nicht an der oberfläche. unbesiedelte gebiete auf festland gibts in hülle und fülle, da haben noch ne menge platz. schwimmende städte werden bereits realisiert, dafür ist der scheich so reich. wolkenkratzende häuser, brrrrrrr. der letzte strophe mit /zwischen den sternen ist endlos raum/ ein doppelbrrrrrrrrrr (:->)). was hat sich Perry da insgeheim gedacht? oder bist du vor niederschrift von schwätzern mit wennichwürdichtätich zugetextet worden?
lGR

Re: visionär

Verfasst: 13.09.2010, 19:33
von Herbert Eiter
Sehr geehrter Perry,

nur ein kurzer, sich auf den Inhalt beziehender Kommentar von mir:

  • Noch ein paar Milliarden Menschen mehr?
  • Noch mehr Strände, deren natürliches Vulkangestein oder Kies entfernt und durch hellen Sand ersetzt wird?
  • Noch mehr Platz für den Menschen, den wir der Natur wegnehmen, sei es Wüste, sei es Meer, sei es Wald?
  • Oder ideoligisch überspitzt: noch mehr "Lebensraum"?
  • Und dann die Flucht in den Weltraum, wie es Stephen Hawking kürzlich propagiert hat, weil in spätestens 200 Jahren unser Planet ausgelutscht und überbevölkert ist?
Das mag visionär klingen. Aber für mich liest sich das eher wie eine Schreckensvision, eine grauenvolle Anti-Utopie.

Hochachtungsvoll,
H. Eiter

Re: visionär

Verfasst: 14.09.2010, 16:31
von Perry
Hallo riemsche,
schön, dass du zu denen gehörst, die Visionären nicht so leicht auf den Leim gehen.
Deine Einwände gegen die einzelnen Vorschläge hättest du dir sparen können, die sind obligatorisch und und lassen sich zu jeder Vision finden.
Ich schreibe übrigens nicht unbeholfen, sondern in einem m.M. nach dem Thema angepassten, hier etwas phrasisch ausgemalten Stil.
Schade, dass du den leicht überheblichen Blick angewendest hast, er steht einem erfahrenen Schreiber wie dir nicht so besonders.
LG
Perry

Re: visionär

Verfasst: 14.09.2010, 16:36
von Perry
Hallo Herbert,
man kann es sicher auch als Schreckenszenario lesen, aber Überbevölkerung und Umweltzerstörung sind nun mal Drohgespenster, denen man nur mit Hoffnungsvisionen begegnen kann, wenn man nicht resignieren will.
Wem der Text zu "wässrig" gemalt ist, der darf ihn gern als Satire lesen. ;-)
LG
Perry

Re: visionär

Verfasst: 14.09.2010, 21:49
von riemsche
hallo Perry
ich kommentiere aber nicht in der rolle eines "erfahrenen" schreibers, sondern als leser. und mein bauchgefühl sagt mir zu den hier angetippten problemzonen klipp und klar, dasses inhaltlich mE in der form weder fürs ernstgemeinte, noch zur sauresahnesatire taugt. was sich im wertenden kommentar zu meiner person in sachen komplett daneben fortsetzt. ich gehe wie alle anderen täglich televisionärem auf den leim. und warum sollte ich mir einwände sparen, wenn es sie -wesentlich besser recherchiert und formuliert wie meine- zuhauf gibt? wie du schreibst - nun, das lese ich auf meine weise. dann wirds auch nicht verwundern, dass mir bei vorgabe /phrasisch ausgemaltem stil/ auch beim nochmallesen die fragezeichen in bezug auf wortwahl und dem warum überhaupt geschrieben nicht weniger werden. den überheblichen blick, den du mir andichtest, bin ich auf die höflichnette eigentlich von diversen deiner statements gewohnt. aber vielleicht bin ich da als leser auch schon zu erfahren :-)
lGr

Re: visionär

Verfasst: 15.09.2010, 02:08
von hginsomnia
Gute Nacht zusammen :-) ,

ich will Perry hier in einem Punkt beipflichten, sofern ich ihn denn richtig verstanden habe ;-) :

Man kann diesen Text meines Erachtens gar nicht nicht als Satire lesen. Allein schon der Titel ist kaum ernstgemeint wahrzunehmen, - ich erinnere gerne an den gerade hofierten Altkanzler ("Wer Visionen hat, der soll zum Arzt gehen.") - da er natürlich sich selbst bezüglich der Vorschläge, die sich unter ihm versammeln aufgrund fehlender Planung (- hier meine ich die Planung der Vision) ad absurdum führt, auch unterfüttert durch Formulierungen wie "lauschig still", also den eigenen (Visions-)Tod antizipierend.

Noch kurz zum Text:

Perry hat geschrieben:ausreichend
ist mindestens redundant. Ich fände noch mehr, aber hier ist es ganz deutlich und nicht wegzudiskutieren.

Perry hat geschrieben:dafür
ist irreführend, weil die Textreferenz fehlt (Wofür? Also wo ist hier der Gegenpart, gegen den dieses "dafür" angeführt werden müsste? Oder noch wieder anders gesagt: das "steigende meerwasser" ist ja keine Folge aus dem Abtragen des Sandes in der Sahara, was für ein "dafür" als syllogistischem Schluss hier aber notwendig wäre.)?

Insgesamt, da stelle ich mich dann an riemsches Seite, ist der Text für mein Empfinden als Satire nicht klar genug gezeichnet, also schon so erkennbar, aber nicht spitz bzw. bissig (welches Wort man denn hier halt bevorzugte) genug.

Sollte ich Perry falsch verstanden habe, was auch gut möglich ist, was ich hätte, müsste ich diesen Beitrag hier

Perry hat geschrieben:man kann es sicher auch als Schreckenszenario lesen, aber Überbevölkerung und Umweltzerstörung sind nun mal Drohgespenster, denen man nur mit Hoffnungsvisionen begegnen kann, wenn man nicht resignieren will.
Wem der Text zu "wässrig" gemalt ist, der darf ihn gern als Satire lesen. ;-)


als nicht ironisch, also als Wort für Wort gültig auffassen, dann konterkarierte sich das Ganze wieder selbst, denn zum einen darf man eine Satire nicht lesen, sondern man muss sie lesen, weil sie sich ihrer Stilmittel bedient (die hier meiner Meinung nach vorhanden sind), sie wäre andernfalls also unkenntlich missglückt, da sie eben nicht nach Gusto des Lesers existiert, zum zweiten wäre das Gegenteil, also eine nicht-ironische Verwendung, sollte sie denn hier intendiert gewesen sein, völlig missglückt, da sie sich dann ihrer Ironie nicht bewusst wäre (darauf lässt der Text aber meines Erachtens nicht schließen - dennoch plädiere ich, wie gesagt, für eine stärkere Kontur).

lg
hginsomnia


Editiert:

Nachtrag: ist mir gerade noch aufgefallen:

die "hoffenden träume" finde ich jedenfalls schwierig. Meinst du wirklich hoffende Träume, also in dieser Personifikation oder erhofften Träume oder gehofften Träume vielleicht (Unterschied zwischen den letzten beiden ist, das erstes die ständig ins All geschossenen meint, zweiteres diejenigen, welche zunächst den Ausgangspunkt bilden , z.B. einer Vision, und sich dann dort wieder finden.)

Re: visionär

Verfasst: 17.09.2010, 13:56
von Perry
Hallo riemsche,
ich denke du verstehst schon wie ich meinen Kommentar gemeint habe. Deine Leser-Schreiber-Persönlichkeitsspaltung gibt dir m.M. keine Rechtfertigung einem engagiert arbeitenden Kollegen eine "unbeholfene" Schreibweise zu attestieren. Selbst wenn du dieser Meinung bist, kann man das konstruktiver ausdrücken, es sei denn du bist auf Konfrontation aus, die vermutlich keinem was bringt.
Also bitte künftig etwas wertschätzender wenns nicht zuviel Mühe macht. ;-)
LG
Perry

Hallo hginsomnia,
ja der Spagath zwischen ernstgemeint und Satire ist hier ziemlich schmal, aber gerade darin liegt oder soll der Reiz dieses Textes liegen.
Was das "ausreichend"anbelangt bezieht es sich auf die steigende Menschenzahl (Überbevölkerung), dass der Platz nicht für ewig reicht ist darin indiziert, weil sich die Visionen in ihrer Utopie im Text ja steigern.
Das "dafür" ist als Gegenzug gemeint: "Sand raus aus der Sahara, Polschmelzwasser rein" Was für eine Vereinfachung. :-Die "hoffenden Träume" beziehen sich auf die an Visionen Glaubenden, die trotz aller Probleme hoffen, dass es immer irgendwo einen "lauschig stillen" Platz für die Liebe geben wird.

Ich werde gern über eine stärkere Konturierung nachdenken, aber diese würde vermutlich den besonderen Reiz des Textes zerstören.
Danke für dein Hinterfragen und LG
Perry

Re: visionär

Verfasst: 17.09.2010, 23:50
von riemsche
// Selbst wenn du dieser Meinung bist, kann man das konstruktiver ausdrücken, //
ohja allerdings bin ich dieser meinung. aber wenn du mit /konstruktiver/ eine kritik marke hginsomnia erwartest, muß ich passen. da schau ich bei ihm ab (:->)) bei texten vandenanderen zählt bei dem täglich reichen angebot für mich der erste eindruck. und der war nach dem, was ich bis dato von dir schon las, bei diesem hier /unbeholfen/ mag gut sein, dass dich das in sachen fachlicher grundlagenforschung für eine überarbeitung nicht zufrieden stellt. mich würds das auch nicht. ich hoffe aber, dass dich meine unverschämte immerhin so auf die konkrete wurmt, dass du dich nochmal über diese deine zeilen hermachst. und wenn nicht ... mir wars den versuch wert :-)
lGr

Re: visionär

Verfasst: 18.09.2010, 03:45
von Herbert Eiter
Ich fasse mal zusammen:

Für eine Satire ist der Text nicht lustig/übertrieben/prägnant genug,
für eine Vision ist er nicht innovativ/LSD-trippig/star trek genug,
für eine Anti-Utopie ist er nicht tragisch/düster/brutal genug,
für einen Hoffnungs-Schlager-Chanson gerade ausreichend.

Aber, Perry...
...würde vermutlich den besonderen Reiz des Textes zerstören.

... schon mal gehört, dass Eigenlob müffelt?

Besten Gruß,
H.E.

Re: visionär

Verfasst: 20.09.2010, 00:14
von hginsomnia
Hallo Perry,

nochmal kurz dazu:

Perry hat geschrieben:Was das "ausreichend"anbelangt bezieht es sich auf die steigende Menschenzahl (Überbevölkerung), dass der Platz nicht für ewig reicht ist darin indiziert, weil sich die Visionen in ihrer Utopie im Text ja steigern.
Das "dafür" ist als Gegenzug gemeint: "Sand raus aus der Sahara, Polschmelzwasser rein" Was für eine Vereinfachung.


Das "ausreichend" behagt mir trotzdem nicht, aber gut, ich kann's akzeptieren. Zum "dafür": Stimmt, den Bezug habe ich übersehen. Das kann also ohne Probleme stehenbleiben.

Perry hat geschrieben:hoffenden Träume" beziehen sich auf die an Visionen Glaubenden, die trotz aller Probleme hoffen, dass es immer irgendwo einen "lauschig stillen" Platz für die Liebe geben wird.


Nein, darauf bezögen sich die "hoffenden Träumer". Schau dir, so du willst, nochmal genau an, welches Problem ich mit der Personifikation der Träume habe.

Perry hat geschrieben:ja der Spagath zwischen ernstgemeint und Satire ist hier ziemlich schmal, aber gerade darin liegt oder soll der Reiz dieses Textes liegen


Den Spagat kann ich aber nicht erkennen, also den ernstgemeinten Teil. Ich meine, na ja, z.B. die Wüsten mit Meerwasser wässern ist ja absurd (- Ich hoffe, du weißt, warum, ach so, und hast du dich mit dem Schmelzwasser vertippt oder wolltest du die Absurdität drosseln? ;-) ).

lg
hginsomnia

Re: visionär

Verfasst: 21.09.2010, 17:37
von Perry
Hallo riemsche,
ja einen Versuch wars sicher wert, nur greifen bei mir eine solche "Kindergartenpsychotricks" eher selten.

Hallo Herbert,
ja Eigenlob stinkt meistens, doch mit der Zeit lernt man die Gerüche zu unterscheiden und kann dem eigenen auch manchmal eine besondere Note abgewinnen.

Hallo hginsomnia,
ich denke, wir sollten uns nicht um des Kaisers Bart streiten, die Zukunft macht sowieso was sie will und daran ändert auch keine noch so realistische Vision (ein Widerspruch in sich) nichts.

Ich danke euch alle für die zahlreichen Komms, was ja ansich schon fast "visionär" ist.

LG
Perry

Re: visionär

Verfasst: 21.09.2010, 22:16
von hginsomnia
es ist völlig egal geworden, hmm

Re: visionär

Verfasst: 22.09.2010, 21:23
von riemsche
die "tricks" (die hier gar keine sind) funzen im kindergarten nie und nimmer, wegen dem unverblümten klartext, der dort gesprochen wird. das wort /selten/ zB ist so ein hintertürchen für große, das es im kindlichen sprachschatz noch nicht gibt. oder _wir wollen ja die altklugen nicht vergessen_ zumindest selten :-)