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verätzungen

Verfasst: 03.01.2011, 18:59
von anika
der winter liegt wie ein fauliger hund vor meiner tür
denn das abgeschnittene bild meiner selbst spielt allüren

durch das kameraloch sehe ich einen fetzen scham
an dem ich tief in meinen höhlen am verrat knabbere

blutsauer träufle ich salzsäure in meine wunden
solange bis die schwarze wunde sich verätzt und stinkt

ich will mehr vergebung und
stochere in der wunde mit der zigarette
bis mein gräulichgraues gewissen verschwunden

arglos fahr ich mir
durch das frisch geschnittene haar
und lache endlich ungebunden

Re: verätzungen

Verfasst: 03.01.2011, 23:22
von Näherungsweise
sehr schöne einfälle, z.B.

blutsauer träufle ich


allerdings hab ich bei den beschriebenen selbstverletzungen (salzsäure, zigaretten, verätzt) das gefühl, dass du mich als leser "mit allen mitteln" schockieren willst -- und das schafft dann (zumindest bei mir) eine distanz zum text und macht die konstruktion, die intention hinter den worten spürbar.

der text hat einen interessanten spannungsbogen und ich erkenne darin viel (von mir selbst) wieder. nur 100prozentig springt der poetisch-düstere funken noch nicht bei mir über. subjektiv gesagt.

die wendung am ende (und damit meine ich die letzte zeile) gefällt mir.

lg,
nw.

Re: verätzungen

Verfasst: 04.01.2011, 13:29
von anika
hallo näherungsweise,
ich hatte den text daraufhin geschrieben, nachdem ich mich unabsichtlich mit einer zigarette verbrannt hatte. deshalb diese gruseligen bilder... :-&
lg ani